Das Affige oder die Affirmation

Machen wir uns nichts vor. Der gemeine Leser von erzählender Literatur sucht das Affirmative. Wenn ich ans Meer fahre, sollen gefälligst die Wellen rauschen, wenn man mir Tide bis zum Abwinken verspricht, dann aber bitte Ebbe und Flut vom Feinsten. So ist das Leben eben: eine einzige Bestätigung dessen, was ich irgendwann einmal zu meinem Ideal erkoren habe, damals, als ich noch jung und dumm war (gar nicht negativ gemeint; wer jung ist und nicht dumm, der kann nicht jung sein. Aber Dummheit definiert sich hier als der Zustand vor dem Lernen aus Erfahren und Denken und Schlüsse ziehen).

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Presseschau 24. August 2009

faith_tonesListen, die immer wieder Spaß machen: ↑The 25 worst album covers of all time. Viele unbekannte Abscheulichkeiten, aber auch Abba oder Def Leppard. Deutschland ist zweimal vertreten mit Senor Coconut und – tata!: Gerhard Polt. Mein Lieblingscover ist allerdings „Jesus use me“ von den Faith Tones (angeführt von einer jungen Annemie Hülchrath).

PopMatters ↑bespricht das Buch „Black Postcards: A Memoir“ von ex-Galaxie500-, ex-Luna-Frontmann Dean Wareham.

Die Washington Post ↑bespricht gleich drei – relativ neue – Musikbücher:

  • Selling Sounds: The Commercial Revolution in American Music
  • How the Beatles Destroyed Rock’n Roll: An Alternative History of American Popular Music
  • Perfecting Sound Forever: The Story of Recorded Music

Und die taz ↑freut sich, dass Peter Guralnicks „Sweet Soul Music“ endlich aiuf deutsch erschienen ist.

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Griesgrämig? Ich?

– Aber wie sonst ließe sich erklären, dass ich allein am Wochenende drei Lektüren nach wenigen Seiten frustriert abgebrochen habe? Bücher, in denen schon gleich zu Beginn die geballte Ladung Dahinmenscheln über mir ausgeleert wurde, Bücher, die mir atemlos und ohne Vorwarnung erzählten, es gehe jetzt ums Große und Ganze, um die Tragik der Liebe, das Ruinöse der Begierde oder – wenigstens – um schiefgeschnittene Brotscheiben zum Frühstück.

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Lucifer’s Rising

Fast schon gemütlich beginnt der →Vorabdruck von Martin Comparts Kriminalroman „Die Lucifer-Connection“ bei den Kollegen von Evolver. Wir prognostizieren: Das wird nicht so bleiben. Alles weitere in den nächsten Folgen. Und wer mehr über den Autor und seine Ansichten erfahren möchte, sei noch einmal auf das ausführliche →Interview im Archiv der Krimikultur verwiesen.

Äpfel, Birnen, Vielfruchtmarmelade

„Ein wenig verblüffend mutet die Nominierung des Krimiautors Wolf Haas („Der Brenner und der liebe Gott“) an – hier liegt der häufig bemühte Apfel-und-Birnen-Vergleich nahe.“

Es geht um die „Longlist“ zum Deutschen Buchpreis, die bildungsbürgerliche Variante von „Deutschland sucht den Superstar“, eine scheinbar unfehlbare Methode, pünktlich zur Buchmesse die Kassen klingeln zu lassen, das Feuilleton kritisch zu beleben und bei Parties intellektuell höherstehender Schichten für Gesprächsstoff zu sorgen.

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Presseschau 19. August 2009

Jon Savage hat ein neues Blog beim Guardian und nimmt sich ↑im ersten Eintrag Canned Heats „Going Up The Country“ vor.

Das Wall Street Journal über die Neue der Arctic Monkeys: ↑Monkey Business

Auch kanadische Musiker haben einen Anteil an amerikanischer Musik (und Country im speziellen) wie Jason Schneider in seinem Buch „Whispering Pines. The Northern Roots of American Music . . . from Hank Snow to The Band“ zeigt: ↑Hockey Skatin’ Singing Cowgirls

Too much wolf. Kleiner ↑Choleriker entschuldigt sich ↑in seinem Blog.

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Rex Miller: Im Blutrausch

Dass die Romane Rex Millers wahre Schlachtfeste sind, hat sich inzwischen herumgesprochen. Nichts für Zartbesaitete und Ästheten – aber hier stock ich schon. Denn andererseits steckt hinter dem groben Gemetzel eine filigrane Ästhetik, der Feingeist splattert sozusagen, der Intellekt (von dem der Volksmund mutmaßt, er sei eher „blutleer“) badet in Strömen von Blut, die Literatur (sofern man ihr zubilligt, am Rande auch etwas mit Sprache zu tun zu haben) watet durch den Morast des Ekligen. Na schön. „Im Blutrausch“ eignet sich kaum als das ideale Geschenk für Eltern vierzehnjähriger Töchter. Ein Geschenk bleibt es dennoch.

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Presseschau 18. August 2009

The Quietus ruft Les Paul nach, der eben nicht nur die berühmte Gitarre entwickelte: ↑A Sonic Pioneer Beyond The Guitar

Joe Henry im sz-magazin.de-Interview: ↑“Im Blues liegt große Kraft”

Nicky Wire (Manic Street Preachers) steht auf Take That. Neil Hannon auf All Saints. Das Guardian-Blog listet musikalische Vorlieben mit denen man nicht rechnen konnte: The hidden gems that have pop stars hooked

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Abbruchsieger

Pardon, lieber Unionsverlag, aber du glaubst doch nicht im Ernst, dass ich Petra Ivanovs Roman „Fremde Hände“ bis zur bitteren Neige verkoste? „Die 443 Seiten sind im Nu verschlungen“, so jedenfalls behauptet es die Neue Zürcher Zeitung auf der Cover-Rückseite. Und wer bin ich, einem solch ehrwürdigen Blatt zu widersprechen? Die letzten 300 Seiten jedenfalls hab ich in geschätzten zehn Minuten – nun ja, nicht verschlungen, aber sehr genervt durchgeblättert. Nachdem ich die ersten ca. 140 mit wachsender Befremdung zur Kenntnis genommen habe. Das ist Unionsverlag? Das ist metro?

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