Es sind nicht die Schlechtesten, die Sigmunds Freuds Psychoanalyse für das Erklärwerk eines phantasiebegabten und durchaus cleveren Ermittlers halten, der den Fährten im kriminellen Alltag der Psyche folgte und am Ende die Übeltäter vermittels Interpretation dingfest machte. Man muss nicht so weit gehen wie Vladimir Nabokov, der Freud einen Kurpfuscher nannte. Aber man kann darauf verweisen, dass Freud vielleicht doch eher ein Fall für die Literaturwissenschaft wäre und, im Gegenzug, ein ganzer Stapel Bücher der letzten 200 Jahre stattdessen ein Fall für die Psychologie, da dort „Wahrheiten über die Psyche“ besser erhellt, jedoch kaum „erklärt“ werden. Nun denn: Jetzt ist Freud, der Ermittler, selbst Gegenstand einer Ermittlung geworden, in Catherine Gildiners „Verführung. Ein Freud-Krimi“.
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