Knife In The Water: Cut The Cord

Langsam sind sie, die Jungs und das Mädel von Knife In The Water. Auf ihrem neuen Album kann man sich mal wieder fragen, wie langsam ein Schlagzeuger spielen kann, bevor er überflüssig wird. Das US-Quintett steht felsenfest in der zweiten Reihe hinter artverwandten Bands wie Western Electric oder skandinavischen Melancholikern. Was zum ganz großen Wurf fehlt, sind die richtig großen Songs und eine durchgängige Magie, wie sie z.B. ein Midnight Choir Album ausstrahlt.

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Miles: Don’t Let The Cold In

Ü ber die letzten Jahre hinweg hatten Miles kontinuierlich daran gearbeitet, aus dem Gros der deutschen Bands hervorzustechen. Ihr nunmehr viertes Album „Don’t Let The Cold In“ untermauert das Streben nach Anerkennung. Miles sind reif – reif für die Popohren und reif für die Insel. Nur wenig bezieht sich auf Musik aus Übersee. Lediglich bei „Give It Away“: Hier rocken sie fast schon in Nirvana-Tradition drauflos. Das war es dann auch schon mit der US-Musik. Danach und davor ziehen Miles ganz andere Seiten auf.

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Doubledrive: Blue In The Face

Eigentlich glaubten Sänger Donnie Hamby, Gitarrist Troy McLawhorn, Bassist Josh Sattler und Schlagzeuger Mike Froedge, es 1999 geschafft zu haben. Ihr Debütalbum „1000 Yard Stare“ war auf den Markt und sie waren mit Kid Rock auf US-Tour. Die Vier dachten, dem Erfolg und dem Durchbruch greifbar nah zu sein. Ein Trugschluss. Der Vertrag mit der Plattenfirma lief aus, die Band tauchte im Nichts ab.

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Hard-Ons: Very Exciting

Ob es an der Jahreszeit liegt? Oder an was gänzlich anderem? Erstaunlich ist, dass immer mehr Bands wieder aus der Gruft emporsteigen und sich reformieren. Der Drang, wieder im Mittelpunkt zu stehen, scheint stärker denn je. Da hätten wir Turbonegro, die Buzzcocks und jetzt auch die Hard Ons. Besonders die Punkrockbands scheinen vom Reunion-Virus infiziert zu sein. Im Januar schon hatten die drei Australier die Foo Fighters auf deren Tour durch Down Under begleitet. Jetzt folgt der globale Nachschlag in Form des Comeback-Albums „Very Exciting“.

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Jah Wobble: Fly

Jah Wobble ist auf einem Trip hängen geblieben. Seine Reise führt ihn durch erträglichen Jazz jenseits der freakigen Improvisation weiter durch die flauschigen Wiesen des TripHop über einige Hügel Drum’n’Bass bis hin zu Trance-mäßigen Elektro. Den Ex-Bassisten von Public Image Limited, kurz auch PIL genannt, hätte es schlimmer erwischen können.

(6 Fritten)

Jah Wobble: Fly
(30 Hertz Rec./Soulfood)

Buzzcocks: Buzzcocks

Völlig unerwartet trudelte vor einigen Wochen diese CD ein. Buzzcocks? Die Buzzcocks? Man wollte es nicht für möglich halten, dass die 77er-Punk-Heroen zu ihren Wurzeln zurückgekehrt sind. Schließlich hatten sie sich zwischenzeitlich dem Punk abgewandt und dem Pop zugewandt. Nach ihrem Auseinanderbrechen hatte zum Beispiel Steve Diggle ganz anderes im Sinn und experimentierte solo mit Computer-Sounds.

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IR8 vs. Sexoturica: Split

Wieder ist Jason Newstedt am Werk. Dieses Mal mit Tom Hunting (Exodus), Andreas Kisser (Sepultura) und Devin Townsend (Strapping Young Lad). Aus dem Oktober ’94 stammt das Projekt IR8 (mit Townsend und Hunting). In sechs Tagen entstanden drei Songs, die verdammt böse und leider auch einfältig klingen. Thrash Metal kann dabei so aufregend sein. Besser sind die drei Lieder von Sexoturica. Newstedt, Hunting und Kisser gaben sich im März 1995 die Punk/Thrash Metal-Kante.

(5 Fritten)

IR8 vs. Sexoturica: Split
(Surfdog/SMIS)

Martin L. Gore: Counterfeit²

Martin L. Gore, das ist der von Depeche Mode, der jahrelang durch seltsame Frisuren und bizarre Klamotten auffiel und dann irgendwann bei den Elektro-Poppern mit Gitarre auf die Bühne stapfte. Wer jetzt bei seinem zweiten Soloalbum deswegen einen akustischen Ausflug erwartet, liegt komplett daneben. „Counterfeit²“ ist, wie auch sein Vorgänger, ein reines Cover-Album und zeigt auf angenehme Weise, dass auch elektronische Musik eine Seele hat.

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Musikbücher VIII

„Komm, Alter, hau mal wieder einen raus!“: Mit diesen (oder ganz anderen) Worten werden mir von Zeit zu Zeit aus wohlmeinender Hand Bücher überreicht, und wenn es sich lohnt, lege ich nach der Lektüre meine Stirn in Falten und tue das, was man von mir erwartet: Ich haue mal wieder einen raus.

Heute sind es zwei Neuerscheinungen, die nähere Betrachtung durchaus verdienen. Ein Roman, der auch ein Sachbuch sein könnte, und ein Sachbuch, das auch ein Roman sein könnte.

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Moloko: Statues

Hossa, Moloko haben es ja doch noch drauf. Das beziehungstechnisch getrennte, musikalisch nach wie vor vereinte Pärchen liefert mit „Statues“ ein sehr starkes Album ab. Der alte Vibe von Moloko wurde abermals zum Leben erweckt. Die Songs sind spannungsgeladen und laden einen zum Tanzen und Mitwippen ein. Das hier ist großes Soundkino. Da fegen die Streicher durch das grandiose wie schräge „Familiar Feeling“ und wecken eben dieses. Man kennt, was man da hört. Ist eindeutig Moloko. Aber zugleich eine moderne Variante ihres typischen Klangbildes.

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Genocide Superstars: Superstar Destroyer

Was uns das Label als Metal verkaufen will, ist präziser formuliert eine Hardcore-Variante von Motörhead. Mit unmenschlicher Geschwindigkeit fegen die Genocide Superstars (geschmackloser Name übrigens!) durch 14 Songs und spielen sich dabei um Sinn und Verstand. Headbangen kann man bei diesem Tempo echt vergessen.

(7 Fritten)

Genocide Superstars: Superstar Destroyer
(Relpse/SPV)