Michael Weston King – Crawling Through The USA

Das nächste Studioalbum des sympathischen englischen Singer/Songwriters ist bereits in Arbeit (Titel: „My Darling Clementine“) und für Mitte 2009 angekündigt. In der Zwischenzeit können wir uns an einem weiteren Live-Album erfreuen, dessen Aufnahmen bei MWKs US-Tourneen der vergangenen Jahre (2006-08) entstanden. Der Titel ist offenkundig angelehnt an Elvis Costellos „Crawling To The USA“. Mitgeschnitten wurde in der Regel in kleinen Clubs oder lokalen Radiostationen – jedenfalls ist die Stimmung stets sehr intim gehalten, was den bekanntlich eher nachdenklichen Songs sehr gut tut.

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Power to the people

In der Süddeutschen Zeitung (→ Miss Molly) sieht Andrian Kreye die Ehre der Cover-Version durch Cat Power und ihr neues Album „Jukebox“ gerettet. So weit, so gut, aber Kreyes Artikel (immerhin der Feuilleton-Aufmacher der Wochenendausgabe) hat mich wirklich aufgeregt. Nicht weil er die hier gerne gehörten Nouvelle Vague doof findet, sondern weil der Artikel voll ist von kleinen Unterstellungen und Ungenauigkeiten.


Ein paar Beispiele:

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The Resentments: On My Way To See You

Nix wirklich Neues von den Resentments, aber das auf hohem Niveau, und es geht auch voll in Ordnung. Nach dem Motto „Jeder darf mal ran“ wechseln sich die fünf Musiker, Stephen Bruton (g, mand, banjo), Jon Dee Graham (g, dobro, lap steel), Jud Newcomb (g, mand, b, dobro), Bruce Hughes (b, g, pi) und sogar Drummer John Chipman bei den Lead-Vocals ab. Und das sorgt mit für die nötige Abwechslung, denn alle Stimmen sind jede für sich sehr eigen.

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Michael Weston King: Love’s A Cover

Keine schlechte Idee, die Zeit (nicht nur) für die Fans bis zum nächsten Studioalbum mit einer zwar nicht sehr originellen, aber gelungenen Compilation zu überbrücken. Der inzwischen in Birmingham beheimatete Singer/Songwriter mit dem gewissen Schmelz in der Stimme erweist Idolen und befreundeten KollegInnen seine Reverenz. Bei Live-Auftritten baut Michael Weston King (MWK) bekanntlich immer mal wieder gerne Coverversionen ein, vorzugsweise keine sog. „Klassiker“, sondern weniger bekannte, aber durchweg hörenswerte Songs.

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Gus Black: Autumn Days – Official Bootleg

Ist das schön! Gus Black hat fünf Songs seines vergangenen Albums „Autumn Days“ (2005) mit fünf Coverversionen gemischt und präsentiert einen gänzlich reduzierten Ausflug in seine musikalische Welt.
Lag auf der Studioversion von „Autumn Days“ meterdick die Watte drauf, konzentrieren sich die zehn Tracks von „Autumn Days Official Bootleg“ im wesentlichen auf Gitarre, Klavier und Streicher.

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Snuff – Greasy Hair Makes Money

Gibt es so was wie eine positive Schändung? Ich glaube nicht. Falls doch, lässt sich damit „Greasy Hair Makes Money“ vorzüglich umschreiben. Die Malocher von Snuff haben mal wieder ein Album rausgehauen und zerhäckseln neun anderer Menschen Lieder.Das reicht von zwei obskuren japanischen Coverversionen über Bob Dylan („You’re A Big Girl Now“) bis hin zu Shannons „Let The Music Play“. Wie bei Snuff zu erwarten durch den Hochgeschwindigkeitswolf gedreht, aber man hat nie das Gefühl, sie würden sich über die Originale lustig machen.

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Live: Mambo Kurt/John Boy Walton

Tangente Bielefeld. 13.3.2004

Die Tangente, eine gemütliche Bielefelder Kneipe, war gut gefüllt – Glückwunsch an die Kneipenkult-Veranstalter. Eigentlich sollte ja zuerst der halbvergessene Buttermaker auftreten, der war aber leider krank. Schade, ich habe damals nur den Hype mitbekommen, ihn aber nie gehört. Vielleicht aber auch ganz gut – auf seiner Homepage wird ein lokalpatriotischer Versand empfohlen, der „Bielefeld“-Shirts verkauft (grusel). Für die, die das mit dem Patriotismus richtig verstanden haben, gibt’s auch noch gleich „Deutschland“-Shirts, naja…

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Martin L. Gore: Counterfeit²

Martin L. Gore, das ist der von Depeche Mode, der jahrelang durch seltsame Frisuren und bizarre Klamotten auffiel und dann irgendwann bei den Elektro-Poppern mit Gitarre auf die Bühne stapfte. Wer jetzt bei seinem zweiten Soloalbum deswegen einen akustischen Ausflug erwartet, liegt komplett daneben. „Counterfeit²“ ist, wie auch sein Vorgänger, ein reines Cover-Album und zeigt auf angenehme Weise, dass auch elektronische Musik eine Seele hat.

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Giant Sand: Cover Magazine

Robbie Williams hat´s getan. Tom Jones hat´s getan. Metallica haben´s getan. Und jetzt auch Giant Sand. Möglich, dass jeder Musiker irgendwann auf die Idee kommt: ein Album nur mit Coverversionen.

Die Palette der amerikanischen Wüstenrocker ist besonders bunt geraten: Neil Young und X neben Goldfrapp und Sonny&Cher, Black Sabbath und Nick Cave neben Johnny Cash. Die Klassiker „Fly me to the moon“ und „King of the road“ sind auch mit drauf. Und P.J. Harvey ist mit Lied und als Gastmusikerin vertreten. Ach ja, eine Eigenkomposition von Giant Sand-Kopf Howe Gelb hat sich doch noch dazwischengemogelt: „Blue Marble Girl“, das schwer an die „Wild horses“ der Stones erinnert.

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Blumfeld: Testament der Angst

Das ist Demokratie, langweilig wird sie nie.

Man kann ja über Blumfeld sagen, was man will, eines ist sicher unbestritten: Langweilig wird’s nicht mit der Band um Jochen Distelmeyer. Waren beispielsweise Tocotronic bei ihrem Debüt angetreten, zehnmal dieselbe Platte aufzunehmen (was sie bei aller strukturellen Ähnlichkeit der Scheiben aber doch nicht taten; auch die werden schließlich älter und entwickeln sich oder haben einfach mehr Geld für längere Studiozeit und komische Soundeffekte), scheint zu Blumfeld die garantierte Veränderung zu gehören.

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Holly Cole: Romantically Helpless

Holly Cole wird es schaffen. Irgendwann und irgendwie. Vielleicht nicht mehr in diesem Leben, aber in einem besseren. Denn Holly Coles Geschmack ist das, was man „distinguiert“ nennt. Und er läßt sie auch auf ihrem neuesten Werk nicht im Stich. Was Holy Cole singt – und sei es Paul Simons „One Trick Pony“ -, erhält sofort einen Schuß leichten Jazz. Und manchmal, wie im Titelsong, sogar einen Spritzer Bossa Nova.

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Gallery: Blue

„Blue“ in der Original-Version von Eiffel 65 war schon peinlich genug. Als Melodiccore-Elektronik-Stück wird´s nicht unbedingt besser. Man sollte vielleicht nicht rausposaunen, dass diesmal Deutsche am Werk waren. Um mit grässlichem Akzent und bar jeder Inspiration einen Song zu Tode zu daddeln, der noch nie einer war.

Gallery: Blue
(Virtual Records)

Travis: Driftwood

Mit dieser zweiteiligen Single-CD wollen uns Travis den Tag versüßen und erreichen dies natürlich auch. Zwar ist eine Doppel-Maxi besonders auf der Insel Gang und Gäbe und irgendwie doch nur dazu da, den Jungs und Mädels das Geld aus der Tasche zu locken, aber diese hier hat es in sich. Schließlich kann man von den vier sympathischen Schotten, die noch keinerlei Starallüren an den Tag legen, nie genug bekommen. Einmal ihnen verfallen, kommt man nicht mehr von ihnen los. Oder?

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Wollie Kaiser TIMEGHOST: New Traces For Old Aces: Re-cover-ing Small Faces

Remember the Small Faces? Na klar, „swinging sixties“, booze & speed, girls & fun, musikalisch umgesetzt mit Rhythm & Blues, Melody Beat und Psycho Rock: Songs wie „Here Come The Nice“, „Itchycoo Park“ oder „Lazy Sunday“ wurden zu Hymnen einer Generation, eines Lebensgefühls. Den Mod-Helden die Ehre zu erweisen hatten schon immer durchaus namhafte KünstlerInnen mehr oder weniger originell versucht; vor drei Jahren gab’s ein komplettes Tribute-Album mit dem Titel „Long Agos And Worlds Apart: A Tribute To The Small Faces“ (mit dabei u. a. PRIMAL SCREAM, BUZZCOCKS).

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Marianne Faithfull: Vagabond ways

Neues von La Faithfull, die zuletzt einen Gast-Auftritt auf Metallicas „Re-Load“ hatte und mit Alex James von Blur zusammenarbeitete. Woran man unschwer erkennt: die Frau ist ein Klassiker, eine Ikone – und schließlich seit 30 Jahren im Geschäft!

Auch wenn sie nicht wirklich singen kann, auch wenn sie immer noch nur in Balladen macht, auch wenn sie einst als Geliebte so ziemlich aller Ur-Stones bekannt wurde und sich danach vornehmlich durch Abtreibungen, Drogenexzesse und Selbstmordversuche hangelte – nein, stimmt nicht, die Frau hat daneben noch einen Sohn großgezogen und schlicht überlebt!

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