Guido Rohm: Letzte Interviews

die-sorgen-der-killer.jpgSo ist das. Zwei Jungs haben eine Geschäftsidee, dann kommt ein Krimiautor und macht sie zunichte. Nicht irgendein Krimiautor, sondern Tom Torn. Sein Freund Guido Rohm berichtet wahrheitsgemäß, was da geschah. Die Botschaften vorweg: Schriftsteller sind Idioten, es lebe der Neoliberalismus, die Presse ist sensationsgeil und Guido Rohm veröffentlicht bald einen neuen Erzählband, →„Die Sorgen der Killer“, den nicht zu erwerben ein krimiwürdiges Verbrechen ist.

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„Jackie Brown, sechsundzwanzig, sagte ohne Ausdruck im Gesicht, dass er ein paar Schnellfeuergewehre besorgen könne.“ (aus: George V. Higgins: „Hübscher Abend bis jetzt“. Hoffmann & Campe 1973, übersetzt von Ben Witter)

„Jackie Brown, sechsundzwanzig und ohne eine Regung im Gesicht, sagte, dass er ein paar Kanonen besorgen könne.“ (aus: George V. Higgins: „Die Freunde von Eddie Coyle“. Goldmann 1989, übersetzt von Jürgen Langowski)

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Liebe Verlage,

Entschuldigung, wenn ich euch störe, liebe deutsche Krimiverlage. Ich weiß, ihr habt immer alle Hände voll zu tun. Der neue Südafrikakrimi… der neue Finanzhaiekrimi… der neue Moralkackselbstbespiegelungskrimi… aber auf ein Wort, liebe Krimiverlage: HIGGINS! George V. Higgins, kennt ihr nicht, aber toller Autor, mein Wort drauf. Wäre auch gerade frei, also rechtemäßig, wohlfeil, fünf Übersetzungen aus den Endachtzigern, den Anfangsneunzigern liegen vor, gar nicht mal schlecht. Hat Goldmann damals in Auftrag gegeben, na ja, war nicht so der Kassenbrüller, aber ihr macht das besser, ja?
Versucht’s einfach mal! Natürlich mit „Die Freunde von Eddie Coyle“ anfangen, nur bitte nicht in der Übersetzung von Ben Witter (Hoffmann & Campe 1973), das klingt – um mal einen Kollegen zu paraphrasieren – als wäre der Sprache der Gummizug ihrer Unterhose gerissen und sie würde jetzt tölpeln durch den Text storchen (okay, doofes Bild mit zwei Vögeln). Und nennt das Ding auch bitte nicht „Hübscher Abend bis jetzt“, sonst wünsch ich euch einen Albtraumabend ab jetzt! – Hm, oder lasst das Ganze einfach neu übersetzen, mir fällt da gerade ein guter Name ein, die kann das…

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Buddy Giovinazzo: Piss in den Wind

giovinazzo-piss-in-den-wind.jpg Ein Buch – zwei Meinungen. Nein, kein Kritikerstreit, denn beide sind sich einig: Buddy Giovinazzos „Piss in den Wind“ erzählt eine ebenso gradlinige wie vertrackte Geschichte, die ihr Thema mit Respekt und ohne die sonst üblichen Beigaben des Pompösen und Schaurig-Sensationellen aufbereitet. Dass zeitgleich mit dem Erscheinen von „Piss in den Wind“ auch Giovinazzos Debüt „Cracktown“ eine verdiente Neuauflage erfahren hat (und Neuauflagen weiterer Werke angekündigt sind), gibt dem Ganzen eine besondere Note – und allen Interessierten Gelegenheit, den erstaunlichen erzählerischen Reichtum des Autors in aller Ruhe zu begutachten.

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