Blind Guardian: A Night At The Opera

Krefeld – vier junge Männer mit Namen Hansi, Thomen, André und Marcus helfen der alten Dame Heavy Metal wieder auf die Füße und beruhigen das arg geschundene Mütterlein. Schlecht wurde sie behandelt von wiederkäuenden Rockern dies- und jenseits der Alpen und von den jungen Wilden mit den dicken Hosen. Wer das neue Blind Guardian Album hört weiß, warum die Metal-Gemeinde seit drei Jahren sehnsüchtig auf dieses Werk wartet.

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David Usher: Morning Orbit

David Usher ist der Sänger der kanadischen Rockband Moist, die in unseren Breitengraden bisher leider nicht mehr als Achtungserfolge erzielen konnten. Auf seinem zweiten Soloalbum „Morning Orbit“ probt er jetzt den ganz großen Spagat: Vom sensiblen Songpoeten über den modernen Popmusiker bis hin zum straighten Rocker versucht er, mit seiner sanften, ungewöhnlich hohen Stimme, alle Stile abzudecken.

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Ulftunes – Don’t Pass Me, Buy!

Schon allein der Titel dieser Compilation ist stark genug, um hängen zu bleiben. Auch wenn wir in unserer Konsumwelt zu oft darauf reinfallen, dass der Inhalt nicht hält, was die Verpackung verspricht, kann man hier recht gelassen an die Sache herangehen. Das Berliner Label Ulftone macht sich seit Jahren einen Namen mit kleinen, feinen Veröffentlichungen. Wie bei anderen unermüdlichen Labels in der Republik tauchen hoffnungsvolle neue Namen neben alten Haudegen auf.

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Angel Dust: Of Human Bondage

Ich könnt’s mir einfach machen und nur siehe Squealer schreiben, aber der Ruhrpott-Fünfer verdient noch ein paar ergänzende Sätze. Mitreißende Melodien und punchige Härte prägen 10 Songs, die allen Melodic-, True- und sonstwas Metallern zeigen, wo der Bartel mosht (oder so ähnlich). Cool ist die düstere Grundstimmung, die bei allen Tracks durchschimmert und das Album davor bewahrt, ins Pathos-Horn zu stoßen.

(8 Fritten)

Angel Dust: Of Human Bondage
Century Media/SPV

Blackshine: Soulless & Proud

Achtung, ein Mob rast durch die Straßen: Angeführt von einem Lemmy-Bastard, gefolgt von düsteren Schwarzkitteln und Punks. Man hat nur zwei Möglichkeiten: Hinter der Hausecke verstecken und hoffen, dass die Meute vorüberzieht oder sich diesem Tross anschließen. Blackshine sind düster, hart, schnell und zelebrieren extrem schwarz eingefärbten Rock’n’Roll, der oberamtlich aus den Boxen donnert. Einzig der Mix der Stimme lässt hier schwer zu wünschen übrig.

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Squealer: Under The Cross

Die Nordhessen mit „Aushilfsdrummer“ Mike Terrana machen mächtig Rabatz. Die volle Breitseite Heavy Metal ohne peinlich oder abgeschmackt daher zu kommen. Weder zu rifflastig, noch zu süßlich scheinen Squealer aus der Zeit zu kommen, als es noch cool war, Heavy Metal zu hören. Und mit solchen Recken wie Rage, Brainstorm oder Angel Dust füllen sie damit eine immer kleiner werdende Nische.

(7 Fritten)

Squealer: Under The Cross
AFM/Connected

The Notwist: Neon Golden

Ich bin Stimmen-Fetischist – eine gute Stimme kann eine Platte schon mal über den Durchschnitt heben, wenn sonst der Rest nicht so prall ist. Markus Acher von The Notwist ist definitiv kein guter Sänger; „Neon Golden“ ist trotzdem ein gutes Album. Versucht, The Notwist mit allen Vorurteilen dieser Welt zu begegnen, versucht krampfhaft, diese Platte scheiße zu finden – es wird euch beim Hören nicht gelingen.

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Live: Iced Earth

Langen, Stadthalle, 4.2.2002

Von wegen verasselte Metal-Headz! Iced Earth haben für Künstler jeglicher Couleur einen Maßstab gesetzt: Wenn 20h auf dem Programm steht, wird auch pünktlich angefangen. Nicht wenige wurden auf dem „Häuserl“ oder vor dem Bierstand vom plötzlichen Beginn überrascht. Jon Schaffer und seine Mannen hatten im Vorfeld 2½ Stunden reinen Metal versprochen und haben das Versprechen mehr als eingelöst. Faire Ticketpreise, eine retrospektivische Setlist und eine Manifestierung des Begriffs „Power-Metal“. Herzliches Beileid an alle, die diese Dampframme verpasst haben.

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Always Outnumbered: When Potential Outweighs Ability

Kennste eine – kennste alle. Diese Weisheit scheint sich gerade bei Emo-Bands immer mehr zu manifestieren. Außer einer Handvoll großer Namen gibt es eine unzählige Menge von kleinen Bands, die mit nahezu identischen Sounds und Songs versuchen, ein Stück vom Kuchen abzubekommen. Das blutjunge Quintett Always Outnumbered sticht mit seiner sieben-Track-EP positiv aus dem Einerlei heraus.

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Tierra Santa: Sangre De Reyes

Zu Beginn ein paar Bands, von denen Tierra Santa ganz sicher nicht beeinflusst sind: Limp Bizkit, Korn, Machine Head. Hier ein paar Namen, von denen Tierra Santa ganz sicher beeinflusst sind: Iron Maiden, Iron Maiden, Iron Maiden. OK, vielleicht ist noch ein bisschen Judas Priest dabei, aber man hört überdeutlich, dass die Vorbilder der fünf Spanier in der New Wave Of British Heavy Metal zu finden sind.

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