Panteón Rococó: Compañeros Musicales

Mir doch egal, wenn der Sommer zu Ende geht. Mit „Compañeros Musicales“ bleibt zumindest der Sonnenbrand auf und in den Ohren noch bis weit in den Dezember erhalten. Bei Panteón Rococó ist eher der Begriff „Kollektiv“ als „Band“ angebracht, denn als ob zehn Bandmitglieder nicht schon genug wären, sind auf „Compañeros Musicales“ (wie passend) noch unzählige Gastmusiker zu hören.

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Mitch McVicker: Without Looking Down

„Without Looking Down“ ist das musikalische Pendant zum Sonntag Nachmittagsfilm bei Regen. Ähnlich wie Eagle-Eye Cherry oder Fred Haring felsenfest bei „Nett“ eingepegelt, rockt sich Mitch McVicker verhalten durch zwölf durchweg gelungene Songs. Aber trotz aller Lieblichkeit zeigt er, dass gute Arrangements auf lange Sicht überzeugen. Wenn man die richtige Stimmung abwartet, ist „Without Looking Down“ das passende Album.

Mitch McVicker: Without Looking Down
(Spindust)

Kaskade: It’s You, It’s Me

Ryan Raddon hat unter dem Künstlernamen Kaskade schon auf angesehenen Labels wie Low Down und Hed Kandi 12-Inches veröffentlicht. Wenn er nicht selbst Musik produziert, hatte er bis dato als DJ und Plattenladenbesitzer seinen Lebensunterhalt verdient. Er wuchs in der House-Szene Chicagos auf und zog – auf der Suche nach neuen Herausforderungen – nach Salt Lake City, um dort festzustellen, dass in der Stadt eine Art House-Diaspora herrscht.

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Further Seems Forever: How To Start A Fire

Bloß keine Langeweile aufkommen lassen. Dieser unterstellte Vorsatz könnte als Erklärung herhalten für den abwechslungsreichen Einstieg von „How To Start A Fire“. Der gleichnamig betitelte Opener bratzt in bester Emo-Manier los und obwohl die Hardcore-Wurzeln nie durchbrechen, breiten sie sich unter der Oberfläche aus. Das darauffolgende „The Sound“ erinnert in seiner poppigen Leichtigkeit an das vergangene Jimmy Eat World Album, während „A Blank Page Empire“ als sperrige Ballade einen gelungenen Kontrastpunkt setzt.

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Luna: Romantica

Luna: Romantica
(Beggars Banquet)
Kleines Namedropping gefällig? Dean Wareham spielte bis 1990 bei der Indie-Legende Galaxy 500, holte sich nach Auflösung der Band Unterstützung von den Feelies und den Chills, um seine neue Band Luna ins Leben zu rufen. Mitte der Neunziger spielten Luna dann auch auf ausdrücklichen Wunsch von Lou Reed Support für die Velvet Underground Tour. Um noch weiter abzurunden, wurde Romantica von Dave Fridmann (Mercury Rev/Flaming Lips) produziert.

Selbst wenn man die Band nicht kennt, kann man sich schon vorstellen, wonach das in etwa klingt. Genau, Luna spielen psychedelischen Gitarren-Pop aus der Velvet-Schule vom Feinsten. Und so gut wie hier ist ihnen das schon seit dem 95er Album Penthouse nicht mehr gelungen. Zwar ist Penthouse mit Sicherheit immer noch der kreative Höhepunkt, aber mit neuer Bassistin, Zusammen mit Britta Phillips (ex-Ben Lee), lässt Dean „Poetry is about small observations“ Wareham die Saiten flirren wie schon lange nicht mehr. Dave Fridmann plazierte in seinem Studio dann noch einiges an skurillen Soundeffekten um einfache und effektive Textzeilen wie, „once we have dreams, now we have schemes“ oder „In 1995 I told a thousand lies“. Relevant ist das für die Welt wie wir sie kennen natürlich überhaupt nicht, aber vielleicht für… Dein Leben.

„Wrap your troubles in dreams“, sag ich da mal.

Luna: Romantica
(Beggars Banquet)

Jane’s Addiction: Strays

Jane’s Addiction sind eigentlich eine Band, von der man nichts mehr erwarten konnte. Die Ikone lag jahrelang auf Eis, man hörte zwar hier und dort von Perry Farrel oder Dave Navarro, aber außer dem Soloalbum des Gitarristen blieb nichts wirklich hängen. Unter der Führung der alternden Produzentenlegende Bob Ezrin ist das Quartett wieder vereint (Bassist Chris Chaney ist neu an Bord) und jagt mit „Strays“ ein Album in den Orbit gejagt, das jede noch so optimistische Hoffnung übertrifft.

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Gameface: Four To Go

Gameface sind fürwahr Teil der alten Garde der Punkrock-Szene. Immerhin seit 1990 treiben sie ihr Unwesen. Gegründet wurde die Band von dem charismatischen Sänger Jeff Caudill. Er ist ein Vorzeige-Workaholic wie er im Buche steht. Er schreibt Songs wie Texte, kümmert sich um das Artwork seiner und anderer Bands. Das letzte Gameface-Album hieß „Always On“ und erschien im Jahr 2000 bei Revelation.

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We will rock you. Lexikon berühmter Popsongs

Der Umschlagstext verspricht „Geschichten, Anekdoten und Wissenswertes von zweihundert berühmten Songs und ihren Interpreten“. Und genau das hält das Buch. Günther Fischer und Manfred Prescher haben hier Material zu Entstehung, Texten und Wirkungsgeschichte zusammengetragen. Das Ergebnis ist leicht verdauliche – im Schnitt anderthalb Seiten lange – Kost. Gerade Leute, die den Englischunterricht etwas zu oft geschwänzt haben werden hier einige Lichter über die wahre Bedeutung bestimmter Songs aufgehen: „The Night They Drove Old Dixie Down“ ist halt trotz Juliane Werdings „Am Tag als Connie Kramer starb“ kein Antidrogenstück und so mancher auf den ersten Eindruck liebliche Text hat seine überraschenden Untiefen.

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Enchant: Tug Of War

Was schreibt man über eine Band, die noch nie ein schlechtes Album herausgebracht hat? Kurz und knapp: „Tauscht bei einem Kaufladen eurer Wahl die nötige Menge Euros gegen dieses Album ein“. Die Neo-Prog-Rocker Enchant musizieren seit ihrem Debüt „A Blueprint Of The World“ auf höchstem Niveau und alle Alben zeichnen sich jeweils durch eine leichte Soundverschiebung aus. Die druckvolle Transparenz von „Blink Of An Eye“ wurde beibehalten, diesmal aber mit einer leichten Retro-Schlagseite belegt.

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Blackmore’s Night: Ghost Of A Rose

Ritchie Blackmore hat wieder zugeschlagen. So langsam gewöhne ich mich an die Stimme von Candice Night; es ist aber auch unüberhörbar, dass sie sich von ihrem Klein-Mädchen-Charme weg bewegt. „Ghost Of A Rose“ bietet gewohnte Kost mit ausnahmsweise gelungenen Coverversionen und besserem Songmaterial als auf „Fires At Midnight“. Ganz Optimistische können sogar schon fast Gitarrensoli ausmachen.

(6 Fritten)

Blackmore's Night: Ghost Of A Rose
(Steamhammer/SPV)

Ian Kearey: Preaching To The Convertible

Er war Gründungsmitglied der BLUE AEROPLANES, zupfte dann den Bass bei der OYSTER BAND und arbeitete als Sessionmusiker – er beherrscht zahllose Saiteninstrumente (am besten die Gitarre) – u. a. für Peter Astor und Caroline Trettine. Inzwischen lebt Kearey etwas zurückgezogen im südenglischen Badeort Brighton und schiebt – was seine Karriere als Musiker betrifft – eine ruhige Kugel.

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Queensryche: Tribe

Queensryche mit dem Bad Religion-Syndrom? Brett Gurewitz heißt hier Chris DeGarmo, ist der Band seit einigen Jahren abhanden gekommen und seitdem will es nicht mehr so wirklich klappen. Obwohl Chris DeGarmo nicht als festes Bandmitglied zurückgekehrt ist, war er bei einigen Sessions dabei, und es liegt auf der Hand, ihn mitverantwortlich zu machen. Mitverantwortlich für ein richtig gutes Queensryche Album. Die klare, druckvolle Produktion erinnert an „Empire“, während der eher düstere Stil auch direkt hinter „Promised Land“ gepasst hätte.

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From.Zero: My So-Called Life

Ich halte an meiner Theorie fest, dass die „Explicit Content“-Vermerke inzwischen fest in die Covergestaltung integriert werden. Bei From.Zero kommt noch der Zusatz „Strong Language“ dazu, die Bandmitglieder wurden von einem blinden Frisör gestylt, ins Böse-Gucken-Training geschickt und zwangsgepierct. Nützt aber alles nix – die Jungs klingen nicht halb so böse wie sie aussehen.

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Liz Phair: Liz Phair

Ist schon lustig; wenn Liz Phair singt „rock me all night“ versteht Jeder das böse Wort mit F. Das Cover und die Booklet-Gestaltung tun ihr Übriges, um Liz Phairs Ruf aufrecht zu erhalten und sie ja nicht als braves Hausmütterchen zu sehen. Dabei dürften die etwas anzüglicheren Texte wie z.B. „H.W.C.“ heute wirklich niemandem mehr die Schamesröte ins Gesicht treiben. Anyway, auf der anderen Seite bilden die teils offensiven Texte und ihre unschuldige Stimme immer noch ein nettes Kontrastprogramm.

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