
Nein, heute ist nicht Volksbloggen angesagt, sondern →„Criminalbibliothek des 19. und frühen 20. Jahrhunderts“. Diesmal mit vier Erzählungen J.D.H. Temmes aus der „Gartenlaube“ von 1859, und eine davon heißt „Volkesstimme“.
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Nein, heute ist nicht Volksbloggen angesagt, sondern →„Criminalbibliothek des 19. und frühen 20. Jahrhunderts“. Diesmal mit vier Erzählungen J.D.H. Temmes aus der „Gartenlaube“ von 1859, und eine davon heißt „Volkesstimme“.
WeiterlesenDie amerikanische Autorin Joan Brady hat im außergerichtlichen Vergleich mit einer Schuhfabrik 115.000 $ Schmerzensgeld erhalten. Giftige Dämpfe der in der Nachbarschaft ansässigen Firma hatten Frau Brady gesundheitlich so beeinträchtigt, dass sie nicht mehr schreiben konnte. Nein, korrigiere…
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Ganz disparate, sehr spontane, nicht weiter verfolgte Gedanken zu „Krimi und Humor“, dem Thema von Ludgers →„2. Krimiblog-Karneval“. Wer’s seriöser haben möchte, sei gleich an den →Heiligen Vater verwiesen.
WeiterlesenManchmal fragen mich die Leute: „Das mit der →Criminalbibliothek des 19. und 20. Jahrhunderts ist ja schön und gut und ehrenwert. Aber… was bringts eigentlich?“ Nun: Andere Leute auf gute Ideen bringts, den →Oskar Verlag aus München z.B., der ab Mai eine Hörbuchreihe „Criminalbibliothek der 20er Jahre“ startet, mit drei Titeln von Walther Kabel und einem von Karl Pauli, alle vier ganz zufällig im PDF-Format auf der Seite unserer geschätzten Bibliothek zu lesen. Und gerade von Walther Kabel haben wir noch ne Menge Knaller auf Halde… Kriegen wir eigentlich Belegexemplare? Oder einen Referenzlink? Wäre nett. Ach ja, das noch: In der 20ern hieß es aber schon „Kriminalbibliothek“…
Über Thomas H. Cooks „Das Gift des Zweifels“ hat sich bereits Kollege Bernd anlässlich der →Besprechung der amerikanischen Ausgabe seine Gedanken macht, deren Quintessenz nichts hinzuzufügen ist. Ein äußerst lesenswertes Buch. Fragen wir uns bei Gelegenheit der deutschen Übersetzung: Wie arbeitet Cook eigentlich?
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Endlich! Es darf wieder volksgebloggt werden! Das gibt es nur beim Marktführer in Sachen Krimiblogs! Mit dem Ohr immer am Herz der Kundschaft! Seit fast genau drei Jahren erfüllen wir die geheimsten Krimiwünsche der LeserInnen – wenn wir sie nur kennen. Also macht sie publik! Scheut euch nicht vor Emotionen! Seid das Volk!
Heute ist der Tag der irren Krimipreise. Nachdem Kollege →Ludger schon auf den Schafskrimiwettbewerb hingewiesen hat (dessen Vorgänger der Kartoffelkrimiwettbewerb war), belegen die heutigen →Alligatorpapiere die Existenz eines noch sehr viel irrsinnigeren, ja, beinahe schon pfungstädtischen Schreibwettbewerbs…
WeiterlesenDie Lektüre ließ mich ein wenig ratlos zurück. Also habe ich getan, was ich sonst nie tue, bevor ich fertig mit dem Schreiben bin: Gelesen was andere schreiben. Hilft aber auch nicht weiter: Verunsicherung scheint vorzuherrschen. Allein Lars Schafft frönte der ungebremsten Euphorie, um, so scheint’s fast, im nächsten Werk auf den Boden der peace’schen Wirklichkeit zurückgeholt zu werden. Fast könnte man meinen, dass dpr’s kubistische anti-Kritik in der Struktur dem Wesen des Werkes Peace‘ am besten entspricht.
WeiterlesenWeiterlesen„Und bei manchem Autor fragt man sich, ob er es mit seinen tiefsinnigen Sprach-Flachlandkrimis ernstmeint oder ganz und gar absichtsvoll sein Publikum verarscht…“
Und wer jetzt immer noch nicht weiß, wer den Deutschen Krimipreis gewonnen hat, der kann →bei Ludger nachgucken. Ich mach mir jetzt nen Kaffee.
…bei →Bernd kann man natürlich auch nachgucken…

Eigentlich wollten wir das KJB ja etwas verschlanken… Und jetzt sind es doch wieder 300 Seiten geworden. Und wann kann mans lesen? Ab Ende März / Anfang April. Was solls kosten? Uh, wissen wir noch nicht genau. Aber eins wissen wir: Wer das KJB →abonniert, spart bares Geld. Und was steht jetzt auf diesen 300 Seiten? Das hier:
WeiterlesenDas Kriminalhörspiel zu fördern und „ins Gespräch“ zu bringen, ist per se eine gute Sache. Dass, wer eine Bude auf dem Markt hat, auch schreien muss, wusste man schon in den 50er Jahren, und die modernen Zeiten verlangen events, theatralisches, inszeniertes Schreien. So war man gespannt, als →„an diesem historischen 16. Januar“ der Radio-Tatort als Äquivalent zur TV-Reihe mit einer Produktion des Westdeutschen Rundfunks startete. Die Latte lag hoch.
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… aber entwendet nichts, sondern lässt etwas darin zurück. Eine Reportage zum „Multi-Kulti-Delikt“ Taschendiebstahl nämlich. Am Freitag, 18. Januar 2008 im RBB-Inforadio 93,1 um 10:27 und 13:27 Uhr (für Wiederholungstäter auch am Sonntag 13:45 und 18:45 und Montagnacht 04:45 Uhr) und / oder und am Sonnabend, 19. Januar 2008 in DER TAGESSPIEGEL (möglicherweise unter einem anderen Titel). Und was passiert, wenn ich oben auf die Grafik klicke? —
Weiterlesen„Ganz nett, bisschen betulich“ fand →Kollege Ludger den Start des Radio-Tatorts. Angesichts des im Vorfeld veranstalteten Brimboriums („Revolution!“) eine eher ernüchternde Kritik. Andere Meinungen? Bestätigungen?
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Drei Krimis, die den Tod und die Toten schon im Titel tragen, eine kleine Nachlese 2007, nichts Besonderes, auch nicht wirklich misslungen. Krimis, die man wegliest und die so vergänglich sind wie das Leben selbst…
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So. Mittwoch. Volksbloggen. Lasst euch was einfallen. Fehlt euch was? Ich meine: hier. Sollen wir einen Nachrichtenticker einbauen? „AKTUELL: Andrea Maria Schenkel in Leihbibliothek gesichtet“. Oder so was.
Weiterlesen„Da versucht z.B. einer verzweifelt das ihn ignorierende Syndikat zu provozieren, der andere ergeht sich in merkwürdigen Satiren, die am Rande noch etwas mit Krimi zu tun haben. Aber die interessanteste Meldung der Krimiszene verpennen irgendwie alle.“
Die Shetlandinseln sind eine nördlich von Schottland in der Nordsee gelegene Inselgruppe. Klima und Landschaft sind nicht extrem, aber recht rau. Ann Cleeves Buch „Raven Black“ spielt auf der Hauptinsel, am Rande der Hauptstadt Lerwick. Eine junge Frau, eine Schülerin noch, wird erdrosselt aufgefunden. Für die lokale Bevölkerung scheint auch der Schuldige ausgemacht: Magnus Tait. Schließlich stand er auch in Verdacht, vor elf Jahren die junge Catriona Bruce umgebracht zu haben. Die Polizei allerdings, die lokale wie die hinzugezogene vom schottischen Festland, will es sich so einfach nicht machen.
WeiterlesenNeulich hast du in deiner Dauersendereihe „Tagesschau“ einen Kurzkrimi gezeigt. Zwei Jugendliche greifen hinterrücks einen Rentner an, schlagen ihn zu Boden, treten ihn und machen sich dann aus dem Staub. Später werden sie aber gefasst, ein Türke und ein Grieche. So weit, so üblich.
Ich weiß natürlich, dass solche Filmchen Produkte der Fiktion sind und, wie es so schön heißt, „die Wirklichkeit nicht eins zu eins abbilden“ können. Das ist so, als würde ich einen Film zeigen, in dem ein Alevit seine Tochter ein wenig zu lieb hat oder ein paar Bodenseefischer schlimme Finger sind. Soll vorkommen, sogar von Katholiken, die der Sodomie ergeben sind und von Unternehmensberatern, die ihre Kunden bescheißen, hat man schon gehört, käme aber nie auf die Idee, jetzt alle Katholiken und alle Unternehmensberater… du verstehst? Schön.
Ich hatte also den Film (hieß er nicht „Jagdszenen aus der Münchner U-Bahn“?) schon fast vergessen – wozu ich sagen muss, er hat mir auch nicht so gut gefallen; kannst du nicht mal einen Film drehen, in dem ein Halbdutzend jugendlicher Neonazis ein kleines türkisches Mädchen quälen? Solls gegeben haben, aber leider waren keine Kameras dabei – also ich hatte das schon fast vergessen, so wie ich alles irgendwann vergesse, was du so in deiner Tagesschau anbietest: den unrasierten Pfälzer z.B., der immer von „Mindestlohn“ redet oder den Chefliberalen, der „mehr unternehmerische Freiheit“ fordert und „weniger Staat“, aber selbstverständlich nichts dagegen hat, wenn der Staat für die unternehmerische Freiheit, Hungerlöhne zu zahlen, in die Bresche springen muss: Fiktion, sag ich nur, das sind irgendwelche Schauspieler, denen geht das alles am Arsch vorbei, weiß man doch.
Aber kaum hatte ich besagtes Filmchen schon fast vergessen, da ist folgendes passiert: Ein Herr Koch aus Hessen – wohl ein etwas schlichtes Gemüt, wenn ich mal so sagen darf – hat den Film aus der Münchner U-Bahn für DIE WIRKLICHKEIT gehalten. Er hat nicht gesagt: Okay, der Film zeigt uns zwei Jugendliche, die einen Rentner zusammenhauen, und das hats immer schon gegeben, ist nicht schön und muss bestraft werden, nein, der Herr Koch aus Hessen hat sich gedacht: Ui! Ausländische Jugendliche hauen deutsche Rentner zusammen! Und nichts passiert! Die werden kaum bestraft und nicht ausgewiesen und gar nichts, wahrscheinlich kriegen die noch eine Prämie von der Rentenversicherungsanstalt.
Das ist jetzt aber so, als würden sich die Aleviten in Deutschland darüber beklagen, dass man sie allesamt zu Inzestlern abstempelt, nur weil einer von ihnen in einem Krimi das mit der Tochter gemacht hat. Oder nein, wahrscheinlich haben sich die Aleviten gesagt: Okay, der Film ist Fiktion, aber draußen an den Bildschirmen hocken ganze Heere von hessischen Kochs und halten das für DIE WIRKLICHKEIT. Die sehen einen Film, dem eine „tatsächliche Begebenheit“ zugrunde liegt oder doch zugrunde liegen könnte und machen aus dieser Fiktion, die aus einer potentiellen Faktizität heraus geboren wurde, die Wirklichkeit schlechthin.
Klingt kompliziert, aber so ist es, und ich würde diese Aleviten (oder die Bodenseefischer) verstehen, denn tatsächlich gibt es genügend schlichte Gemüter, die so etwas denken. Die denken sogar, dass dieser unrasierte Pfälzer, weil er von Mindestlohn faselt, sich irgendwie gegen die Verarmung hierzulande stemmen will oder dass der Herr Koch wirklich so schlicht ist, dass er glaubt, dieses Filmchen da sei eine „Abbildung von Wirklichkeit eins zu eins“. Dabei – und jetzt wird’s erst richtig kompliziert – ist natürlich auch dieser geifernde Herr Koch nur Fiktion! In „Wirklichkeit“ will er der einfach wiedergewählt werden und mit einem Filmchen, in dem Neonazis eine kleine Türkin quälen, wird er nicht wiedergewählt, jedenfalls nicht in Hessen, aber vielleicht in der Türkei.
Wir haben also eine reichlich vertrackte Situation: In einer Münchner U-Bahn-Station schlagen zwei Jugendliche einen Rentner zusammen (Fakt). In einem Tagesschau-Clip werden wir Zeuge dieses Vorfalls, der jetzt natürlich fiktiv ist, weil er im Fernsehen gezeigt wird, wo man uns die Wirklichkeit des Tages „zusammenstellt“, was ja allemal fiktiv ist, also wenn nicht das, was dann? Dieses Filmchen nimmt ein Herr Koch zum Anlass, den nationalen Notstand auszurufen (zur allgemeinen Wirklichkeit hochgerechnete Fiktion von Wirklichkeit). In Wirklichkeit ist dieser empörte Herr Koch aber ein Wahlkämpfer, der ein schönes Thema gebraucht hat, also auch eine Fiktion, die mit einer anderen Fiktion, die zum Fakt erklärt wurde, aber eben doch nur Fiktion ist, weil zehn Sekunden Film natürlich die Wirklichkeit nicht eins zu eins abbilden können, wie überhaupt nichts die Wirklichkeit eins zu eins abbilden kann, also diese Fiktion, der etwas Faktisches zugrunde liegt…
Nee, das ist mir zu kompliziert. Ich möchte dich nur bitten, liebes Fernsehen, in Zukunft immer so ein Spruchband über die Bildschirme laufen zu lassen, auf dem steht: „Sie sehen gerade ein Werk der Fiktion, das die Wirklichkeit nicht eins zu eins abbilden kann.“ Technisch kannst du das doch, bei diesem „Börsenticker“ geht’s ja auch. Und das bitte 24 Stunden lang, sieben Tage die Woche. In allen Programmen. Und morgen schreibe ich an die Zeitung, damit die das auch macht.
Krimipreise haben Konjunktur. Soeben wurde die Installierung des „Ripper Award“ der deutschen Feinripp-Industrie bekanntgegeben – und jetzt folgt Hinternet mit einem mächtigen Schlag in die Magengrube des guten Geschmacks. 2008 vergeben wir zum ersten Mal UNSEREN Preis: MIST (Most Inspiring Sex Thriller)!
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