Saarlandhass

So geht das nicht, Herr Axel Bußmer aus Berlin! „Einmal Tokio, einmal Nordengland, einmal Saarland“ heißt Ihre neue →Spurensuche“-Kolumne – und was geschieht? Das neue Werk UNSERES Ian Rankin, „Das schwarze Grab“ von Martin Conrath, wird schlichtweg als „langweilig“ bezeichnet! Unerhört. Man lese lieber meine →enthusiastische Kritik des Vorgängerwerkes „Stahlglatt“. So. Und zur Strafe bestellen wir jetzt Herrn Bußmers →Sammelband über Lawrence Block!

Eine Leseprobe

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„Worin, lieber dpr, sitzen Sie denn gerade, wenn Sie nicht auf völlig unqualifizierte Weise den Opitz büchermördern?“ Diese Frage lese ich des öfteren, zum Beispiel jetzt, wenn ich lese, was ich gerade geschrieben habe. Nun, das Jahrbuch halt. Als Herausgeber hat man eben nicht nur einen Schreibtischjob, nein, man trommelt seine Mannen und Frauen zusammen, um das Letzte an Meinungsäußerung aus ihnen herauszuquetschen. So wie gestern beim Kritikerstammtisch. Ein teures Vergnügen (selbstverständlich habe ich „alles bezahlt“), aber hat sich gelohnt. Und das schreibe ich jetzt auf. Kleine Textprobe gefällig?

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Ein Lexikon, ein Ärgernis

Geschenkt: Der Autor ist Einzeltäter, Idealist, manchmal etwas zu salopp in seiner Sprache, ein Lektorat sprengt das Budget. Das Werk erscheint als „book on demand“, Risiko beim Autor, da drückt man wohlwollend ein Auge zu, vielleicht auch mehr, aber nicht beide, bitte. Ein Auge zugedrückt haben dankenswerterweise →Thomas Przybilka und →Jan Christian Schmidt bei ihren Besprechungen von Alex Flückigers „Lexikon der internationalen Krimiautoren“. Und eigentlich wollte ich beide zudrücken, also garnichts dazu sagen, Gründe siehe oben. Geht aber nicht.

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Die Jahrestopzwölf

2005 ist beinahe passé – und hier sind die zwölf Krimis, die ich euch rechtzeitig vor Weihnachten ans Herz legen möchte. Alphabetisch geordnet. Der eine oder andere (Ani!) musste draußenbleiben, weil ich ein möglichst breites Spektrum abdecken wollte. Und nicht vergessen: Auch 2005 habe ich nicht die gesamte Jahresproduktion lesen können! Wer selbst Listen hat, kann sie natürlich dazulegen!

Elisabeth Herrmann: Das Kindermädchen. Rotbuch 2005. Ein wichtiges Thema, das unter „Krimi“ nicht begraben wird, sondern von ihm ausgegraben. →Rezension beim Krimiblog

Norbert Horst: Todesmuster. Goldmann 2005. Polizeikrimi von einem Polizisten, der dazu auch noch schreiben kann. Sehr gut! →Rezension

Renate Kampmann: Fremdkörper.Kindler 2005. Deutscher Gerichtsmedizinerinnenkrimi. Aber kein Abklatsch. Handwerklich gut gemachter Thriller. →Rezension

Pentti Kirstilä: Nachtschatten. Grafit 2005. Eine Spätentdeckung aus dem Jahr 1977. Feiner Plot! Interessanter Ermittler! →Rezension

John LaGalite: Zacharias Europa 2005. Konzentriert, verstörend, hingetuscht und überraschend. →Rezension

Iain Levison: Betriebsbedingt gekündigt. Matthes & Seitz 2005. Das kommt dabei raus, wenn man Hartz IV konsequent weiterdenkt. →Rezension

Laura Lippman: Butchers Hill. Rotbuch 2005 Schöne Details, gutes Handwerk, Personal, das persönlich ist. →Rezension

Peter O’Donnell: Modesty Blaise und die Klaue des Drachen. Unionsverlag 2005. Weils wieder einmal viel Spaß gemacht hat! →Rezension

Astrid Paprotta: Die Höhle der Löwin. Beweist, dass Psychologie etwas anderes ist als das Variieren von Binsenweisheiten. Souverän geschrieben! →Rezension beim Krimiblog

David Peace: 1974. Liebeskind 2005. Rasant, brutal, ein Rausch. Die Wirklichkeit hochgerechnet. →Rezension plus →Alternativrezension

P.J. Tracy: Der Köder. Rowohlt 2005. Ernstes Thema souverän gemeistert. Und spannend dazu!
Rezension

Fred Vargas: Der vierzehnte Stein. Aufbau 2005. Es lebe der magische Realismus im Krimi! Aber können muss mans. Sie kanns. →Rezension 1 – →Rezension 2 – →Rezension 3

Weihnachtsmann Ludger

„Wünsch dir was!“ – so das Thema des →aktuellen Wochenvotings bei Ludger Menke seinem Blog. Ach was, Ludger, wir sind doch alle wunschlos glücklich mit dir! Mehr Rezensionen, mehr Platzpatronen, mehr… ja, ja, trotzdem her damit! – Und danke, dass du mich dran erinnert hast: Bald ist Weihnachten! Und ich hab ja auch was für euch! Eine Liste, jau! Äh…Moment, ich muss sie noch in einen neuen Eintrag tippen, dauert bloß’n paar Minuten…

Dienstgang

Bei den Meinungsäußerungen über deutsche Krimis (→Krimicouch und →Toms Krimitreff) ist mir aufgefallen, dass insbesondere die mangelhafte Präsenz deutschsprachiger Spannungsliteratur in Buchhandlungen Erwähnung findet. Nun habe ich, ehrlich gesagt, noch nie darauf geachtet, vielleicht, weil ich in Buchhandlungen selten die Krimiabteilung frequentiere. Aber im Laufe der Woche werde ich mich zu einem Dienstgang aufraffen und einigen hiesigen einschlägigen Etablissements meine unangemeldete Aufwartung machen. Welche Erfahrungen wissen die Leser dieses Blogs zu berichten?

Fristverlängerung

„Lieber dpr! Ich bestelle hiermit das Krimijahrbuch 2006. Leider bin ich etwas spät dran und habe daher keinen Anspruch mehr auf den beigelegten Exklusivbeitrag für Vorbesteller. Das liegt aber daran, dass ich keine Briefmarke für meine Mail zur Hand hatte und mir erst heute morgen besorgen musste. Krieg ich den Exklusivbeitrag trotzdem?“

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Namen, Schurke!

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Diese und ähnliche, im Tone fürchterlicher Drohung vorgetragenen Aufforderungen erreichen mich nicht allein aus notorischen →Mäkelblogs. Etliche Leser schreiben mir: „Ich hab die Mail mit der Vorbestellung des Krimijahrbuchs schon geschrieben, aber bevor hier nicht ma Tacheles geredet wird und Namen genannt werden, schick ich sie nicht ab!“ Ach, dieser Schall, dieser Rauch! Nun gut, was tut man nicht alles für den Rollsroyce des Verlegers. Hier sind ein paar Namen.

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Erfreulich unaufgeregt

…äußern einige nette Leute auf der →Krimicouch und bei →Toms Krimitreff ihre Ansichten zu deutschen Krimis. Weiter so und schon mal vielen Dank bis hierhin. Auch wenn am Ende natürlich nichts „Repräsentatives“ dabei herauskommen wird. Aufschlussreiches auf jeden Fall. →Hier im Blog hat sich die Aufregung inzwischen gelegt, die Stille der inneren Einkehr obwaltet, das Schweigegelübde lastet schwer auf der mönchischen Seele, keine Chance für William von Baskerville. Der jetzt ma aber hurtig in seine Jahrbuchwerkstatt wankt.

Quo vadis, deutscher Krimi?

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Oder: Wie soll das noch enden, wenn arrivierte deutsche Krimiautorinnen jetzt schon auf „Amerikanisch“ schreiben und sich ausgerechnet von Andrea Fischer zurück in ihre Muttersprache übersetzen lassen? Ein schlichtes und verzeihliches Versehen des schweizer Nachrichtenmagazins →„Facts“? Ja, wollen wir doch hoffen. Aber für einen gesunden Lacher war dieser Zufallsfund schon gut.

Krimijahrbuch-Werkstatt 1

Von wegen „eingeschränkter Betrieb“… Sitze gerade an einer Konzeption zum „deutschsprachigen Krimi 2005“ fürs Jahrbuch und habe einige während der vergangenen Monate aufgeschnappte Leserstimmen im Hinterkopf, die „den deutschen Krimi“ reichlich geschmäht haben. Müsst ich mir jetzt mühselig aus den Foren zusammensuchen. Oder, noch besser, doch mal rasch bei den Lesern hier und anderswo nachfragen: Haltet ihr den deutschen Krimi wirklich für schlechter als den nichtdeutschen? Und warum oder warum nicht? Wäre doch auch mal was für den Menke und seine Frage der Woche…

Deutsches Gauner=Repertorium

Auf ein wunderbares und ergiebiges Projekt hat mich soeben der Leser realiter aufmerksam gemacht. →„Deutsches Gauner=Repertorium“ nennt es sich und bietet „Register und Aufsätze über zu 61.715 originalen historischen deutschen Steckbriefen, Personenbeschreibungen, Signalements und Biographien von Bettlern, Betrügern, Herumstreifern, Gaunern, Landesverwiesenen, Verbrechern, Armen, Vaganten, Vagabunden, Obdachlosen, Kleinkriminellen und ihren Opfern aus der Zeit von 1500 bis 1919“. Als Projektträger fungiert lustigerweise das „Institut Deutsche Adelsforschung“. Ein Schelm, der Böses dabei denkt.

Sprung ins kalte Wasser

Es wurde ja schon angedeutet: Im Frühjahr 2006 erscheint ein Krimijahrbuch. Mehr als 20 (zwanzig!) Autorinnen und Autorinnen, selbstredend das Beste vom Besten, schreiben über Krimis und Hintergründe, das Vergangene und das Zukünftige, über das Besondere und das Allgemeine. Mehr sei noch nicht verraten. Aber schon ein Angebot gemacht: Wer dieses Jahrbuch jetzt hier vorbestellt , erhält als Beigabe einen sonst nirgendwo erscheinenden Originalbeitrag des Herausgebers extra. Dieses Angebot gilt bis zum Sonntag, 4.12, 24 Uhr. Eine Beruhigung noch: Das Jahrbuch wird bei ca. 250 Seiten etwa 20 € kosten, der Sprung ins kalte Wasser erfordert also finanziell keinen übergroßen Mut.

Schule der Rezensenten – Opitzrest

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Na also: Ich habe gelacht. Auf Seite 331 seines famosen Werkes nennt Opitz ein paar Titel aus Tinius’ Bibliothek: „Die Rächdschreibung der Deutdschen Buchschdaben“ – „Cicero, ein großer Windbeutel, klar erwiesen“ – „Lob der schlechtesten Schriftsteller“. Und auf Seite 332: „Untersuchungen der Ursachen des verdorbenen Geschmacks der Deutschen“.

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