Titelsamstag

Braungebrannt und endlich wieder nüchtern: Thomas Wörtche, verantwortlich fürs Kriminelle beim „Titel-Magazin“, ist aus dem Urlaub zurück und legt jetzt richtig los. Heute lesen wir ein Porträt von Stuart MacBride, diverse Rezensionen (Colin Cotterill, John Connolly, Jean-Christophe Rufin) sowie – ein Gedicht von H.C. Artmann. Bei so viel lyrischer Besinnung tut dann der Rundumschlag von Le Chef persönlich richtig gut. Die neue Kolumne „Markt & Totschlag“ preludiert mit einer kritischen Betrachtung des aktuellen Hardboiled-Hypes. Und wo gibts die ganze Bescherung? →Hier natürlich.

Analogie

Vor manchen Fragen scheut man ja instinktiv zurück; und vor keiner so angewidert wie vor der, was denn „Krimi“ eigentlich sei. Meine Erfahrung sagt mir: Je intensiver ich mich um eine Definition bemühe, desto mehr zersplittert der Begriff an sich. Eine andere Frage jedoch bleibt fruchtbar; nicht weil sie sich schlüssig beantworten ließe, sondern weil die Beschäftigung mit ihr immer neue Fragen aufwirft, die für sich schon Erkenntnisse sein können. Wann wird etwas als Krimi wahrgenommen – und wann nicht? Und warum?

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Pieke verfinstert den Tag

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„Es beginnt am hellichten Tag“: in Pieke Biermanns aktueller Kriminalreportage, die man am Freitag, dem 4. Juli 2008 im RBB-Inforadio 93,1 um 10:27 und 13:27 Uhr hören und am Sonnabend, dem 5. Juli 2008 im TAGESSPIEGEL lesen kann (oder per Klick aufs Radio). Aber das ist nichts weniger als sonnig und freundlich, was uns Pieke da zu berichten hat: Kinderpornografie, Kindermissbrauch. Finster ists unter dem Asphalt von Berlin.

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Ein Tagungsbericht

Wieder einmal freuen wir uns, Ihnen einen Bericht unseres Partnermediums, des Itzehoer Volksboten, zur Lektüre anbieten zu können. Die Kollegen von der papiervernichtenden Zunft haben sich auf einem für alle Liebhaber spannender Kriminalliteratur interessanten Kongress umgeschaut…

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Röhrende Zwanziger

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Ja, war schon was los, damals, 1929. Börsenspekulanten plumpsten aus 33. Stockwerken, elegante Damen mit Federn an den Topfhüten hoben die Beine zum letzten Charleston, im deutschen Straßenbild tauchten immer mehr Männer mit Charlie-Chaplin-Bärtchen auf. Apropos: Auch „Die Drei aus Hollywood“ brechen zu einem Abenteuer auf, jetzt in der →„Criminalbibliothek des 19. und frühen 20. Jahrhunderts“ unter dem Autorennamen Herbert Rosenhayn nachzulesen. Wir wünschen viel Vergnügen.

Krimiwelt-Bestenliste Juli 2008 – und offene Fragen

Die – inhaltlich unverächtliche – Juli-Bestenliste habe, so →Initiator Gohlis, „die Grenzen ausgelotet“. Nun – nicht ganz. Auf eine noch nicht eindeutig gezogene Grenze macht →jener Kollege hier aufmerksam (bei dem man auch die aktuelle Liste betrachten kann), wenn er zu bedenken gibt, dass die Praxis, keine WIEDERveröffentlichungen zu berücksichtigen, im Falle des Neueinsteigers Rex Miller („Fettsack“) nicht beachtet wurde. Das Werk ist 1987 schon einmal erschienen und jetzt in einer „vollständigen Neuübersetzung“ zum zweiten Mal. Okay.

Das allerdings ist eine eindeutige Benachteiligung von deutschsprachigen Krimis, die ja in der Regel nicht übersetzt werden müssen, dieses Hintertürchen also verschlossen finden. Oder genügt in Zukunft ein Hinweis wie „Endlich vernünftig lektoriert“ oder „Jetzt auch mit korrekten Konjunktiven!“, um einst ignorierte Deutschkrimiprodukte doch noch in die Charts zu hieven? Die Nichtberücksichtigung deutschsprachiger Titel in der aktuellen Bestenliste hat aber nichts mit diesem Handicap zu tun. Sie geht völlig in Ordnung, denn das erste Halbjahr war aus Sicht einheimischer Schaffender eher ein Trauerhalbjahr.

Spannender wird eine zweite Grenze. Berücksichtigt die Bestenliste lediglich „Krimis“ oder schürft sie auf dem weiteren Feld der Kriminal-Literatur? Dort also, wo nicht nur belletristische Fiktion entsteht? Und heißt „Erstveröffentlichung“, dass etwas zum ersten Mal in BUCHFORM vorliegen muss, aber durchaus schon z.B. in Zeitungen abgedruckt gewesen sein kann – oder im Radio zu hören? Oder gelten solche erstmals zwischen zwei Buchdeckel gepressten Arbeiten automatisch als „Wiederveröffentlichung“ und müssen folglich draußen bleiben? Das ist neuerdings keine theoretische Frage mehr, wie aufmerksame LeserInnen dieses Blogs wissen. Mal sehen, wie sie in praxi beantwortet wird.

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wtd – die Zeitschrift. Juni 2008

Da ist sie: die erste Ausgabe von „watching the detectives“, der Krimizeitschrift im PDF-Format und – auf besonderen Wunsch – als geschütztes WORD-Dokument. Mit Aufsätzen über tödliches Lesen und die wahren Verbrechen, Rezensionen neuer Krimis von Matti Rönkä, Pieke Biermann, Jean-Cristophe Grangé und Wolfgang Kaes und einer ersten Verlagsanzeige. Noch schreibt dpr das Ganze ganz allein. Aber das wird sich ändern. Wenn sich zukünftig mehr Verlage breitschlagen lassen, in wtd eine Anzeige zum absoluten Tiefstpreis zu schalten. Auch deshalb danke ich dem Grafit Verlag und seinem Verleger für die Pionierleistung der ersten Annonce. Um fleißige Kritik wird gebeten.

wtd 1: PDF
wtd 1: WORD

Neue Arbeit

Die Schlussarbeiten an der ersten Ausgabe von „watching the detectives – die Zeitschrift“ sind in vollem Gange. Unter anderem vier Rezensionen wird es geben, zweimal plus, zweimal minus, zweimal deutschsprachig, zweimal Übersetztes aus Finnland und Frankreich. Derweil das Material für die nächste Ausgabe tagtäglich eintrifft. Einige Hightlights…

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Pieke gibt den Takt vor

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„Menschen – Orte – Kriminalität“: diesmal mit Musik. Musik kann aggressiv machen – oder das Gegenteil bewirken. Doris Zielatkiewicz, Lehrerin an einer Berliner Grundschule, setzt Musikmachen als Kriminalprävention ein. Ob das funktioniert, erfährt man im RBB-Inforadio 93,1 am 20. Juni 2008 um 10:27 und 13:27 Uhr. Wie immer aus dem Mund von Pieke Biermann, wie immer auch, wenn man aufs Radio klickt.

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