Auf Pieke Biermanns Kriminalreportagen weise ich gerne hin, auch wenn der Alligator wieder höchstselbst das Maul über den Wasserspiegel reckt und alles frisst, was ihm vors Sammlerauge kommt. Also. Pieke Biermann. Kriminalreportage. Am Samstag. Titel: „Respekt! Respekt!“
Am Sonnabend, 8.Juli 2006, in DER TAGESSPIEGEL und auf RBBinfoRADIO 93,1 um 11:45*
Gabriele Wolff: Ein dunkles Gefühl
Apropos Designkrimis: Man gönnt es ihnen ja, den Fließbändlern in den Krimifabriken, wo sich ein normierter Handgriff an den nächsten reiht, wo der Intellekt auch mit „c“ geschrieben werden könnte, ohne gleich in der Wortspielhölle schmoren zu müssen. Sollen sie doch im Legoland der seichten Unterhaltung Erfolg haben. Es geht auch anders. Nicht gewollt gegen alle „Gesetze“, aber doch mit Variationen derselben. Siehe Gabriele Wolff und „Ein dunkles Gefühl“.
WeiterlesenLobet das Krimijahrbuch…
solange es eins gibt. Dietmar Jacobsen von → TourLiteratur hats getan. Da aber nicht zu loben ist, was nicht gelesen ward: →hier kann man es kaufen. Und lesen. Und loben.
Ein schlimmer Verdacht
Gestern Fußball geguckt? Hm? Die Namen dieser Italiener mal studiert? Perotta. Zambrotta. Was aufgefallen? Genau. -otta. Jetzt frage ich Sie: Soll ich im ersten Band der „Krimiporträts“ etwa das Hohelied auf eine Frau singen, die möglicherweise eine so fragwürdige familiäre Vergangenheit hat? Ist mir das zuzumuten? Und wenn ja: Bräuchte es nicht ein Trostpflaster von, sagen wir mal, fünf zusätzlichen Vorbestellungen? Fünf Euro all inklusive. Eine Pizza beim Heimservice weniger.
Opening Shots Project

Filmkritiker Jim Emerson hat in seinem „Scanners“-Blog ein neues Schwerpunktthema: gefunden: im „Opening Shots Project“ analysieren er und Kritikerkollegen wie Leonard Maltin Anfangsszenen von Spielfilmen.
Der fortgeschrittene Filmfreund testet sein Eröffnungsszenenwissen an einer Reihe von Standaufnahmen (→ Quiz 1 , → Quiz 2). Obiges Bild gehört dabei zu den einfachereren!
Der HERR Patzer…
…ist ein reuiger Sünder. Eben noch mussten wir ihn, den Vaterlandsverräter und Saarlandbeschimpfer, für vier Wochen aus den Kommentatorenlisten streichen, jetzt macht er seine Vergehen wenigstens halbwegs wieder wett. Carl von Holteis „Schwarzwaldau“ nämlich ist einer der →„Tipps des Monats“ bei literaturkritik.de, wo der HERR Patzer das Buch ja →euphorisch genug gelobt hat. Okay, nur noch zwei Wochen Abstinenz, HERR Patzer, strengen Sie sich an, tun Sie Buße und Gutes. Ach ja: Man kann das Buch natürlich über Amazon bestellen. Muss dann aber warten. Und der Herausgeber kriegt nicht so viel ab vom Kuchen. Wer das Buch direkt hier ordert, hat es postwendend, tut ein gutes Werk für die alten Krimis und bekommt einen Gratiskommentar auf wtd gutgeschrieben. Ist doch ein Angebot.
Folge 1: Das Interregionale

Kurz vor dem Offenbarungseid? Mehr Krimis gelesen als Georges Simenon geschrieben hat? Stets bereit, die Tinte aus der Feder sprudeln zu lassen, bevor die Ideen aus dem Hirn fontänen? Mit einem Wort: Skrupellos genug, ein(e) deutsche(r) Kriminalschaffende(r) zu werden? Nun denn, wohlan. In unserer neuen kleinen Sommerreihe erklären wir dir, wie du es schaffst, ein Erfolgskrimiautor zu werden und nach 300 Seiten die ersten Millionen an die Pforte deiner Sparkasse klopfen zu hören. Wir geben dir die ultimativen Ratschläge, wie du wenigstens vier Millionen Krimileser erreichst. Das ist wissenschaftlich bewiesen! Und wie du somit, bei einem durchschnittlichen Honorar von zwei Euro pro Buch (gebunden, Schutzumschlag) 8 Millionen Euro vor Steuern einsacken kannst. Denn vier Millionen mal 2 macht acht Millionen. Das ist mathematisch bewiesen! Beginnen wir mit dem Wichtigsten: den Tatorten.
WeiterlesenChuzpe
WeiterlesenEs gibt ein paar ärgerliche Fehler in Ihrem Buch, zum Beispiel wenn da vom 9. September statt vom 11. September die Rede ist.
Ich wollte endlich mal ein Buch über Deutschland schreiben, das nicht nach Pfeifenschmauch riecht und Bedächtigkeit, sondern eines, das Tempo hat und Pop, in dem Joachim Lottmann und der Berliner Club „White Trash“ vorkommen. Leider hat es an manchen Stellen soviel Tempo, daß das Lektorat nicht mehr hinterhergekommen ist. In der nächsten Ausgabe werden die Fehler ausgemerzt sein.
Ist das der Dank?
Wir sind wütend. Wir sind traurig. Einen ganzen Monat lang haben wir unsere Arbeitskraft uneigennützig in den Dienst der urlaubenden Handtaschen gestellt, dieser – man muss es einmal sagen – versoffenen, fußballtrunkenen und urlaubsgeilen Bande urzeitlicher Schrumpelhäuter.
WeiterlesenVictor Gischler: Suicide Squeeze
Das Objekt der Begierde ist eine Sammelbildkarte Joe DiMaggios, Baseballstar der 30er und 40er Jahre, versehen mit den Unterschriften des Sportlers, Marilyn Monroes, mit der DiMaggio verheiratet war, sowie der von Billy Wilder, einem der Regisseure Monroes. Die Karte gerät ins Gesichtsfeld Ahira Kurisakas, eines japanischen Multimilliardärs, der meint sie besitzen zu müssen, um einen Sammlerkonkurrenten auszustechen. Koste es was es wolle. Eine ganze Meute von Personen macht sich auf die Suche nach der Karte, als dieses Interessen bekannt wird, denn die Karte ist verschwunden und soll Raub der Flammen geworden sein.
WeiterlesenÄrger die Handtasche
Der Alligator, bisweilen auch Krokodil, Panzerechse oder einfach Handtasche genannt, ist wieder da. Körperlich. Geistig nähert er sich erst langsam der gewohnten Hochform. Klappert lustlos die Zeitungen ab. Deutschland, Österreich – aber Schweiz? Na, was kann denn schon in einer Schweizer Zeitung stehen?
WeiterlesenPimp my Kuchen
Der Spreeblick backt einen WM-Kuchen (mit ausführlicher Bastelanleitung).
Prospektives 2

Die gute Nachricht: Bald gibt es neue Krimis. Und die schlechte: Sie sind noch nicht da. Aber Vorfreude ist der erste Schritt zum Lesespaß und deshalb hier die zweite Folge eines genüßlichen Streifzugs durch die Prospekte führender deutscher Krimiverlage, den Spätsommer und den Herbst 2006 betreffend.
WeiterlesenRobbie Watts
Der australische Gitarrist stirbt überraschend kurz nach einem Auftritt seiner Band in Bendigo.
Robbie „Rocket“ Watts war seit 1990 Mitglied der Cosmic Psychos, die von diversen Grunge-Bands (wie Pearl Jam oder Mudhoney) als großer Einfluß genannt werden.
Na sowas!
Nichtsahnend surfe ich so vor mich hin…komme auf eine Krimiseite namens „kaliber .38″…Wörtche, Wörtche, der Name sagt mir jetzt nichts, aber mal gucken…und was finde ich? Eine brillante, euphorische, mit sämtlicher Weisheit des Okkzidents gespickte Besprechung von →„Schwarzwaldau“! Da ist der Tag doch schon gelaufen! Und am Montag wird es der aus dem Urlaub zurückgekehrte Hauptalligator auch noch vermelden! Bin mir sicher! Sollte mal nicht…
Im stillen Gedenken
Das elfte Gebot:
D U – S O L L S T – N I C H T – L Ä R M E N !
Robert Gernhardt (1937 – 2006)
Robert Gernhardt
Der Lyriker, Cartoonist, Maler, Drehbuchschreiber und Kritiker stirbt 68jährig in Frankfurt.
Alligatorkostüm ausziehen! Letzter Tag!

Am Montag hat das Drama ein Ende. Braungebrannt, ermüdet von Wein, Weib und Fußballgesang entern die Original-Alligatoren ihre Büros und machen sich fluchend an die Arbeit. Mallorca war so schön! Der Sangria so billig! Und die Eimer, in denen er serviert wurde, größer als die, in den man ihn erbrach. Jetzt: Zurück. Deutschland ist ausgeschieden, Argentinien lacht.
WeiterlesenAus dem Archiv
Für heute habe ich eigentlich nichts. Die Hitze, die Schwüle. Die über-, ja unmenschliche Arbeit als Ersatzalligator. Aber ohne Beitrag (die Ersatzalligatorenschaft jetzt mal ausgenommen)? Das halten doch die Leser nicht aus! Denen wird was fehlen! Wohldenn. Vorgestern zufällig auf meiner Festplatte gefunden: ein Prolog des geplanten Essays „Was ist Krimi. Eine Begriffszertrümmerung“. Ohne Fragezeichen, darauf lege ich wert. Ist ein wenig ins Abseits gerückt, das Projekt, aber noch nicht aus den Augen verloren. DIESEN Prolog werde ich wahrscheinlich nicht verwenden oder wenn doch, dann überarbeitet. Ich drucke ihn mal nachfolgend ab. Ellenlanges Teil, fast vier Din A 4 – Seiten. Das reicht übers Wochenende.
WeiterlesenWoven Hand: Mosaic
Der Attributespeicher für David Eugene Edwards ist leer. ‚Apokalyptisch‘ hatten wir schon, ‚düster‘ sowieso und der ’spirituelle Wanderprediger‘ hat sich auch abgenutzt. Dabei kann Edwards wie kein anderer ‚Hallelujah‘ singen.
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