Krimikritik 1990 – aus den Tiefen einer Bibliothek gezogen

Alle Jubeljahre fällige und hochmotiviert angegangene Renovierungen von Arbeitszimmern mit integrierter Bibliothekswand fördern unweigerlich interessante altertümliche Funde zutage. Na sieh mal an, „Der Mord an Suzy Pommier“ von Emmanuel Bove! Könnte man doch mal wieder nachlesen, was die literarische Moderne so alles mit dem Krimi angestellt hat. Und das hier? „Von Büchern und Menschen“, 1990 in der Frankfurter Verlagsanstalt erschienen, wie das Preisschild verrät für 2 Märker irgendwann einmal aus der Krabbelkiste gefischt. Was Krimirelevantes? „Über die Rauchgewohnheiten Sherlock Holmes’“. Ok, kann, aber muss jetzt nicht sein. Moment – und was ist DAS hier?

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James Dickey: Flussfahrt

dickey.jpg Eine klassische Konstellation des Spannungsgenres. Vier Männer, allesamt solide amerikanische Mittelschicht, planen einen aufregenden Wochenendtrip. Mit zwei Kanus wollen sie einen ungebändigten wilden Fluss erobern, es ist die letzte Chance, denn das ganze Gebiet soll bald geflutet und zum Freizeitareal werden. Ed, der Erzähler, ist Werbegrafiker, Motor des Ganzen ist Lewis, Fitnessfanatiker, ein ganzer Kerl mit Drang zum Abenteuer. Sie fahren los. Alles scheint so wie erwartet und erhofft: Anstrengend, aufregend, urwüchsig, prima Erfahrungen für Stubenhocker in einer archaischen Welt.

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Just dropped in

Der US-amerikanische Singer/Songwriter Mickey Newbury wäre heute 71 geworden. Trotz mehr als einem Dutzend eigener Alben wurden Newburys Songs vor allem als Coverversionen Hits, wie etwa „Just Dropped In (To See What Condition My Condition Was In)“, „Time is a Thief“, „Here Comes the Rain, Baby“, „Funny, Familiar, Forgotten Feelings“ oder „Sweet Memories“. Sein bekanntestes Werk ist aber ein Arrangement von drei Songs aus dem amerikanischen Bürgerkrieg „Battle Hymn of the Republic“, „Dixie“ und „All My Trials“, die er zu „An American Trilogy“ zusammenfügte, ein Stück, das Elvis Presley populär machte und das seither über 100mal gecovert wurde. Weiterlesen

Angriff ist die beste Verteidigung

Schon strategisch will der Minister die Bundeswehr auf neue Füße stellen. Die klassische Landesverteidigung gegen eindringende Feinde soll nicht länger das wichtigste Ziel sein. Es geht um den Schutz deutscher Sicherheitsinteressen, auch der Wirtschaftsinteressen. Die Bundeswehr müsse im Notfall auch bereitstehen, der Exportnation Deutschland den Zugang zu den Märkten der Welt und ihren natürlichen Ressourcen zu sichern und zwar „zu Lande, zu Wasser und in der Luft“, wie de Maizière es formuliert.

Aus der Süddeutschen: ↑Der Oberbefehlshaber

Warum ist Bundespräsident Köhler letztes Jahr zurückgetreten? Da war →doch was…

Happy Birthday Wreckless Eric

Eric Goulden, besser bekannt als Wreckless Eric wird heute 57. Eigentlich wollte ich ihm zu Ehren einfach seinen größten/einzigen Hit „Whole Wide World“ posten, wurde bei der Suche nach einem Video jedoch daran erinnert wieviele andere tolle Songs Wreckless Eric geschrieben hat, die ich teilweise sogar nach Jahrzehnten noch mitsingen könnte (wenn ich denn singen könnte). Weiterlesen

Das Buch und ich

(Die Diskussion um das Wesen und die Wirkung politischer Krimis geht weiter. Und zwar, was nahe liegt, unter dem Gesichtspunkt der Nützlichkeit des Lesens überhaupt. Else Laudan beschreibt, warum sie liest und was ein Roman haben muss, um keine Zeitverschwendung zu sein. Persönlich – und natürlich politisch…)

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Dickey, Osborn, Household: ein Archetypus des Krimis

Es ist dünnes Eis, auf dem wir wandeln. Darunter brodelt Magma, unter der Erdkruste wie unter dem Zivilisationsüberzug, und jeden Moment drohen wir einzubrechen, unser bisschen Zivilisiertheit verdampft im Triebhaften, das angelernte Gute löst sich im archaisch Bösen auf. So jedenfalls sagt es ein Gemeinplatz der philosophischen Psychologie, davon handelt Kriminalliteratur generell. Von dieser hauchdünnen Distanz zwischen Kultur und Natur, Gutbürgerlichkeit und Verbrechen.

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Nachruf auf Guido Rohm

pathologie-252.jpg Der Kriminalschriftsteller Guido Rohm (Blut ist ein Fluss, als Simon Beckett Tiere u.a.) hat heute, in den frühen Morgenstunden des 14. Mai 2011 →das Zeitliche gesegnet. Diese an sich schon erschütternde Nachricht trifft mich umso schwerer, als ich selbst diese Katastrophe ausgelöst habe. Bei den Arbeiten an meinem neuen, sehr mysteriösen, inzwischen schon Kultstatus erreicht habenden Werk Das große Totenbuch der Kriminalliteratur. Eine Vademekum für die ganze Familie (im Herbst bei Conte) war mir aufgefallen, dass noch kein Kriminalschriftsteller, keine Kriminalschriftstellerin an einem 14. Mai die Welt betreten resp. das Zeitliche gesegnet hat. Eine entsprechende launige Aufforderung bei Facebook nahm Rohm zum Anlass, mir in die Hand hinein zu versprechen, dieses Manko pünktlich zu beheben. Er hat Wort gehalten. Wer aber war Guido Rohm?

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Der Eurovision Song Contest kann kommen

Die ARD hat vorgesorgt. Falls einem LED-Lämpchen schlecht wird oder eine Kamera noch überraschend Urlaub nimmt, steht sofort Ersatz bereit. Was kaum jemand weiß: auch den deutschen Act gibt´s doppelt. Die Kopie ist in Düsseldorf. Das Original probt bei uns zuhause auf dem Sofa. Und ich darf mir jetzt eine neue Frostschutzmatte für die Windschutzscheibe kaufen. Na super.
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Andrej Longo: Sarahs Mörder

longo.jpg Dass es in Sarahs Mörder nur am Rande um Sarahs Mörder geht, dämmert einem schnell. Auch Neapel, dieser korrupte, stinkende Moloch, bildet keineswegs das Zentrum des schmalen Romans, mag es uns der Verlag noch so dringend nahe legen. Sarahs Mörder handelt ganz einfach von einem Jungen, der das Leben kennenlernt, auf die harte Tour zwar, aber dennoch sensibel, von einer Katastrophe in die kleinen Nervenzellen des eigenen Lebens abgeleitet.

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ESC 2011 – Die Vorschau (IV)

Moldau: Zdob si Zdub – „So lucky“

Viel Krawallrock, bisserl Klezmer, bisserl Egerländer. Hier haben wir den unterhaltsame Laut-Leise-Baukasten der Pixies. Geradeaus, etwas flach, aber kracht richtig gut rein. Riecht nach guter Show, und weil der sympathisch angealterte Sänger für die Optik Sonderpunkte einfährt, reichts fürs Finale, und da vielleicht für schönen Platz unter den ersten Zehn.

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ESC 2011 – Die Vorschau (III)

Bosnien-Herzegowina: Dino Merlin – „Love in rewind“

Hat das Zeug zu meinem persönlichen Sommerhit! Leicht swingendes, entspanntes Ohrwürmchen mit leicht angebeatletem Harmoniegesang. Trotzdem werde ich zittern, ob dieses wunderschöne, unaufgeblasene Stückchen Pop im Finale landet. Ich drücke alle Daumen und wünsche alle zwölf Punkte der Welt.

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Für alle Bestände

pixitycover.jpg Na, die Woche beginnt positiv. Früher begannen die Tage mit einer Schusswunde, heute mit einer sehr schönen Rezension von „Pixity“ durch den ekz Bibliotheksservice. „Für alle Bestände“ lautet die Empfehlung – und das gilt nicht nur für Bibliotheken! Für Entscheidungswillige hier noch einmal die →Website von „Pixity“. Und angehängt der vollständige Text der Besprechung.

Rudolph, Dieter Paul: Pixity – Stadt der Unsichtbaren / Dieter Paul Rudolph. – Saarbrücken : Conte, 2011. – 286 S. ; 21 cm. – (Conte-Krimi) ISBN 978-3-941657-29-8 kt. : EUR 13.90

Programmierer Nils Bentner ist der Schöpfer von Pixity, einer digitalen Welt für Kinder und Jugendliche mit pädagogischem Konzept. Mittlerweile tummeln sich Pädophile in der virtuellen Stadt und Bentner ist zum Controller der Webside degradiert. Er fahndet nach „Fakes“, Menschen, die vorgeben, jemand anderes zu sein, als sie in Wirklichkeit sind. Da begegnet er im Chat der 14-jährigen Anna und gerät selbst in einen gefährlichen Sog. Als ein Pixity-Mitbegründer ermordet wird, verschwimmen auf der Suche nach dem Mörder Realität und Cyberspace. Dieter Paul Rudolph ist Literaturwissenschaftler und Multimedia-Entwickler. Er spricht hier das brandheiße Thema von Computerspielen und deren Abgründe für junge Leute, aber nicht nur für diese, an (s. auch Caja Cazemier „Riskanter Chat“, BA 9/08). Authentisch gibt er Einblicke in die Machenschaften geldgieriger Macher und Sexbesessener. Seine Charaktere skizziert er so, dass Raum bleibt fürs eigene Kopfkino. Virtuos komponiert er Sprachrhythmen aus Chat-„Sprech“, Stakkato-Monologen und narrativen Elementen. Ein Kriminalroman, der lange nachhallt. Für alle Bestände.
Renate Schattel

Kinderfest VI

Wenn man Salzstangen mit ein paar Eiern garniert, werden es „Igel im Grünen“. Sowas von süß! Im Ernst: man darf in die Eier nicht zuviele Salzstangen reinstecken, sonst gibt es unschönes Gebrösel. Meine Igel sind vergleichsweise langhaarig, aber ich bin sehr verliebt in sie. Allerdings hab ich mir fast den Arm gebrochen beim Versuch, die Kapern als Augen in die Eier zu stecken. Es ist mir immer noch ein Rätsel, wie das Dr. Ö-Team das hingekriegt hat. Und die Gretchenfrage ist doch, ob die Sachen im Dr. Ö-Foodstudio hinterher noch essbar waren. Oder ob da mit, sagen wir, Sekundenkleber gearbeitet wurde – denn das sind verdammt viele Salzstängchen und verdammt makellose Kapern-Augen auf den Eiern. Weiterlesen