Äpfel, Birnen, Vielfruchtmarmelade

„Ein wenig verblüffend mutet die Nominierung des Krimiautors Wolf Haas („Der Brenner und der liebe Gott“) an – hier liegt der häufig bemühte Apfel-und-Birnen-Vergleich nahe.“

Es geht um die „Longlist“ zum Deutschen Buchpreis, die bildungsbürgerliche Variante von „Deutschland sucht den Superstar“, eine scheinbar unfehlbare Methode, pünktlich zur Buchmesse die Kassen klingeln zu lassen, das Feuilleton kritisch zu beleben und bei Parties intellektuell höherstehender Schichten für Gesprächsstoff zu sorgen.

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Presseschau 19. August 2009

Jon Savage hat ein neues Blog beim Guardian und nimmt sich ↑im ersten Eintrag Canned Heats „Going Up The Country“ vor.

Das Wall Street Journal über die Neue der Arctic Monkeys: ↑Monkey Business

Auch kanadische Musiker haben einen Anteil an amerikanischer Musik (und Country im speziellen) wie Jason Schneider in seinem Buch „Whispering Pines. The Northern Roots of American Music . . . from Hank Snow to The Band“ zeigt: ↑Hockey Skatin’ Singing Cowgirls

Too much wolf. Kleiner ↑Choleriker entschuldigt sich ↑in seinem Blog.

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Rex Miller: Im Blutrausch

Dass die Romane Rex Millers wahre Schlachtfeste sind, hat sich inzwischen herumgesprochen. Nichts für Zartbesaitete und Ästheten – aber hier stock ich schon. Denn andererseits steckt hinter dem groben Gemetzel eine filigrane Ästhetik, der Feingeist splattert sozusagen, der Intellekt (von dem der Volksmund mutmaßt, er sei eher „blutleer“) badet in Strömen von Blut, die Literatur (sofern man ihr zubilligt, am Rande auch etwas mit Sprache zu tun zu haben) watet durch den Morast des Ekligen. Na schön. „Im Blutrausch“ eignet sich kaum als das ideale Geschenk für Eltern vierzehnjähriger Töchter. Ein Geschenk bleibt es dennoch.

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Presseschau 18. August 2009

The Quietus ruft Les Paul nach, der eben nicht nur die berühmte Gitarre entwickelte: ↑A Sonic Pioneer Beyond The Guitar

Joe Henry im sz-magazin.de-Interview: ↑“Im Blues liegt große Kraft”

Nicky Wire (Manic Street Preachers) steht auf Take That. Neil Hannon auf All Saints. Das Guardian-Blog listet musikalische Vorlieben mit denen man nicht rechnen konnte: The hidden gems that have pop stars hooked

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Abbruchsieger

Pardon, lieber Unionsverlag, aber du glaubst doch nicht im Ernst, dass ich Petra Ivanovs Roman „Fremde Hände“ bis zur bitteren Neige verkoste? „Die 443 Seiten sind im Nu verschlungen“, so jedenfalls behauptet es die Neue Zürcher Zeitung auf der Cover-Rückseite. Und wer bin ich, einem solch ehrwürdigen Blatt zu widersprechen? Die letzten 300 Seiten jedenfalls hab ich in geschätzten zehn Minuten – nun ja, nicht verschlungen, aber sehr genervt durchgeblättert. Nachdem ich die ersten ca. 140 mit wachsender Befremdung zur Kenntnis genommen habe. Das ist Unionsverlag? Das ist metro?

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Crisis? What crisis?

Die Süddeutsche schreibt zu ↑Madonnas München-Konzert u.a.:

Seit damals hat sich einiges getan im Leben der Madonna Louise Ciccone: Männer gingen, Adoptivkinder kamen, sie küsste Fitnesstrainer und Kollegin Christina Aguilera, Päpste murrten, Plattenverkäufe schnurrten (sie hat 300000000 Millionen Tonträger verkauft), sie drehte Filme, spielte Theater, führte Regie, schrieb Kinderbücher, modelte, studierte die Kabbala.

Presseschau 16. August 2009

Die FAZ-CD der Woche stammt von den Cave Singers: ↑Ein Trio, heute noch so gut wie hausgemacht

Arbeitsteilung. Die Zoot Woman und(Produzent) Stuart Price: ↑Die Dinge sind, wie sie schienen

Die Frankfurter Rundschau über Jan Delay: Das cleverste Cleverle schlägt zu

Second only to The Doors as the most overrated band in pop history. The Independent über das Debüt der Stone Roses, dessen 20jähriges Jubiläum man jetzt feiern kann – oder eben nicht: ↑A ‚classic‘ that is nothing but fool’s gold

Brown’s inability to hold a tune is legendary, of course. Once likened to „an old guy grabbing the karaoke mike at chucking-out time“, no one expected a virtuoso performance. So what exactly did he have going for him? In declaring himself „the resurrection“, this self-styled deity with the Neanderthal skull certainly had an inflated sense of his own importance. If nothing else, he was living proof that a monstrous ego can get you a long way in pop.

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R.I.P. Jim Dickinson (1941-2009)

Der amerikanische Musiker und Produzent Jim Dickinson ist tot. Er starb am Samstagmorgen im Schlaf – kurz nachdem er sich einer dreifachen Bypass-OP unterzogen hatte.

Als Pianist war er auf Platten von Aretha Franklin, Ry Cooder, der Flaming Groovies, der Rolling Stones („Wild Horses“) und Bob Dylans (dem auch der Satz zugeschrieben wird: „if you’ve got Dickinson you don’t need anybody else“) zu hören und produzierte Bands wie Big Star (das legendäre dritte Album), die Replacements, Green On Red, Mudhoney, Primal Scream uvm.

Presseschau 14. August 2009

Franz Dobler in der taz über zwei Bücher zum Thema Woodstock („Making Woodstock: Ein legendäres Festival und seine Geschichte (erzählt von denen, die es bezahlt haben)“ und Frank Schäfers „Woodstock ’69: Die Legende„): ↑Das Bad in Gottes Freudentränen

NZZ: ↑Utopie und Geschäft

Sex, drugs and rock ‘n’ roll—↑Woodstock left its mark on baby boomers everywhere

Die Welt über ein Woodstock-Museum in Bethel: ↑Lümmeln im Hippie-Bus

Und auch Willi Winkler schreibt für die Süddeutsche zum Thema: ↑Endlich eine Heimat

Wie harmlos dagegen die Massen in Bethel, ganz weit oben im Bundesstaat New York. Nicht Kanonen-, sondern bloß Schwenkfutter für die gierigen Kameras: freischwingende Schwänze, unbearbeitete Brüste, ein sorgloses Spielen im Schlamm, das Ravi Shankar an die Wasserbüffel in seiner indischen Heimat erinnerte. Wer sich nicht vorstellen kann, welche Freiheit Woodstock wenigstens vorübergehend brachte, soll mal versuchen, seine noch nicht schulpflichtigen Kinder nackt an einem amerikanischen Hotelpool herumlaufen zu lassen.

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Was soll das, Suhrkamp?

Es ist skandalös. Bei seinem Versuch, mit Krimis Geld zu verdienen (darf man das überhaupt?), schreckt der Suhrkamp Verlag selbst vor den übelsten Methoden nicht zurück. So hat er jetzt die kleine und verdienstvolle Edition Phantasia genötigt (Geld? Blanke Gewalt?), folgenden Dialog in Rex Millers „Im Blutrausch“ einzuschmuggeln:

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Presseschau 13. August 2009

R.I.P. Les Paul: ↑Me And My Guitar: Legendary Musician/Inventor Les Paul Dies at 94, ↑Death of the Guitar Man: Les Paul (1915-2009) , die Washington Post ↑setzt auf Fotos, ↑Les Paul Dies, ↑Gitarrenerfinder Les Paul gestorben

Und auch bei Newsweek erinnert sich einer, der dabei war:  Stop being nostalgic for the 40-year-old concert. It was wet, crowded, and overhyped.I Was At Woodstock. And I Hated It.

Jan Delay gibt sich im Welt-Interview bescheiden: ↑„Ich kann es mit Michael Jackson aufnehmen“

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