Lincoln Rhyme ist gegenwärtig vermutlich der legitime Nachfolger Sherlock Holmes’. Wie dieser widmet er sich der minutiösen Analyse von am Tatort gefundenen Spuren. Während Sherlock Holmes mit aus heutiger Sicht etwas altmodischem Werkzeug zu Werke ging, verwendet Lincoln Rhyme [von Deaver allerdings sehr frei angewendete] „state-of-the-art“ – Werkzeuge, wie Gaschromatograph, hochauflösendes Mikroskop und die Kommunikationsmöglichkeiten des Internets.
WeiterlesenKategorie: Watching the detectives
Ende der Eitelkeit
Lesenswert ist →ein Artikel in der heutigen Ausgabe der „Neuen Zürcher Zeitung“, der sich der in Großbritannien um sich greifenden Praxis des Selbstverlegens widmet. Ein kurzer Auszug:
WeiterlesenElke: Wilder Westen
„Du sollst nicht lügen, ich bin bei dir“, schreit Peter Bolmer einem in den ersten Takten von „Wilder Westen“ entgegen. Der Song eröffnet das gleichnamige Album dieser jungen deutschen Band. Natürlich singen auch El*ke deutsch. Schließlich ist die einheimische Sprache endlich wieder salonfähig. Stilistisch gehen sie andere Wege als bis dato Sportfreunde Stiller, Dorfdisko oder Kettcar.
WeiterlesenSummer Camp -12-

Handübungen, wie man sie an einem bestimmten Punkt der theoretischen Überlegungen machen sollte, sind eine unangenehme Angelegenheit, solange sie nicht gelingen. Solange sie aber nicht gelingen, besteht die Möglichkeit, dass sie Erkenntnisse liefern. Erkenntnisse, die das Projekt zum Scheitern verurteilen oder, wir hoffen es, den Durchbruch zum Erfolg bringen.
WeiterlesenWahlplots -1-

Merkwürdig still ist es um Deutschlands Krimiautorenelite geworden. Lesereisen wurden abgesagt, Autorenblogs bleiben ungepflegt. Denn die Autoren schreiben. Sie schreiben Wahlthriller, Wahlwhodunnits, Wahlregionalkrimis, ja selbst ein Wahlkatzenkrimi und ein Wahlweinkrimi sind in Arbeit. Die Zeit drängt, denn spätestens Anfang September müssen die Offsettrommeln rotieren.
Wir haben in bewundernswerter Recherchearbeit einige der Plots ermittelt und stellen sie bis Ende des Monats in loser Folge vor. Begonnen sei heute mit: DIE WELTFORMEL.
WeiterlesenSommerkrimi -4-
Sommer und Abenteuer. Davon hatten wir bisher reichlich. Zeit, es etwas langsamer angehen zu lassen und einen Kurztrip an einen Ort zu unternehmen, der für die Langsamkeit der dort lebenden Menschen und ihrer Gedanken bekannt ist: die Pfalz. Genauer gesagt: Kaiserslautern.
Schön; dies schreibt ein Saarländer, Vertreter eines Volksstammes mithin, der wegen seiner räumlichen Nähe zu Pfalz und Pfälzern gestraft genug ist. Schon dieser Dialekt – man kann die Pfalz bekanntlich nur mit Ohropax durchqueren, wenn man keinen Schaden an Leib und Seele nehmen will, und da ist es schon sehr rücksichtsvoll von Dr. Bernd Franzinger, seinen Krimi „Dinotod“ in astreinem Hochdeutsch anzubieten. Aber als Akademiker (in der Pfalz erhält man den Doktortitel, wenn man vor dem Schreiben des eigenen Namens sicherheitshalber noch mal in den Duden schaut) weiß Franzinger natürlich, was er der Kultur, die bislang so schmählich an der Pfalz vorbeigegangen ist, schuldig ist.
WeiterlesenSchreiben Sie einen Krimi, Herr Schönbohm!
Sehr geehrter Herr Innenminister!
Sie tun mir leid. Ein so sensibler Mensch wie Sie muss sich um die Belange eines Volkes kümmern, dass durch widrige Umstände erzwungenermaßen „proletarisiert“ wurde und nun all die bösen Dinge tut, die das Proletariat schon seit Jahrhunderten nicht lassen kann: Säuglinge ermorden, Trabi fahren, PDS wählen.
Urlaubsvertretung, Nr. 3 für heut
Andreas Schäfer und sein Krimi →„Mainhattan Ice“ stehen im Mittelpunkt einer Rezension in der „Frankfurter Rundschau“. Da Herr Schäfer im wirklichen Leben als Kriminalhauptkommissar sein Geld verdient, wird auch die bekannte Thematik „Der Polizeialltag ist gaaanz anders“ angesprochen. Die Inhaltsbeschreibung unterscheidet sich indes kaum von der eines „Normalkrimis“.
Urlaubsvertretung
Also dass mir das aber nicht zur Gewohnheit wird! Zwei Rezensionen respektive Autorinnenporträts sind uns hier in der Hinternet-Redaktion aufgefallen, und weil ich im Urlaub eh nix Besseres zu tun habe, soll ich sie kurz präsentieren.
WeiterlesenNoch eine Digitalität
Eine kleine Kriminalschnurre, „Das schwedische Zündholz“, von Anton Cechov (1860 – 1904) möchte ich euch heute ans Herz legen. Sie ist nur wenige Druckseiten stark, kann →hier gelesen werden und lässt sich durchaus als eine Art Veräppelung der schon im späten 19. Jahrhundert grassierenden Faktenhuberei in den Kriminalgeschichten interpretieren.
WeiterlesenUrlaubsvertretung, die zweite für heut
Ach, jetzt muss ich auch noch die TAZ anlesen… und was finde ich dort? →„Bienzle, schleich dich!“ rät ein grimmiger Philipp Mausshardt dem bräsigen SWR-Kommissar. Ja, ob er das tut?
Urlaubsvertretung, die zweite
Ach ja, und in der Online-Ausgabe der „Welt“ unterhalten sich →„Zwei grausame Hausfrauen“, Minette Walters und Mo Hayder, über Krimis und Prostituierte und verraten, warum Frauen bessere Krimis schreiben. ??? Als wer?
Urlaubsvertretung I
Weil sich die Alligatorenmannschaft (schon wieder!) Betriebsferien verordnet hat, hier die aktuellen Krimieinträge beim Titel-Magazin.
WeiterlesenChristine Lehmann: Harte Schule
Erinnert sich noch jemand an das Champions-League-Finale Bayern München gegen Manchester United? Genau; das mit den beiden Toren in der Nachspielzeit, als die wackeren Bayern doch noch um die Früchte ihrer Arbeit gebracht wurden. In ähnlicher Erinnerung wird mir Christine Lehmanns „Harte Schule“ bleiben. Lehmann gegen die Unlogik, könnte man sagen, und zunächst sieht alles nach einem souveränen Sieg der Autorin aus.
Die in der ersten Halbzeit ihres Krimis alles richtig macht. Ein etwas zwielichtiger Lehrer wird ermordet im Schulhof aufgefunden, mit heruntergelassener Hose, erstochen. Lisa Nerz, Reporterin bei einer Stuttgarter Lokalzeitung, ermittelt, eine ungeliebte Volontärin im Schlepptau und nicht gerade mit konventionellen Methoden. Sie bricht ins Lehrerzimmer ein, macht sich an die Schüler ran, lernt einige merkwürdige Pädagogen kennen. Gut so.
WeiterlesenEin Serienheld erzählt

Hallo. Sie kennen mich. Oder nicht? Kevin Puffendorf, der Krimiserienheld. Na sehen Sie. Gewiss erinnern Sie sich noch, wie ich den vergrabenen Nazischatz aufgespürt und dabei die latente Pogromstimmung hierzulande gleich mit ausgebuddelt habe. „Kevin Puffendorf“, haben Sie ausgerufen, „Kevin Puffendorf ist schwer in Ordnung. Der bricht die Tabus, der ist einer von uns!“
WeiterlesenJohn Burdett: Bangkok 8
Britischer Humor, buddhistische Philosophie und thailändische Sexkultur, das ist der Mix für John Burdetts „Bangkok 8“. Sonchai Jitpleecheep ist Polizist in Bangkok. Der Sohn einer thailändischen Prostituierten und eines ihm unbekannten Amerikaners ist Buddhist und erzählt uns, den Weißen, den Farangs seine Geschichte.
Gemeinsam mit seinem Partner und langjährigen Freund verfolgt er einen schwarzen Amerikaner durch Bangkok. Der Amerikaner geht im Verkehrschaos verloren und als sie ihn wiederfinden, versucht eine Kobra vergeblich dessen Kopf zu verschlingen. Beim Versuch ihn zu retten, verstirbt auch Sonchais Freund und Partner an einem Schlangenbiss. Zusammen mit einer Mitarbeiterin vom FBI, die aus den USA kommt, macht Sonchai sich auf die Suche nach dem Verantwortlichen.
WeiterlesenSummer Camp -11-

Der richtige Zeitpunkt. Irgendwann, nicht zu früh, nicht zu spät, sollte man das Skelett eines Gedankenprojekts in die Sonne stellen, es etliche Male umkreisen und sich vorstellen, wie das Fleisch der Wörter um die Knochen wuchert und ein Text zu leben beginnt. Tut er es überhaupt? Ebenmäßig? Mit allen lebensnotwendigen Organen versehen? Kein Frankenstein, der außer Kontrolle geraten ist?
WeiterlesenNoch eine Spur nach Island
Viktor Arnar Ingólfsson, dessen lesenswerter Krimi „Das Rätsel von Flatey“ →hier besprochen wurde, macht seine Leser in seinem →Tagebuch auf eben diese Besprechung aufmerksam:
„28.07.2005 Flateyjargáta datt út af þýska sölulistanum í síðustu viku en kíkti svo inn á hann aftur í þessari viku í 49. sæti. Svo fann ég fína umsögn á vefnum.“
Auf Deutsch: „Jetzt hat mich auch das legendäre Hinternet in seinem noch viel legendäreren Krimiblog besprochen! Das hat nicht mal Björk geschafft!“
Sommerkrimi -3-
Wir waren in Russland, wir waren auf Island. Jetzt lassen wir die Sau raus. Mit Modesty Blaise in den Pazifik, viel Sonne, viel Sex, viel Zynismus, viel Spaß.
Hotel „Zum hemmungslosen lustvollen Lesen“, die Peter-O’Donnell-Luxussuite. Comictapete an den Wänden, aber alles sehr geschmackvoll. Eine Frau mit Signalmund und Traumkörper, böse Action: Haie werden per Nasenstüber zurechtgewiesen, revolverschwingende Pfarrer mitten in die Stirn genagelt, Nymphomaninnen greifen wahllos in die männliche Statisterie, ein größenwahnsinniger Millionär bekommt seinen Minderwertigkeitskomplex präsentiert. Latenter Sex, latenter Zynismus. Modesty Blaise.
WeiterlesenZwischenzeugnis

… und wie immer werden die Zeugnisse mit Verspätung überreicht. Das erste Halbjahr ist längst Geschichte, aber „watching the detectives“ hat nun mal gerade seine sechs Monate hinter sich. Also: Wie war er denn so, der Krimi im ersten Halbjahr 2005?
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