„Eine Mischung aus Lesung und Hörspiel. Ein dramatisiertes Hörstück,
sozusagen“, nennt Initiator und Mitautor →Ulrich Noller das Projekt „SKI – Serie Krimi International“. In der Tradition der französischen Série Noire, „aber nicht ’noir‘, sondern knallbunt: Urban, multikulturell, global“ soll es sein, und jetzt, nachdem die letzte der sechs Folgen gesendet wurde, ist Zeit für ein kleines Fazit in zwei Teilen.
Autor: dpr
Hören und lesen
Heute nur der Hinweis auf Robert Schekulins →„Tipp des Monats“ bei der Buchhandlung Am Schwarzen Kloster. Einmal nur so, einmal, weil auch die „Armen Leute“ angetippt werden. – Und jetzt die Kopfhörer auf und SKI hören. Morgen mehr dazu…
Ausgewogen
Eigentlich ist es ein Skandal. Da nötigt man junge Menschen seit Generationen zur Lektüre eines Buches, dessen Credo geeignet ist, nicht nur ganze Berufsstände in Misskredit zu bringen, sondern auch – Luft anhalten – die Zukunft des Wissenschaftsstandortes Deutschland zu gefährden. Oder was ist Goethes „Faust“ anderes als ein tendenziöses Machwerk wider den Forschergeist? Bist du ein ehrgeiziger Gelehrter, verbündest du dich mit dem Leibhaftigen, Punkt. Ausgewogenheit ist etwas anderes.
WeiterlesenHören!
Mensch, hätt ich beinah vergessen. Morgen abend wird die letzte Folge von SKI ausgestrahlt, dem großen Hörspielprojekt von Funkhaus Europa. Hier gibts →nähere Informationen, und ich mach auch was drüber, wenn ich ein wenig mehr Zeit hab, aber diese letzte Folge, „Kriegskosten“ heißt sie, stammt halt von la Pieke herself. Ergo: Hörzwang! Morgen 20 – 21 Uhr, da verpasst ihr gar nix im Fernsehen, da bietet der Italiener um die Ecke auch nur die ewig alte Pizza an, und nach 21 Uhr ist der Sex eh besser, so dass mir keiner mit Ausreden komme! Hören!
Buchmesse 2009
Die wichtigste Frage gleich vorweg: Was trägt die Buchmessebesucherin heuer mit Vorliebe? Erschütternde Antwort: Strickwaren (besonders schwarze Strumpfhosen) und Stiefel. Aber kommen wir zum angenehmen Teil unseres diesjährigen Aufenthaltes im Schlaraffenland der Bücher…
WeiterlesenAlfred Komarek: Polt.
Nein, wir fragen jetzt nicht, was eigentlich mit den österreichischen Kollegen los ist, dass sie ihre ausrangierten Krimihelden noch einmal wiederbeleben müssen. Sondern stellen fest: Nach Wolf Haas hat auch Alfred Komarek seinen Serienermittler nach Jahren der trügerischen Ruhe erneut ins Rennen geschickt, den Gendarmen Polt, der kein Gendarm mehr ist, aber das Ermitteln nicht lassen kann.
WeiterlesenNur mal so am Rande
Manchmal zieht der Zufall (oder wie immer das Ding heißen mag) gleich mehrfach das adrette Brokatdeckchen von der Wirklichkeit und man sieht, was man eh schon weiß, aber am liebsten verdrängen möchte. Am Samstag berichtete →die TAZ von der Arbeit des Walt-Whitman-Übersetzers Jürgen Brôcan, einem Leben zwischen höchster professioneller Präzision und den drohenden Abgründen von Hartz IV. Zuvor hatte →die ZEIT über das Werden eines Sachbuchs und die wirtschaftlichen Nöte seines Verfassers berichtet (→via Henrike Heiland). Und gestern abend hört man aus dem Fernsehen die ersten Worte der frisch gekürten Trägerin des Deutschen Buchpreises, Katrin Schmidt, in denen sie sich vor allem darüber freut, jetzt vielleicht jene ökonomische Sorglosigkeit genießen zu können, die sie bislang nur vom Hörensagen kannte.
WeiterlesenMessemord – die Auflösung
Tausende von wtd-LeserInnen wälzten sich vergangene Nacht schlaflos in ihren Betten. Wer wars denn nun? Wer hat den Autor ermordet? – Endlich kommt Erlösung, also die Auflösung. Hören wir die Worte des ermittelnden Beamten…
WeiterlesenMessemord

Eine wunderbare Nachricht für alle Freundinnen und Freunde der famosen Kurzratekrimis des Kurzratekrimipapstes Dale Patrick Rutherford: Der Konto-Verlag bringt anlässlich der diesjährigen Frankfurter Buchmesse das sofort und bedingungslos zu erwerbende Werk „Dale Patrick Rutherford: Die besten 99 Kurzratekrimis des Kurzratekrimipapstes aus sechs Jahrzehnten“ in einem liebevoll gestalteten, broschierten Werk auf den Markt! Exklusiv für alle wtd-Leser und mit freundlicher Genehmigung des Konto-Verlags hier eine eindrucksvolle Leseprobe…
WeiterlesenTerminkalender
Nächste Woche Donnerstag tobt die alljährliche Frankfurter Buchmesse. Auch der Conte Verlag hat sich ein Ständlein ergattert und präsentiert an eben jenem Donnerstag zwischen 11 und 12 Uhr den Autor der „Armen Leute“. Das heißt: Ich hock dann da rum und warte auf etwas, von dem ich nicht weiß, was es sein wird. Vielleicht ein lieber wtd-Leser, eine reizende wtd-Leserin? Vielleicht ein längst aus den Augen verlorener Jugendfreund, der endlich seine Schulden bei mir bezahlen möchte? Sei’s drum. Ich werde da sein und warten. Wo genau? In Halle 4.1, Gang G, Standnummer G138. Am Donnerstag, sagte ich das schon? 15. Oktober 2009. Zwischen 11 und 12. Bei Conte.
Noch einmal…
Zum „Fall Droste“ wäre eigentlich →alles gesagt. Jetzt aber hat sich der Verleger Felix Droste via →TAZ-Interview zu Wort gemeldet und die ganze Geschichte von „Meinungsfreiheit und Zensur“ ins Grundsätzliche erhoben.
WeiterlesenMalla Nunn: Ein schöner Ort zu sterben
Nach dem Ende der Apartheid hat Südafrika viele Geschichten zu erzählen. Und es sind naturgemäß kriminelle Geschichten, die das Bild einer aberwitzigen Ideologie zeichnen. Malla Nunn zieht uns mit „Ein schöner Ort zu sterben“ tief in die Vergangenheit und erzählt, wie es gute Literatur immer tut, dabei viel über die Gegenwart.
WeiterlesenDas Rezensieren auf der Couch
Leser von wtd werden heute gleich auf die Krimicouch gesetzt. Dort hat der Blogger eine →längere Kolumne zum Rezensieren geschrieben.
Ein Feigling sein
Es gibt Sachverhalte, bei denen wir uns einig sind. Zensur ist etwas Böses, als vorauseilender Gehorsam veranstaltete Selbstzensur eine Feigheit vor dem Feind. Wenn also der Droste Verlag einen Krimi („Wem Ehre gebührt“) seiner Autorin W.W. Domsky (das Pseudonym von Gabriele Brinkmann) noch vor Drucklegung zurückzieht, weil eine „Expertin“ davor warnte, einige Textpassagen könnten den Zorn von Islamisten erregen, dann nennen wir so etwas eine Beschränkung nicht nur der künstlerischen, sondern der in demokratischen Gesellschaften ausgeübten allgemeinen Rede- und Meinungsfreiheit.
Der Sprecher der Krimiautoren-Vereinigung Syndikat, Andreas Izquierdo, fasst es in einer →Stellungnahme zusammen:
Fräulein Detektiv

Nein, wtd ist nicht halb so frauenverachtend wie sein Ruf. Gerne verkünden wir, dass auf unserer Krimilieblingsseite jetzt endlich Miss Dora Myrl, eine der ersten Ermittlerinnen der Kriminalliteraturgeschichte, vertreten ist. In der deutschen Übersetzung von 1902 des 1900 von M. McDonnell Bodkin gebundenen Straußes sehr unterhaltsamer Geschichten. Lesen Sie die Abenteuer von „Fräulein Detektiv“, natürlich in der →„Criminalbibliothek des 19. und frühen 20. Jahrhunderts“. So gings los mit den Mädels.
Pieke Biermann in Hamburger Luxushotel gesichtet!
Okay, das wäre jetzt eigentlich keine Meldung. Dass Pieke Biermann einen Preis gewonnen hat, müsste man auch nicht eigens verkünden, denn sie müsste jeden Tag einen gewinnen. Zum Beispiel den Journalistenpreis des Weißen Rings. Aber den hat sie gar nicht gewonnen, sondern den Sonderpreis des Weißen Rings oder den Sonderpreis des Journalistenpreises des Deutschen Rings.
WeiterlesenOctavio Escobar Giraldo: Saide
Einhundertzweiundvierzig Seiten Text: Für einen Krimi bedeutet das Reduktion, mehr andeuten als ausführen, das vage Skizzenhafte als Grundlage einer erzählerischen Präzision, die auf das Vorstellungs- und Ausbauvermögen des Lesers hoffen muss. Eigentlich keine schlechten Voraussetzungen für Kriminalliteratur. Denn je mehr sie ausleuchtet, desto mehr verdunkelt sie.
WeiterlesenOP!
So ein verstopfter Talkkanal ist ja harmlos. Wenn du allerdings morgens aufwachst und das Ding auf deiner linken Brust ist plötzlich sieben Zentimeter im Durchmesser, prall, entzündet und fest, dann weiß auch ein Ärzteverächter wie ich, wo er hin muss: schleunigst unters Messer. Genau das hab ich heute morgen gemacht. Und die nächsten Tage, sagt der Doktor, soll ich mich ausruhen. Und zum Verbandswechsel kommen usw. Also: Für den Rest der Woche nehme ich mir Genesungsurlaub. Am Montag gehts dann in alter Frische und talklos / taktlos weiter.
dpr
*hört gerade Talking Heads
Geschäfte ankurbeln
… weil die Rezensionsexemplare der „Armen Leute“ nun doch etwas verzögert auf die Welt danieder kommen (aber keine Angst, Welt, sie kommen!), hier kurz der Hinweis, dass heute noch eine verspätete Rezension der „Menschenfreunde“ bei der →Krimi-Couch eingelaufen ist. Doch! Man kann auch dieses Werk noch käuflich erwerben, und wenn ich dem Rezensenten glauben darf (ich glaube ihm), lohnt es sich sogar! Also. Und dann habe ich noch eine peinliche Mitteilung zu machen (Cliffhanger, bitte weiterlesen)…
WeiterlesenDer Kriminalroman muss neu geschrieben werden
Der vorgestrige Wahlsonntag war eine Sternstunde für die deutsche Kriminalliteratur. Hat das allvierjährliche Stimmenevent doch dem Genre, das ja von sich behauptet, es produziere „Gesellschaftsromane“, ein auf den neuesten Stand gebrachtes Regelwerk beschert, ein perfektes How-to-do-it, ein selbst für die Minderbegabteren locker in Hochspannungsliteratur umzusetzendes Vademekum dessen, was unsere Gesellschaft definiert.
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