Fischerspooner: #1

Das Duo, das maßgeblich mitverantwortlich ist für einen Boom, dem das Label Electroclash aufgedrückt wurde, lässt wieder von sich hören: Fischerspooner. Es liegt nämlich unter anderem an Warren Fischer und Casey Spooner – der erste ein Filmstudent, der zweite ein Bildender Künstler –, den Beweis anzutreten, dass Electroclash, eine hochstilisierte Mischung aus Punk und 80er Elektro, keine Alltagsfliege bleiben wird und auch in ferner Zukunft seine Nische im Popkosmos sicher innehaben wird.

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3 Generations Walking: s/t

Der Verfasser des Infoschreibens hat Recht: Viel zu oft wird elektronische Musik mit Kälte assoziiert. Umso lobenswerter ist es, dass es sich 3 Generations Walking zum Ziel gesetzt haben, mehr Wärme in die elektronische Klangwelt zu bringen. Die beiden Produzenten MKL und Soy Sos hatten verschiedene Sänger, Musiker und DJs, denen sie zutrauten, ihre Ideen umzusetzen, in ein Studio eingeladen. Der stilistische Rahmen wurde mit den Eckpfeilern Dub, Funk, Ambient, Jazz und Weltmusik abgesteckt.

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Ani DiFranco: Evolve

Um im rührigen Schaffen der Kanadierin den Überblick nicht zu verlieren, muss man sich ganz schön Mühe geben, aber bislang scheinen dem Power-Schlumpf die Ideen nicht auszugehen. Seit dem harschen Folk-Punk von „Dilate“ (1996) hat sich Ani DiFranco über die Jahre komplett gehäutet und präsentiert sich seit einigen Jahren erwachsener denn je. Geschrien wird nur noch selten, stattdessen setzt sie ihre Stimme emotional ein und verknüpft ihren Folk immer stärker mit Jazz-Anleihen. Wobei „Anleihen“ bei „Evolve“ stark untertrieben ist.

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Dan Bern & The IJBC: Fleeting Days

Auf Dan Bern ist Verlass – in einem Affentempo haut er neue Alben raus und keiner muss Angst haben, dass sie dadurch schlechter werden. Diesmal verpackt er seinen beißenden Spott schon in dem Namen seiner Band: IJBC steht für International Jewish Banking Conspiracy. Vorurteile und starre Sichtweisen sind der Scharfzunge Bern ein Greuel. Wenn er sich ein Thema vorknöpft, kann man sicher sein, dass der Blickwinkel überraschend ist.

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Mikrowelle: Twang Boom Tschak

Liebste Damen, liebe Herren, diesen Albumtitel dürfen sie ausnahmsweise wörtlich nehmen. Mikrowelle ist das Hirngespinst des ehemaligen Think About Mutation-Bassisten Peter G. Mit dem Computer und einer Klampfe, einer Fender Mustang, hat er dieses Album zustandegebracht. Knapp 33 Minuten heiterer Elektro-Surf sind Peter und seinem PC gelungen. das skurrile Gesamtkunstwerk erinnert an Radio-Jingles aus den Siebzigern und versüßt einem so manch trübe Stimmung.

(8 Fritten)

Mikrowelle: Twang Boom Tschak
(Exile On Mainstream/EFA)

Clutch: Live At The Googolplex

Clutch sind göttlich – insbesondere live. Wer noch nie in den Genuss einer ihrer Auftritte gekommen ist, der kann mit diesem Live-Album vorliebnehmen. Alle anderen haben sie bestimmt schon gesehen oder sollten sie demnächst mal in Natura erleben (Wer weiß wie lange sie noch durchhalten werden?). Bei Clutch wird noch gearbeitet und gerockt auf der Bühne. Da wird den Orange-Verstärkern alles abverlangt.

(7 Fritten)

Clutch: Live At The Googolplex
(Megaforce/SMIS)

Swingin‘ Utters: Dead Flowers, Bottles, Bluegrass, And Bones

„All That I Can Give“, eine coole Country-Ballade, und der Folklore-Ballade „Don’t Ask Why“ sind mit die besten Songs auf dieser Platte. Beim Rest geben sich die Me First And The Gimme Gimmies- und Filthy Thievin‘ Bastards-Mitglieder typischem Street Punk mit Folk-Einflüssen hin. Kurzum: Für Fans von Social Distortion und The Clash.

(6 Fritten)

Swingin' Utters: Dead Flowers, Bottles, Bluegrass, And Bones
(Fat Wreck/SPV)

Carl Magnus Palm: Licht und Schatten

Diese Geschichte bewegt noch immer: zwei Paare, die als Pop-Quartett Musik machen. Eine schwedische Band, die die Welt erobert. Vier Menschen, die ganz unterschiedliche Hintergründe mitbringen und auch auf unterschiedliche Weise mit dem Ruhm fertig werden. Und dann natürlich die Songs: Waterloo, SOS, The Winner takes it all… Diese Geschichte – rund 30 Jahre danach: Stoff für ein wahres Epos, dachte sich Carl Magnus Palm.

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Kansas: Device – Voice – Drum

Auch wenn Kerry Livgren nicht dabei ist, spielt hier der harte Kern von Kansas. Nach dem überraschend starken 2000er Album „Somewhere To Elsewhere“ legen die Prog-Dinos jetzt eine Doppel-Live-CD nach. Von einem Lehrstück für jüngere Bands zu reden, ist vielleicht ein bisschen übertrieben, aber Kansas müssen in dieser Verfassung keinen Vergleich mit der jungen Garde fürchten.

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Bangles: Doll Revolution

Vergessen wir einmal kurz die Rehaugen von Susanna Hoffs und den nimmermüden Formatradio-Kracher „Manic Monday“ und nähern uns vorurteilslos einer Band, deren Comeback niemand wirklich auf dem Zettel hatte. Knietief in den 60ern verwurzelt, beweist das Damenquartett, dass „nett“ nicht gleichzeitig „flach“ bedeutet. Die Byrds sind in vielen Gesangsharmonien genauso erkennbar wie die Beach Boys und dann ist es auch nicht wirklich schlimm, dass die Background-Vocals manchmal an das schon lang vergessene Damentrio Wilson Phillips erinnern.

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Evergrey: Recreation Day

Beim Opener „The Great Deceiver“ mussten die Jungs von Evergrey scheinbar erstmal ihr Mütchen kühlen. Da wird alles ausgepackt, was eine Progressive-Band zu bieten hat und das Quintett tobt sich durch leicht nervige Keyboards, Frickel-Attacken und seltsame Chöre. Danach lassen sie es etwas ruhiger und gemäßigter angehen und man merkt schnell, dass das dritte Werk der Schweden um einiges offener ausgefallen ist als die beiden Vorgänger.

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