Impellitteri: System X

Graham Bonnet ist einer der zahlreichen Rainbow-Sänger und schmückt jetzt das Mikro hinter der Band von Gitarrengott Chris Impellitteri. Das gab’s 1988 schon einmal bei „Stand In Line“ und bringt jetzt ein ähnlich knackiges Ergebnis. Zehn klassische Hardrock-Tracks mit Saitengeschwurbel und einem famosen Graham Bonnet am Mikro. Ziemlich zeitlos und ziemlich gut.

(7 Fritten)

Impellitteri: System X
(Steamhammer/SPV)

Cathal Coughlan: The Sky’s Awful Blue

Cathal Coughlan scheint in Sachen Erfolg nicht wirklich weiterzukommen. Dass man aber nach dem guten Vorgänger „Black River Falls“ große Erwartungen in ihn setzt, scheint logisch. Beim Opener „And Springtime Followed Summer“ sieht man diese Erwartungen auch erfüllt – der Song ist eine düstere Ballade im besten Phil Shöenfeldt Stil und geht in seiner Tristesse unter die Haut. Mit dem nachfolgenden „Denial Of The Right To Dream“ beginnt schon unmerklich der Abstieg.

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Ceili Rain: No You – No Me

Gibt es Prog-Folk? Falls nicht – die amerikanische Band Ceili Rain hat sich einem Stil verschrieben, der dieser Beschreibung am nächsten kommt. Irish Folk mit orchestralen Rock-Einflüssen, der zwischen typischen Sing-A-Longs bis hin zu ausgefuchsten Balladen eine Menge zu bieten hat. Wer es gerne eingängig aber nicht abgeschmackt mag, sollte seinen Schirm in Richtung Ceili Rain aufspannen.

(7 Fritten)

Ceili Rain: No You - No Me
(Cross Driven/Provident)

The Mendoza Line: Lost In Revelry

„Lost In Revelry“ ist ein zwiespältiges Album. Wer von einer CD erwartet, dass ein durchgängiges Qualitätslevel gehalten wird, der liegt mit dem vierten Werk von The Mendoza Line falsch. Der Folk-Pop des Quintetts durchrast in 13 Titeln alle Höhen und Tiefen des Songwritings und der Arrangements. Wunderbare Stücke wie „What Ever Happened To You“ oder „The Triple Bill Of Shame“ umschmeicheln sanft die Gehörgänge, während sich mir Nummern wie „In Your Hands“ und „Mistakes Were Made“ auch nach dem X-ten Hören nicht erschließen.

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Fields Of The Nephilim: Fallen

Wer hat Angst vorm schwarzen Mann… Nach rund einem Jahrzehnt Pause sind Carl McCoy und sein Kompanion Tony Pettitt wieder zurück, um mit allen dunklen Seelen den Schmerz zu teilen. Wer die Combo in den vergangen Jahren vermisst hat, wird sich freuen. Alle anderen müssen feststellen, dass sich nicht wirklich viel verändert hat. Nett, aber nicht wirklich wichtig.

(6 Fritten)

Fields Of The Nephilim: Fallen
(Jungle Records/SPV)

Tomas Bodin: Pinup Guru

Organist bekommt Keyboard geschenkt. So kurz könnte man das Soloalbum von Tomas Bodin (Flower Kings) umschreiben. Seine Harmonien tief in Chorälen verwurzelt, ist „Pinup Guru“ ein extrem anstrengender Soloritt. Dass man als Keyboarder einer Prog-Rock-Formation auch ein ohrenfreundlicheres Album rausbringen kann, beweist dann eher Ryo Okumoto von Spock’s Beard.

(4 Fritten)

Tomas Bodin: Pinup Guru
(InsideOut/SPV)

Peter Case: Beeline

Cover: Beeline

Peter Case ist ein ganz Guter. Seit vielen Jahren beackert er den fruchtlosen Boden der Singer/Songwriter, ist besser als viele andere in diesem Genre und bleibt trotzdem von der breiten Masse unerhört. Wenn er aber in schöner Regelmäßigkeit seine Platten veröffentlicht, kommen Kritiker aus allen Ecken gekrochen, halten die CD triumphierend in die Höhe und weisen eindrücklich darauf hin, diesem Mann doch endlich ein Ohr zu schenken. Warum? Herrgott, weil er Songs schreiben kann wie kaum ein anderer, weil Text, Musik und Vortrag bei ihm Hand in Hand gehen und es ihm noch nie gelungen ist, eine Platte wirklich an die Wand zu setzen.

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Kristofer Åström & Hidden Truck: Leaving Songs

Kristofer Åström ist einer, der mit wechselndem Lebensmut aus seinem poetischem Chaos hinter der Gitarre hervorgrinst. Zumindest vermitteln die Soloalben des Fireside Sängers dieses Gefühl. Ungeachtet der Tatsache, dass im Frühjahr dieses Jahres „Northern Blues“ erschienen ist, liegen jetzt die „Leaving Songs“ vor, die deutlich mehr sind, als kreativer Ausschuss.

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Saxon: Heavy Metal Thunder

Die NWOBHM-Legende Saxon hat jetzt auf einer Doppel-CD (+ fünf Live-Tracks und einem Video) ihre größten Songs in neuer Fassung nochmal eingespielt. Hardliner werden -zu Recht- mokieren, dass dadurch die Magie und die Atmosphäre verloren gehen. Für alle anderen, die die Songs nur auf irgendwelchen Mix-Tapes rumfliegen haben, durchaus eine nette Angelegenheit.

(6 Fritten)

Saxon: Heavy Metal Thunder
(Steamhammer/SPV)

Masters Of Reality: Flak’n’Flight

Wer an dicke Gitarren und fetten Wüstensound denkt, der kommt an drei Bands nicht vorbei: Queens Of The Stone Age, Masters Of Reality und Kyuss. Wer genauer hinguckt, sieht ein großes Kollektiv, in dem alle irgendwie musikalisch verwandt oder bekannt sind. Insofern ist es kein Wunder, dass Masters Of Reality-Kopf Chris Goss zusammen mit den QOTSA-Mitgliedern Josh Homme und Nick Oliveri auf Tour gegangen ist. Wenn Ausnahmesänger Mark Lanegan mal wieder Lust hat zu rocken, dann schaut er auch vorbei und veredelt die wuchtigen Kompositionen mit seinem außergewöhnlichen Organ.

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Idlewild: The Remote Part

Idlewild sind die versiffte Ausgabe von Travis oder Coldplay. Von ihrem rumpelnden Debüt „Hope Is Important“ haben sie sich zwar schrittweise entfernt, aber der Dreck steckt noch in den Poren. Ihre drittes Langeisen „The Remote Part“ bietet, wie seine Vorgänger, exquisites Songwriting mit nötiger Empathie vorgetragen. Oder anders gesagt, wer von dem Herzschmerz der o.g. Gesinnungsgenossen manchmal die Nase voll hat, bekommt hier die zupackende Variante präsentiert. Das zeigt sich schon allein in der Länge der Songs, selten wird die 3 Minuten-Marke überschritten.

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Refluxus (7)

„Wie sagt man?“

Ich bin ein geduldiger Mensch und ich hab‘ auch noch einen Moment gewartet, aber bedankt hat sich diesmal keiner. Keiner dieser unerschütterlich optimistischen Aufschwungförderer und Arbeitslosenzahlvernichter, die wochenlang Deutschland zugepflastert haben. Gut, so wirklich gewonnen hat ja auch niemand, aber früher haben sie sich wenigstens beeilt, am Morgen nach der Wahl die „Danke“-Schilder auf die Plakate zu pappen. Erste Sparmaßnahmen oder kein Grund, „Danke“ zu sagen? Klaus Kinski hat sich immer gerühmt, niemals in seinem Leben „Bitte“ gesagt zu haben. Muss die selbe Kinderstube sein!

Ani DiFranco: So Much Shouting / So Much Laughter

Das vorliegende Doppelalbum ist seit „Living In Clip“ (1997) das zweite Live-Werk der quirligen Kanadierin. Obwohl die 24 Songs über einen Zeitraum von gut 1½ Jahren aufgenommen wurden, strahlt „So Much Shouting / So Much Laughter“ eine kompakte Dynamik aus. Ani DiFranco lebt ihre Songs und gibt ihnen die Möglichkeit, sich mit den Jahren zu entwickeln.

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Thine: In Therapy

Thine? Nie gehört. Das erste Album war wohl irgendwo in den Tiefen des Metal angesiedelt, während das neue Werk „In Therapy“ irgendwo im Alternative-Rock zuhause ist. Mit leichten Düsteranleihen rocken die Jungs aus England ziemlich straight los und spätestens nach dem genialen Opener „Best Kept Secret“ faltet sich hier ein Album auf, dem man sich schwerlich entziehen kann. Außer der etwas sperrigen Nummer „“Homewrecker Extraordinaire“ agiert die Band mit so positiver Abgeklärtheit, dass es schon fast ein Wunder wäre, wenn diese Platte keine Aufmerksamkeit erregt.

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