„Noise’n’Roll“ verspricht die Plattenfirma. Treffender kann man die Musik von Chung nicht beschreiben. Basierend auf klassischen Rock’n’Roll-Strukturen mischen sich tapfer Schweinerock, Punk, Trash-Metal (nur ein bisschen!) und Rockabilly-Licks in den Sound. Dass das nicht leise von statten geht, kann man schon erahnen ohne einen Takt gehört zu haben.
WeiterlesenAutor: Dirk-Michael Mitter
Adhesive: We Got The Beat
Schweden ist ja nicht gerade ein Land mit einer hohen Bevölkerungsdichte. Betrachtet man die Menge an Bands, die derzeit aus Saab-Land zu uns runterschwappen, muss eigentlich in jedem roten Holzhaus eine Band proben. Überhaupt scheint der Schwede an sich eine starke Affinität zu Gitarren zu haben. Gerüchten zu Folge gibt es bei IKEA demnächst eine Gitarre im Programm (Frontsau-Gönk).
WeiterlesenLast Days Of April: Angel Youth
Dem Emo Rock kehren sie immer weiter den Rücken zu und entschwinden in Richtung Indie. Dass sich Last Days Of April viel Zeit beim Komponieren der neuen Stücke gelassen haben, hört man sofort. Unter der Regie von Fireside-Gitarrist Pelle Gunnerfeldt hat das schwedische Quartett in dessen Studio ein einfühlsames und mitreißendes Album aufgenommen.
WeiterlesenVanishing Point: Tangled In Dream
Wenn ich Platten wie „Tangled In Dream“ von Vanishing Point höre, bin ich immer froh, dass ich aus meiner Metal-Phase nie richtig rausgekommen bin. Der Schwerpunkt hat sich zwar eindeutig verlagert, aber es gibt immer wieder Hartwurst-Platten, die sich wirklich lohnen. Wie jetzt eben „Tangled In Dreams“.
WeiterlesenWelcome To The Basement
Funky, groovy – da war doch was? Genau, die fast schon wieder vergessenen Fake-Sachsen von Stefan Raab. Wenn man wirklich funky und/oder groovy ist, wird man auch nach 30 Jahren nicht vergessen. Vorliegender Sampler ist „The Manifest Of Groove Vol.2“ und die direkte Linie zwischen Einfluss und Auswirkung auf die aktuelle Musik.
WeiterlesenIll Niño: Revolution Revolución
Ill Niño ist die neue Band des peruanischen ex-Pro Pain Drummers Dave Chavarri. Er hat fünf Südamerikaner aus den verschiedensten Ländern um sich geschart, und mit dem Debütalbum „Revolution Revolución“ roppen dir die Jungs die Ohren ab und drehen deinen Kopf um 360°. Während mir die wüsten Hassattacken von Slipknot überhaupt nix geben, regiert hier die Ausgewogenheit. Sänger Christian Machado kann ebenso kraftvoll shouten, wie die melodischen Parts überzeugend rüber bringen.
WeiterlesenCalvin Russell – Crossroad
alvin Russell war für mich bisher immer ein schmales Männlein mit einem lustigen Hut auf dem Kopf, der immer so Outlaw-mäßig wie nur möglich in die Kamera kuckt. Ich wusste auch nie, wo die Lederjacke aufhört und das Gesicht anfängt. Keine Ahnung, warum ich ihm bislang kein Ohr geschenkt habe – aber das hat sich mit „Crossroad“ schlagartig geändert.
Eine Western-Gitarre und Calvin Russell’s tiefe Whiskeystimme. Nicht, dass er besonders virtuos Gitarre spielt, aber er spielt emotional – und genauso singt er. Metallisch scheppernder Folk mit leichten Ausflügen in Blues und Country. Im Booklet schreibt Calvin Russell: „I once read ‚Always decorate construction, never construct decoration.’… On this CD, you can have a look at the construction without a decoration. I hope you find it solid.“ So ausgelutscht Unplugged-CDs oft sind, für „Crossroad“ gilt das zum Glück nicht. Just a man and his guitar – wär‘ doch nur Alles so einfach.
Calvin Russell Crossroad Last Call/SPV
Lynyrd Skynyrd: Christmas Time Again
Die Zeit ist nah: Alle Hausfrauen dieser Welt passen die Window Color-Dekoration der Jahreszeit an. Grün, rot und weiß sind überall ausverkauft. Der von einer Trinkerheilanstalt im Erzgebirge gebastelte Holzstern wird entstaubt und ins Fenster gehängt. Jaja, bald ist Weihnachten. Standesgemäß raffen sich immer eine Handvoll Künstler auf und präsentieren ihre musikalische Weihnacht.
WeiterlesenMark Selby: More Storm Comin‘
Jetzt kommt wirklich ein Sturm: Blues-Rock, der alle ausgelutschten Adjektive einer CD-Kritik heraufbeschwört: Kraftvoll, zupackender Sound, Drive usw. Der Amerikaner Mark Selby hat die dicken Saiten auf die Gitarre gezogen und beweist in 11 Songs, dass man auch in alten Hüten gut aussehen kann. Amerikanischer Rock, durchtränkt mir Blues und Soul.
WeiterlesenSunna: One Minute Science
„Life Is A Rollercoaster“ trällert Ronan Keating im Moment permanent im Radio. Wie eine musikalische Achterbahnfahrt aussieht, zeigt uns Sunna aus Bristol. Sänger Jon Harris steht auf AC/DC und Kurt Cobain und ist mit seiner Band beim Label Massive Attack unter Vertrag. Allein diese Kombination zeigt schon, dass hier keine Erwartungshaltung erfüllt wird.
WeiterlesenSteakknife: Plugged Into The Amp Of God
Vier vor und drauf – Steakknife definieren Punk wohltuend so, wie er sein soll: Direkt, keine Kinkerlitzchen und Melodien nur als kleine Farbaufhellung. Lee Hollis, der ehemalige Frontman der Spermbirds, setzt nicht auf Stadion-kompatible Refrains, sondern allein auf die Wucht seiner Kompositionen. Großes Kompliment, dass die 16 Songs trotzdem nicht niedergeknüppelt werden.
Getrieben von einer stürmischen Hintermannschaft, rotzen „Smoke House“ oder „Hope My Girlfriend Thinks I’m Cool“ mit beträchtlichem Schub durch „Gottes Verstärker“. Da wird dann auch nicht viel Zeit verschwendet und so brauchen Steakknife 32:17 Minuten für 16 Nummern. Auf der einen Seite ist die Anzahl der Tracks sehr käuferfreundlich, auf der anderen Seite aber auch das Problem des Albums. Die Songs sind wie ein kleines Dorf – alle sehen sich extrem ähnlich. Da hilft es dann auch nicht, dass die Gitarren gerne mal durch den rechten oder linken Kanal gejagt werden. Irgendwann wird’s ein bisschen langweilig.
Steakknife: Plugged Into The Amp Of God (Nois-o-lution/Vielklang)
13.11.2000
Driving New Roots For 50 Years
Es gibt fünf Major-Labels und es gibt gute Musik. O.K., ganz so einfach funktioniert die Gleichung nicht, aber was wäre die Musik ohne die kleinen Labels, die Künstler signen, die bei einem Major durch das Raster gefallen sind? Jeder, der nicht nur die Bravo-Hits-CDs kauft, hat eine Handvoll Lieblingslabels, deren Namen im Regelfall für eine Musikrichtung und für Qualität stehen.
Vanguard aus den USA blickt jetzt mit einer Doppel-CD auf seine 50jährige Geschichte zurück. Die erste CD widmet sich der Retrospektive und präsentiert 21 bearbeitete, analoge Originalaufnahmen von Künstlern wie Big Mama Thornton, James Cotton oder John Hammond. Einen Überblick über das aktuelle Schaffen des Labels gibt die zweite CD: Jeweils 2 Songs von David Wilcox, Peter Case, Terry Radigan und 6 weiteren Künstlern. Wer die aktuellen Alben der genannten Musiker kennt, weiß, welch hervorragende Qualität ihn erwartet.
Da sich in Kürze die Nikoläuse wieder zusammenrotten und man nie genau weiß, was man schenken soll, kann man mit dem Vanguard-Sampler Jeden begeistern, der an aktuellen Singer/Songwritern und an Blues, Country und Folk aus den vergangenen 50 Jahren seine Freude hat.
50th Anniversary Sampler Driving New Roots For 50 Years (Vanguard Records/Zyx)
O.S.T.: Vergiss Amerika
Soundtracks sind häufig superlangweilig oder nur eine Aneinanderreihung von Titeln, die eh schon Jeder kennt. In seltenen Fällen transportiert die CD zum Film die Botschaft desselben oder ist wenigstens musikalisch stimmig. „Vergiss Amerika“ beginnt zwar mit einer dämlichen Coverversion von „A Horse With No Name“, läuft aber dann bis zum Schluss gut durch.
WeiterlesenV.A.: Motor Mania
„Motor Mania“ ist mit Abstand der kurioseste Sampler, der je in meinem CD-Player gelandet ist. Auf der ersten CD gibt’s 19 Tracks, die das Biker-Herz erfreuen. Neben den üblichen Verdächtigen (Lynyrd Skynyrd, Deep Purple, Motörhead) wurde auch noch tiefer in der Easy-Rider-Kiste gekramt (Highlander, Brigitte Bardot, Doc Holliday). Die zweite CD ist randvoll mit den Original-Sounds der verschiedenen Harley Davidson Motoren, unterteilt in Start, Tod, Neustart, usw.
WeiterlesenIllegal Aliens: International Telephone
Im Vergleich zu seinem Solowerk „Comfortably Homeless“ geht Marco Minnemann auf „International Telephone“ verhältnismäßig eingängig vor. Die Sängerin Artemis ist Vocal-Coach für z.B. Guano Apes oder Donots und hat eine ehrfurchtgebietende Stimme: Fauchend, flüsternd, kraftvoll, zärtlich sanft – wie auf Zuruf wechselt sie die Klangfarbe ihrer Stimme und drückt so „International Telephone“ einen deutlichen Stempel auf.
WeiterlesenMarco Minnemann: Comfortably Homeless
Der neue Zappa soll er sein – der ehemalige Schlagzeuger von H-Blockx. Kreativ, innovativ und weit davon entfernt, Vorhersehbares zu produzieren. Dass bei so viel Potenzial und produktionstechnischer Finesse manchmal die Überschaubarkeit auf der Strecke bleibt, liegt auf der Hand. Das Instrumental „Meter“ ist eine Anhäufung von Sounds, die über einem simplen, bzw. monotonen Thema ausgeschüttet werden. Perfekt gespielt, glasklarer Klang – aber richtig langweilig. Eine dieser typischen „Kuckt-mal-was-ich-kann“-Nummern, auf die hauptsächlich Kritiker abfahren.
WeiterlesenJoan Osborne: Righteous Love
Fünf Jahre hat es gedauert bis die US-Sängerin Joan Osborne den Nachfolger ihres Debüts „Relish“ veröffentlicht hat. Im heutigen Musikzirkus ist das fast zu lang, um im Gedächtnis zu bleiben. Wahrscheinlich liegt’s am Dauerbrenner „One Of Us“, dass man sich an sie immer noch erinnert. Einen adäquaten Ohren-Festsitzer sucht man auf „Righteous Love“ zwar vergebens, aber es ehrt Joan Osborne, dass sie mit ihren Songs nicht auf einen schnellen Charterfolg schielt.
WeiterlesenSymphony X: V
62 Minuten Frickelalarm! Ich warte beim Hören immer darauf, dass Einer aus meinen Boxen krabbelt und erschöpft um ein Glas Wasser bittet. Nicht falsch verstehen – „V“ ist ein gutes Album, schafft es aber nicht, die Spannung über die gesamte Länge zu halten. Zu viele der Tonfolgen oder Harmonien hat man so oder sehr ähnlich auf vergleichbaren Produktionen schon gehört.
WeiterlesenThe Mustard Seeds: Red
Das 96er Debüt von The Mustard Seeds findet man heute mit ziemlicher Sicherheit auf jedem Wühltisch. Damals steckten die vier Jungs noch knietief in den letzten Auswirkungen des Grunge und rockten ganz nett aber austauschbar vor sich hin. Wie so viele Post-Grunger spielen sie auf ihrem neuen Album knackige Pop-Songs mit straighten Gitarren, Sixties-Melodien und viel Dynamik (Foo Fighters lassen grüßen).
WeiterlesenNefret: Meclis-i ãlã Ýstanbul
Hip Hop ist ja nicht so sehr mein Thema. Das fängt schon damit an, dass sich zu Beginn der Songs alle vorstellen (Yo, this is MC….usw.), alle Instrumente aufzählen (Yeah, yeah, feel the bass) und dann von irgendwelchen bösen Gangs erzählen. Schon allein deswegen ist mir das türkische Duo Nefret sympathisch – ich hab‘ keine Ahnung, wovon die rappen! Es klingt vielmehr so, als würde jemand die Speisekarte von unserem türkischen „Lokanta“ am Ort zum Besten geben.
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