Jean-Patrick Manchette, Jean-Pierre Bastide: Laßt die Kadaver bräunen!

Ganz kurz: „Laßt die Kadaver bräunen“ ist ein gefundenes Fressen für alle Freunde geradlinigen Handlungsreisens, ständig wechselnder dramatischer Situationen und fröhlichen Dahinmordens. Ein Krimi, den man „nicht mehr aus der Hand legen kann“ und bei 190 schnellen Seiten auch nicht aus der Hand legen muss. Wer also seine 12,80 € in ein paar Stunden Genuss ohne Reue und Nachwehen investieren möchte: bitteschön. Wer sich noch einen Mehrwert verspricht: auch den gibts.

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Volksbloggen -10-

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Ja, regt sich denn hier keiner mehr auf außer mir? „Ambitionierte Anti-Kriminalromane … benutzen die Strukturen und Konventionen des Thrillers nur als Gerüst … die literarische Tradition des Kriminalromans …“ Zu finden →hier, aber nein, dazu äußere ich mich nicht, heute schon gar nicht, heute hab ich meinen Ruhetag, da sind die LeserInnen dran und können sich aufregen, über dies und das und ganz was anderes. Oder loben, empfehlen, ein bisschen rumspinnen. Wie stets am Mittwoch, wenn das Volk bockt. Äh: bloggt.

Schluss jetzt!

„Die Lage ist ernst, aber hoffnungslos.“ Wann immer Chef Walter eine Redaktionssitzung mit diesen Worten beginnt, wissen wir, was die Stunde geschlagen hat: Scheffe hat mal wieder eine Idee.
„Entgegen der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung“, doziert der oberste aller Redakteure, „hat HINTERNET, die Spannungstankstelle am Rande des Mainstreams, sein Geschäftsvolumen lediglich um mickrige 0,3 % steigern können. – Wo ist eigentlich Fräulein Anobella?“

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Jubel, Trubel, KJB

Auch in diesem Jahr ist passiert, was schon in den Jahren davor passiert ist. Die Planung des Krimijahrbuchs 2008 wird jetzt, in der heißen Phase, fast täglich über den Haufen geworfen. Zugesagte Beiträge fallen (aus akzeptierten Gründen) aus, neue werden avisiert. Aus „wahrscheinlich nicht“ wird „kommt!“, aus „kommt garantiert“ ein „Sorry“. Der folgende Dingestand kann also nur ein höchst vorläufiger sein…

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Joe Gores: Hammett

Joe Gores’ „Hammett“, der Krimi über einen Klassiker des Genres, ist seit seinem Erscheinen 1975 selbst zum Klassiker dieses Genres geworden und die Neuauflage in der metro-Reihe des Unionsverlages entsprechend löblich. Denn hierzulande wurde der Roman öffentlich vor allem als Grundlage eines Films von Wim Wenders wahrgenommen, über dessen chaotisch-desolate Genese Wenders wiederum einen Film („Der Stand der Dinge“) gedreht hat. Das ist, wohl ohne Absicht, putzig, denn „Hammett“ selbst ist – unter anderem – ein Krimi über Krimis.

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Volksbloggen -9-

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Also wie immer heute. Ihr gebt euren Senf dazu. Zu was? Liegt bei euch. Kleine unverbindliche Anregung? Folgendes: Im Krimijahrbuch 2008 gibt es einen Beitrag mit insgesamt sieben Rezensionen von aus der Jahresproduktion herausragenden Krimis. „7 für die temporäre Ewigkeit“. Was wäre eure Wahl? Welchem 2007 veröffentlichten Kriminalroman traut ihr zu, wenigstens die überschaubare Ewigkeit der nächsten Jahre unbeschadet zu überstehen? Outing, please!

Volksbloggen -8-

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So. Wieder mal Mittwoch. Der Chefblogger hat zwar seine Tarifverhandlungen erfolgreich beendet (er forderte 300% – der Chefredakteur drohte mit 300% Abzug – geeinigt hat man also in der Mitte bei 0%), nutzt aber den Tag für anderweitige Aktivitäten (der Whirlpool wird gerade mit neuen Praktikantinnen frisch gefüllt). Du, liebe Leserin, lieber Leser, bist wieder am Zug. Denn du hast weder Whirlpool noch Praktikantinnen. Also los. Meckern! Loben! Vorschlagen! Oder nur einfach schreiben: Huhu, ich bin da! Ja, wär doch mal was. Wem nichts einfällt, der meldet sich einfach per Kommentarfunktion zum Dienst. Mal sehen, wer hier alles kostenlos mitliest.

Sittengeschichte

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Von einem lobenswerten und höchst überfälligen Projekt ist zu berichten. Ab Januar 2008 wird Frank Göhre bei der →Edition Köln eine „kriminelle Sittengeschichte Deutschlands in zehn Bänden“ herausgeben. Dahinter verbirgt sich nun kein Kraftakt in soziologischer Theorie, sondern schlicht die Wiederauflage von zehn exemplarischen Kriminalromanen aus dem Zeitraum 1957 – 1993.

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Ein Streich

Aus einem alten Krimi:

»Ja, ja, die Streiche, die Streiche!« – rief Herr Scheuermann aus. »Die strikes« – verbesserte Herr Hähnchen – »ein englisches Wort. – Meinen Sie, daß ich mir dieselben gefallen lassen würde?« – »Aber was wollen Sie machen?« – fragte Herr Scheuermann. »Hier muß man vorbauen, Verehrtester!« – sagte der Eisenwerkbesitzer. – »Und ich rathe Ihnen dringend, in ähnlicher Weise zu verfahren, obwohl Sie als Öconom so glücklich sind, mit dem in der That scheußlichen Proletariate der Fabrikarbeiter nicht in Berührung zu kommen.«
»Nun, nun« – meinte der Landwirth – »Knechte undTaglöhner sind auch Schlingel.«
»Aber kein solches Gesindel, wie die Fabrikbrut« – versetzte scharf Herr Hähnchen. »Man muß die gärende Masse mit Gewalt niederhalten, man muß den Lästermäulern das rechte Gebiß anlegen.«

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Pieke und keine Kollateralschäden

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Zum „Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen“ am Sonntag hat Pieke Biermann ein passendes Thema für ihre Kriminalreportage herausgesucht: häusliche Gewalt. Hören kann man das – Achtung, Terminänderung! – jetzt schon am Freitag, 23. November 2007 im RBB-Inforadio 93,1 um 10:27 und 13:27 Uhr, die Wiederholungen gibt es am Sonntag um 13:45 und 18:45 Uhr und Montagnacht um 04:45 Uhr. Leser des „Tagesspiegels“ kommen am Sonnabend, 24.Oktober 2007 in den Genuss der „Wo bleiben die Kinder?“ betitelten Reportage. Und Podcaster wissen schon, dass sie aufs Radio klicken müssen.

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Stephan Pörtner: Köbi Santiago

Ja, der Köbi. Mit der Schweiz hat er abgeschlossen, in Spanien, in Santiago de Compostela, lebt es sich behaglicher. Geld steht ihm – woher eigentlich? – reichlich zur Verfügung und die Vergangenheit liegt weit hinter den sieben Bergen. Da passiert es. Köbi trifft einen Freund aus alten, stürmischeren Tagen in den Achtzigern, als „Züri brennt“ wörtlich zu nehmen war. Aber der Freund ist doch seit Jahren tot, oder? Ermordet…

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Volksbloggen -7-

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Und wieder ist Mittwoch! Der Tag, an dem der Chefblogger seine LeserInnen arbeiten lässt! Was so nicht in seinem Arbeitsvertrag steht! Aber freut euch: Zum Jahresende läuft dieser Vertrag aus und ob ihn die Geschäftsführung verlängert, das hängt von Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, ab! Kommentieren Sie die bisherige Arbeit des Bloggerkollektivs! Haben Sie Anregungen? Wünsche? Vermissen Sie etwas? Geht Ihnen etwas gehörig auf die Nerven? Haben Sie eine/n (billige!) WunschkandidatIn für die Nachfolge? – Tun Sie sich keinen Zwang an! Und bedenken Sie bitte: Jede negative Kritik am Chefblogger spart Hinternet bares Geld (der Bursche fordert 300% Lohnerhöhung…)!

Gruß: das höhere Hinternet-Management

Die Kurzen und die Langen -2-

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Kurzkrimis sind kurze Geschichten, aber keine Kurzgeschichten. Das ist ihr Problem, aber auch ihre Chance.

Wir haben in der →vorigen Woche gesehen, wie sich der Krimi aus der Kriminalnovelle zum „vollwertigen Roman“ entwickelte, weil Spannungsaufbau und –auflösung an den Faktor (Lese-)Zeit gekoppelt wurden. Der Leser möchte „mitfiebern“, er möchte sich mit Personen identifizieren oder sich von ihnen abgrenzen, kurzum: Er möchte eine WELT vor sich entstehen sehen, ein in sich logisches und plastisches, sinnmachendes Zeichensystem. Dazu braucht es Raum.

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Sabotage?

Scharen besorgter LeserInnen haben uns darauf hingewiesen, dass Kommentare zwar ordnungsgemäß abgeschickt werden können, aber nicht dort ankommen, wo sie’s eigentlich sollten, auf diesem Blog nämlich. Sie verschwinden irgendwo im Nirvana. Woran das liegt, wissen wir im Moment (15 Uhr 45) nicht, aber wir arbeiten an der Lösung des Problems. Wahrscheinlich ein Fall von Sabotage, wobei ich den Verdacht, Ludger M. aus Hamburg habe seine Hand im Spiel, empört von mir weise. Der hat doch keine Ahnung, wie man sowas macht.