„Suicide By My Side“ ist zwar nicht mehr taufrisch, aber definitiv zu gut, um hier unerwähnt zu bleiben. Frontröhre Kimberly Goss und ihre Mannen schaffen es mit ihrem dritten Album, sich von den Vorbildern zu lösen und reißen einem mit den ersten fünf Songs 1A den Kopf runter.
WeiterlesenAutor: Dirk-Michael Mitter
Magnum: Breath Of Life
Jetzt ist es vollends egal – nachdem ich mich im vergangenen Jahr als Magnum-Sympathisant geoutet habe, kann ich jetzt auch offen zugeben, dass mir das neue Album gefällt. Ohne zum Selbstplagiat zu verkommen, haben Magnum den Mut besessen, ihren opulenten Klang zu entschlacken und etwas moderner zu Werke zu gehen.
WeiterlesenBlind Guardian: A Night At The Opera
Krefeld – vier junge Männer mit Namen Hansi, Thomen, André und Marcus helfen der alten Dame Heavy Metal wieder auf die Füße und beruhigen das arg geschundene Mütterlein. Schlecht wurde sie behandelt von wiederkäuenden Rockern dies- und jenseits der Alpen und von den jungen Wilden mit den dicken Hosen. Wer das neue Blind Guardian Album hört weiß, warum die Metal-Gemeinde seit drei Jahren sehnsüchtig auf dieses Werk wartet.
WeiterlesenDavid Usher: Morning Orbit
David Usher ist der Sänger der kanadischen Rockband Moist, die in unseren Breitengraden bisher leider nicht mehr als Achtungserfolge erzielen konnten. Auf seinem zweiten Soloalbum „Morning Orbit“ probt er jetzt den ganz großen Spagat: Vom sensiblen Songpoeten über den modernen Popmusiker bis hin zum straighten Rocker versucht er, mit seiner sanften, ungewöhnlich hohen Stimme, alle Stile abzudecken.
WeiterlesenUlftunes – Don’t Pass Me, Buy!
Schon allein der Titel dieser Compilation ist stark genug, um hängen zu bleiben. Auch wenn wir in unserer Konsumwelt zu oft darauf reinfallen, dass der Inhalt nicht hält, was die Verpackung verspricht, kann man hier recht gelassen an die Sache herangehen. Das Berliner Label Ulftone macht sich seit Jahren einen Namen mit kleinen, feinen Veröffentlichungen. Wie bei anderen unermüdlichen Labels in der Republik tauchen hoffnungsvolle neue Namen neben alten Haudegen auf.
WeiterlesenAngel Dust: Of Human Bondage
Ich könnt’s mir einfach machen und nur siehe Squealer schreiben, aber der Ruhrpott-Fünfer verdient noch ein paar ergänzende Sätze. Mitreißende Melodien und punchige Härte prägen 10 Songs, die allen Melodic-, True- und sonstwas Metallern zeigen, wo der Bartel mosht (oder so ähnlich). Cool ist die düstere Grundstimmung, die bei allen Tracks durchschimmert und das Album davor bewahrt, ins Pathos-Horn zu stoßen.
(8 Fritten)
Angel Dust: Of Human Bondage
Century Media/SPV
The Last Hard Men: The Last Hard Men
Wie muss man drauf sein, um diese Platte gut zu finden? Wer Lust auf musikalische Eskapaden hat und sich über ein Album mal wieder richtig wegömmeln will, kann zugreifen. Wer sich von der Teilnahme Sebastian Bachs ein paar Schmankerl im Stil von Skid Row erhofft, darf sich durch 23 Titel (inkl. hirnlosen Interviews) skippen, ohne fündig zu werden.
WeiterlesenCracker: Forever
Nein, kammermusikalische Intimität ist nicht die Ausdrucksweise von Cracker. Hier gibt es großes Kino mit noch größeren Gesten im Breitwandformat. Egal, ob der relativ ruhige Opener „Brides Of Neptune“ oder das eingängig geschmetterte „Shine“ – im Klangkosmos von David Lowery und Johnny Hickman wird geklotzt.
WeiterlesenBlackshine: Soulless & Proud
Achtung, ein Mob rast durch die Straßen: Angeführt von einem Lemmy-Bastard, gefolgt von düsteren Schwarzkitteln und Punks. Man hat nur zwei Möglichkeiten: Hinter der Hausecke verstecken und hoffen, dass die Meute vorüberzieht oder sich diesem Tross anschließen. Blackshine sind düster, hart, schnell und zelebrieren extrem schwarz eingefärbten Rock’n’Roll, der oberamtlich aus den Boxen donnert. Einzig der Mix der Stimme lässt hier schwer zu wünschen übrig.
WeiterlesenSquealer: Under The Cross
Die Nordhessen mit „Aushilfsdrummer“ Mike Terrana machen mächtig Rabatz. Die volle Breitseite Heavy Metal ohne peinlich oder abgeschmackt daher zu kommen. Weder zu rifflastig, noch zu süßlich scheinen Squealer aus der Zeit zu kommen, als es noch cool war, Heavy Metal zu hören. Und mit solchen Recken wie Rage, Brainstorm oder Angel Dust füllen sie damit eine immer kleiner werdende Nische.
(7 Fritten)
Squealer: Under The Cross
AFM/Connected
Viola: Parachute Of Dreams
Warum stürzt dieses Album nach den ersten beiden Titeln dermaßen ab? „For Everything“ und „The Cry“ sind eine gekonnte Melange aus Shawn Colvin und den Vocal-Arrangements von Paul Simon in seiner „Graceland“-Phase. Da stört es auch nicht, dass die Nummern für die Singer/Songwriter-Ecke erstaunlich lang sind und jeweils auf rund fünf Minuten kommen.
WeiterlesenThe Notwist: Neon Golden
Ich bin Stimmen-Fetischist – eine gute Stimme kann eine Platte schon mal über den Durchschnitt heben, wenn sonst der Rest nicht so prall ist. Markus Acher von The Notwist ist definitiv kein guter Sänger; „Neon Golden“ ist trotzdem ein gutes Album. Versucht, The Notwist mit allen Vorurteilen dieser Welt zu begegnen, versucht krampfhaft, diese Platte scheiße zu finden – es wird euch beim Hören nicht gelingen.
WeiterlesenFessler: Blue Summer
Blöd, eine Sommerplatte im Winter zu rezensieren, wenn man lieber die Zehen in den Sand stecken würde, um mit kitzelnder Nase gelangweilt festzustellen, dass man anscheinend doch auf irgendein komisches Gras allergisch reagiert. Stattdessen sitzt man mit Schnee an den Schuhen im Auto und wundert sich, dass die Heizung irgendwie komisch riecht.
WeiterlesenLive: Iced Earth
Langen, Stadthalle, 4.2.2002
Von wegen verasselte Metal-Headz! Iced Earth haben für Künstler jeglicher Couleur einen Maßstab gesetzt: Wenn 20h auf dem Programm steht, wird auch pünktlich angefangen. Nicht wenige wurden auf dem „Häuserl“ oder vor dem Bierstand vom plötzlichen Beginn überrascht. Jon Schaffer und seine Mannen hatten im Vorfeld 2½ Stunden reinen Metal versprochen und haben das Versprechen mehr als eingelöst. Faire Ticketpreise, eine retrospektivische Setlist und eine Manifestierung des Begriffs „Power-Metal“. Herzliches Beileid an alle, die diese Dampframme verpasst haben.
WeiterlesenWarmen: Beyond Abilities
Janne Warman ist der Keyboarder von Children Of Bodom, ziemlich jung und ziemlich talentiert. „Beyond Abilities“ ist sein zweites Soloalbum und wie immer bei Ausnahmekünstlern, sei es an Gitarre oder an den Tasten, wirken solche Werke leicht überambitioniert.
WeiterlesenAlways Outnumbered: When Potential Outweighs Ability
Kennste eine – kennste alle. Diese Weisheit scheint sich gerade bei Emo-Bands immer mehr zu manifestieren. Außer einer Handvoll großer Namen gibt es eine unzählige Menge von kleinen Bands, die mit nahezu identischen Sounds und Songs versuchen, ein Stück vom Kuchen abzubekommen. Das blutjunge Quintett Always Outnumbered sticht mit seiner sieben-Track-EP positiv aus dem Einerlei heraus.
WeiterlesenMike Tramp: Recovering The Wasted Years
„Es ist guter, alter Rock’n’Roll. Ich mache eben Brot aus Wasser, Mehl, Salz und Hefe. Rock’n’Roll macht man aus Bass, Schlagzeug und zwei Gitarren. Da fühle ich mich wohl und dabei bleibe ich.“
WeiterlesenPain Of Salvation: Remedy Lane
2002 ist noch taufrisch und schon manifestiert die erste Prog-Band ihren Ausnahmestatus. Anscheinend hat sich Mastermind Daniel Gildenlöw von seiner Tour als fünftes Mitglied von Transatlantic inspirieren lassen, denn mit „Remedy Lane“ werden die Schweden ganz sicher zu den großen Namen im Prog aufschließen.
WeiterlesenOverkill: Hello From The Gutter
Das Album „Fuck You“ war seinerzeit der Dauerbrenner auf unserem Schulhof. Für uns Mittelklassekids, die bis kurz vorher noch Yps mit Gimmick gekauft haben, war es schon ein Thema, eine Platte so zu nennen und dann auch noch einen gestreckten Mittelfinger darauf zu platzieren. Und was fand ich die Jungs hart!
WeiterlesenTierra Santa: Sangre De Reyes
Zu Beginn ein paar Bands, von denen Tierra Santa ganz sicher nicht beeinflusst sind: Limp Bizkit, Korn, Machine Head. Hier ein paar Namen, von denen Tierra Santa ganz sicher beeinflusst sind: Iron Maiden, Iron Maiden, Iron Maiden. OK, vielleicht ist noch ein bisschen Judas Priest dabei, aber man hört überdeutlich, dass die Vorbilder der fünf Spanier in der New Wave Of British Heavy Metal zu finden sind.
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