In Deutschland fliegen einem die gebratenen Krimis ins Maul. Hmmmm! Knusprig! Lecker! Währenddessen man unter den schattigen, duftigen Wunderbäumen selig ruht, an denen die prallen Plots wachsen. Krimischaffender in Deutschland? Ein Traum! Als Angehöriger eines angesehenen Berufsstandes hat man eine seriöse Ausbildung genossen, ist Elite, verdient gutes Geld und die Verlage reißen einem die Waren nur so aus den Händen.
WeiterlesenKategorie: Watching the detectives
Robert B. Parker: Der gute Terrorist
Unser momentan zur Krimi-Couch delegierter Jung-Geselle Jochen hat uns eine seiner gefürchteten Rezensionen übermittelt. Sie wollen sie unbedingt lesen? Gerne! Auf wie immer auf eigene Gefahr!
„Valediction“ („Spensers Abschied“) aus dem Jahr 1984 hätte ein beeindruckendes Finale einer Romanreihe sein können, die den klassischen Detektiven Chandlerscher Prägung um einige Facetten erweiterte, ohne den Status des edlen Ritters in rostiger Rüstung gänzlich abzuschaffen. Parkers Detektiv Spenser hatte mehr Freunde und Helfer als Philip Marlowe, kochte für sein Leben gern – ließ sich deshalb lang und breit übers Essen aus – und lebte, bis auf eine kurze, aber dramatische Auszeit, in einer offenen Beziehung mit seiner Freundin Susan Silverman, die diese gerne mit dem Bund für’s Leben geschlossen hätte.
Watching Pieke
Sie entkommt mir nicht. Ich notiere jedes Wort, das sie spricht. Verfolge jeden ihre Schritte. Sehen ALLES. Höre ALLES. Zum Beispiel morgen, Mittwoch, 6. August. Wenn Sie bei der WDR 5 REDEZEIT zwischen 11 Uhr 05 und 11 Uhr 30 über ihr famoses Buch „Der Asphalt unter Berlin“ sprechen wird. Und später werde ich das noch einmal nachhören. →Hier. Ach was, einmal! Mehrmals! Nein, sie entkommt mir nicht…
Friedhelm Werremeier: Taxi nach Leipzig
Ein Krimi mit Folgen: das trifft auf kaum einen anderen mehr zu als auf Friedhelm Werremeiers „Taxi nach Leipzig“, mit dessen Verfilmung 1970 der auch heute noch regelmäßig besichtigte „Tatort“ startete. Wiederzulesen jetzt in der von Frank Göhre herausgegebenen „Kriminellen Sittengeschichte Deutschlands“.
WeiterlesenMonströses
Die Vorbereitungen für Ausgabe 3 von wtd – die Zeitschrift haben begonnen. Das Leitthema für die geplante Sammelrezension mehrerer Neuerscheinungen stand ziemlich früh fest: Monströses.
WeiterlesenLeonardo Padura: Der Nebel von gestern
Samstag ist… genau. Krimitag beim Titel-Magazin. Der Unaussprechliche präsentiert diesmal ein →Wetering-Porträt, einen →Comic und ein →Gedicht. Außerdem wurde der Betreiber dieses Blogs zur kritischen Betrachtung von Leonardo Paduras →„Der Nebel von gestern“ genötigt, der willkommenen Fortsetzung des Havanna-Quartetts, aber leider… Lesen Sie selbst.
Im röhrenden Rachen der blutigen Bestie – AUFLÖSUNG
Die Nation sitzt bibbernd vorm Rechner. Wer wars denn nun? Wer hat den Löwenkäfig geöffnet und den netten Dompteur im Rachen der Bestien verschwinden lassen? Kommissar Butsch weiß es. – Und gleich wissen Sie es auch… ACHTUNG! Wer den Kurzratekrimi von Dale Patrick Rutherford noch nicht gelesen hat, sollte dies schleunigst nachholen und erst DANACH die Auflösung anklicken…
WeiterlesenPieke sieht schwarz

Pieke Biermann müsste man heißen und Kriminalreportagen schreiben. Dann könnte man es sich an einem tropischen Tag wie diesem in der „Schattenwirtschaft“ gemütlich machen. Aber besuchen Sie die Dame doch ganz einfach selbst in ihrem Idyll. Am Freitag, 1. August 2008 im RBB-Inforadio 93,1 um 10:27 und 13:27 Uhr und am Sonnabend, 2. August 2008 in DER TAGESSPIEGEL. Wenn es wieder heißt: „Zoom auf die Schattenwirtschaft“ (oder Klick aufs Bildchen…)
Weiterlesenwtd No. 2: Die Juli-Ausgabe
Am letzten Tag des Monats gibt es die Juli-Ausgabe von Watching the Detectives. Wie immer wahlweise als →PDF oder →DOC. Diesmal hat sich die Publikationsform gleich zweimal bewährt. Einmal, weil sich die Gelegenheit bot, einen „historischen Kriminalroman“ aus dem Deutschland des Jahres 1845 mit einem „historischen Kriminalroman“ aus dem Laos des Jahres 1976 zu vergleichen. Dann, weil kurz nach der Fertigstellung des Textes eine geschätzte österreichische Blogkollegin einen schönen Fall von true crime präsentierte, der mir haargenau in die Beweisführung passte.
WeiterlesenSeltsamer Vorschlag
Nicht nur, dass „Menschenfreunde“ bei Amazon über Nacht von Null auf 33.000 und ein paar Zerquetschte geklettert ist. Die Redaktion von buecher.de flippt ebenfalls aus:

Watching the detectives – die Zeitschrift
Wtd – die Zeitschrift. Jeweils einen Monat lang liest und überlegt der Blogger. Und was er gelesen und überlegt hat, das bringt er zu Papier. Und veröffentlicht es jeweils zum Monatsende: längere Rezensionen, Theoretisches zur Kriminalliteratur, Experimente. Das alles als PDF oder DOC, kostet auch nichts, Verlagsanzeigen werden gegen einen Spottpreis abgedruckt, damit aus den Erlösen „externe MitarbeiterInnen“ verpflichtet werden können.
WeiterlesenMenschenfreunde, die erste
Rezension nämlich. Positiv, wie nicht anders zu erwarten. Von Sylvia Staude in der →„Frankfurter Rundschau“, die natürlich ab sofort meine Lieblingszeitung ist. Mein Lieblingssatz aus der Rezi: „Diesen Krimi kaufen.“ Könnte von mir sein.
Im röhrenden Rachen der blutigen Bestie

Mit der heutigen neuen Folge seiner beliebten Kurzratekrimireihe führt der selbsternannte Kurzratekrimipapst Dale Patrick Rutherford eine neue, faszinierende Serienfigur ein: den charismatischen Alkoholiker und abwegigen Hühnerfreund Manfred Butsch, dessen gesamte Familie in einem traumatischen Ereignis von einem perversen Massenmörder ausgelöscht worden war – und das, obwohl das gemeinsame Eigenheim noch seiner endgültigen Abbezahlung harrte. Eine Figur aus dem wirklichen Leben, wohltuend heutig und doch liebenswert.
WeiterlesenStuart MacBride: Der erste Tropfen Blut
Wer sich 500 Seiten lang in die Turbulenzen Aberdeener Polizeiarbeit stürzen will, ist mit „Der erste Tropfen Blut“ von Stuart MacBride wie immer gut bedient. Stillstand, Reflexion: Fremdwörter. Protagonist Logan McRae peitschen keine inneren Dämonen nach vorne, nein, ganz normale Vorgesetzte sinds: ein dicker Choleriker mit Hang zu Süßigkeiten und Amateurtheater, sowie eine flapsig-zynische Lesbe mit schwerer Nikotinsucht.
WeiterlesenNeu und glorreich
… ist Hannelore Cayres „Das Meisterstück“. Was nun diejenigen, die beim „Lumpenadvokat“ schon gejubelt haben, nicht weiter überrascht. Also rein mit den 150 Seiten in „Die glorreichen Sieben“. Eine Rezension gibt es dann im dritten Heft von „Watching the detectives“, der famosen Zeitschrift (deren zweite Ausgabe wohl am Donnerstag völlig kostenlos zur Verfügung stehen wird). Ach ja, und das ist mir auch noch aufgefallen:
WeiterlesenBöser Allligator!
Wo wir schon dabei sind, die Götter und ihre StellvertreterInnen auf Erden vom Sockel zu stürzen: Der Alligator wäre auch längst fällig! Ist noch keinem aufgefallen, wie ABSOLUT FRAUENFEINDLICH die große Wuppertaler Riesenechse agiert? Sein bevorzugtes Opfer: Anobella.
WeiterlesenIn Ordnung
Wir haben verstanden. Es ist heiß. Die Fingerchen wollen nicht so recht. Die kleinen Grauen da oben drin auch nicht. Also: Keine Lust auf ein Krimi-Volkslexikon. Schön. Dann machen wirs auch nicht. Sondern legen uns ebenfalls in die Sonne respektive werkeln noch ein wenig am wtd-PDF für Juli. Schönes Wochenende – nein, morgen gibts noch einen kleinen Eintrag…
Weg von oder hin zu?

Was ist ein Krimi-Volkslexikon? Ein Lexikon, in dem die großen definitorischen Fragen des Genres als buntes Meinungspotpourri von den Leserinnen und Lesern selbst beantwortet werden. Eine Frage – viele Antworten, ein Krimiwiki der Vielfalt. Nach einem etwas zähen Start (es kann und sollte noch erläutert werden, was und wer →Krimiklassiker sind), nun eine hoffentlich der Schreib- und Definitionsfreude auf die Beine helfende Frage: Bedienen Krimis die Flucht vor der Realität – oder sollen sie im Gegenteil die LeserInnen der Realität näher bringen?
WeiterlesenLiebe Krimi-Couch-Sitzer
Es freut mich aufrichtig, dass die aktuelle Papstdebatte nun auch auf →eurem edlen Ruhemöbel gelandet ist. Aber mit den Zuordnungen habt ihr noch so eure Schwierigkeiten. Also: Thomas Wörtche ist nicht „der selbsternannte Krimipapst“ (das bin nämlich ich!), sondern „der Stänkerpapst“. Ludger Menke hingegen ist „der Krimipapst der Herzen“, Tobias Gohlis „der Krimipapst des gehobenen Feuilletons“, Bernd Kochanowski „der Krimipapst der Mediziner“, Frau Krimi ist „die Krimipäpstin der österreichischen Vogelfänger“, Joachim Linder „der Krimipapst der atheistischen Glaubensgemeinschaft“, Axel Bussmer „der Krimipapst des Kinos“ und, hab ich jemanden vergessen?, Anobella „die Krimipäpstin der ausgleichenden Vernunft“. Ach ja: Der Patzerschorsch ist überhaupt kein Papst, der ist der Satan höchstpersönlich. Und natürlich selbsternannt. Das nur mal zur weiteren Orientierung bei eurer Diskussion, die hier aufmerksam verfolgt wird.
Norwegische Krimiklassik

Apropos… einen unbestrittenen Klassiker der Kriminalliteratur präsentiert die →„Criminalbibliothek des 19. und frühen 20. Jahrhunderts“. Sven Elvestad erwarb sich diesen Rang nicht nur in Norwegen; auch in Deutschland war er eine feste Größe, geriet dann jedoch in Vergessenheit. An seinem Werk kann das kaum gelegen haben, wie „Der Schwarze Stern“ (1908, deutsche Ausgabe 1921) beweist. Aber wer weiß: Manchmal steigen die Klassiker unerwartet wie Phönix aus der Asche…