Mit der Veröffentlichung von Annie Hruschkas „Schüsse in der Nacht“ feiert die →„Criminalbibliothek des 19. Jahrhunderts“ ein kleines Jubiläum, ist doch Frau Hruschka der/die fünfundzwanzigste Autor/in unseres ebenso ehrgeizigen wie arbeitsintensiven Projekts. Anlass für eine kleine Rück- und Vorschau.
WeiterlesenAutor: dpr
Pablo De Santis: Die sechste Laterne
Wer an dieser Stelle eine Rezension von Pablo De Santis’ „Die sechste Laterne“ erwartet, wird enttäuscht. Eine Rezension ist ein Bauwerk, mit, so steht zu hoffen, tragfähigem Fundament, mehreren logisch hochgezogenen Etagen und einem Dachboden mit schiefen Wänden, auf dem gerade Platz ist für die Crux des Ganzen, einen euphorischen oder wohlwollenden oder vernichtenden Satz. Der aber verbietet sich hier; denn eines lehrt uns De Santis’ gewiss: Setze die Häuser, die du im Kopf errichtest, bloß nicht in die Welt.
WeiterlesenChristian Gude: Mosquito

Nettes Debüt. Hie und da knirscht es noch ein wenig im Gebälk, vom Potential her ist Gude aber durchaus jemand, den man im Auge behalten sollte. Wäre da nicht…
Weiterlesen„Das Weib als Sexualverbrecherin“
…hätten wir liebend gerne in der →„Criminalbibliothek des 19. Jahrhunderts“, Abteilung frühes 20., zur Verfügung gestellt. Leider gehört es zur wissenschaftlichen Produktion des Juristen, Kriminologen und Kriminalpsychologen Erich Wulffen, der aber auch eine Reihe veritabler Kriminalromane hinterlassen hat. Zwei davon, „Die Kraft des Michael Argobast“ und „Der Mann mit den sieben Masken“ (beide 1917) findet man ab sofort als PDFs auf vorgenannter Seite. Mal reinschauen.
Adelbert von Chamisso: Die Gauner
Vorgestern eingetroffen, gestern gelesen, heute rezensiert. Ein Schelm, der Chamissos „Die Gauner. Galerie der pfiffigsten Schliche und Kniffe berüchtigter Menschen“ für ein Ex-und-Hopp-Produkt hält. Rasch gelesen ist das Bändchen mit seinen knapp 150 Seiten und dem großzügigen Satzspiegel durchaus. Zwei Stündchen nette Kurzweil, Eintauchen ins 19. Jahrhundert, als die Behauptung, hier fließe die Sprache, noch nicht mit Dünnpfiff zu assoziieren war.
WeiterlesenKritische Ausgabe
Heute morgen hat mir der Thomas Przybilka seinen wie immer umfang- und hilfreichen, also hochwillkommenen „Krimi-Tipp 46“ geschickt (demnächst bei den →Alligatoren). Und mich auf →das neueste Heft der „Kritischen Ausgabe“ hingewiesen, dessen Schwerpunkt „Verbrechen“ unsereinen naturgemäß aufmerken lässt. Man findet dort neben einem Interview mit Norbert Horst (kann auf der Website gelesen werden) auch eine Arbeit von Stephan Mawick: „Ein Spiegelbild fällt aus dem Rahmen. Rollenkonflikte in Astrid Paprottas Roman »Mimikry« „. Kann nicht nachgelesen werden, also bestellen wir das Heft für 3,50 € plus 1,80 Versandkosten.
WeiterlesenHerzlich gelacht
habe ich soeben über einen Satz in der Rezension von Jochen „Palü“ Senfs neuem Krimi „Nichtwisser“ beim →Saarkrimi-Kollegen:
Weiterlesen„Er ist ein gespaltener Held, der einst mit 18 Jahren aus Saarbrücken nach Berlin flüchtete um den sexuellen Nachstellungen seiner eigenen Mutter zu entfliehen.“
Krimizeitschrift
Tja, Pech gehabt. Da räsonniert man rum krimizeitschriftenmäßig, andere machen gleich Nägel mit Köpfen. Hat jedenfalls →Kollege Ludger eruiert. Bitte klicken Sie auf den Link, erfahren Sie mehr, sorgen Sie dafür, dass sich Ludgers Blog weiter nach oben kämpft.
Projektankündigung
Es gute alte Tradition. Sobald ich mehr als 100 fliegende Blätter in einer Mappe beisammen habe, überlege ich mir, was sich daraus machen ließe. Erste Anhaltspunkte liefert zuverlässig dieses kleine elektronische Tagebuch, in dem Sie gerade lesen. Und bei dessen kursorischer Durchsicht fällt mir auf: Sprache und Krimi, das könnte ein Thema sein. 2006 intensive Beschäftigung mit einigen Sprachfexen des Deutschkrimis, den Damen Biermann und Paprotta, dem Herr Horst, aber auch dem schon verblichenen Herr Temme. Zudem ein paar wacker durch die Zeitläufte transportierte Hirntodthesen, jene etwa, da Krimis keine Literatur seien, brauche man auch ihrer Sprache keine Beachtung zu schenken. Okay, jetzt nicht schon wieder DAS Thema.
WeiterlesenPieke bildet aus

Eh klar. Kritische LeserInnen, Menschen, die für gesellschaftliche Phänomene nicht gleich altbewährte Klischees parat haben, die büffeln fleißig und gerne in der VHS Biermann das wirkliche Leben. Und treten liebgewordene Vorurteile in die Tonne, beispielsweise. Nächste Lektion im RBBinfoRADIO 93,1 am 3. März 2007 um 11:45 Uhr (Schulschwänzer holen das Versäumte um 19:45 und in der folgenden Nacht um 0:45 und 5:45 nach). Wir lernen Harald Selowski kennen, er „macht aus jungen Leuten politisch wache PolizistInnen“.
WeiterlesenAch übrigens,
wussten Sie schon, dass morgen früh, Punkt 0 Uhr 1, die einmalige Chance vertan ist, zum gekauften Exemplar von „Krimijahrbuch 2007“ (→Inhaltsverzeichnis) und / oder „Die Zeichen der Vier. Astrid Paprottas Ina-Henkel-Kriminalromane“ (→Inhaltsverzeichnis) gratis eine 16seitige Broschüre zum Thema „Literarische Krimis“ zu erhalten? Handsigniert. Numeriert. Limitiert. Kurz: einmalig.
WeiterlesenBernhard Jaumann: Die Drachen von Montesecco
Bernhard Jaumanns Welt wird von fünfundzwanzig Personen bevölkert. Die meisten von ihnen sind alt und manche tot, wenn wir Jaumanns Welt wieder verlassen, das kleine Örtchen Montesecco in der Mitte Italiens. Wir gehen nicht gerne, wir mögen Montesecco und seine Geschichten. Nach den Vipern sind es nun die Drachen, deren mythische Existenz für ganz irdische Komplikationen sorgt.
WeiterlesenKriminalroman. Ein Kurzkrimi
(Eigentlich mag ich keine Kurzkrimis. Sie sind meistens so kurz, dass sie schon wieder zu lang sind. Da ich aber Kriminalromane mag, gibt es jetzt einen Kurzkrimi, der „Kriminalroman“ heißt. Und kürzer gar nicht mehr geht.)
WeiterlesenPieke verteidigt
Das gegenwärtige Vollidiotentum hat viele Gesichter. Manche fratzen hinter den Masken der Gutbürgerlichkeit, der ständigen Sorge ums Gemeinwohl, andere hingegen zeigen sich ungeniert maskenlos. Derzeit vor allem auf deutschen Fußballplätzen. Pieke Biermann wird uns in der JÜDISCHE ALLGEMEINEN No.9/07 (am Kiosk ab 1.März) über einen solchen Fall erzählen und ein Mann porträtieren, der dagegenhält. Einen Verteidiger. Gegen die neuen STÜRMER hierzulande.
WeiterlesenHarald Harst ermittelt weiter

Sind das nicht niedliche Cover? Sechs Stück gibt es jetzt in der →„Criminalbibliothek des 19. Jahrhunderts“ davon schon zu bewundern, weitere werden folgen – aber ALLE kriegen wir wohl beim besten Willen nicht auf die Seite. Hat doch Walther Kabel (aka Max Schraut) über 300 Mal die spannendsten Episoden aus dem Leben seines Privatdetektivs Harald Harst in kleine billige Hefte geschrieben. Aber keine Sorge…die nächsten liegen schon als PDF vor und werden uns die Zeit auf besttriviale Weise vertreiben…
Neue Wege des Krimimarketings
Ein bis dato nicht für möglich gehaltener Vorgang erschüttert die literaturverarbeitende Industrie. Erstmals wird der Erwerb eines Buches der erzählenden Literatur an den Erwerb eines Werks der Sekundärliteratur geknüpft. Und das ist noch nicht alles!
WeiterlesenGlaustrophobie und Bestienliste
Den Ehrenglauser 2007 erhält – nein, wieder nicht Ludger Menke, obwohl er →fast fünfzig Wörter für die diesjährige →Vorschlagsliste übrig hat. Irene Rodrian ist’s, der wir herzliche Glückwünsche Richtung Barcelona schicken. Und die fünf Vorausgewählten im Segment „Roman“ sind doch okay, gelt? Nix „literarische Krimis“ wie beim Deutschen Krimipreis, kein Hochgatterer nirgends und „Tannöd“ wurde eh unter „Debüt“ eingeordnet.
WeiterlesenGrenz- und andere Fälle
Spannende Zeiten brechen an, wenn ich mir so anschaue, was in den nächsten Wochen an rezensierbarem Material meiner harrt. Halte ich das verflossene Krimijahr, was seine deutschsprachigen Erzeugnisse anbetrifft, ja für, milde ausgedrückt, eher durchwachsen, verspricht uns das laufende mehr Produkte über dem grauen Durchschnitt. Liegt auch daran, dass einige der Cracks im vergangenen Jahr pausierten, in dieser Saison aber wieder da sind. Bernhard Jaumann zum Beispiel.
WeiterlesenBeate Sauer: Der Geschmack der Tollkirsche
Sie haben es toll getrieben, die alten Römer. Mit Federn den Gaumen gekitzelt, bis sich der Magen für die nächste Völlerei entleerte, zur schräg geschlagenen Leier Rom brennen lassen, von Herrn Caligula ganz zu schweigen, wir wollen uns ja nicht mit dem Jugendschutz anlegen. Die Existenz von „Römerkrimis“ ist daher nicht überraschend; dass sie so gut gelungen sind wie „Der Geschmack der Tollkirsche“, schon eher.
WeiterlesenDoppelt – geteilt
Die Frage ist noch einigermaßen hypothetisch und vielleicht zu früh gestellt. Aber wohlan: Wer könnte sich vorstellen, ein „Krimijahrbuch“ zu abonnieren, das ZWEIMAL im Jahr (Frühjahr / Herbst) mit je ca. 180 Seiten erscheint und im Abo ca. 12 € kosten würde? Und wer hielte das für keine gute Idee? Und was erwartet man inhaltlich von einem solchen „Buch“, das doch eigentlich die Vorstufe für eine Krimizeitschrift wäre? Nur mal so ins Blaue gefragt. Antworten erbeten. Als Kommentar oder Mail.
