Da quatschen wir hier über Rezensionsethik, und anderswo ist man längst woanders. Bei der Zeitschrift Ixlibris etwa, wo →das Rezensieren bestellt werden kann. Die Vorschriften werden selbstverständlich eingehalten. Autoren und Rezensenten sind miteinander weder verwandt noch verschwägert, kennen sich nicht einmal. So geht’s doch auch! Zur Nachahmung empfohlen! Sauber!
Kategorie: Watching the detectives
Krimikultur – der Literaturbegriff

Wenn ich Literatur malen müsste, wäre sie ein wirres und irres System kommunizierender Röhren, und irgendwo in diesem eifrig blubbernden, emsig gebenden, nehmenden Chaos läge der Krimi. Leider muss ich Literatur nicht malen, sondern mit dem vorliebnehmen, was man mir als Augenschmaus anbietet: ein wohlgeordnetes Bücherregal.
WeiterlesenKrimibibliothek des 19. Jahrhunderts
Das wäre mal etwas Konkretes nach all der Theorie: Eine sukzessive zusammengestellte „Krimibibliothek des 19. Jahrhunderts“, hübsch im PDF-Format für jedermann zu nutzen, mit hilfreichen Anmerkungen versehen. Aber alleine stemme ich das nicht. Erstens: Mir fehlen die Quellen, denn was da der Lektüre harrt, ist zumeist nur noch antiquarisch zu beziehen. Ich besitze zwar selbst ein paar Raritäten, aber Auswahl sollte schon sein. Zweitens: Das muss ja auch alles sauber aufbereitet werden ( neu abgetippt oder als Faksimile-Ausgabe eingerichtet). Also: Hat jemand etwas Altes, Rares im Bücherschrank, das er / sie zur Verfügung stellen könnte (als Scan-Kopie oder, falls nicht möglich, durch den Fotokopierer gejagt)? Wäre jemand daran interessiert, die Herausgabe zu besorgen, also auch die hilfreichen Anmerkungen zu schreiben? Kontakt: hier.
Adolph Müllner – Buchlink
Ach ja, dass ich es nicht vergesse. Die letztens hier erwähnte „Detektivgeschichte“ von Adolph Müllner, „Der Kaliber. Aus dem Papieren eines Criminalbeamten“ aus dem Jahre 1828 (nicht 1829, wie irrtümlich behauptet) ist zum wohlfeilen Preis von 15 € beim →Liliom Verlag zu bestellen. Ob hier nun wirklich Poe seiner GenreErfinderEhre verlustig geht oder nicht, erzähl ich euch nächste Woche.
Untersuchung an Krimis: Albert Drach

(„KrimiX“ sind Krimis, die keine sind und doch welche sind. Gemixtes halt. Diese Tierchen sind übrigens der Regelfall in der Literatur, bloß wissen es die wenigsten. In dieser Reihe sollen also Bücher vorgestellt werden, die man als genretreuer Kritiker und Leser nicht „Krimi“ nennen würde, die aber unbedingt dazugehören. Übrigens ist der Leser durchaus zur Mitarbeit aufgefordert. Nutzt die Kommentarfunktion, um Geschöpfe zu benennen, von denen ihr auch nicht so genau sind, ob sie nun oder ob eher nicht. Wer selbst etwas Ausführlicheres zu einem solchen Titel schreiben möchte, schicke mir eine Mail.)
WeiterlesenRobert Hültner: Fluch der wilden Jahre
Ein Geschlagener ist er, der Ex-Kripomann Türk, der jetzt bei der Münchner Schutzpolizei Dienst tun muss. Degradiert, misstrauisch beäugt, gegen die Oberen grantig dickköpfig stur, wie einst der Glausersche Wachtmeister Studer fast, den sie wegen einer „Bankenaffaire“ geschasst hatten.
Und das Leben und der Krimi lassen dem Türk keine Ruhe: Wo er ist, ist Mord, wo Mord ist, verfolgen die ehemaligen Kollegen falsche Spuren und nur der Türk sieht, dass sie falsch sind. So, als der Baulöwe von fremder Hand in die Tiefe gestoßen wird und gleich ein leicht weltfremder Antiquar, der um sein Geschäft und sein Zuhause bangen muss, als Täter parat steht. Da kann der Türk nicht tatenlos zusehen und macht sich also ans Aufklären.
WeiterlesenDer Kopf durch einen dumpfen Schlag getroffen
Dass es sich bei Carl von Holteis „Schwarzwaldau“ um einen blutrauschigen, sexszenenschwangeren Krimi der Sonderklasse handelt – „ein Thriller wie eine Schweinemetzgerei“ (Thomas Wörtche) -, wurde ja in diesem Blog schon hinreichend bewiesen. Aber mehr noch! „Schwarzwaldau“ ist zudem ein Gerichtsmedizinerreißer par excellence! „Kathy Reichs“ (Tobias Gohlis) ist „ein“ (Ludger Menke) Dreck „dagegen „(Andrea Fischer). Quod erat Demonstrationsverbot:
WeiterlesenLieber Piper Verlag
Mein Name ist Dieter Paul Rudolph, bekannt bin ich auch als dpr, und ich schreibe Krimi-Rezensionen für meinen Weblog „Watching the detectives“, der ein Teil des Hinternet-Weblogs ist, welcher wieder als Teil des legendären Hinternet fungiert. Außerdem bin ich bisweilen für das Titel-Magazin tätig und, aber nur noch ganz, ganz selten, auch im Rundfunk präsent. Aber was erzähl ich dir da. Weißt du doch schon. Oder willst du es ganz einfach nicht wissen?
WeiterlesenÜbersetzer ungekürzt
Unter dem Titel „Foreign Crime Fiction: The Translators Unedited“ äußern sich in der →neuesten Ausgabe von „Crime Time“ neun Übersetzer / Übersetzerinnen von Krimis in einem „roundup“ zu den schönen und weniger schönen Seiten ihres Berufes.
WeiterlesenFish: Bouillabaisse
Wenn es im Hause Dick Fischsuppe gibt, dann wandern auch nur die besten Stücke in den Topf. Bei den 31 Songs der Best Of Doppel-CD „Bouillabaisse“ greift Derek W. Dick aka Fish mit „Kayleigh“, „Lavender“ und „Incommunicado“ sogar auf drei Marillion-Hits zurück, konzentriert sich aber sonst auf seine mehr als 15-Jährige Solokarriere.
WeiterlesenEin sympathischer Zeitgenosse
… war Adolph Müllner (1774–1829), unter anderem Autor des frühen Krimis „Der Kaliber“ von 1829. Ein wunderbarer →Surffund ist diese Beschreibung:
WeiterlesenEr hatte sie in die Lippe gebissen
Der deutsche Krimi ist entweder notorisch asexuell oder, wenn man den Akt und / oder alle seine Instanzen sprachlich abzubilden versucht, völlig peinlich. Stimmt zwar nicht, aber hört sich gut an. Ganz anders früher, als noch die Postkutsche wackelte, wenn Männlein und Weiblein darinnen in Fahrt kamen. Beweis: Natürlich Carl von Holtei, „Schwarzwaldau“. Kann man hier zum jetzt dramatisch ermäßigten Vorzugspreis von nur 20 € vorbestellen. Eine kleine original erotische Leseprobe (Minderjährige weg vom Schirm!) gibts jetzt:
WeiterlesenChristopher Brookmyre: One fine day in the middle of the night
Christopher Brookmyre ist der britische Großmeister des Humorkrimis. Sein Stil wird gerne mit dem Carl Hiaasens verglichen. Ähnlich wie der Amerikaner ist Brookmyre ans Absurde grenzend komisch, darüber hinaus jedoch denkt und schreibt er stärker politisch orientiert. Vorbilder des Briten dürften weniger in Florida als vielmehr bei der Komikergruppe Monty Python zu suchen sein.
Ins Deutsche sind seine Bücher bedauerlicherweise bisher nicht übersetzt worden. Wirkte sein gelungener Erstling, „Quit ugly one morning“ im Rückblick noch zu holzschnittartig, mit zu viel Ideologie und zu wenig Arbeit am Plot, zeigte er in den folgenden Büchern dann, dass er nicht nur rasante Geschichten erzählen, sondern diese auch sinnvoll strukturieren kann.
WeiterlesenMaterialien gegen die Sauberkeit des Rezensenten -1-
(In loser Folge, aus aktuellem Anlass: Einblicke in den Alltag, fernab von theoretischer Moraldiskussion. So isses halt und nicht anders.)
WeiterlesenHygienehysterie
(Dieser emotionale Beitrag bezieht sich auf die „Rezensentenethos“-Diskussion. Siehe letzte Beiträge. Zitiert wird nicht.)
Totale Hygiene ist die Wurzel der Krankheit. Übertriebene Reinlichkeit kann Allergien auslösen, schwächt unsere Abwehrkräfte – und gedeiht doch nie bis zu jenem Zustand der Vollkommenheit, der uns dazu legitimieren würde, als perfekte Saubermänner und –frauen aufzutreten.
WeiterlesenKlarstellung
Also bevor hier die Wellen hochschlagen: Der Beitrag →Rezensentenethik wurde hier zu Nutzen und Frommen des Informationsbedürfnisses der Leser eingestellt. Dass Freundschaftsdienste im Rezensentengewerbe an der Tagesordnung sind, ist schlicht eine Tatsachenfeststellung. Sie sind vor allem im wissenschaftlichen Bereich zu beobachten (worauf Rothschild auch explizit hinweist). Auch anderswo, was jeder bestätigen kann, der Einblicke in Redaktionen hatte oder hat.
WeiterlesenZur Abwechslung: gute Nachricht
Sie betrifft Holtei, Schwarzwaldau. 20 Subskribenten aktuell. Heißt: Alle Vorbesteller zahlen nur noch 20 €. Regulärer Verkaufspreis: 24 €. Weitere Subskribenten senken möglicherweise den Preis. Infos: → hier. Bestellen: da.
dpr, der momentan keine Lust mehr zum Bloggen hat. Geht vorbei. Alles. Krise.
Hab dich, Handtasche!

Ha! Das Krokodil hat einen katastrophalen Fehler begangen! Wegen Namensverunglimpfung können wir ihn nicht drankriegen. Auch die illegale Leerstelle zwischen Wort und Komma („Paul Rudolph Dieter ,“) ist lediglich ein Fall für unseren ehrenamtlichen Korrektor, Herrn Zander (übernehmen Sie!). Aaaber: Dass er das „Watching the Detectives“ – Logo mutwillig und eigenmächtig zerschnitten hat, so dass nur noch „detectives“ übrigblieb – DAS, mein lieber Miersch, kostet dich deiner Omma ihr klein Häuschen, wie man in der IT-Branche so sagt. Unser Abmahnexperte, Herr Dr. jur. Springinsfeld, wetzt schon die rechtlichen Messer, unsere Portokasse freut sich! Und bei Alligators ist fortan Schmalhans Küchenmeister (siehe Grafik oben).

Terminkalender fast voll
Am 20. Oktober nämlich, Buchmesse. Aber zwischen 13 und 15 Uhr gibts noch eine Lücke. Irgendjemand da, der sie füllen möchte? Dann Kontakt bitte hier!
Schule der Rezensenten -8-
Das perfekte Stück Literatur gibt es nicht. Und wenn es doch einmal auftauchen sollte: dann gibt es den perfekten Rezensenten nicht.
Ist das schlimm? Nicht als Faktum an sich; nur die Folgen sind bisweilen unangenehm. Ein durchschnittlich gelungenes Buch hat Stärken und Schwächen, ein durchschnittlich begabter Rezensent desgleichen. Was aber heißt: Prallen Buch und Rezensent aufeinander, weiß man nie, was dabei herauskommt, es gibt einfach zuviele Möglichkeiten. Vielleicht hat der Besprecher keinen Sinn für Sprache; dann mag ein Werk noch so kunstvoll geschrieben sein, der Kritiker wird es nicht erkennen, geschweige denn schätzen, stattdessen sticht ihm vielleicht der etwas zu von Zufälligkeiten zusammengehaltene Spannungsbogen ins Auge – und schon weist der Pfeil nach unten.
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