Alle Jahre wieder, nein, alle drei Jahre wieder kommen die Vulgar Boatmen und legen eine neue Platte vor. Nach „You and your sister“ von ’89 und „Please Panic“ von ’92 nun „Opposite Sex“. Man könnte meinen, die Zeit sei stehen geblieben. Die Songwriter Lawrence und Ray (voc., git.) legen wiederum eine zeitlos-schöne Softcore-Platte vor. 12 Songs setzen sich fast unmerklich in deinen Gehirnwendungen fest, unaufdringlich und gefühlvoll.
WeiterlesenLoudon Wainwright III: Grown man
„Monday it’s my birthday
looks like I’ll probably make it
to 48 that’s not that old
though it’s not 24″
Ein Mann wird 48 und singt sich unter der Dusche Mut an. Alles halb so schlimm: „I know that this thinning grey hair is a sign of wisdom„. (LW im Opener der CD)
WeiterlesenRed Hot Chili Peppers: One Hot Minute
Naja, sehnsüchtig darauf gewartet hatte man ja eigentlich nicht mehr. Nach doch schon vier Jahren seit der Veröffentlichung ihres Chart-Albums „Blood Sugar Sex Magick“ war es aber doch plötzlich da. Auch mit neuem Gitarristen Dave Navaro (ehemals bei JANES’s Addiction) hat sich im Universum der RED HOT CHILI PEPPERS keine Revolution abgespielt. Funk ist immer noch die Grundlage des Peppers-Sounds. Er steht zwar nicht mehr so dominant im Vordergrund wie bei allen Vorgänger-Alben, sondern ist vielmehr Basis, von der man sich immer weiter entfernt. Vielleicht ist das aber auch der Verdienst des neuen Gitarristen, der sich auf der Grundlage der Ur-Rhythmus-Gruppe voll entfalten kann und ein eindeutig abwechslungsreicheres Gitarrenspiel bietet als John Frusciante.
Supersuckers: Sacrilicious
Ihren Namen haben sie von einem Pornofilmtitel abgeschaut, sie trinken gerne Budweiser und ihr Produzent heißt Paul Leary, seines Zeichens Frontmann der legendären Butthole Surfers. Man kann sich lebhaft vorstellen was bei solchen Indizien im Studio abging, wenn man den 14 Titeln lauscht. Hier wird in bester Stoogesmanier der heutigen Medien-Hülse Punkrock neues Leben eingehaucht und an manchen Stellen meint man sogar GG Allin wäre aus dem Totenreich zurückgekehrt um bei der Produktion mitzufeiern.
WeiterlesenDietrich Schwanitz: Der Campus
„Es gibt eine Schwachstelle im System. Eine Vermischung von Politik und Sexualmoral, die neu auf dem Markt ist. … Der Fall in ihrem Institut, sexuelle Belästigung, feministischer Protest, Political Correctness. Das ist wie eine Kernfusion, die ganz neue Strahlungen freisetzt. Tödliche Strahlungen. Sie führt zu Krebs in der Politik und Krebs im Journalismus.“
Hanno Hackmann, der Protagonist des Romans und seines Zeichens angesehener Professor für Kultursoziologie hat eine kurze Affäre mit einer Studentin und gerät als Folge diverser Zufälle in einen Strudel von Verdächtigungen und Beschuldigungen und muß sich am Ende einem Schauprozeß wegen angeblicher Vergewaltigung stellen. Was ihn dahin bringt ist eine gewaltige Verschwörung, eine Verschwörung allerdings, die nicht geplant ist, sondern die Folge vieler kleiner Zufälle und einzelner Intrigen vieler Beteiligter, die alle nur auf ihren eigenen Vorteil hoffen.
WeiterlesenPretty & Twisted: s/t
Sechs Jahre lang war Johnette Napolitano Frontfrau von CONCRETE BLONDE, einer Band, die mit ihrem Hit „Joey“ auch Radiohörern geläufig ist, die mit dem Bandnamen selbst nichts anfangen konnten. Nach fünf Lps und unzähligen Tourneen trennte sie sich Mitte letzten Jahres von ihrer Band und rief zusammen mit dem ex-WALL OF VOODOO- Gitarristen Marc Moreland und Schlagzeuger Danny Montgomery ein neues Projekt ins Leben.
WeiterlesenJa König Ja: s/t
Eine Hamburger Band, natürlich! Sind schon eigen, die Hanseaten. Was sich da hauptsächlich unter Hilsbergs Direktive in den letzten Jahren offenbart hat, stellt sicherlich den Beginn einer neuen Richtung dar. Jede Hamburger Band hat musikalisch ihren ureigenen Stil entwickelt. Spiele die Musik von Blumfeld ohne Text, und jeder tipt auf Blumfeld und sonst niemanden! Das gleiche gilt für Die Regierung, Tocotronic, Capt. Kirk & undundund. Ihnen gemeinsam: deutschsprachige Texte in typisch deutscher Texttradition (Honi soit…).
WeiterlesenChris Cacavas: New Improved Pain
Und noch jemand, dessen Vorgänger-Album „hard to follow“ war: Chris Cacavas (immer noch mit Junkyard Love als Begleitband – obwohl diesmal nicht ausdrücklich erwähnt) gelingt es auch diesmal mich zu begeistern. Chris Cacavas schreibt einfach Songs von beeindruckender Schönheit, die innerhalb kürzester Zeit zu meinen besten Freunden werden.
WeiterlesenInspiral Carpets: The Singles
Hammondorgelteppiche, tänzelnde Gitarren, verliebte Melodien, mehrstimmige Refrains, kindliche Texte, federleichte Gute-Laune- Stimmung. Die britische Anfang-90er Generation. Mit Inspiral Carpets wirft jetzt eine der Vorzeige- Bands der Brit-Pop-Szene die compilierten Singles auf den europäischen Markt. Wirkt ein bißchen verlegen. Keine Ideen mehr, der Gitarrenrave hatte sein Leben schon 1993 ausgehaucht, na ja, das geballte Hit-Single-Paket könnte nochmal was einspielen. Mit dabei: „Move“, „Two Worlds Collide“. Na und?
WeiterlesenCamping – Maritime Strick und Regenmoden
„Ich weiss nicht wohin ich will oder wonach ich mich sehne,
ich hab viel zu wenig Zeit und viel zu viele Probleme“
(„Unterwegs“).
CDs mit Autos auf dem Cover… Womit eigentlich alles gesagt wäre, aber…
…der Reihe nach: Die Zeiten, da deutsche Texte in der Rock- und Popmusik eher selten waren sind längst vorbei. Dennoch scheint die Verwendung deutscher Texte weiterhin sehr trendabhängig zu sein. Kaum hat eine Hip Hop Band Erfolg mit deutschen Texten, gründen sich an allen Ecken und Enden Hip Hop Bands, die dem Englischen abgeschworen haben. Umso erfreulicher, daß es auch eher untypische deutschsprachige Musik gibt, wie z.B. die Debut-CD einer Band namens Camping, die den noch viel unytpischeren Titel „Maritime Strick- und Regenmoden“ trägt; musikalisch aber eher durch spröden Charme als durch Obskurität glänzt.
WeiterlesenSon Volt: Trace

Nachdem mich die Nachricht von der Auflösung Uncle Tupelos im letzten Jahr doch ziemlich mitgenommen hatte, kann ich nun für dieses Jahr doch entgültig Entwarnung geben. Denn nachdem schon Mitte des Jahres Jeff Tweedy mit Wilco begeistern konnte, zieht jetzt auch Jay Farrar mit Son Volt nach.
WeiterlesenBuilt To Spill: There’s Nothing Wrong With Love
Drückte Doug Martsch, Sänger und Gitarrist von Built To Spill, seine Vorliebe für hervorragende Popsongs bei seiner alten Formation Treepeople hauptsächlich durch Coverversionen aus („Bigmouth Strikes Again“, „Andy Warhol“), so hat er jetzt mit Built To Spill eine der besten Pop-Platten des Jahres 1995 an den Start gebracht.
WeiterlesenTarnation: Gentle Creatures

Es ist noch gar nicht so lange her, da galt Countrymusik vielen als Inbegriff von Rückständigkeit, reaktionärem Denken oder schlicht künstlerischer Verirrung. Diese Zeiten haben sich inzwischen geändert, nicht zuletzt dank vieler junger Musiker, die einer angestaubten Musikrichtung wieder Leben einhauchten. Eine dieser vielen neuen Bands, die unverkrampft Tradition und Moderne mischen heißt TARNATION.
WeiterlesenLondon Funk Allstars: Volume 1
„Die wunderbare Welt des Sampling“ wäre der passende Untertitel zu der ersten Longplay-CD der LONDON FUNK ALLSTARS. Kopf des Allstar Teams, bestehend aus Musikern, DJs, Produzenten und Mixern ist Jonathan Moore, der zusammen mit seinem DJ-Partner Matt Black als COLDCUT (u.a. „This Is The Right Time“) zu Ruhm und Geld gelangte.
WeiterlesenThe Charlatans: The Charlatans
Wir wollen doch, bitte, die richtige Reihenfolge, die korrekte Airplay-Chart-Rangfolge, die einwandfreie Brit-Pop-Hirarchie einhalten! Also müssen wir zuerst Blur abspielen,…, jetzt Oasis, …, so, und jetzt: Die Scharlatane.
WeiterlesenBuffalo Tom: Sleepy Eyed

Bei Buffalo Tom verhält es sich fast wie bei den Ramones oder AC/DC. Man weiß schon vor dem Kauf was einen erwartet: Hochmelodischer U.S. Gitarrenrock der Marke Moving Targets. Die Unterschiedlichkeit der einzelnen Veröffentlichungen offenbart sich nur durch die Güteklasse der Songs. War man mit „Let Me Come Over“ auf dem Höhepunkt der songschreiberischen Kreativität angelangt, ging es mit dem Nachfolger „Big Red Letter Day“ bergab.
WeiterlesenSampler: L’amigamore
Keine gewöhnliche Compilation, aber das wäre bei dem Selbstanspruch von L’age D’or verwunderlich gewesen. Es wurden nur deutsche Künstler auf den Sampler gepackt, was ja im Hinblick auf den sonstigen Output des Labels nicht ungewöhnlich erscheint. Hingegen ist der Fakt, daß sämtliche Interpreten die Gemeinsamkeit aufweisen, nämlich Tanzmusik in den 60er Jahren, dazu noch in der DDR, gemacht zu haben, eine Kuriosität.
WeiterlesenEd Kuepper: A King In The Kindness Room
Irgendjemandem etwas über Ed Kuepper erzählen zu wollen, würde Bücher füllen, wäre eine Extrastory wert, würde im Rahmen einer Plattenbesprechung zuviel Raum einnehmen.
Der Meister hat schon so viel Material veröffentlicht, daß es schier unglaublich ist. Egal ob es die SAINTS oder die AINTS waren, die LAUGHING CLOWNS oder die Veröffentlichungen unter eigenem Namen, alles trug deutlich Ed Kueppers Handschrift.
St Germain: Boulevard
Crossover im Dancefloor-Kontext- gibt´s sowas? Hier liegt die Antwort auf der Hand: Man greife zu „Boulevard“ von St. Germain und bekommt eine Melange die zu 50% aus House und zu 50% aus Jazz besteht.
WeiterlesenThe Jon Spencer Blues Explosion: Remixes
Oh my Gowd – Yeah – The Blues Is Number One. Smart, Cool, abgedreht, die beste Band der Welt zur Zeit. Alle diese Attribut treffen auf The Jon Spencer Blues Explosion zu, denn wer sich mit einer Großmäuligkeit à la Muhammed Ali ankündigt und dann noch solche Musik macht, der hat sich die Lizenz zum größten Smart-Ass redlich verdient.
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