Der Mord als simple Filmkunst betrachtet

Die Filmkunstwerke der Helene Tursten sind radikal. Sie denken das Genre Film zuende, was man leicht daran erkennt, dass ihr jüngstes Werk „Das Brandhaus“ nicht als Film, sondern als Buch daherkommt, obwohl es – was zu zeigen sein wird – natürlich ein Film im Bucheinband ist. Es kurbelt sich sozusagen direkt ins innere Kino des Lesers und okkupiert seine Bildwelten, denn bei allem digitalen Fortschritt auf dem Gebiet des Filmemachens ist nur das menschliche Gehirn in der Lage, „Das Brandhaus“ in seiner avantgardistischen Schönheit, seinem experimentellen Anspruch zu projizieren.

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Vereinswechsel

Eigentlich sollte es ja noch geheim bleiben. Aber inzwischen zieht es als „Gerücht“ längst seine digitalen Kreise: Ja, ich werde ab August bei der Krimi-Couch mitarbeiten. Rezensionen, eine ständige Kolumne – und alles andere läuft wie gewohnt weiter: dieser Blog, das Krimikultur-Projekt… Leicht ist mir diese Entscheidung nicht gefallen. Ich hatte einige kritische Fragen an den Couch-Chefredakteur und … aber lesen Sie selbst.

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Presseschau 17. Juli 2009

U2 kommt nach Berlin. Im Gepäck: die GRÖBAZ, die Größte Bühne aller Zeiten: ↑High-Tech-Messe der dritten Art

Tom Bryant vom Guardian trifft auf guten alten Rock´n´roll aka Tommy Lee:

Interviewing Tommy Lee is never an easy task. Especially when you have to compete for his attention with a 20-year-old groupie wearing a little black dress and no underwear

↑When rock interviews go weird … Weiterlesen

Krimileseleben –1-

Welche Krimis lesen Sie eigentlich – und warum – und wie kommen Sie dran – und was wünschen Sie sich noch von der „Szene“ und was ganz bestimmt nicht? Fragen zum Krimileseleben, und einige Menschen waren so freundlich, mir darauf zu antworten. Manche taten es kurz und bündig, andere ausführlicher. Beginnen wir heute mit den ersten beiden Interviews. Ein erstes Päckchen werden wir dann auch ins →Krimikultur: Archiv einstellen.

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Presseschau 15. Juli 2009

Umzugspläne. Musikexpress, Metal Hammer und Rolling Stone ziehen demnächst um nach Berlin (wo die Mutter Axel Springer Verlag sitzt) und Ulf Poschardt wird ihr Herausgeber, denn ↑„Pop verträgt keine Routine“.

↑End of physical singles? Wenn die Zahlen stimmen: ja. Die Stone Roses landen in den UK-Singlecharts auf Platz 3 mit der Wiederveröffentlichung von „Elephant Stone“ mit 406 verkauften „physischen Tonträgern“ (also Vinylsingles und Single-CDs).  Eine der neuen Hoffnungen von der Insel, Florence And The Machine, landen auf Platz 16 mit 64 verkauften Exemplaren.

Geschichtsstunde. When Polly Met Parish: ↑Walking Through the Years with PJ Harvey and John Parish.

Der Jochen. Distelmeyer streamt einen ersten Vorgeschmack („Wohin mit dem Hass“) auf das neue Album auf seiner ebenfalls ↑neuen Website.


Zeit sparen

Was haben Marquez´ „100 Jahre Einsamkeit“, Don DeLillos „Weißes Rauschen“ und Jonathan Franzens „Die Korrekturen“ gemeinsam? Alle werden sie einem von literarisch interessierten Menschen ans Herz gelegt, nachdrücklich zumeist. Sie stehen aber auch auf einer Liste von The Second Pass

Below is a list of ten books that will be pressed into your hands by ardent fans. Resist these people. Life may not be too short (I’m only in my mid-30s, and already pretty bored), but it’s not endless.

DeLillo’s critique of society has all the depth and insight of the average teenager’s, and sometimes less.

Fired from the canon

Fünf steile Thesen wider das Lesen von Kriminalliteratur

„Das gibt’s doch nicht!“ Fräulein Anna Veronica, wie jeden Morgen als erste vor der wtd-Tür, weil sie als Redaktionsküken für den ordnungsgemäßen Zustand des Frühstücks verantwortlich ist, Fräulein Anna Veronica also, die sonst immer ein Wort auf der scharfen Zunge parat hat, – ist sprachlos. Ein DinA4-Blatt, akribisch handbeschrieben, mit Reißzwecken an die Tür gepinnt. „Fünf steile Thesen wider das Lesen von Kriminalliteratur“ prangt darauf als Überschrift, sie seien den wtd-Konsumenten nicht vorenthalten.

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Ein Verteidiger

So, es ist wieder einmal Zeit für krimihistorische Bildung. Diesmal präsentiert die →„Criminalbibliothek des 19. und frühen 20. Jahrhunderts“ ein weiteres Werk von Dietrich Theden, „Ein Verteidiger“ (1900). Interessanter Mann, das. Redakteur der „Gartenlaube“, Kinder- und Jugendbuchautor, Autor auch des Romans „Menschenhasser“, den man ebenfalls in der Criminalbibliothek lesen kann. Also keine Zeit verlieren!

Krimi und Gesellschaft

Ist der Krimi „die ideale Form des Gesellschaftsromans“, wie es Anne Chaplet glaubt, →Herr Linder aber wohl eher nicht? Keine Ahnung. Ich weiß nur, dass Daniel Defoes „Robinson Crusoe“ auch dort Gesellschaftsroman ist, wo der Held allein auf seiner einsamen Insel fuhrwerkt. Man muss schon lange suchen – wahrscheinlich vergebens -, um einen Roman zu finden, der nichts über die Gesellschaft erzählt, und fände man ihn, würde er, gerade weil er nichts erzählt, sehr viel darüber erzählen.

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Presseschau 12. Juli 2009

„Heutzutage spiele ich bei Konzerten etwa 65 Prozent aller Noten richtig“ erklärt ein Klarinettist und sein Gesicht überzieht ein Anflug von Stolz und Genugtuung. „Vor zehn Jahren waren es vielleicht 40 Prozent.“

Spielt immer miserabel: das ↑Really Terrible Orchestra

Die taz über die Online-Petition gegen die Gema: ↑Der Krieg der Kreativen

Die FAZ über Madness: ↑Melancholie und Party

Die lauteste Band der Welt, die auch schon mit Madonna zusammen auftrat – jetzt.de über Sunn O))): ↑Der direkte Draht nach unten Weiterlesen

Presseschau 9. Juli 2009

Trent Reznor gibt auf der NIN-Homepage ein paar Tipps für aufstrebende aber noch unbekannte Bands: ↑my thoughts on what to do as a new / unknown artist

Forget thinking you are going to make any real money from record sales. Make your record cheaply (but great) and GIVE IT AWAY. As an artist you want as many people as possible to hear your work. Word of mouth is the only true marketing that matters.

John Leckie listet die ↑10 wichtigsten Alben, an deren Produktion er beteiligt war (meine No.1. dieser Liste ist natürlich Magazines ´79er Debüt „Real Life“).

Und wo wir bei alten Helden sind: ↑Richard Hell Repairs the Voidoids’ 1982 Album “Destiny Street”. Am 1. September soll  das Album erscheinen – mit neu eingespielten Gitarren- und Gesangsspuren und den Gastgitarreros Marc Ribot und Bill Frisell.

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Michael Robotham: Dein Wille geschehe

Handy-Thrill. Wer noch nicht von einem notorischen Endlos-Anrufer selbst belästigt wurde, kennt das inzwischen aus dem Kino und weiß, welch dramatische Ausmaße solch fernmündliche Verbindung annehmen kann. Auf jeden Fall, so lassen uns geläufige Filmtitel wissen, darf man ‘Nicht Auflegen’ (USA, 2002), denn der ‘Final Call’ (USA, 2004) bestimmt von nun an über dein Leben, wobei der Täter mit ‘Eagle Eye’(USA, 2008) dem Opfer immer mehrere Schritte voraus scheint. Bei so viel Hollywood-Telefonat-Thrill drängt sich die Frage auf: Schon wieder Telefon-Terror?

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