Obwohl klar dem Country zugewandt, sind Two Gallants mit den Labelkollegen Bright Eyes nicht vergleichbar. Während Conor Oberst mehr den Typ verkörpert, der es angeschossen über die Grenze nach Mexiko schaffen muss, um das letzte Mal seine Liebste zu sehen, haben Two Gallants mehr von Billy The Kid: Kämpfen bis zur letzten Kugel, zynisch lächelnd aus dem Leben scheiden und den letzten Atemzug an eine Zigarette verschwenden.
WeiterlesenBelle & Sebastian: The Life Pursuit
Keine Frage: Die Musik der liebevollen wie auch eigensinnigen Schotten hat sich gewandelt. Die Sechziger und Siebziger sowie der Glam Rock im Speziellen haben ihre Spuren auf dem neuen Album hinterlassen.
Manchmal scheint es, als hätten Stuart Murdoch & Co. zu viel Beach Boys („White Collar Boy“) oder auch T.Rex („The Blues Are Still Blue“) gehört. Was ja rein mit Pop-Sachverstand betrachtet kein Frevel ist. War doch schon auf dem letzten Album, ‚Dear Catastrophe Waitress‘ (2003), eindeutig zu erkennen, dass B&S fröhlicher denn je klangen.
Belle & Sebastian – The Life Pursuit
Keine Frage: Die Musik der liebevollen wie auch eigensinnigen Schotten hat sich gewandelt. Die Sechziger und Siebziger sowie der Glam Rock im Speziellen haben ihre Spuren auf dem neuen Album hinterlassen.
Manchmal scheint es, als hätten Stuart Murdoch & Co. zu viel Beach Boys („White Collar Boy“) oder auch T.Rex („The Blues Are Still Blue“) gehört. Was ja rein mit Pop-Sachverstand betrachtet kein Frevel ist. War doch schon auf dem letzten Album, ‚Dear Catastrophe Waitress‘ (2003), eindeutig zu erkennen, dass B&S fröhlicher denn je klangen. Diese Tendenz setzt sich nun fort. In den Texten wie auch in der Musik. Die Leichtigkeit des Seins hat die Band voll und ganz gepackt. Womit sie sich bei ihren vielen eingeschworenen Fans vielleicht nicht nur Freunde machen werden. Andererseits sollte man sich über die vielen Jahre auch ungezwungen verändern dürfen. Oder stöberten sie vielleicht nur in zu vielen Second Hand-Läden, als sie in Los Angeles weilten, um die Songs einzuspielen?
Belle & Sebastian
The Life Pursuit
Rough Trade
VÖ: 10.2.2006
Deutscher Krimi – Trends 06

Was trägt der deutsche Krimi in der heurigen Saison? Diese spannende Frage stand im Mittelpunkt des diesjährigen Spätwintertreffens der Krimiautoren-Innung SISYPHOS im romantischen Bad Wildungen. Das wichtigste Ergebnis vorweg: In Zukunft dürfen auch Frauen Krimis schreiben!
WeiterlesenGamine: Sabotage
„Sabotage“ ist ein Album voller akustischer und optischer Täuschungen. Oder anders gesagt: Etwas Hübsches hat man so lange in noch hübschere Verpackungen gesteckt, bis man sich gar nicht mehr erinnert, was eigentlich drin war.
WeiterlesenDidier Daeninckx: Statisten
Und die Moral von der Geschicht: Du kannst aus diesem Leben flüchten, wohin du willst; es holt dich ein. Sagt Didier Daeninckx in seinem Krimi „Statisten“. Eine bittere Erkenntnis? Eine tröstliche.
Valère Notermans ist Jedermann. Seiner Frau und ihres leeren Geschwätzes überdrüssig, seines Jobs ebenso, sucht er einen Ort, an den er flüchten kann, und findet das Kino. Wann immer ihm danach ist, fährt er auf obskure Filmfestivals in der französischen Provinz und versenkt sich mit seinesgleichen in die wunderbare Weltferne der reinen Filmkunst. Da trifft man Leute, deren Lebensinhalt sich im listenmäßigen Erfassen aller Statisten des „Ben Hur“-Films erschöpft, man schwelgt im Abseitigen, das, weil abseitig, exklusiv ist und von Kennermund in Kennerohr geraunt wird.
Clifton James
Der US-amerikanische Schlagzeuger stirbt 59jährig in Chicago.
Jahrbuch – fertig, Jahrbuch – neu
Das Krimijahrbuch 2006 ist auf dem Weg in die Produktion. Puh. Verschnaufen. Und gleich das nächste Jahrbuch. Diesmal: Das Jahrbuch der „Criminalbibliothek des 19. Jahrhunderts“. Mehr dazu → hier , wo man auch den soeben eingestellten Fortsetzungsroman „Warenhaus Groß & Komp.“ (1907) von Auguste Groner einsehen und bei Gefallen herunterladen kann. Zwar schon 20. Jahrhundert, aber so krimipäpstlich ist man ja nicht. Ach ja: Die Subskriptionsfrist für „Schwarzwaldau“ läuft heute ab. Definitiv.
The Small Faces: Under Review
Zugegeben, ich hatte mir von dieser DVD etwas mehr versprochen als „nur“ eine „unabhängige kritische Analyse“ (so der Untertitel) zu einer der wichtigsten britischen Bands der 1960er Jahre. Die Small Faces starteten 1965 als R & B-Epigonen, entwickelten sich schließlich zu einer ernstzunehmenden Beat-, letztlich psychedelisch angehauchten Rockband, die mit ihrem finalen Album „Ogdens‘ Nut Gone Flake“ (1968) Musikgeschichte schrieb und etliche nachfolgenden Genres – von Punk, Hardrock bis BritPop – nachhaltig beeinflusste.
WeiterlesenAusgebremst

(Manchmal hilft ein genauer Blick, wo die große Rundumschau einer Rezension nicht weiterhilft. Eine Szene, ein Dialog, eine Kleinigkeit eben. In unregelmäßiger Folge seien bestimmten Kritiken Betrachtungen vorgeschaltet, die ein charakteristisches Merkmal des Textes unter die Lupe nehmen, erklären und seine Auswirkungen auf das Ganze prognostizieren. Heute widmen wir uns Uta-Maria Heims Krimi „Dreckskind“, die Besprechung gibt es voraussichtlich nächste Woche.)
WeiterlesenThe Devin Townsend Band: Synchestra
Für den Titel ‚Buntestes Metal-Album des Jahres‘ kann sich Devin Townsend schonmal die besten Chancen ausmalen. Der Produzenten-Weirdo hat für sein neues Band-Album alle Metal-Stile in einen Topf geworfen und springt fleißig zwischen den Koordinaten hin und her.
WeiterlesenDie Wahrheit über ENIAC
Vor 60 Jahren wurde in Philadelphia der erste elektronische digitale Universalrechner mit Namen ENIAC (Electronical Numerical Integrator and Computer) der Öffentlichkeit vorgestellt. Aus Anlass dieses Jubiläums buddelte Alexander Randall für die Computerworld ein 1989 entstandenes und bisher unveröffentlichtes Interview mit Presper Eckert, einem der „Väter“ von ENIAC, aus, in dem auch mit einigen Mythen rund um die 27 Tonnen schwere Rechenmaschine aufgeräumt wird:
→ Q&A: A lost interview with ENIAC co-inventor J. Presper Eckert
Mord aus Gewissenslast
Die schätzenswerte ebook-Bibliothek setzt ihre Reihe „Aus gerichtlichen Akten“ mit einem → Mordfall aus dem Jahr 1786 fort. Wir zitieren:
„Dieser Fall schildert den Mord an einem Kind, den der 63-jährige Michael Fischer am 27. September 1786 beging, um hingerichtet zu werden, da mehrere Fälle von Sodomie, die er 45 Jahre zuvor beging, sein Gewissen belasteten.“
Der Bericht ist als PDF verfügbar.
Ken Bruen: The Guards
Den Verlegern in Deutschland ist dafür zu danken, dass sie sich in besonderer Weise für die englische Sprachkompetenz der deutschen Leser engagieren. In kluger Selbstbeschränkung verzichten sie auf die Übersetzung und Publikation einiger Topautoren des englischen Sprachraums. Neben der herausragenden → S.J. Rozan ist der in den USA sehr geschätzte Ire Ken Bruen ein weiterer Autor, den die Verleger dem deutschen Leser im Original nahe zu bringen versuchen.
WeiterlesenLynden David Hall
Der britische Soulsänger („Sexy Cinderella“) stirbt 25jährig an Krebs.
Pyranja: Laut & Leise
Schon vor Jahren trat Pyranja auf den Plan und veröffentlichte erfolgversprechende Songs. Doch sie verlor im Zuge des damals stagnierenden Deutschrap-Booms ihren Plattendeal und versuchte es auf einem kleineren Label. Aber irgendwie nahm keiner so recht Notiz von ihr. Leider.
WeiterlesenHowie Beck: Howie Beck
‚Ich-AG‘ steht in großen Buchstaben auf Howie Becks Stirn. Seit „Hollow“ (2001) hat sich nichts verändert — Howie Beck spielt am liebsten mit sich selbst. Edel-Gäste wie Feist oder Ed Harcourt sind natürlich willkommen, aber die Maxime bleibt: Keine Kompromisse und zumindest in kleinen Buchstaben immer noch ‚Low-Fi‘.
WeiterlesenImprovisation
Nix vorbereitet für heute, das gibt eine Abmahnung vom Chef. Also ein paar Gedanken aus dem Ärmel. Aber was soll man auch machen, wenn am Jahrbuch die letzten kosmetischen Unregelmäßigkeiten abgefeilt werden müssen, die erste (!) Auflage von „Schwarzwaldau“ eingetütet, die zweite bestellt werden soll? Hart am Limit, der gute Onkel vom Hinternet-Krimiblog, mal sehen, was er noch so im Kopf hat.
WeiterlesenRitter von der traurigen Gestalt
Erst hatten wir uns hier kollektiv gewundert, wieso ausgerechnet einer wie Friedrich Merz mit dem „Orden wider den tierischen Ernst“ behängt werden sollte – und wieso die ARD glaubt, das auch noch senden zu müssen.
Im Nachhinein rechtfertigt der saubere Herr Merz die Wahl aber gleich in mehrfacher Hinsicht: → Doppelt peinlich. Merz blamiert sich
Alaaf!
Peter Benchley
Der US-amerikanische Schriftsteller stirbt in Princeton an Lungenfibrose. Er wurde 65 Jahre alt.
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