Wenn eine Kuh leergemolken ist, kann man ja noch eine Menge mit dem Fell und dem Fleisch anstellen. Big Country sind den Schritt vom Land ins Schlachthaus gegangen und pflegen seit dem Freitod von Stuart Adamson eine Veröffentlichungspolitik, die langsam groteske Züge annimmt.
WeiterlesenAutor: Dirk-Michael Mitter
The Gathering: Home
Man sagt ja so schön ‚Home is where the heart is‘, aber was macht man, wenn man gerade nicht weiß, wo das Herz ist? Das Cover-Männlein von „Home“ ist auch am Suchen und beginnt sich darüber die Brust zu zerreißen. Im Spannungsfeld aus Suchen und Ankommen haben sich The Gathering in den vergangenen Jahren zu musikalischen Höhen aufgeschwungen und genießen den schwer zu erreichenden Status, nur mit sich selbst vergleichbar zu sein.
WeiterlesenQueensrÿche: Operation: Mindcrime II
Wäre dieses Album nach „Empire“ erschienen, hätte es die Metal-Welt wahrscheinlich in seinen Grundfesten erschüttert. Nach vielen Aufs und Abs haben sich Geoff Tate und seine Mannen jetzt an die Fortsetzung ihres Klassikers „Operation: Mindcrime“ gewagt, aber es überwiegt das Gefühl, dass der zweite Teil einfach zu spät kommt.
WeiterlesenSchandmaul: Mit Leib und Seele
Es gab bislang schon einige Gründe, Schandmaul etwas seltsam zu finden. Aber dank ihrer unbekümmerten Attitüde hat man an manchen Stellen großzügig ein Auge zugedrückt. Nun liegt „Mit Leib und Seele“, das fünfte Studioalbum des Sextetts, vor und nüchtern betrachtet wird es jetzt etwas zu viel.
WeiterlesenSkin: Fake Chemical State
Da kann man sich schon mal am kahl rasierten Kopf kratzen. Während sich ex-Skunk Anansie-Sängerin Skin mit ihrem Debüt „Fleshwounds“ von den wilden Tönen abwandte, krabbelt sie jetzt wieder reumütig zurück in ihre alte Schublade: Haare ab, böse gucken und Radau machen. Emanzipation hatte ich mir anders vorgestellt.
WeiterlesenI Love You But I’ve Chosen Darkness: Fear Is On Our Side
Zumindest namenstechnisch haben I Love You But I’ve Chosen Darkness alle Vergleiche gewonnen. Während sich alte und neue musikalische Verwandte mit kurzen Namen wie Joy Division oder Interpol schmücken, klingt der Bandname der Amerikaner wie der Anfang eines Gedichts.
WeiterlesenVanden Plas: Christ 0
Ausgerechnet die Pfalz rettet den Prog-Rock. Nicht dass die musikalische Qualität von Vanden Plas jemals im Vergleich zu ihrer Herkunft Kaiserlautern stand, aber ein so überragendes Album hätte ich von dem Quintett nicht erwartet.
WeiterlesenHundred Reasons: Kill Your Own
Dem Genre Emo ging in letzter Zeit rapide die Luft aus. Keiner will mehr dazu gehören zu den bebrillten Gefühlsduselern mit Playmobil-Frisur. Bands, die gestern noch Emo waren, wollen jetzt wieder Indie sein und die kleine Schwester „Screamo“ ist auch keine Schublade, in der man feststecken will.
WeiterlesenThe Appleseed Cast: Peregrine
Das eröffnende Instrumental „Ceremony“ lässt noch nicht erkennen, um welche Band es sich handelt, aber beim direkt darauf folgenden, postrockenden „Woodland Hunter (Part II)“ kommt man schon kurz ins Grübeln, ob man wirklich die neue Appleseed Cast eingelegt hat. Ungestüm und rau poltert es aus den Boxen und schnell wird klar: Hier hatte keiner Lust auf Kuschelkurs.
WeiterlesenJosh Rouse: Subtítulo
Der Kanadier Bruce Cockburn vermerkt seit seinem Debütalbum „High Winds White Sky“ (1971) für jeden Song den Ort seiner Entstehung. Für den US-Songwriter Josh Rouse scheint das ähnlich wichtig zu sein, stehen doch alle seine Alben in irgendeinem Zusammenhang zu seiner Umgebung.
WeiterlesenMassive Attack: Collected
Auch wenn der musikalische Einfluss von Massive Attack in den vergangenen Jahren etwas abgeflacht ist, war „Unfinished Sympathy“ Anfang der 90er Jahre ein stilprägendes Stück Musik. Die Band zog für diesen Titel die Fäden aus Club-Sounds und Pop zusammen und dürften sich mit „Unfinished Sympathy“ einen Ehrenplatz im kollektiven Musikgedächtnis gesichert haben.
WeiterlesenMorrissey: Ringleader Of The Tormentors
Herzlich willkommen zur Völlerei. ‚Opulenz, mehr Opulenz‘ muss sich Morrissey bei den Vorbereitungen zu seinem neuen Album gedacht haben. Um seinen Hang zur großen Geste in noch besseres Licht zu rücken, hat diesmal Tony Visconti auf dem Produzentenstuhl Platz genommen und macht genau den Job, den man von ihm erwartet.
WeiterlesenBen Harper: Both Sides Of The Gun
Schwarz oder weiß, pro oder contra oder eben die Frage, auf welcher Seite der Feuerwaffe man steht. Vieles hängt von der Perspektive ab und häufig verschwimmen die Gegensätze in der Mitte. Ben Harper hat sich diesmal für eine klare Trennung entschieden und veröffentlicht mit „Both Sides Of The Gun“ ein Doppelalbum, das strikt eine weiße und eine schwarze Seite hat.
WeiterlesenEvergrey: Monday Morning Apocalypse
Evergrey sind – wie so viele altgediente Bands- auf dem Level angekommen, auf dem sich wenig bewegt. Nach vier guten Alben in Folge und einer Live-CD/DVD haben die epischen Metalrocker mit ihrem neuen Werk „Monday Morning Apocalypse“ keine neuen Türen aufgestoßen, sich aber in ihrer Suite häuslich eingerichtet.
WeiterlesenSepultura: Dante XXI
Wer gerne mal ein Kantholz zwischen die Zähne bekommt wird an dem neuen Album der Brasilianer seine wahre Freude haben. Nachdem sich Sepultura schon lange aus der ersten Liga verabschiedet haben, ist es wirklich eine Überraschung, mit welcher Kompromisslosigkeit sich die Band jetzt zurückmeldet.
WeiterlesenMariha: Elementary Seeking
Eigentlich macht Mariha alles richtig: Sie schreibt und spielt selbst und lässt sich nicht von irgendwelchen Zeitgeisterscheinungen verführen. Mit einer Stimme zwischen Lene Marlin und Dido ist die Schmerzgrenze zwar immer in Sicht, aber alles in allem geht „Elementary Seeking“ in Ordnung.
WeiterlesenMogwai: Mr. Beast
Die Koordinaten sind bekannt: Wuchtig, atmosphärisch, laut, leise, wenig Gesang und noch weniger Worte um dieses Schauspiel zu beschreiben. Mogwai bleiben für „Mr. Beast“ in ihrem selbst geschaffenen Kosmos, verstehen es aber meisterlich die Grenzen auszudehnen.
WeiterlesenJosh Ritter: The Animal Years
Ryan Adams und Josh Ritter haben mit Sicherheit im selben musikalischen Sandkasten gespielt. Während der eine eine Sandburg nach der anderen raushaut, lässt sich der andere etwas mehr Zeit und minimiert dabei die Gefahr, dass der zweite Blick auch die Schwächen ans Licht bringt.
WeiterlesenPlacebo: Meds
„Start again, start again, start again…“ — es war schon immer die Kunst von Brian Molko, so lange die Songzeilen zu wiederholen, bis sie sich unverrückbar in die Hirnrinde gefräst haben. Nachdem eine Live-DVD und ein Best-Of-Album wie eine Zäsur anmuteten, starten Placebo trotzdem wieder da, wo sie aufgehört haben.
WeiterlesenVoltaire: Heute ist jeder Tag
Falls es irgendjemand geben sollte, der zwischen Blumfeld und Muse eine musikalische Lücke sieht, kann er sie jetzt mit der Bonner Band Voltaire schließen. Der Namen gebende Bandkopf heißt tatsächlich Roland Meyer de Voltaire und liebt eine Kopfstimme, die ins Bodenlose fällt und zurück saust, genauso wie Matthew Bellamy (Muse) oder Jeff Buckley. Dabei wird er von vier überaus talentierten Musikern unterstützt, die weit mehr drauf haben, als die zahllosen Deutsch-Rock-Bands, die uns derzeit die Ohren vollschrammeln.
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