Kapitel XVI

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Was bisher geschah: Wickius hat die künstliche Südseeinsel IDIOT erreicht, auf der die deutschen Krimischaffenden Fortbildungskurse in Plotten, Surfen und Deutsch besuchen. Er wird inhaftiert. Die bezaubernde US-amerikanische Geheimagentin Claudine Schrunz befreit ihn. Doch der böse Alte macht ihnen einen Strich durch die Rechnung. Der zugedröhnte Giorgio zielt mit einer Schrotflinte auf Wickius. Er drückt ab. — Das Kapitel endet mit orgiastischen Kopulationsszenen und ist daher für zartbesaitete Gemüter kaum geeignet.

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Diesmal nicht

Der Alligator hat wieder Urlaub. Ich weiß auch wo. In einem Land mit ausgeprägter Krimikultur, manche nennen das, was von dort kommt, skurril. Momentan steht wieder einer von denen ziemlich hoch in der Bestenliste. Aber darum sollte es hier eigentlich gar nicht gehen. Sondern: Sorry, ich kann diesmal die Alligatorvertretung nicht übernehmen. Hab genug anderes zu tun. Also müssen andere ran. Wer überwindet sich? Ludger, Bernd, Axel, Georg, Anobella, JL? Oder alle zusammen?

Neues für die Wortschatztruhe

Auch Kriminalromane leben vom Wortschatz ihrer Macherinnen und Macher. Nun ja, wird man sagen, die deutsche Sprache ist reichhaltig genug, da findet ein jeder was er braucht. Das ist richtig. Dennoch kann es nie schaden, von Zeit zu Zeit neue krimispezifische Wörter zu kreieren. Wir beginnen mit vier davon, denen gemeinsam ist, dass sie garantiert bei jeder Google-Suche zu 0 Treffern führen. Bis jetzt…

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Pieke und die Kaffeesteuer

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Was zoll’s, sagte sich Pieke Biermann schön apostophphil und ging für ihre neue Krimireportage aufs Zollamt Berlin-Schöneberg. Was sie dort erlebt hat, kann man unter dem Titel „Drei, zwei, eins – keins!“ hören oder lesen oder beides. Und zwar am Sonnabend, 1. September 2007 in DER TAGESSPIEGEL (lesen) und im RBB-Inforadio 93,1 um 11:45 Uhr (hören). Wiederholungen zum Hören: um 19:45 Uhr und in der folgenden Nacht um 0:45 und 05:45 Uhr. Podcast: aufs Bild klicken. Sechs, fünf, vier – viel Pläsir!

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Erklär mir das mal jemand

„Um Kriminalromane zu schreiben, braucht man Weltkenntnis“, schreibt Tobias Gohlis in seiner →Ritzel-Rezension. Das versteh ich ja doch. Aber dann setzt er als Konsequenz hinzu: „deshalb geben erstaunlich viele Krimiautoren „Journalist“ als Erstberuf an“. Und jetzt bin ich baff. Heißt das, als Journalist verfüge man per se über „Weltkenntnis“? Kann doch wohl nicht gemeint sein, oder? Ich frag ja nur.

Alan Furst: The Foreign Correspondent

Mit „The Foreign Correspondent“ schreibt Alan Furst seine Darstellung der Geschichte des 2. Weltkriegs fort. Wieder einmal stehen die kleinen, scheinbar unbedeutenden Figuren der Zeitgeschichte im Mittelpunkt seiner Darstellung. Eine Gruppe von italienischen Immigranten in Paris ist es diesmal. Mitten unter ihnen Carlo Weisz, Korrespondent vom Nachrichtendienst Reuter und Herausgeber der geheimen Zeitung der Gruppe, welche regelmäßig auf gefährlichen und verschlungenen Wegen nach Italien geschmuggelt wird.

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Willy Astor: The Sound Of Islands Vol. IV

Willy Astors Vision der Inselklänge ist inzwischen zu einem echten Bandprojekt angewachsen. Waren die ersten beiden Teile mehr oder minder reinrassige Gitarren-Alben, vollzieht der jetzt erschienene vierte Teil den Schritt zum fast gleichberechtigten Quartettklang. Speziell Pianist und Arrangeur Martin Kälberer bekommt viel Raum, so dass bei manchen Songs eher die Tasten als die Saiten dominieren.

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Kapitel XV

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Was bisher geschah: Wickius sitzt voll in der Scheiße! Nämlich in einem Kerker! Wo? Auf IDIOT, der künstlichen Südseeinsel! Was passiert dort? Sämtliche deutsche KrimiAutorInnen befinden sich auf IDIOT, um eine Weiterbildungsmaßnahme zu absolvieren! Sagt der komische Alte! Aber er lügt! Und Wickius deliriert said Stunden! Wow! Spannend! Klar, dass diese Folge mit einem sauguten Cliffhanger endet!

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Argumente

„Passma auf, Axel“, sag ich, „das Dumme ist: Ich weiß, wo du wohnst. Noch dümmer: Ich neige von Natur aus zu körperlicher und seelischer Gewalt. Am allerdümmsten: Ich müsste nicht einmal selbst nach Berlin kommen, ich kenn dort ein paar ziemlich harte Jungs, die mir noch einen Gefallen schuldig sind. Also?“ – Und sieh an: Heute endlich hat Kollege Bussmer seine →Besprechung des formidablen Paprotta-Porträts „Die Zeichen der Vier“ auf dem Blog. Danke, Axel!

Darf man? Darf man nicht?

Unsere verfeinerte Zivilisation hat einige begrüßenswerte Errungenschaften gezeitigt. Dass in Gesellschaft weder gerülpset noch gefurzet werden sollte, zum Beispiel. Selbst die deutsche Krimikultur, mag sie als solche auch selten erkennbar sein, hat ihre Höflichkeitsregeln. Die erste und wichtigste: Beschmutze, oh Schaffende/r, niemals dein eigenes Nest! Hm. Aber genau das ist mein Problem.

Denn spätestens ab Juli 2008 werde ich wohl alle Bedingungen erfüllen, um einen Mitgliedsantrag beim SYNDIKAT, der Vereinigung deutschsprachiger KrimiautorInnen, stellen zu können. Rein theoretisch jedenfalls. Das sind dann also alles meine Kolleginnen und Kollegen, wir sitzen im gemeinsamen Nest und bemühen uns, nicht mit Dreck aufeinander zu werfen. Genau das tue ich aber seit geraumer Zeit – nicht mit Dreck werfen, aber doch die eine, den anderen meiner zukünftigen Mitschaffenden rezensionsmäßig am Näschen fassen, sozusagen. Und das darf ich dann nicht mehr?

Ich bin ratlos. Nein, besser: zerrissen. In Zukunft keine Krimirezensionen mehr? Oder nur noch positive (das darf man nämlich merkwürdigerweise immer!)? Wer kann mir bei dieser Entscheidungsfindung helfen? Niemand? Doch! Eine! Anne!

An Frau Chaplet scheiden sich die Geister. Nicht nur, was ihre literarische Produktion betrifft, aber das gehört eh zum Berufsbild, dass dich die einen lieben und die anderen nicht ausstehen können. Nein, was man Anne Chaplet vor allem verübelt, ist ihre Frechheit, auch vor KollegInnenschelte nicht zurückzuschrecken.

Nehmen wir den →Tagebucheintrag vom 21. August 2007. Es beginnt mit einem geschickten Verweis auf Chaplets Tätigkeit als FOCUS-Krimikritikerin. Wir erinnern uns: Im Focus kritisieren KollegInnen (außer Chaplet noch Henrike Heiland, Manuela Martini, Ralf Kramp, Harry Luck und Horst Eckert) KollegInnen, und zwar straight to the rules, also ausschließlich lobeshymnend. In ihrem Tagebuch weicht Anne davon ab und verflucht ihre Tätigkeit, „für die man manchmal auch Kriminalromane eines Blickes würdigen muß, die man lieber nicht zuende liest. Da wird oft derart ins Klischee gegriffen, daß man Margit Schreiner versteht, wenn sie sich vom Gedanken verabschiedet hat, es auch einmal mit einem Krimi zu versuchen.“ (Der Frau Schreiner möchte man ins Gebetbuch schreiben, dass nur der oder die aus dem Klischee nicht herauskommt, die bereits hüfttief drinsteckt.)

Hernach kommt sie – das Fräuleinchen Anobella wird’s freuen – auf Juli Zeh zu sprechen, die ja gerade das Genre aufmischt. „Was ist da wohl Großes zu erwarten von einer Autorin, die sich mit Nabokov vergleicht und bei der selbstredend nichts an der Oberfläche bleibt? Hoffentlich mehr als so ein unglaublich dummes Geschwätz.“

Und nach einem Klatscher für die Herren Kirchhof und Spinnen fasst die Chaplet zusammen: „Mit manchem möchte man sich eben nicht gemein machen. Nicht mit den Verhunzern des Genres, die sich bei mäßigen Autoren ebenso finden lassen wie bei den Echtliteraten, die zum zigsten Mal die Gesetze des Genres lustvoll brechen möchten. Würg.“

Wer sich so artikuliert, braucht in Deutschland um sein Image nicht zu fürchten. Eine Neiderin, ein Schandmaul, eine Wegbeißerin, doch, es gibt eine Menge Vokabular in unserer Sprache, die den Umstand geißelt, dass da eine die eigene Zunft massakriert. Tut man nicht. Kein Arzt tut das, kein Lehrer, kein Kritiker, kein Elektroanlageninstallateur. Man teilt natürlich aus, aber bitteschön immer extern. Der Arzt schimpft über den Lehrer, der Autor über den Kritiker, der Kritiker über die doofen Leser – Hauptsache, die Küken im eigenen Nest müssen keine Federn lassen.
Nun ist ja wer im Krimigewerbe zu tun hat, nicht per definitionem weltfremd und weiß also, dass einer und einem jeden die eigene Haut lieber ist als die fremde und eine negative Äußerung natürlich eine hinterhältige Waffe, mich in den Kleinkriegen des „Marktes“ zu behaupten. Nur: Als Generalverdacht taugt das nicht. Zumal ja wer wem ans Bein pinkelt auf das Zurückpinkeln vorbereitet sein muss. Ein wenig Aufmischen täte der Szene ganz gut, wobei wie so oft nicht alles so heiß gegessen wie gekocht wird. Mir gefällt ein Buch nicht, ich versuche zu erklären, warum es mir nicht gefällt – und das wars dann schon.

Was meinen nun die Leserinnen und Leser? Darf man, selber Krimiautor, die Ergüsse der Zunft überhaupt kritisieren? Und wenn ja: nur positiv, bitte? Oder, wenn schon, dann mit allen Konsequenzen, notfalls bis zum Verriss? Mir würde ohne letzteren schon etwas fehlen, obwohl ich lieber lobe (was mir jetzt kein Mensch glaubt, ich weiß). Um Antwort wird gebeten.

Josh Rouse: Country Mouse, City House

Josh Rouse ist schon ein ganz Süßer. Nicht nur, dass er uns mit dem besten Reim seit ‚Haus-Maus-Klaus‘ überrascht, nein, er stellt mit „Sweety“ auch einen Song an den Anfang, der nicht nur Diabetiker in die Knie zwingt. Der Song hat zwar alles, was die Musik von Josh Rouse so großartig macht, ist aber dermaßen karamellisiert vorgetragen, dass man sich kurzzeitig freut, dass die Platte nur neun Lieder lang ist. Nicht dass Rouse jemals fordernd oder laut gewesen wäre, aber das ist einfach zu viel.

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Persönlichkeitsveränderung

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Seit einem Jahr halte ich mich nun schon in einer seltsamen Zwischenwelt auf. Zunächst schien ja alles noch vertraut, ich schwebte über meinem Redaktionstisch. Dann war mir, als ob ich in einem Wandschrank steckte – in Dieters Treppenhaus! Die Zeichenkräfte wollten mir schwinden… Draußen rasselte eine wahnsinnig gewordene Tastatur, dann roch es nach Grillfest, dann wieder die Tastatur.

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