The Resentments: On My Way To See You

Nix wirklich Neues von den Resentments, aber das auf hohem Niveau, und es geht auch voll in Ordnung. Nach dem Motto „Jeder darf mal ran“ wechseln sich die fünf Musiker, Stephen Bruton (g, mand, banjo), Jon Dee Graham (g, dobro, lap steel), Jud Newcomb (g, mand, b, dobro), Bruce Hughes (b, g, pi) und sogar Drummer John Chipman bei den Lead-Vocals ab. Und das sorgt mit für die nötige Abwechslung, denn alle Stimmen sind jede für sich sehr eigen.

Unterschiede spiegeln sich auch in den Eigenkompositionen bzw. den jeweils arrangierten Songs wider. Langeweile kommt so nicht auf: Bruton steht eher auf kernig-groovenden Country-Rock (Beispiel der Opener „Sole Satisfaction“), hat auch die meisten Stücke geschrieben („Just A Fever“ mit Little Feats Paul Barrère), gefolgt von Hughes (3), der an sich mit seinen Pop-Perlen etwas aus dem „Americana“-Reigen fällt. Garant für nahe gehende Balladen ist und bleibt Jud Newcomb, der neben Bruton auf der Mandoline brilliert, die auffällig häufig erklingt.

Newcomb steuert diesmal wie auch Graham nur einen eigenen Song bei, doch der hat es auch in sich: „State Of Distraction“. Graham, der nicht nur bei den Losgeh-Nummern sein unvergleichliches Lapsteel-Spiel einbringt, verbeugt sich in „Jesse Taylor“ vor dem legendären, im März 2006 verstorbenen Sessiongitarristen (ex-Joe-Ely-Band).

Natürlich sind auch wieder einige hochkarätige Coverversionen unter den insgesamt 13 Tracks: Chuck Berrys „Too Much Monkey Business“ und das durch Harry Nilsson und Willie Nelson berühmt gewordene „Everybody’s Talkin'“ (aus der Feder von Fred Neil). Dieser an sich abgenudelten Nummer haucht (?) Graham das nötige Leben ein.

Im sechsten Jahr seines Bestehens hat das Quintett aus Austin ein mehr als grundsolides Album abgeliefert, das vor allem Lust macht, die „Jungs“ mal wieder live zu erleben.

The Resentments
On My Way To See You
Blue Rose Records
VÖ: 17.11.2006
Link: www.theresentments.com

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