Der lezze Satz

„Lezz“ sein bedeutet im Saarländischen so viel wie „nicht ganz bei der Sache“ sein. Ein lezzer Satz ist also einer, der einem so rausrutscht, während sich der Kopf gerade mit was anderem beschäftigt, der nächsten Mahlzeit etwa oder dem Für und Wider der Abwrackprämie. Meistens sind solche lezzen Sätze schnell vergessen, es sei denn, irgend jemand schreibt sie auf und stellt sie ins Internet. So ergangen ist es einem lezzen Satz von Burghard Driest. →„Die Befragungen“ haben ihn verewigt – und jetzt rätseln wir, was dieser lezze Satz bedeuten soll…

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Augenwurm

Es ist ärgerlich, sehr ärgerlich. Sagte Herr Bonnich, der Vorsitzende von „Krimi anders lesen, bitte“ (K.A.L.B.). Man schaue doch nur hin zur Musik! Gerade jetzt! Wo sie alle wieder vor plärrenden Radios und hinter stinkenden Rauchschwaden im Garten beim Grillen sitzen! Und wenn du Pech hast, beschallen sie dich an linden Sommerabenden xmal mit – Herr Bonnich überlegte – DIESER LADY GAGA!

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Uschi (mach kein Quatsch)

Auf den ePetitions-Seiten des Deutschen Bundestags findet man jetzt eine Petition „Internet – Keine Indizierung und Sperrung von Internetseiten“ (auch gerne mal Anti-Zensursula-Petition genannt):

Text der Petition

Wir fordern, daß der Deutsche Bundestag die Änderung des Telemediengesetzes nach dem Gesetzentwurf des Bundeskabinetts vom 22.4.09 ablehnt. Wir halten das geplante Vorgehen, Internetseiten vom BKA indizieren & von den Providern sperren zu lassen, für undurchsichtig & unkontrollierbar, da die „Sperrlisten“ weder einsehbar sind noch genau festgelegt ist, nach welchen Kriterien Webseiten auf die Liste gesetzt werden. Wir sehen darin eine Gefährdung des Grundrechtes auf Informationsfreiheit.

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Man wird ja wohl noch träumen dürfen

Stellt euch mal vor: Ich rufe hier auf, mir doch bitteschön 20 oder 30 Euro zu überweisen, damit ich in Ruhe einen Krimi schreiben kann. – Und ihr macht das wirklich! Nach ein paar Wochen hab ich 50.000 Euro zusammen! Würde doch reichen: Davon kann man ein Jahr leben, die Herstellungs- und Versandkosten zahlen, bisschen Werbung machen. – Hm, ziemlich dämliche Vorstellung, oder? Andererseits: In der Musik scheint das tatsächlich zu funktionieren, wie →die taz heute berichtet. Is halt ne andere Kultur, irgendwie. Die sind besser drauf vorbereitet, wenn die andere Kultur tatsächlich kommt…

Barnaby, gestern

Okay, die Altrocker waren etwas überzeichnet. Aber eben nur etwas. Und dass die Musik der imaginären Bluesrock-Legende „Hired Gun“ wirklich so originell gewesen sein soll, wie es uns die erzählte Legende verklickern möchte, nun, das hat man nach den wenigen Klangkostproben eh nicht geglaubt. Dennoch: Ich gehöre einer Generation an, bei der Filme, in denen Suzi Quadro gemeuchelt wird, sofort Sympathien wecken.

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Vergleich der Woche

Nach der Lektüre von Fred Vargas‘ „Der verbotene Ort“ unvermittelt zu „Pharmakos“ von Andreas Laudan zu wechseln, ist wie…
… bei Anobella Bratkartoffeln mit Sülze zu essen und sich danach am Wiesbadener Hauptbahnhof eine verkohlte Bratwurst reinzuquälen.

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Wie und warum man Leser beschimpft

Leserbeschimpfung? Ja, ich gebs zu: Die gestatte ich mir zuweilen. Nicht weil sie, die Leser, lieber Steinfest als Rudolph lesen, das Krimijahrbuch nicht kaufen oder ihnen alte Krimis am Allerwertesten vorbeigehen. Schon gar nicht, weil ich Leser (das „innen“ denke man immer mit) für dumm hielte. Tue ich gar nicht. Ich stelle mir bloß vor, wie diese Leser zu Konsumenten herabgewürdigt werden, wie man ihnen ohne Unterlass die Ohren volllügt, sie an allen Gliedmaßen zerrt, kurz: Wie man sie systematisch verdummen möchte.

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Michael Gruber: Shakespeares Labyrinth

Der Mensch ist ein Körper. Dazu gesellt sich der Verstand, und alles wird ungemein kompliziert. Was dann an Realitäten und Wahrnehmungen entstehen kann, zeigt uns der Mann, der unzählige Betrachtungsweisen durch Raum und Zeit geschickt zusammenklaubt, um sie elegant aufeinanderprallen zu lassen. So z. B. geschehen in der Jimmy Paz-Trilogie (vgl. Wendekreis der Nacht, 2004 ; Das Totenfeld, 2007 und das noch nicht übersetzte Night of the Jaguar, das im Frühjahr 2010 in deutscher Übersetzung vorliegen soll).

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Pandoras Büchse, offen

Fritz Effenberger nimmt sich auf Telepolis noch mal den „Heidelberger Appell“ vor

Was uns aus der Reuß-Tirade gegen digitale Publikationsmedien entgegenschlägt, ist kaum verhüllte Technophobie.

und formuliert einen eigenen „Augsburger Appell“:

Ich fordere daher die politischen Kräfte in unserem Land auf, nicht weiter über naive, da technisch unwirksame Verbote nachzudenken, sondern über die aktive Gestaltung des Urheberrechts in einer Zeit des technischen Umbruchs: Jeder Bürger kann sich heute via digitaler Weitergabe jedes Buch, jeden Film, jedes Musikstück besorgen, ohne dass dies technisch verhindert oder mitverfolgt werden kann; der Preis für die Verhinderung oder Aufdeckung wäre die Zerstörung des Internet, wie wir es kennen. Die Gesetze müssen dieser Realität entsprechend reformiert werden, der Urheber muss die ihm zustehende Vergütung erhalten

↑Geistiges Eigentum als Heidelberger Postkartenidylle

Verantwortungslose Kampagne

Das Aktionsbündnis “Urheberrecht für Bildung und Wissenschaft’ nimmt in einer Presseerklärung Stellung zur fleissigen Lobbyarbeit der Initiatoren des „Heidelberger Appells„:

Das Aktionsbündnis „Urheberrecht für Bildung und Wissenschaft“ hat mit Bedauern und Sorge zur Kenntnis genommen, dass die für die Heidelberger Erklärung Verantwortlichen (Referenz dazu am Ende) ihre verantwortungslose Kampagne fortsetzen und sich nun auch direkt an die Bundeskanzlerin gewandt haben, damit diese sich für „Publikationsfreiheit und die Wahrung der Urheberrechte“ (so im Titel der Erklärung) einsetze.

Ein solcher Appell wäre an sich sicher in Ordnung, wenn nicht, so der Sprecher des Aktionsbündnisses Prof. Rainer Kuhlen, in der Heidelberger Erklärung ein rückwärts gerichtetes und pur individualistisches Verständnis von Freiheit und Rechten deutlich würde, das an den rechts-konservativen Bund Freiheit der Wissenschaft aus den 70er Jahren erinnert.

Die gesamte Presserklärung: →Für ein vorwärts, nicht rückwärts gerichtetes Urheberrecht

Tapfer

Stefan Niggemeier geht dahin, wo es richtig wehtut und klickt sich durch das Online-Angebot von RTL:

Ich bin immer versucht, die Texte, die dort erscheinen, dadurch zu erklären, dass sie von indischen Kindern neben ihrer Teppichknüpfarbeit geschrieben werden, aber dann wären sie besser. Wahrscheinlicher ist die Theorie, dass es sich um Rückübersetzungen aus dem Klingonischen handelt.

Mit vielen „schönen“ Beispielen: →Deutschland, ein Stilblütenmeerchen

Selma Mahlknecht: Es ist nichts geschehen

Kleiner Werbespruch gefällig? – Bitteschön: ACHTUNG! Dieses Buch legt Ihre Nerven blank! Vergessen Sie die üblichen Blutfestspiele! Denn in diesem Buch passiert – nichts! Na, das ist jetzt dick aufgetragen, aber wie soll man sonst jedermann zuposaunen, dass auch in Texten, die ganz sicher nicht „für das Genre“ geschrieben wurden, manchmal mehr Genre steckt als dort, wo einem das Wort „Thriller“ schon von weitem lüstern entgegenlacht?

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gemein 012

Stefan Niggemeier geht dahin, wo es richtig wehtut und klickt sich durch das Online-Angebot von RTL:

Ich bin immer versucht, die Texte, die dort erscheinen, dadurch zu erklären, dass sie von indischen Kindern neben ihrer Teppichknüpfarbeit geschrieben werden, aber dann wären sie besser. Wahrscheinlicher ist die Theorie, dass es sich um Rückübersetzungen aus dem Klingonischen handelt.

Mit vielen „schönen“ Beispielen: →Deutschland, ein Stilblütenmeerchen

Vargas im Fernsehen

Schon mal zum Vormerken: Im Spätsommer / Herbst zeigt das ZDF die Verfilmungen von vier Fred-Vargas-Romanen. Die Sendetermine, laut Aufbau Verlag:

Der vierzehnte Stein: Sonntag, 30.8., 22 Uhr
Es geht noch ein Zug von der Gare du Nord: Sonntag, 6.9., 22 Uhr
Bei Einbruch der Nacht: Sonntag, 13.9., 22 Uhr (Teil 1) und Sonntag, 20.9., 22 Uhr (Teil 2)
Fliehe weit und schnell: Sendetermin steht noch nicht fest, es soll aber ein Montag, 22.15 Uhr sein

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