Wer sich von der Single „Ether“ verleiten lässt, das Album zu kaufen, wird bereits beim Opener „Machination“ derbe überrascht. Wer von den Gesichtslosen ebensolchen Modern-Rock erwartet hat, bekommt von der gebotenen Wucht erstmal die Knochen zermalmt.
WeiterlesenKategorie: Musik
The Who: Live AtThe Royal Albert Hall
Im November 2000 mitgeschnitten und noch mit John Entwistle am Bass zeigt sich die Band bestens aufgelegt. Soundtechnisch überraschend roh prescht die Band mit „I Can’t Explain“ in ihr Set, und drückt dann bis zum sechsten Song (The Kids Are Alright“) ordentlich aufs Gaspedal. Danach beschreibt der Auftritt einen schönen Spannungsbogen, wenn im Anschluss die melodischen Stücke folgen, danach Pete Townsend mehr als gekonnt die Akustische bedient, um sich dann über einen erneuten Melodieblock in harte Gefilde zurückzuarbeiten.
WeiterlesenWir sind Helden: Die Reklamation
Früher war das einfacher mit Helden – Tarzan war ein Held, den durfte man gut finden, ja, man musste ihn sogar gut finden. Heute ist das schwieriger, wenn man schon Wochen vorher gesagt bekommt, wen man gut zu finden hat. Auf einmal sind Popmusiker Helden und die Begeisterung schlägt einem noch vor dem ersten Album unisono entgegen. Wer also in Opposition gehen will, hat mit dem Opener „Ist das so?“ noch alle Trümpfe in der Hand: Laues NDW-Revival mit einer Stimme, die direkt an Ixi oder Frl. Menke erinnert.
WeiterlesenThe Hidden Hand: Divine Propaganda
Der Betreiber dieses kleinen wie feinen Berliner Labels ist ein großer Doom-Fan der ersten Stunde. Daher darf dieses Genre nicht im Label-Programm fehlen. Er schickte bereits seine eigene Band Sheperd ins Rennen und setzt dem Doom-Wahn nun noch eins drauf. Er konnte nämlich die neue Band der Doom-Ikone Scott „Wino“ Weinrich verpflichten. Der ehemalige Saint Vitus- und Spirit Caravan-Sänger kehrt mit The Hidden Hand zurück.
WeiterlesenThe Dackel 5: Arthur Lee, Belmondo, du und ich

„Aber wir haben uns entschieden zwischen Bon Jovi und Bon Scott…
Aber wir haben und entschieden zwischen Rudi Carell und Rudi Dutschke „
Schwuppdiwupp, die deutschen Bands mit Alltagstexten schießen wie Dönerbuden aus dem Boden. Wer glaubt, dass The Dackel 5 nur auf einen Zug aufgesprungen sind, merkt schnell, dass die Combo ihr Ticket schon lange gelöst hat. Alle Songs von „Arthur Lee, Belmondo, du und ich“ wurden bereits 2001 aufgenommen und völlig unerklärlich erst im März dieses Jahres gemastert.
WeiterlesenA Static Lullaby: And Don’t Forget To Breathe

Ihre ersten Sporen hatten sich A Static Lullaby in den USA auf Tourneen mit Glassjaw, Hatebreed und Snapcase verdient. Ihr selbstproduziertes und von ihnen in Umlauf gebrachtes Demo verkaufte sich über 5000-mal. Somit wurde aus dem unbekannten Newcomer schnell ein hoch gehandelter Emo-Act. Auf Ferret Music, einem kleinen Label aus New Jersey, erscheint ihr Debütalbum „…And Don’t Forget To Breathe“.
WeiterlesenThe Lost Patrol: Songs About Running Away
Aber wer wird denn gleich weglaufen? Dennis Lyxzén alias The Lost Patrol hat vielleicht Lieder übers Weglaufen geschrieben, eine ähnliche Reaktion auf seine Musik muss er keineswegs befürchten. Es sei denn, der potenzielle Käufer kann rein gar nichts mit einem guten Singer/Songwriter-Album anfangen. Der ehemalige Frontmann von Refused und heutige Kopf von The (International) Noise Conspiracy hat mit Freunden aus Bands wie eben jenen Refused und Randy ein klassisches Folk-Album aufgenommen, das keine Vergleiche mit Szenegrößen zu scheuen braucht.
WeiterlesenMichael Schenker Group: Arachnophobiac
Fast so schnell wie sich bei Michael Schenker das Personalkarussell dreht veröffentlicht er neue Scheiben. Mal mit UFO, mal akustische Instrumentalprojekte oder eben mit der Michael Schenker Group. Während es Bassist und Drummer der letzten Scheibe „Be Aware Of Scorpions“ schon wieder geschmissen hat, ist Goldkehlchen Chris Logan schon das zweite Mal dabei. Michael Schenkers Ruf kann noch so exzentrisch sein – wenn man auf klassischen Hardrock steht, ist er immer noch eine der ersten Adressen.
WeiterlesenSpineshank: Self-Destructive Pattern
„Violent Mood Swings“ heißt der Hammer-Song, der das neue Album von Spineshank eröffnet. Mit einer Urgewalt drischt der Schlagzeuger auf die Felle ein, die Gitarrensaiten zittern im Stakkato, die Drum-Machine läuft mit Volldampf, der Bassist gibt alles und Sänger Jonny Santos schreit sich die schwarze Seele aus dem Hals. Einen besseren Song hätten sie nicht an den Anfang stellen können. Rotzig, laut, brutal, fast schon mit Punk-Flair donnert „Violent Mood Swings“ los und läutet ein 40-minütiges Krachgewitter ein, das zum Beispiel von dem an härtere Tool oder Deftones erinnernden Track „Smothered“ aufgelockert wird.
WeiterlesenSin City Six: Home Of The Brave
Ein dreifach donnerndes „Yeah!“ auf Sin City Six. Rotzrock der alten Schule mit einem ungewöhnlich präsenten Rolling Stones Einschlag, der jedem gefallen müsste, der die frühen Gluecifer oder The Hellacopters mag. Zudem ist „Home Of The Brave“ für dieses Genre erstaunlich breit gefächert.
(7 Fritten)
Sin City Six: Home Of The Brave
(Locomotive/Point)
Seekersplanet: Something Special
Bis auf wenige Ausnahmen sind die Staaten des ehemaligen Jugoslawien musikalisch ein weißer Fleck auf der Landkarte. Mit diesem Exotenbonus ausgestattet, trötet uns jetzt ausgerechnet eine Punk-Ska-Band in die Ohren.
Weiterlesen//delaware: …And Everything Reminds Me

Wären die Jungs von //delaware Maler, dann wären ihnen wahrscheinlich die Farben von Emil Nolde zu blass. Die drei Norweger malen auf ihrem Album deutlich und in den buntesten Farben, so dass es die Oma schön findet und der Lehrer eine 6 wegen fehlender Abstraktion reindonnert. Man kann diese musikalische Naivität zwar fast nicht fassen, aber man kann sie genießen.
WeiterlesenEdguy: Burning Down The Opera – Live
Edguy gehören sicher zu den fleißigsten Hardrock-Combos in unserem Land. Innerhalb weniger Jahre haben sie sich von einer Provinzcombo zu Vorzeige-Metalern entwickelt und fahren schon eine ganze Weile beachtliche Erfolge auch außerhalb Deutschlands ein. Nach fünf Studioalben und zwei Soloalben von Tobias Sammet („Avantasia“) ist der Live-Nachschlag fast schon überreif.
WeiterlesenMalia: Yellow Daffodils
Wer noch auf der Suche nach einer entspannten Scheibe – nicht nur – für die Sommermonate ist, könnte mal in „Yellow Daffodils“ von Malia reinhören. Ein Beweis, dass die alten Jazz-Helden immer wieder für eine neue Geschichte gut sind. In diesem Fall waren es Sarah Vaughan und Billie Holiday, die ein aus dem ostafrikanischen Malawi kommendes Mädchen schwer beeindruckten, als es mit vierzehn Jahren nach London kam. So weiß es jedenfalls Malias Vertrieb zu berichten, der sie als „neue Diva zwischen Jazz, Soul und Bossa“ bezeichnet. Und in der Tat bietet diese CD eine – noch weit darüber hinaus gehende – große stilistische Bandbreite.
WeiterlesenHedningarna: 1989 – 2003
Die schwedische Vorzeigeband Hedningarna beglückt ihre Fans oder potenzielle neue Freunde mit der Compilation „1989-2003“ mit insgesamt 18 Titeln. Auch wenn die Band in Sachen moderner skandinavischer Folklore Zeichen gesetzt hat, kann ich mit ihren Epigonen manches Mal mehr anfangen. Irgendwo zwischen schrill und mystisch verlangen Hedningarna ihrem Hörer eine Menge ab, aber wer ein bisschen Geduld mitbringt, wird belohnt.
(7 Fritten)
Hedningarna: 1989 - 2003
(Westpark/Indigo)
Xavier Naidoo: Alles Gute vor uns
OK, diesmal keine inhaltliche Abhandlung, jetzt geht es nur um die Musik. „Alles Gute vor uns“, das zweite Live-Album Xavier Naidoos, belegt erneut, dass man am Besten nur die Liveplatten des Mannes kauft. Eigentlich gibt es keinen Grund, bei zwei Studioalben zwei Tourmitschnitte in den Konsumentenkorb zu werfen, aber Xavier Naidoo ist er auf der Bühne ein anderes Kaliber als im Studio.
WeiterlesenBritish Sea Power: The Decline Of
Der baldige und rasche Aufstieg der British Sea Power scheint jetzt schon gesichert. Gemeint ist nicht die militärische Seemacht. Vielmehr das junge Quartett gleichen Namens, das sich anschickt, von Brighton aus die Rockwelt mit einem ganz besonderen Album zu beglücken. Die vier unscheinbaren Jungs entführen uns in eine fast schon vergessene Welt britischer Musikgeschichte.
WeiterlesenAmorphis: Far From The Sun
Zuerst „Am Universum“ jetzt „Am A….“? Definitiv nicht, aber die ersten Takte des Openers „Day Of Our Beliefs“ ließen mich verwirrt auf die Hülle gucken, ob ich auch wirklich Amorphis in den Player gelegt habe, Der Opener des neuen Albums hat eine extreme Schlagseite in Richtung Metal-Folk à la Falconer und dürfte mit Abstand das eingängigste Lied sein, das die Finnen bisher eingeschraubt haben. Auch die danach folgenden neun Songs lassen nicht erkennen, dass hier ehemalige Grunzteufel am Werk sind.
WeiterlesenJohn Hiatt & The Goners: Beneath This Gruff Exterior
Manchmal bin ich mir nicht sicher, wie Ernst John Hiatt seine eigenen Platten nimmt. Da zerschlägt er schon mal breit grinsend alle Erwartungshaltungen, aber ein wirklich schlechtes Album kommt selten dabei heraus. „Beneath This Gruff Exterior“ hat er mit den reanimierten Goners eingeklopft, zwar nicht ganz so eilig wie „Crossing Muddy Waters“, aber letztendlich hat es dann doch nur ein paar Tage gedauert, bis das neue Werk im Kasten war.
WeiterlesenCarla Bruni: Quelqu’un M’a Dit

Wie oft kann man sein musikalisches Herz verlieren? Maria McKee hat schon ein Stück, Natalie Merchant und Sophie Zelmani sowieso –jetzt kommt noch die Wahlfranzösin Carla Bruni dazu. Hinter ihrem Namen steht in Klammern das Ausschlusskriterium „Model“, aber bei „Quelqu’un M’a Dit“ wurde niemand direkt vom Laufsteg ins Studio geschubst. Bis auf einen Coversong hat Carla Bruni alle Songs selbst geschrieben und dringt mit ihren brüchigen Chansons tief in den Gehörgang ein. Behutsame Arrangements, die um Chanson, Pop und Folk kreisen, und eine rauchig belegte Stimme, die sich in dein Herz bohrt.
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