„Mimis seien gewarnt: „Arme Leute“ ist anspruchsvolle Lektüre – voller Stil, voller Witz, und oft richtig schmutzig.“ – schreibt Ulrich Kroeger über die „Armen Leute“ in seiner →neuesten Kolumne bei den Alligatorpapieren. Schön.
WeiterlesenAutor: dpr
Declan Burke gibt auf
Zwei Bücher hat der irische Krimiautor Declan Burke herausgebracht. Hochgelobt in den angloamerikanischen Landen, noch nicht ins Deutsche übersetzt, von Bernd Kochanowski indes auch hierzulande gepriesen. Burke führt zudem einen feinen Blog mit dem hintersinnigen Namen →Crime Always Pays, und auf diesem teilte er nun seiner bestürzten Leserschaft mit, er gebe das Schreiben von Krimis auf. Er müsse eine Familie ernähren, was ihm mit journalistischen Arbeiten besser gelinge als dem mühseligen Zusammenbosseln von „fiction“, dieser zeitraubenden und schlechtbezahlten Tätigkeit. Wir soll man sich eines gutes Gewissens erfreuen, wenn man seine Familie vernachlässigt, sie in ökonomische Nöte stürzt – und das werte Publikum, aller Jubelarien zum Trotz, dann doch lieber zum üblichen Massenfroufrou greift?
WeiterlesenRoss Thomas: Voodoo, LTD.
Der Stein, der alles ins Rollen bringt, ist ein Kieselchen, wenn überhaupt. Das erfahren wir natürlich erst zum Ende des Romans, aber gedacht haben wir uns das schon früher. Denn irgend etwas an „Voodoo, LTD.“, dem abschließenden Teil von Ross Thomas‘ Wu/Durant-Trilogie, ist von Anfang an merkwürdig, nein, die ganze Story ist es. Völlig unglaubwürdig, überkandidelt – man kann es nennen wie man will. Also: ein Fehlgriff?
WeiterlesenElse kriegt Auguste
Toll, jetzt hat auch die gute Else Laudan einen Staubfänger im Büro rumstehen. „Die Goldene Auguste“ nämlich, den erstmals von den →„Mörderischen Schwestern“ verliehenen Preis für Personen, die sich um die Kriminalliteratur von Frauen verdient gemacht haben.
WeiterlesenSympathie auf der Couch
Ach so, ach ja, beinahe vergessen: Meine →November-Kolumne auf der Krimicouch ist endlich online. Es geht um Sympathieträger einst und jetzt und warum sie es geworden sind und was das mit Trivialliteratur und Nichttrivialliteratur zu tun hat und überhaupt… Gesegnete Lesemahlzeit wünsch ich!
Jochen Schmidt: Gangster, Opfer, Detektive (erster Eindruck)
Ein Ziegelstein? Eher ein Backstein. Unhandlich und kiloschwer, kein Schnäppchen aus der Krabbelkiste: Jochen Schmidts „Gangster, Opfer, Detektive“ in überarbeiteter, aktualisierter und stark erweiterter Neuausgabe der Erstveröffentlichung von 1989 bei Ullstein. 1127 Seiten, Großformat. Ein Buch, über dessen Existenzberechtigung nicht zu streiten ist, ein Buch aber auch, das nur dann wertvoll wird, wenn man sich MIT IHM streitet.
WeiterlesenNach oben offen
Wusst ichs doch, dass die Bewertungsskala auf der Krimicouch (1 – 100) für die →„Armen Leute“ nicht ausreichen würde. Momentan steht das Buch bei 189 Grad, d.h. es brodelt gewaltig. Und, siehe Titel, nach oben sind keine Grenzen gesetzt…
Anderswo besprochen
Mit der monatlichen Krimicouch-Kolumne kann ich heute nicht dienen – die Kollegen arbeiten noch dran. Aber zwei neue Rezensionen sind schon zur Besichtigung freigegeben. Einmal mit nickendem (→Bohnet Pleitgen), einmal mit geschütteltem Kopf (→Horst Bosetzky) gelesen. Und die Kolumne reiche ich nach, versprochen.
Das allerletzte Tabu
Frauen. Sie denken anders, lieben anders, schreiben anders und fahren anders Auto. Anders als die, aus deren Rippen sie entstanden sind. Daran hat man sich im Laufe der Evolution gewöhnen müssen und eigentlich klappt das Zusammenleben trotz aller Widrigkeiten recht gut, manchmal jedenfalls. Aber jetzt: Könnte es sein, dass Frauen auch anders Krimis lesen? Und, natürliche Konsequenz, auch anders rezensieren?
WeiterlesenRudolph’s Dunkle Taten

Wenn die „Rudolph’sche Verlagsbuchhandlung“ in „Rudolph’s Roman-Reihe“ 1920 einen Krimi veröffentlicht, kann man sicher sein, dass dpr diesen Krimi – Moritz Wilhelm Sophars „Dunkle Taten“ – kaum 89 Jahre später in der →„Criminalbibliothek des 19. und frühen 20. Jahrhunderts“ präsentiert. Und dafür in der Überschrift auch noch den Deppenapostroph ehrt. Muss sein.
2059: ein Blick in die Zukunft
Das „Syndikat“ als Vereinigung deutschsprachiger Kriminalautorinnen und –autoren sowie die Jurorenschaft der „KrimiWelt-Bestenliste“, federführend in Sachen Krimikritik, baten mich, meine anerkannten spirituellen Fähigkeiten zu bemühen, um einen Blick auf die Krimikultur 2059 zu werfen. Meine unbestreitbaren Erfolge der jüngeren Vergangenheit (eine Frau im Kanzleramt, Wolfsburg deutscher Fußballmeister und das Auftauchen autistischer Floristinnen als Ermittler in Kriminalromanen – alles exakt vorhergesagt!) lassen uns in guter Hoffnung, dass sich auch die folgenden Prognosen in fünfzig Jahren als schnöde Wirklichkeit besichtigen lassen.
WeiterlesenHarri Nykänen: Ariel. Mord vor Jom Kippur
Harri Nykänen hat die Seiten gewechselt. Wanderten wir bisher mit seinem Serienhelden Raid, einem ausgewiesenen Gangster, durch die finnische Normal- und Unterwelt, tun wir dies nun mit dem Polizisten Ariel Kafka. Die sofort fällige Namensassoziation spielt keine Rolle; wohl aber das, was dahintersteht. Denn Ariel Kafka ist Mitglied der kleinen jüdischen Gemeinde von Helsinki und die wird in „Mord vor Jom Kippur“ kräftig durcheinander gewirbelt.
WeiterlesenDie Couch liest
– und wer „Arme Leute“ noch nicht gelesen, ja, nicht einmal im Bücherregal stehen hat, der verkneife es sich bitte, an der →Leserunde zu partizipieren (statt dessen: kaufen, lesen, weiterempfehlen. Nur so kommt Deutschland aus der Krimikrise). Aber erfahren, wie es den Teilnehmern bisher gefällt, sollt ihr dennoch…
WeiterlesenHerbstalibis
Die 32. Nummer von „Alibis“, dem frankokanadischen Krimimagazin, ist soeben erschienen. Wie immer mit Kriminalerzählungen, Neuheiten und Rezensionen, dazu eine längere Abhandlung von Norbert Spehner über Nikola Tesla und sein Auftreten in diversen Thrillern. Nikola Tesla? Genau, →der berühmte Erfinder. Ein idealer Kandidat für Verschwörungstheorien, wie es scheint. Mehr zur Herbstausgabe der „Alibis“ und Bonusmaterial gibt es →hier.
SKI -2-
SKI – Serie Krimi International: Eine Reihe von Story- und Figurenvorgaben und fünf Versuche, sie in jeweils einstündigen Kriminalhörspielen weiterzuentwickeln. Über das tragfähige Konzept und die Arbeiten von Merle Kröger und Norbert Horst wurde →im ersten Teil unserer kleinen Studie berichtet. Fehlen noch die Hörspiele von Sabina Altermatt, Nathan Markov und Pieke Biermann sowie das abschließende Resümee.
WeiterlesenSeid doch endlich nett zueinander!
Die Welt der Spannungsliteratur schlägt Alarm. In Großbritannien verweigert →eine Kritikerin das Besprechen von Kriminalromanen mit der Begründung, diese seien frauenfeindlich (via →Menkes Twitter-Kriminaldauerdienst). Aus Deutschland erreichen uns Gerüchte, ein sensibler Großkritiker ziehe sich mit dem Argument, Krimis seien männerfeindlich, aus dem Geschäft zurück. Da dem Genre auch eine generelle Mörderfeindlichkeit nicht abgesprochen werden kann, dürfte hier ebenfalls noch einiges an Konfliktpotential vor der Eruption stehen. Der Krimi am Ende? Wir müssen handeln…
WeiterlesenA.A. Milne: Das Geheimnis des roten Hauses
Es gibt gleich drei gute Gründe, dieses Buch zu lesen. Einmal, weil es der einzige Krimi von A.A. Milne geblieben ist, dessen ewiger Ruhm sich seiner Schöpfung Winnie-the-Pooh verdankt. Und wer immer noch nicht weiß, was einen „Landhauskrimi“ charakterisiert, findet hier ein ideales Beispiel dafür. Drittens: Gerade weil „Das Geheimnis des roten Hauses“ alle Versatzstücke dieser Variante des Rätselkrimis verarbeitet, dient der Text in Raymonds Chandlers berühmtem Essay „The simple art of murder“ als Belegstück für die letztliche Belanglosigkeit dieser Sorte Spannungsliteratur.
WeiterlesenLeserunde mit armen Leuten und Spoiler
Auch das ist Krimikultur: Die LeserInnen eines Krimiportals organisieren in eigener Regie sogenannte „Leserunden“. Dort trifft man sich zur Lektüre eines Romans und tauscht sich aus. Das alles schön sukzessive, Abschnitt für Abschnitt – und der Autor / die Autorin steht jederzeit Rede und Antwort, empfängt Lob und Tadel.
WeiterlesenKrimijahrbuch?
Um die wachsende Nachfrage – „Wann kommt denn das KJB 2010?“ – öffentlich zu befriedigen: Nein, es wird kein Krimijahrbuch 2010 geben. Jedenfalls nicht mit den bisherigen HerausgeberInnen Bacher / Noller / Rudolph. Wenn sich andere fänden, wärs recht. Und warum werfen wir das Handtuch?
WeiterlesenJohn Grisham: Der Anwalt
Was kann man von einem System, das Recht sprechen soll, erwarten, wenn es sich als durch und durch korrupt erweist? Geld regiert das business um Gerechtigkeit, macht gefügig und folgt seinen ganz eigenen Gesetzen. John Grisham gewährt in Der Anwalt spannende Einblicke hinter die Fassaden der Haifisch-Wall-Street-Kanzleien, steuert wie gewohnt tief durch Klischees, wandelt teilweise auf dünner Logik und erzählt – so könnte man fast den Eindruck gewinnen – eine leider flach ausgefallene, aber böse Variante seines eigenen Romans Die Firma (1990).
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