
Michael J. Sheehy: Sweet Blue Gene
Michael J. Sheehy ist der Typ, der Abends in die Kneipe kommt und die Flut diverser Kaltgetränke durch Depri- Stories eindämmt (Cross) und die plötzlich eintretende Nachdenklichkeit mit bitteren Erkenntnissen füllt (I Can´t Comfort You Anymore). Das geht dank der melancholischen Melodien direkt in die linke Herzkammer.
WeiterlesenAnd You Will Know Us By The Trail Of Dead: Madonna

Sie kommen aus Austin, Texas, und sie werden bald in aller Munde sein. Mund ist das richtige Stichwort, denn der steht einem offen, begegnet man zum ersten Mal ihrer Auffassung von gnadenlos rockender Gitarrenmusik. Was sich auf ihrem selbstbetitelten Debüt noch vage andeutete, bekommt auf „Madonna“ (Der Albumtitel hat nichts mit der Pop-Ikone zu tun!) seinen perfekten Schliff. Verzerrte Gitarren, dezenter Gesang mit kurzweiligen Schreieinlagen, Tribal-mässige Drums mit hoher Kopfnicker-Verwertbarkeit und absoluter Ekstase-Garantie.
WeiterlesenBrassy: Got It Made

Muffin Spencer ist mitverantwortlich dafür, dass im letzten Jahr im vereinigten Königreich eine einheimische Band auf den Plan trat, die gar nicht britisch klang, trotzdem von vielen Seiten Lob einsteckte. Single der Woche im NME und überschwängliche Livekritiken in selbiger Gazette. Auch die deutsche Presse hielt sich nicht zurück. Die taz urteilte wie folgt: „Wo Sonic Youth in der Elektronik nach Verunsicherung suchen, dienen die Techniken aus dem HipHop bei Brassy allein dazu, ihren Poprock an die Neuzeit anzudocken. Die Breakbeats, die Schlagzeuger Johnny Barrington gebaut hat, sind im HipHop-Kosmos zwar arg altertümlich, für flotten White Trash aber gerade gut genug. Zudem gehen die sloganartigen Refrains unverschämt gut ins Ohr.“ Die Süddeutsche Zeitung schrieb anlässlich eines Konzertbesuchs: „Front-Göre Muffin Spencer, die Schwester vom großen Jon, und ihre scratchenden und polternden Mitstreiter kämpften für ihr Recht auf Partys und gegen Spießertum. Nicht oft kommen Vorgruppen so gut an. Und doch spielte Muffin die Genervte und schnauzte das Volk an.“
WeiterlesenBracket: When All Else Fails
Negativ formuliert sind Bracket eine dieser unzähligen Punk-Bands, die mit dem immergleichen Schema Happy-Songs unter die Green Day- und Offspring-Jünger schleudern. Positiv formuliert sind Bracket eine dieser unzähligen Punk-Bands, die immer noch genug Melodiosität und Spielwitz haben, um sich aus der Flut der Punk-Veröffentlichungen herauszuheben.
WeiterlesenNawfel: Nawfel
Der Gitarrist Nawfel Hermi ist Franzose tunesischer Abstammung, 15 Jahre alt, sieht aus wie 12 und macht die bisherigen Blues-Youngster wie Aynsley Lister oder Jonny Lang zu alten Knöpfen. Es ist fast nicht zu erklären, wie ein Musiker in so jungen Jahren so ideenreich und trotzdem routiniert spielen kann.
WeiterlesenChapel of Love
Wir gratulieren dem Hinternet-Mitarbeiter Kai Florian Becker und der Hinternet-Mitarbeiterin Dany Kirsch zur erfolgreichen Hochzeit. Long may you run.
King´s X: Please Come Home…Mr. Bulbous
King´s X gehören zu einer handvoll Bands, deren Name zum Synonym eines ganz eigenen Stils, bzw. Sounds wurde. Die Texaner wurzeln vom Beginn ihrer Karriere im harten Rock, gepaart mit unglaublich guten Harmoniegesängen. Als King´s X 1988 ihr Debüt „Out Of The Silent Planet“ veröffentlichten, waren sie mit ihrem kantigen Sound und den verschachtelten Harmonien der musikalischen Zeit weit voraus.
Richard Ashcroft: Alone with Everybody
Richard Ashcroft ist ein ganz Großer. So groß, dass auch ein mittelprächtiges Solo-Debütalbum kaum Kratzer an seiner Reputation hinterlassen wird. Schade, denkt man schon nach wenigen Minuten, spätestens aber beim zweiten Take, dass dem Durchschnitt von der Musikpresse so breiter Raum eingeräumt wird, während Bands wie Jack Ashcroft in derselben Disziplin locker an die Wand spielen. Leider unter Ausschluss der Öffentlichkeit.
WeiterlesenWeen: Stay forever
Mit Wilco und Elliott Smith haben schon mehrere Amis bewiesen, dass die Engländer die Kunst des Britpops nicht gepachtet haben. Jetzt ist es allerdings an ihnen, mit Konkurrenz aus unerwarteter Richtung leben zu lernen. Die Chaoten von Ween schicken sich nämlich an, mit zarten Akustik-Klängen und himmlischen Harmonien in ihrem Gebiet zu wildern.
WeiterlesenTocotronic vs. Console: Freiburg V3.0
Die Spezialität von Tocotronic besteht darin, schluffige, laute und oft irgendwie zerrende Gitarrenmusik zu machen. Für ihre Melodien würden zwei oder drei Notenlinien vollkommen ausreichen. Popmäßig simpel und hymnisch sind sie, vor allem aber apathisch. Denn Tocotronic sind die Meister des Midtempo-Rocks. Der Gesang ist klagend, monoton und meistens am Rande des Ausdruckslosen. Als Slacker wurde das Hamburger Trio mal bezeichnet, in Wahrheit aber unterwandert es den Rock durch gezieltes Understatement und gibt ihm durch seine Teilnahmslosigkeit die Leidenschaft zurück. Die Riff-Folgen haben die Einfachheit eines Status Quo-Songs und die Melancholie eines Leonard Cohen. Pathos und Charme sind ein anderes Thema, die Texte auch – eine normale Rockband sind Tocotronic jedenfalls nicht.
WeiterlesenGallery: Blue
„Blue“ in der Original-Version von Eiffel 65 war schon peinlich genug. Als Melodiccore-Elektronik-Stück wird´s nicht unbedingt besser. Man sollte vielleicht nicht rausposaunen, dass diesmal Deutsche am Werk waren. Um mit grässlichem Akzent und bar jeder Inspiration einen Song zu Tode zu daddeln, der noch nie einer war.
Gallery: Blue
(Virtual Records)
Big Jim: BMX 2000
Clever gemachter Power-Pop mit lärmenden Gitarren und reizvollen Casio-Akzenten. Trotzdem: selbst wenn´s den BMX-Fans gefallen sollte – Skatern und Surfern wären Big Jim zu schwindsüchtig.
Big Jim: BMX 2000
(Intonation/Virgin)
Bananafishbones: Glam
Der Wille zum Ohrwurm klingt aus jeder Note. Doch trotz des lässigen Swings, trotz Schrammelgitarren und Moog bleibt „Glam“ als Popsong allzu flach. Außerdem hören sich Bananfishbones erschreckend stark nach Schülerband an. Mehr als nötig jedenfalls. Weniger Koketterie täte es auch…
Bananafishbones: Glam
(Bonanza/Polydor/Universal)
Miles: Miles

Was macht denn die fränkische Indie-Hoffnung auf ihrem neuen Album? Ich hätte viel von den vier Würzburgern erwartet, aber die Hinwendung zum Breitwand-Pop ist eine echte Überraschung. Abba spielt die größten Hits der Pet Shop Boys – so könnte man das schlicht „Miles“ betitelte Album auf einen Nenner bringen. Pop-Musik im großen Stil, weg von den Alternativ-Gitarren, hin zu Fender Rhodes und Moog Synthesizer. Weißer Frack statt Jeans.
WeiterlesenWalter Trout: Live Trout
März 2000, Tampa Bay Blues Fest: Nach einem Horrortrip aus verspäteten Flugzeugen, fehlendem Hotelzimmer, mangelndem Schlaf und zu wenig Essen steigt Walter Trout auf die Bühne und spielt diesen atemberaubenden Gig, der jetzt als Doppel-CD der Nachwelt erhalten bleibt. Jeder kennt diesen Mythos, wenn Musiker und Instrument „Eins“ sind und das Spielen mehr von Intuition als von Technik geführt wird. Näher dran als Walter Trout an diesem Tag kann man nicht sein. Er lässt seine Strat weinen, schreien, lachen, jubeln und spielt auf der ganzen Palette der Emotionen. Technisch perfekter kann man spielen, emotionaler nicht!
WeiterlesenThe Awesome Machine: …It’s Ugly Or Nothing
Schwarzes edles Cover mit Gold-Schrift – rein äußerlich könnte auf der CD fast alles sein. Dass sich hinter der dezenten Fassade „dreckiger Rock“ versteckt, erwartet man eigentlich nicht, man ahnt es nur, wenn man bemerkt, dass das Label eigentlich „I used to fuck people like you in prison“ heißt. The Awesome Machine machen Stoner-Rock und legen hart und düster los.
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