M. Hederos & M. Hellberg: s/t

Stellt euch folgende Szene vor: Der livrierte Hotelpianist hat den Deckel zugeklappt und geht nach Hause als zwei schräge Typen mit Biker-Boots und Rock’n’Roll T-Shirt die Bühne entern und die verbliebenen Gäste in nachtblaue Schwermut singen. Lieder, die in Alkohol geschwängerten Nächten bestens dafür geeignet sind, wenn einem gar nicht nach Singen zu Mute ist. Tom Waits, Lou Reed oder auch „His Bobness'“ wunderschönes „You’re A Big Girl Now“.

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David Olney – The Wheel

Schande über mich! Wieso hatte ich von dem Burschen, der nunmehr sein 11. Studioalbum vorlegt, noch nix gehört? Wer selbst von Legenden wie Townes Van Zandt als „einer der besten Songwriter“ geadelt und in einem Atemzug mit Bob Dylan genannt wird, der lässt doch wohl aufhorchen. Nun, zum meinem Trost stufen selbst US-Musikkritiker David Olney als „unterschätzt“ ein, wünschen ihm endlich die Anerkennung, die er als „amerikanischer Richard Thompson“ längst verdient habe.

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Luka Bloom: Amsterdam

Wer heutzutage nach sechs Alben weder eine Best Of-Compilation noch ein Live-Album draußen hat, dem muss man die Beteuerung glauben, dass er eigentlich nie eins machen wollte. Jetzt hat es Luka Bloom doch gewagt und man möchte laut „Danke!“ schreien. Sein charakteristisches Gitarrenspiel bringt jeden Hobbygitarristen an den Rand des Wahnsinns, gepaart mit seinen Geschichten und seiner warmen Stimme ist „Amsterdam“ ein Live-Mitschnitt, der die Stimmung eines Luka Bloom Konzerts 100% wiedergibt.

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The Donnas: Spend The Night


Wer würde nicht gerne eine Nacht mit den Schönheiten von den Donnas verbringen. Ob das ein Zuckerschlecken werden würde, bleibt wohl ein Geheimnis. Donna A., Donna R., Donna F. und Donna C. schlüpfen im Booklet ihrer neuen CD in die Rolle schüchterner Teenager im 80er Look. Dabei haben sie es faustdick hinter den Ohren und können sich sicher sein, in einer der besten All Girl-Punkrock-Bands zu spielen. Wobei Punkrock mitunter durch australischen Rock der Marke AC/DC ersetzt wird. Hauptsache ist, es klingt dreckig und verrucht. Solange die Songs in diesem Rahmen bleiben, sind die Donnas glücklich.

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P’taah: Staring At The Sun

„Mein Album vereint die unterschiedlichsten Einflüsse. Da hätten wir zum Beispiel den Chick Corea- und Herbie Hancock-Vibe“, erklärt Chris Brann, die treibende Kraft hinter P’taah. Zu seinen Lieblingsalben zählt das ’72er-Album „Return To Forever“ des Jazz-Komponisten Chick Corea. Wenn Brann eingesteht, des weiteren von den Jazzern Keith Jarrett, Steve Tibbets und Pat Metheny inspiriert zu sein, dürfte klar sein, in welche Richtung sein spiritueller Elektro-Sound geht.

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Edguy: Hellfire Club

Die mir vorliegende Promo-CD von „Hellfire Club“ wird „veredelt“ mit Audiokommentaren von Tobias Sammet, der zwischen witzig und ein bisschen zu selbstbewusst mitten in die Lieder quasselt. Mal abgesehen davon, dass man sich dabei nicht auf die Atmosphäre einer Platte einlassen kann, hat es hier den witzigen Nebeneffekt, dass sich der Edguy Sänger den Apfel selbst auf den Kopf legt.

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Ms. Jade: Girl Interrupted

Neue Stars sind an jeder Ecke zu finden. Doch nur bei ganz wenigen spürt man gleich, dass sie das Zeug zu mehr haben. Das dachte sich bestimmt auch Timbaland als er Ms. Jade kennen lernte. Ms. Jade stammt aus Philadelphia und hat damit einen engen Bezug zu einer der kreativsten HipHop-Städte der USA. Künstler wie Bahamadia, Grand Agent, Eve, Vikter Duplaix, Jill Scott und natürlich The Roots stammen aus selbiger Stadt.

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The Black Keys: Thickfreakness

Nach der Veröffentlichung ihres Debüts „The Big Come Up“ war die Begeisterung seitens der Presse und der Kollegen gleichermaßen groß. In anerkannten Magazinen wie Mojo, The Village Voice und Rolling Stone feierte man gebührend das Duo bestehend aus Dan Auerbach und Patrick Carney. Die Jon Spencer Blues Explosion und Guided By Voices luden The Black Keys ein, bei Konzerten die Rolle des Supports zu übernehmen. Man darf also gespannt sein, welche Reaktionen das Zweitwerk „Thickfreakness“ hervorrufen wird.

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Tomte – Hinter all diesen Fenstern

Sie heißt Uta – die Mutter von Thees Uhlmann; und der Sänger von Tomte möchte, dass wir ihren Namen schreien. Mach ich gerne, denn die Single „Schreit den Namen meiner Mutter“ ist nur eines von zehn Highlights. Zwei bis drei Durchläufe sollte man „Hinter all diesen Fenstern“ gönnen, aber dann wird man von einem Album gepackt, das emotional und feinfühlig das Leben spiegelt. Da gibt es große und kleine Momente, Prätentiöses und manchmal auch Peinliches – wie das Leben halt.

Gepaart mit den lesenswerten Liner-Notes von Thees Uhlmann möchte man nicht nur den Namen seiner Mutter, sondern auch laut „Danke!“ rufen, dass Tomte in Deutsch singen. Die teilweise abstrusen, aber immer nachvollziehbaren Gedanken werden von Tomte in leichtfüßigen Gitarrenrock gepackt, der manchmal so nölig daherkommt, dass man sich doch wieder an das Hamburger Abendgymnasium (oder wie diese Schublade hieß) erinnert fühlt. Aber meistens klingen die zehn Titel erfrischend unverkrampft und gehen eine lakonische Verbindung von Musik und Text ein.

„Die Schönheit der Chance“ beschließt die Platte mit einem wunderschönen und angemessen hymnischem Trompetensolo und man sollte diese Chance nicht verpassen.

Dynamo Productions: Analogue

Portishead pausieren nach wir vor. Ihre Zukunft bleibt damit leider ungewiss. Beth Gibbons zum Beispiel hat die freie Zeit dazu genutzt, mit Rustin Man das gemeinsame Album „Out Of Season“ aufzunehmen. Auch Andy Smith, der gewöhnlich hinter den Plattentellern von Portishead seine Fingerfertigkeit unter Beweis stellt, war nicht untätig. Er hat sich mit Scott Hendy, Dope On Plastic-DJ und Cup Of Tea Records-Künstler, verbündet und unter dem Namen Dynamo Productions Old School-HipHop zu neuem Leben erweckt.

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The Gathering: Souvenirs

Die langen Pausen zwischen The Gathering Alben sind zwar schwer zu verkraften, aber bei dem Ideenreichtum der Niederländer braucht es ja sowieso ein paar Monate, bis man alle Feinheiten entdeckt hat. Das neue Album ist eine ähnliche Entdeckungsreise und wird der von der Band definierten Stilrichtung Trip-Rock mehr als gerecht. Wenn man die Geschichte der Band kennt, kann man beim Hören von „Souvenirs“ nicht erahnen, aus welcher musikalischen Ecke sie kommen.

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