Langsam sind sie, die Jungs und das Mädel von Knife In The Water. Auf ihrem neuen Album kann man sich mal wieder fragen, wie langsam ein Schlagzeuger spielen kann, bevor er überflüssig wird. Das US-Quintett steht felsenfest in der zweiten Reihe hinter artverwandten Bands wie Western Electric oder skandinavischen Melancholikern. Was zum ganz großen Wurf fehlt, sind die richtig großen Songs und eine durchgängige Magie, wie sie z.B. ein Midnight Choir Album ausstrahlt.
WeiterlesenKategorie: Musik
Miles: Don’t Let The Cold In
Ü ber die letzten Jahre hinweg hatten Miles kontinuierlich daran gearbeitet, aus dem Gros der deutschen Bands hervorzustechen. Ihr nunmehr viertes Album „Don’t Let The Cold In“ untermauert das Streben nach Anerkennung. Miles sind reif – reif für die Popohren und reif für die Insel. Nur wenig bezieht sich auf Musik aus Übersee. Lediglich bei „Give It Away“: Hier rocken sie fast schon in Nirvana-Tradition drauflos. Das war es dann auch schon mit der US-Musik. Danach und davor ziehen Miles ganz andere Seiten auf.
WeiterlesenSatirnine: Void Of Value
Rotzfrech rocken die vier Girls Satirnine drauf los. Entgegen poppigen Punkrock-All Girl-Bands wissen Satirnine noch, wie rauer, kantiger Punkrock gespielt wird, der nicht unbedingt in den College-Radiostationen laufen wird/soll/muss/kann. Rock on, chicks… aber leider nur für 32 Minuten!
(7 Fritten)
Satirnine: Void Of Value
(White Jazz/Zomba)
Doubledrive: Blue In The Face
Eigentlich glaubten Sänger Donnie Hamby, Gitarrist Troy McLawhorn, Bassist Josh Sattler und Schlagzeuger Mike Froedge, es 1999 geschafft zu haben. Ihr Debütalbum „1000 Yard Stare“ war auf den Markt und sie waren mit Kid Rock auf US-Tour. Die Vier dachten, dem Erfolg und dem Durchbruch greifbar nah zu sein. Ein Trugschluss. Der Vertrag mit der Plattenfirma lief aus, die Band tauchte im Nichts ab.
WeiterlesenMoqui Marbles: Das Teredeum
Seien wir ehrlich: Die letzten deutschen HipHop-Scheiben waren nicht weltbewegend. Lange dauerte die Durststrecke an. Fast schon zu lange. Nun dürfen wir uns über die Moqui Marbles freuen: drei Hafenkinder namens Petzke, Sternkopf und Zaworka, die sich auf eine Reise gemacht haben, die kein Ende zu nehmen scheint. Zumindest sagen das die Drei.
WeiterlesenHard-Ons: Very Exciting
Ob es an der Jahreszeit liegt? Oder an was gänzlich anderem? Erstaunlich ist, dass immer mehr Bands wieder aus der Gruft emporsteigen und sich reformieren. Der Drang, wieder im Mittelpunkt zu stehen, scheint stärker denn je. Da hätten wir Turbonegro, die Buzzcocks und jetzt auch die Hard Ons. Besonders die Punkrockbands scheinen vom Reunion-Virus infiziert zu sein. Im Januar schon hatten die drei Australier die Foo Fighters auf deren Tour durch Down Under begleitet. Jetzt folgt der globale Nachschlag in Form des Comeback-Albums „Very Exciting“.
WeiterlesenJah Wobble: Fly
Jah Wobble ist auf einem Trip hängen geblieben. Seine Reise führt ihn durch erträglichen Jazz jenseits der freakigen Improvisation weiter durch die flauschigen Wiesen des TripHop über einige Hügel Drum’n’Bass bis hin zu Trance-mäßigen Elektro. Den Ex-Bassisten von Public Image Limited, kurz auch PIL genannt, hätte es schlimmer erwischen können.
(6 Fritten)
Jah Wobble: Fly
(30 Hertz Rec./Soulfood)
Buzzcocks: Buzzcocks
Völlig unerwartet trudelte vor einigen Wochen diese CD ein. Buzzcocks? Die Buzzcocks? Man wollte es nicht für möglich halten, dass die 77er-Punk-Heroen zu ihren Wurzeln zurückgekehrt sind. Schließlich hatten sie sich zwischenzeitlich dem Punk abgewandt und dem Pop zugewandt. Nach ihrem Auseinanderbrechen hatte zum Beispiel Steve Diggle ganz anderes im Sinn und experimentierte solo mit Computer-Sounds.
WeiterlesenIR8 vs. Sexoturica: Split
Wieder ist Jason Newstedt am Werk. Dieses Mal mit Tom Hunting (Exodus), Andreas Kisser (Sepultura) und Devin Townsend (Strapping Young Lad). Aus dem Oktober ’94 stammt das Projekt IR8 (mit Townsend und Hunting). In sechs Tagen entstanden drei Songs, die verdammt böse und leider auch einfältig klingen. Thrash Metal kann dabei so aufregend sein. Besser sind die drei Lieder von Sexoturica. Newstedt, Hunting und Kisser gaben sich im März 1995 die Punk/Thrash Metal-Kante.
(5 Fritten)
IR8 vs. Sexoturica: Split
(Surfdog/SMIS)
Fireside: Get Shot
Fast könnte man meinen, Fireside tragen jetzt auch das „The“ im Namen. Mit der zappeligen Ungeduld von The Strokes oder The White Stripes präsentieren sie mit „Get Shot“ eine volle Rock’n’Roll-Klatsche. Kristofer Åström hat sich scheinbar genug im Solo-Wohlklang ausgetobt, mit seiner Band Fireside wird jetzt wieder der Putz von der Wand musiziert.
WeiterlesenMartin L. Gore: Counterfeit²

Martin L. Gore, das ist der von Depeche Mode, der jahrelang durch seltsame Frisuren und bizarre Klamotten auffiel und dann irgendwann bei den Elektro-Poppern mit Gitarre auf die Bühne stapfte. Wer jetzt bei seinem zweiten Soloalbum deswegen einen akustischen Ausflug erwartet, liegt komplett daneben. „Counterfeit²“ ist, wie auch sein Vorgänger, ein reines Cover-Album und zeigt auf angenehme Weise, dass auch elektronische Musik eine Seele hat.
WeiterlesenNelson George: R&B
Nelson George ist ein US-amerikanischer Autor, Journalist und Filmemacher. Sein Buch „The Death of Rhythm & Blues“ erschien bereits 1988, 1990 erschien eine deutsche Ausgabe bei Hannibal unter dem gleichen Titel. Mit „R&B“ legt der junge Freiburger Verlag Orange Press das Buch in einer Neuübersetzung vor.
WeiterlesenARE Weapons: ARE Weapons

Wenn ich mich richtig erinnere, habe ich gelesen, dass sie auf New Yorks Strassen leben. Also ohne Dach über dem Kopf und so. Die Musik von ARE Weapons ist unbeschreiblich. Ein Album wie ein Rausch. Andrew WK im Pop-Fieber? Was ist das? Samples und Beats pushen einen nach vorne.
WeiterlesenRay Wilson: Change
Cut, Stiltskin, Genesis – Ray Wilson ist gerade mal Mitte dreißig, hat aber in seinem Musiker-Leben schon eine Menge Bands hinter sich gelassen. Dank seiner charakteristischen Stimme ist er immer sofort zu erkennen, sodass letztendlich immer „Ray Wilson“ draufsteht.
WeiterlesenMusikbücher VIII
„Komm, Alter, hau mal wieder einen raus!“: Mit diesen (oder ganz anderen) Worten werden mir von Zeit zu Zeit aus wohlmeinender Hand Bücher überreicht, und wenn es sich lohnt, lege ich nach der Lektüre meine Stirn in Falten und tue das, was man von mir erwartet: Ich haue mal wieder einen raus.
Heute sind es zwei Neuerscheinungen, die nähere Betrachtung durchaus verdienen. Ein Roman, der auch ein Sachbuch sein könnte, und ein Sachbuch, das auch ein Roman sein könnte.
WeiterlesenBoris: Amplifier Worship
Am Anfang passiert einige Sekunden nichts; bitte nicht irritieren lassen. Irgendwann grollt die Gitarre aus dem Hintergrund heran. Deren Saiten sind so tief gestimmt, die hängen Wata sicherlich bis zu den Knien. Er und seine Kollegen Atsuo (Gesang Schlagzeug) und Takeshi (Gesang, Bass) hatten bereits im Sommer 1998 das vorliegende Album eingespielt.
WeiterlesenMoloko: Statues
Hossa, Moloko haben es ja doch noch drauf. Das beziehungstechnisch getrennte, musikalisch nach wie vor vereinte Pärchen liefert mit „Statues“ ein sehr starkes Album ab. Der alte Vibe von Moloko wurde abermals zum Leben erweckt. Die Songs sind spannungsgeladen und laden einen zum Tanzen und Mitwippen ein. Das hier ist großes Soundkino. Da fegen die Streicher durch das grandiose wie schräge „Familiar Feeling“ und wecken eben dieses. Man kennt, was man da hört. Ist eindeutig Moloko. Aber zugleich eine moderne Variante ihres typischen Klangbildes.
WeiterlesenSeventh Day Slumber: Picking Up The Pieces
Die vier Jungs von Seventh Day Slumber könnte man optisch problemlos bei den Deftones oder P.O.D. beisortieren und keiner würde es merken. Musikalisch gehen sie etwas gemäßigter zu Werke und wenn man bei Creed das Pathos halbiert und bei Liquid Gang die Aggressionsattacken zurückschraubt, hat man eine ungefähre Vorstellung, wo Seventh Day Slumber stehen.
WeiterlesenThe Allman Brothers Band: Hittin‘ The Note
Ani DiFranco meets Portishead – synkopierte Songaufbauten treffen auf dreiteilige Harmonien und während die Gitarren-Arpeggios aus den Boxen quellen, ringen Flügelhörner mit modernen Loops um die Vorherrschaft. Hallo? Hallo???
WeiterlesenGenocide Superstars: Superstar Destroyer
Was uns das Label als Metal verkaufen will, ist präziser formuliert eine Hardcore-Variante von Motörhead. Mit unmenschlicher Geschwindigkeit fegen die Genocide Superstars (geschmackloser Name übrigens!) durch 14 Songs und spielen sich dabei um Sinn und Verstand. Headbangen kann man bei diesem Tempo echt vergessen.
(7 Fritten)
Genocide Superstars: Superstar Destroyer
(Relpse/SPV)
