Für den Westen eher ungewöhnlich, lebt die indische Tradition von ihrer mündlichen Überlieferung. Auch die klassische Hindu-Musik wird seit über 5.000 Jahren ohne Notendruck oder Tonträger von Gesangslehrern an ihre Schüler weitergegeben und schafft damit eine starke geistige Bindung zwischen ihnen. Genau dieses Band ist es, daß die erfolgreiche indische Sängerin Pallavi (Kitu Gidwani) abzustreifen versucht. Von Kindesbeinen an wird sie von ihrer Mutter Karuna Devi (Kapila Vatsyayan), selbst eine gefeierte Vokalistin der alten Weisen, in den Gesetzen des ausgeklügelten Melodiesystems unterrichtet.
WeiterlesenDark City
Finsterer Morgen in einem dunklen Hotelzimmer: Ein Mann (Rufus Sewell) kommt zu sich und erinnert sich an gar nichts mehr. Schon gar nicht an die blutüberströmte Tote neben ihm. Als ihm endlich sein Name John Murdoch zu Bewußtsein kommt, muß er auch schon das Weite suchen, denn Inspektor Bumstead (William Hurt) klopft bereits an die Tür und will ihn als Serienmörder hinter Gitter bringen. Nur stückchenweise spielt ihm sein Gedächtnis während der Flucht Informationen über seine Frau Emma (Jennifer Connelly) und seine Jugend zu. Außerdem begegnet er dem zwielichtigen Psychiater Dr. Schreber (Kiefer Sutherland), der offensichtlich mehr über die mysteriösen Vorgänge weiß, aber kurzerhand immer wieder verschwindet. Im Untergrund macht sich zu gleicher Zeit ein Gruppe ominöser Glatzköpfe per Telekinese Gedanken darüber, wie sie Murdoch noch vor der Polizei schnappen. Sie sind nämlich der Grund für die sich täglich verändernde Realität, die John so dringend zu ordnen versucht – was ihm keinesfalls gelingen darf.
WeiterlesenDas geheimnisvolle Kleid
Da zieht manch eine Frau bedenkenlos ein Kleid an und weiß gar nicht, was sie damit bewirkt. Aufklärung naht in Form der augenzwinkernden Farce von Regisseur Alex van Warmerdam. Der Holländer hat um die Lebensphasen eines Kleides, von der Entstehung bis zum Ende, fünf Episoden über jene Menschen gestrickt, die das gute Stück tragen und jene, denen es auffällt.
WeiterlesenLove Is The Devil
Love Is The Devil
„Es ist unmöglich, die Lust zu definieren, aber nach meinem Gefühl besetzt der Schrecken so ziemlich dasselbe Terrain.“ Dieser und ähnlich pessimistische Aussprüche sind typisch für Francis Bacon, berühmter Künstler und Mittelpunkt der Londoner Bohème von 1964. Der homosexuelle Maler läßt sich kein Abenteuer entgehen und bittet darum den jungen Ganoven George Dyer, den er gerade beim Einbruch in sein Atelier erwischt hat, ihm als Lustknabe zu dienen. George bleibt und begeht den Fehler, sich in Francis zu verlieben.
WeiterlesenGonzalo Martinez and his Thinking Congas: s/t
Als ich unlängst über ein Defizit an Latino-Klängen auf dem hiesigen Musikmarkt jammerte, dachte ich dabei weniger an Musik wie diese: Easy Listening aus lateinamerikanischen Billiglohnländern. Auch die Keyboarder-Gewerkschaften, ohnehin durch den Schwund an zahlenden Mitgliedern in die Krise geraten, klagen an. Aber nun gut. Kennt noch jemand die kleinen Spielzeug-Synthie-Computer mit den blinkenden Farbfeldern, wo man entweder vorgeblinkte Melodien nachspielen mußte oder selbst welche eingeben konnte? Do-it-yourself-Casios und -Moogs, die offenbar heute noch Gonzalo Martinez und seinen denkenden Congas gute Dienste leisten.
WeiterlesenJacobites: God Save Us Poor Sinners
Ja, so lieben wir die Rock´n´Roller: uns Normalos mit Blick auf ihren schaurigen Lebenswandel zur genüßlich fröstelnden Salzsäule erstarren lassen, aber im größten Sumpf noch mit gottesfürchtigen Sprüchen kommen!
WeiterlesenChris Isaak: Speak of the devil
Chris Isaak trägt einen Anzug.
Chris Isaak telefoniert mit Wahlscheibentelefon.
Chris Isaak singt mit Kopfstimme, aber nur manchmal.
Chris Isaak spielt eine Gretsch Silver Jet.
Fuck: Conduct
Sie gelten bei der amerikanischen Journaille als schwer zu definieren, die vier Komiker, die unter dem treffenden Namen FUCK ziemlich abgefuckte, coole Musik schreiben, die sich tatsächlich in keine Schublade zwängen läßt. Mit Gitarren-Rock könnte diese Musik ausreichend umschrieben sein, würde dem Ganzen aber keineswegs gerecht werden. 1994 wurde mit der ersten Single der Grundstein für eine Fülle von Veröffentlichungen gelegt, die momentan in dem Release des vierten Albums eine kurze Pause erfährt.
WeiterlesenFreestylers: We Rock Hard
In unserem allseits geliebten Popkomm.Tagebuch wurde von unserem Kollegen Carsten bereits notiert, daß die Freestylers durchaus ihrem Plattentitel gerecht werden bzw. die inoffizielle Nachfolge eines Bastards aus den „chemischen Brüdern“ und den ständig rotierenden „Propellerköpfen“ sind.
WeiterlesenFrl. Katjas Nähkästchen, Folge 4
Zunächst mal möchte ich mich für die viele liebe Post (Frl. Katjas Briefkästchen…) bedanken, für die polemischen Äußerungen zu meiner Lieblingsband und die überflüssigen Hinweise auf Internet-Lyrics-Suchmaschinen: isch abe gah kein´ Internet-Anschluß!
WeiterlesenDubadelic: Bass Invaders
„Propelled beyond the time zone into a dark dimension of space we rejoin the story after the end of the world.“
Da sitz ich jetzt. Nach dem Ende der Welt. In einer dunklen Dimension des Weltraums und ich bin schon wieder mittendrin in der Story. Ging der erste Teil (Dubadelic-„2000: A Bass Odyssey) bekanntlich damit zu Ende, daß Prinzessin Leia mit Darth Vader in den Honeymoon zum Planeten Deirdre im Quadranten Casopeia 9834 entschwand um endlich einmal vor diesen beiden Blecheimern sicher zu sein sind unsere Helden (Bill Laswell, Spectre, Dr. Israel und The Eye), auch diesmal beschützt von der „Mighty Unseen Force“, wieder unterwegs zur Erforschung des Geheimnisses der verschollenen Dubplates. Und wieder einmal sind faszinierende Abenteuer im Tieffrequenzbereich zu bestehen.
WeiterlesenSheryl Crow: The Globe Sessions
Das CD-Cover bringt es schon zum Ausdruck, die Platte „The Globe Sessions“ ist klar auf eine Person zugeschnitten: Sheryl Crow. Vorn das Gesicht, hinten ist sie ganz zu sehen, nachdem Aufklappen sieht man sie halb. Legt man die Platte auf geht es weiter, die Stimme von Miss Crow ist eindeutig im Vordergrund, der Rest der Band macht seinen Job. Naja macht auch Sinn, Frauen sind in der letzte Zeit weit oben in den Charts und Sheryl Crow ist ja eh ein Star.
WeiterlesenClipper: Schön gedacht (Demo-MC)
Sechs Titel von der jungen Band aus dem Saarland. Gut produziert und schön verpackt. Songs der etwas anderen Art mit deutschen Texten von bisher unerreichter Qualität, zumindest das Saarland betreffend. Gut , ich hör‘ euch schon „Hamburger Schule“ rufen und seh‘ euch schon gähnen, aber obwohl „Hamburger Schule“ und „Pullunder Rock“ Begriffe sind, auf die sich Clipper in ihrem Info auch direkt beziehen, werden diese abgedroschenen Schlagwörter der Band nicht gerecht.
WeiterlesenDesert Boot: Craving
Die Trüffelschweine des Labels „Blue Rose“ schnüffeln auch down under, und dort haben sie Desert Boot ausfindig gemacht, eine Art australischer Walkabouts. Ich hab nicht gewußt, wie kerzengrade sich Härchen bei ´ner Gänsehaut stellen können – bis ich Desert Boot hörte! Sie praktizieren einen zeitlupenmäßigen bis getragenen, ruhigen Rock mit warmen Gitarren, dezenten Piano- und Hammondorgel-Untermalung und sparsamen Drums. Und dann noch diese Sängerin Rebecca Hancock mit der wunderbar klaren, ausdrucksstarken, einfühlsamen Stimme. Schwärm… Natürlich hat da auch Freund „Hall“ im Studio etwas nachgeholfen, doch das ist gut so! Unendliche Weiten tun sich da auf, rund ums Lagerfeuer…
WeiterlesenFink – Loch in der Welt
Nach dem letztjährigen Debüt- Album „Vogelbeobachtungen im Winter“, das schon überall gehypt wurde, legen FINK aus Hamburg, mit „Loch in der Welt“ jetzt noch Einen nach, wenn nicht sogar noch Einen drauf.
FINK sind die legitime, deutsche Antwort auf „16 Horsepower“. Für die Unwissenden unter euch: Bei beiden Bands dient amerikanische Country- Musik als Basis für das Songwriting, das aber auch Rockeinflüße mit einbezieht.
Wurde der amerikanische Country auf dem ersten Album noch fast 1:1 übernommen, gelingt es FINK auf dem neuen Album, die bilderreiche Sprache desselben in eine eigene Sprache umzuwandeln. Und die ist nun einmal „Deutsch“. Aber es funktioniert trotzdem. FINK erzählen in ihren Songs Geschichten von entwaffnender Einfachheit und ergreifender Schönheit. Sänger Nils Koppruch balanciert mit seinem Gesang und seinen Texten konsequent auf dem schmalen Grat zwischen Wolf Maahn und Element of Crime, zwischen Garth Brooks und Merle Haggard oder einfach zwischen Dummheit oder Genialität. Und während er so die Mitte hält, setzt er immer wieder zu Höhenflügen an, um im nächsten Moment wieder volle Bodenhaftung zu haben. Und genau dadurch erhalten die Songs eine Spannung des Banalen und Privaten.
Dank FINK wird einem klar, daß das echte Action-Kino im Alltäglichen liegt und, daß der echte Horror gleich um die nächste Straßenecke geschlendert kommt. Das fängt dann gleich morgens um sechs mit dem Aufstehen an und endet, wenn überhaupt, mit dem letzten Drink auf Pump an der Theke der „netten“ Banhofskneipe. Diese Platte solltet ihr eigentlich immer hören. Zumindest aber solange, bis die Kühe nach Hause kommen.
Fink
Loch in der Welt
(iXiXeS-records/Indigo)
Red Snapper: Making Bones
Eigentlich schon für den 13.07.98 angekündigt, dann aber aufgrund der Fußballweltmeisterschaft und eher lauer Verkaufslage (Sommerloch) verschoben, soll das neue Red Snapper – Album jetzt im September erscheinen.
WeiterlesenMatthias Opdenhövel: Die Schnellficker-Schuhe
Sie halten Matthias Opdenhövel für eine Knalltüte (ja, Red), hatten aber gehofft, in seinem Buch das ein oder andere Detail über VIVA-Inside zu erfahren? Pech gehabt! Jede halbstündige Führung durch die VIVA-Studios ist aufschlußreicher als Opdenhövels pubertäre Selbstbeweihräucherung. Der Mann erlebt die Geburt des ersten deutschen Musikkanals mit, reist für VIVA mit Atomgegnern zum Mururoa-Atoll, trifft U2, Kylie Minogue, die Toten Hosen und dergleichen mehr, aber hängengeblieben sind nur banale Details: VIVA-Pratikanten kommen nur zum Promo-CDs-Schnorren, auf den Fidschis verknallt sich ein Schwuler in Opdenhövel, und mit Bono versteht er sich so gut, dass ihm nach dem Interview sogar ein Tisch im Restaurant von Bonos Bruder reserviert wird.
WeiterlesenFarmer Not So John: Receiver
Es ist, als hätte Biolek gekocht: auf dem Speiseplan steht bewährte Hausmannskost, die aber so gekonnt zubereitet wird, daß sich Haute-Cuisine-Köche nur noch verlegen am Kopf kratzen. Ein Blick aufs Label genügt, um zu wissen, was Sache ist: „Blue Rose“ veröffentlicht stets traditionellen, aber glasklar produzierten Stoff – vom klassischen Singer-Songwriter über Rockiges bis hin zu Country&Western.
WeiterlesenDuffy – I love my friends
So kanns gehn: da ist man Frontman einer der zugkräftigsten Bands der 80er, aber schon wieder draußen, noch bevors richtig losgeht. Stephen Tin Tin Duffy war in der Pop-Geschichtsschreibung bislang kaum mehr als eine Fußnote in der Duran Duran-Story. Einzig 1985 konnte er auch mal selbst smashen mit einem Song namens „Kiss me“. Der traurige Verlauf einer typischen One-Hit-Wonder-Karriere? Mitnichten!
Zwar ward Duffy, der sich selbst als „kreatives Stehaufmännchen“ bezeichnet, seither nicht mehr in den Charts gesehen, aber von der Musik konnte er gottlob nie lassen.
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