[Es muss sein. Zu ausführlich gerät mir die Rezension von Friedrich Anis neuem „Kriminalroman“, und schon die Gänsfüßchen markieren einen der Pferdefüße. Deshalb nicht die Gesamtrezension am Donnerstag, sondern in drei Häppchen bis Donnerstag. Teil eins: hier.]
WeiterlesenKategorie: Watching the detectives
Robert Greer: Head Shock
Unsterblichkeit, Unverletzlichkeit, Selbstheilung. Die moderne medizinische Grundlagenforschung ist auf der Suche, die Grundsehnsüchte der Menschheit zu befriedigen. Untersuchungsobjekt sind heutzutage allerdings noch die einzelnen Zellen, aus denen unser Körper aufgebaut ist und deren Umgang mit Stress sowie die Möglichkeiten, entstandene Schäden an der genetischen Ausstattung der einzelnen Zellen zu reparieren.
WeiterlesenDie offizielle Leseprobe
Es war ein einziges Basteln, ein Konstruieren und Verwerfen, aber jetzt wird daraus allmählich ein brauchbares Ergebnis. „Die Zeichen der Vier“ heißt meine Studie zu Astrid Paprottas Ina-Henkel-Krimis, hoffentlich noch vor Weihnachten via NordPark Verlag wohlfeil auf dem Gabentisch des Krimilesers befördert, und da man bei Geschenken schon mal leicht den Deckel öffnen und reinspitzen lassen sollte, gibt es jetzt eine Leseprobe. Nach einer notwendigen kurzen Vorbemerkung.
WeiterlesenRegula Venske: Mord im Lustspielhaus

Der Beginn unserer Eisenbahnlektüre der neuen Kaliber .64 – Krimis steht unter einem schlechten Stern. Okay: der Sommer ist zurück und mit ihm das fröhliche Geschnatter luftig bekleideter junger Damen, die wahrzunehmen natürlich nichts mit Eros zu tun hat, sondern nur mit Ästhetik und schierem Ergötzen an bunten Stoffen. Nicht okay: kurzhemdsärmlig schwitzende Mittelaltermänner, die sich gegenseitig aus der BILD-Zeitung vorlesen und die Kommentare zuwerfen wie ploppende Tennisbälle: „Schumi hört auf! Weißte schon?“ „In echt? Find ich nicht gut.“ „Nee, obwohl. Und jetzt wolln’se auch noch die Tabaksteuer erhöhen!“
WeiterlesenFür die gebildeten Stände
Ich wende mich heute an diejenigen, denen Krimi nicht genug ist, diejenigen, die sich in Metaphern suhlen, in Weisheiten wälzen wollen, bei denen sich der Höhenrausch der Dichtung erst im Tiefsinn der Gedanken einstellt, diejenigen, die selbst einem umgefallenen Fahrrad die philosophische Zuwendung nicht versagen wollen. Kurz: All diejenigen, die notorisch nachdenken, sobald man ihnen etwas vordenkt, erhalten von mir, ganz exklusiv, nun ein Geschenk. Krimisätze für die gebildeten Stände.
WeiterlesenB.M. Gill: Herzchen

Noch bevor sich psychopathische Serienmörder die Buchladenklinke in die Hand gaben, betrat ein perfider, eiskalter Killer die literarische Welt, der all die populären Auswüchse grausamer Phantasien glatt in den Schatten stellt: Zanny Moncrief, zu Beginn der Romanhandlung 6 Jahre alt, ein leicht moppeliger Engel, unberührt von jeder moralischen Anwandlung. Kleine Stiefbrüder, die ihr im Weg sind: husch, ertränkt im Gartenteich, die Stiefschwester: leider verpasst, dafür brennt ein zufälliges Opfer, kann passieren.
WeiterlesenViel zu spät
… erreichte mich jetzt die 19. Ausgabe der schönen kanadischen Krimizeitschrift →Alibis. Aber so kann es kommen, wenn solch wichtige Post direkt an die Redaktion geschickt wird und fortan als Vorlesebuch für Klein-Vincent herhalten muss, der beim Klang des Französischen sanft entschlummert und schon früh „Fremdsprachenkompetenzen“ erwerben soll, um im globalen Mediengeschäft dereinst ein Großmogul zu werden.
WeiterlesenFreundliche Hilfestellung
Es naht der Herbst, die Krimis fallen. Die blühenden und die welken, die wo Krimi draufsteht und die wo Krimi drin ist, obwohl nicht Krimi draufsteht. Da kommt man als Kritiker schon mal in die Bredouille. Aber zum Glück gibt es einen (saarländischen!) Verlag, der uns Überforderten die Last der Einordnung von den Schultern nimmt.
WeiterlesenMichael Robotham: Amnesie
In einem Krankenbett erwachen, ahnen, dass etwas Furchtbares geschehen sein muss, aber nicht wissen was – das ist die ideale Ausgangssituation für einen Thriller. „Amnesie“ von Michael Robotham verrät sein Thema schon im Titel, aber der Text selbst ist nicht frei von Überraschungen.
Inspector Vincent Ruiz ist das Maleur widerfahren, eine dramatische Spanne Zeit einfach aus dem Gedächtnis verloren zu haben. Also begibt er sich, von seinen körperlichen Blessuren noch nicht genesen, auf die Suche nach der verlorenen Zeit und ihren Geheimnissen. Alles hängt mit einem Fall zusammen, den Ruiz vor Jahren erfolglos bearbeitet hat: Die kleine Mickey verschwand spurlos, ein offensichtlich pädophiler Nachbar wurde per Indizien überführt und abgeurteilt.
WeiterlesenTusse tourt
Sie ist besser als Robbie Williams, machts aber kostenlos. Sie ist jünger als Keith Richards, aber den Rhythmus kloppt sie genauso routiniert. Sie lässt sich besichtigen, ist aber kein Museum. Wer? Die Dame, der man die Meinung geigen und ein Autogramm abluxen kann. Das Objekt der Begierde, wenn man bloß ma‘ kiekn will, was dit für’ne Tusse is. Leider nur in Berlin.
WeiterlesenSchnitzel, Sonne und Blondinen

Humor im Krimi kann zum Heulen sein. Zwischen der treffenden Lakonie eines Hammett / Chandler und dem Sprachwitz eines Wolf Haas tummeln sich Witzbolde jeglicher Couleur, die Kleinen-Feinen, die Brutal-Direkten, die Aufgesetzt-Blödelnden. Drei Exempel angewandten Humors möchte ich heute vorstellen: die aktuellen Krimis von Leo P.Ard, José Luis Correa und Robert B. Parker.
WeiterlesenThomas H. Cook: Red Leaves
Dieses ist die zweite Besprechung eines der diesjährigen Kandidaten für den Edgar, Kategorie „Bestes Buch“.
Auch die Bücher Thomas H. Cooks wurden bisher nur sporadisch ins Deutsche übertragen. Insgesamt sechs Mal wurde Cook für einen der Edgar nominiert. 1997 gewann „The Cladham School Affair“ den Preis für das „Beste Buch“. Einen durchschlagenden Markterfolg sicherte ihm dieses aber auch in den USA nicht. Bekannt für seine eigenständigen und sehr literarischen Krimis gehört er zu der Kategorie der Autoren, die eher 10.000 als 100.000 Bücher verkaufen. Für das vorliegende Buch hatte er sich sogar einen neuen Verlag suchen müssen.
WeiterlesenSo satt, so satt
habe ich dieses Scharwenzeln um Nichtigkeiten. Da laufen die klugen Hunde um die Bäume und pissen ihre Intelligenz unnütz an die toten Stämme: Handkewalsergrass, die Rechtschreibreform, irgendeine Theaterpremiere, ganz aktuell: Eva Herman. Das sind die Buzztätigkeiten träger Hirne, pardon, das sind die „Synergieeffekte“ des Geistes, die „Teamfähigkeiten“ des Verstandes. Das sind gaaaaanz schlechte Krimis.
WeiterlesenMenschenhasser
Ein weiterer alter Krimi wartet an der →bekannten Stelle auf seine Besichtigung: „Menschenhasser“ von Dietrich Theden. 1904 erschienen, passt er dennoch in die „Criminalbibliothek des 19. Jahrhunderts“.
Harlan Coben: Kein böser Traum
Ein mysteriöses Foto aus der Vergangenheit am falschen Platz, und die Welt der Malerin Grace Lawson bricht auseinander. Der Ehemann verschwindet, das Leben ihrer Kinder wird bedroht, falsche und echte Verbündete finden sich am Wegesrand, ein Psychopath taucht auf, (fast) am Ende steht ein Shootout mit finalen Konsequenzen für Graces Gegner. Danach noch einige Enthüllungen, die die Erkenntnis bringen, dass die Vergangenheit auch nicht mehr das ist, was sie mal war. Verluste, hier wie dort; aber immerhin, die Chance für einen Neubeginn. Und warum das alles?
WeiterlesenKrimis und andere Verbrechen
Auch wir weisen gerne darauf hin, dass die Kriminalautorin Silvia Kaffke nun auch →bloggt. Die Gemeinde wächst.
Noch mehr neue alte Krimis
findet man in der → aktualisierten Fassung der Bibliografie „Alte Krimis. Neuauflagen und Sammelbände seit 1945“. Um genau zu sein: 16 Neueinträge. Immer noch nicht alles. Hinweise und Korrekturen werden gerne genommen.
Das, liebe Leser
… war aber keine Glanzleistung. Serienkillerin und Psychiater in Frauenkleidern — das kann doch nur
David Lindsey: Abgründig
WeiterlesenDie Leib- und Magen-Krimis

Was tut man nicht alles für die Kunst. Sogar einen schwer ins Chaotische abschweifenden Magen habe ich mir zugelegt, um die Antwort auf eine der letzten offenen Fragen der Kriminalliteratur zu finden: Beeinflusst die persönliche körperliche Befindlichkeit unser Urteil über Krimis? Steigt proportional zur Magensäure unsere Sympathie für, unsere Abneigung gegen bestimmte Themen und Strickmuster? Wenn ja: warum? Wenn nein: warum nicht? Hier erste vorläufige Erkenntnisse.
WeiterlesenKennt das jemand?
Krimi. Eine triebgesteuerte Serientäterin und ein Psychiater, der in Frauenkleidern rumläuft. Kommt das jemandem bekannt vor? Wenn ja: Bitte Titel und Autor. Danke, danke, danke.