Die Plattenfirma gibt auf dem Backcover die Empfehlung gleich mit: ‚File under: new adult contemporary‘. Das klingt für mich immer noch wie ein Genre, für das ich nicht die Zielgruppe sein möchte. Aber wenn es bedeutet, dass Musiker ihre Instrumente beherrschen, sich auf den Song konzentrieren und auf Langfristigkeit statt auf den kurzen Knall setzen, dann beschreibt das die neue CD von Christina Lux recht gut.
WeiterlesenAutor: Dirk-Michael Mitter
Isobel Campbell & Mark Lanegan: Ballad Of The Broken Seas
Das hier ist mit Sicherheit die hinreißendste Vokalkooperation seit Kylie Minogue und Nick Cave. Auf der einen Seite Isobel Campbell, die auf ihrem Solodebüt „Amorino“ so unschuldig klang wie ein junges Eichhörnchen, und auf der anderen Seite der Grummler, der Haderer Mark Lanegan.
WeiterlesenWaterdown: All Riot
Dass Waterdown den internationalen Vergleich nicht scheuen müssen ist bekannt. Dass sich Waterdown in einem stagnierenden und engem Genre bewegen auch.
WeiterlesenRitual: Live
Da macht selbst der Albumtitel keine großen Worte. Die schwedischen Folk-Progger geben auf einer Doppel-CD mit 18 Songs eine Werkschau zum Besten, die mit klarem Sound überzeugt und statt Frickelattacken die Songs in den Vordergrund stellt.
WeiterlesenChristian Kjellvander: Faya
Christian Kjellvander ist ein großartiger Erzähler. Obwohl er flüssig musiziert, haben seine Songs immer eine narrative Grundhaltung. Seine Stimme strahlt eine umfassende Lebenserfahrung aus ohne Whiskey geschwängert oder verraucht zu wirken und es ist mit Sicherheit nicht vermessen, hier den jungen Leonard Cohen als Vergleich heranzuziehen.
WeiterlesenEilera: Precious Moments
Voreilig in die Schublade der x-ten Kopie rund um The Gathering und Lacuna Coil geschoben, haben sich die „Precious Moments“ der Französin Eilera doch in mein Ohr gebohrt.
WeiterlesenArctic Monkeys: Whatever People Say I Am, That’s What I’m Not
Irgendwie haben die Briten einen Ehrgeiz entwickelt, dass die Hypes, die sie über den Kanal blasen, auch einer langfristigen Prüfung standhalten. Da man vor ein paar Jahren bereits nach der zweiten Kopie abwinken konnte, wartet man jetzt auch auf ‚the next big thing‘, das vielleicht doch nicht so großartig ist. Die Arctic Monkeys fallen diesem Urteil mit Sicherheit noch nicht zum Opfer — die vier Bübelchen stehen chronologisch zwar in der langen Reihe hinter Franz Ferdinand, Bloc Party, Maxïmo Park und Co., punkten aber mit jugendlichem Drang nach vorne.
WeiterlesenMadsen
Nachdem im vergangenen Jahr deutschsprachige Rockbands von fragwürdiger Qualität im Sekundentakt um Aufmerksamkeit buhlten, habe ich irgendwann angefangen, die meisten davon zu ignorieren. Zumindest bei der 3/5-Brüder-Truppe Madsen war das ein Fehler.
WeiterlesenAnna: Ins Gesicht
Eigentlich kein Wunder, dass Anna auf Michy Reinckes Label gelandet ist. Rintintin ist auch die Heimat von Regy Clasen, an die die Hamburgerin Anna zumindest stimmlich erinnert. Auch musikalisch liegen keine Welten dazwischen, aber „Ins Gesicht“ ist durchweg akustischer als die Alben von Regy Clasen.
WeiterlesenBlackmail: Aerial View
Blackmail haben die Gitarrenspuren zum Lüften rausgehängt und ordentlich die Milben rausgeklopft. War der brillante Vorgänger „Friend Or Foe“ dicht wie eine Wand, haben die Koblenzer jetzt ein paar Steine rausgenommen um zu prüfen, ob vielleicht doch Licht dahinter ist. Dieses Experiment hat sich gelohnt und präsentiert Blackmail vielseitiger und ungewohnt luftig.
WeiterlesenThe Soundtrack Of Our Lives: A Present From The Past
The Soundtrack Of Our Lives sind wie ein Rocklexikon: Selbst wer nur ihre Platten kennt, besitzt schon ein profundes Wissen über die Rockmusik der 60er. Aber bei kaum einer Band gehen Zitierfreude und Eigenständigkeit so Hand in Hand wie bei den Schweden.
WeiterlesenDirk Michael Mitters Lieblingsalben 2005
Dredg: Catch Without Arms
X-mal gehört, ohne Abnutzungserscheinungen festzustellen. Extra-Nachtisch für den Drummer, bitte
…And You Will Know Us By The Trail Of Dead: Worlds Apart
Keine Gefangenen und die einzige Schlacht, die an Ballett erinnert
Ben Folds: Songs For Silverman
Wieder bei der Triobesetzung angekommen, ist „Songs For Silverman“ so ziemlich das Cleverste, was man aus Klavier-Pop machen kann
WeiterlesenHome Of The Lame: Here, Of All Places
Zwei Dinge sind bei jeder Home Of The Lame Rezension fast unausweichlich: Bandleader Felix Gebhard trägt angeblich ein Bild seines Sofas im Portemonnaie und genießt als Bassist der Hansen Band im Moment erhöhte Aufmerksamkeit.
WeiterlesenKorn: See You On The Other Side
„Hey Jonathan, Brian ist ja schon vor 100 Metern in Richtung Jesus abgebogen, aber hier geht’s schon wieder rechts oder links. Entweder Rick Rubin oder The Matrix, was sollen wir denn machen?“
„Jungs, wenn ich nochmal richtig Dudelsack spiele und das ausgefuchste Produzententeam von Avril Lavigne unsere altbackenen Riffs aufmöbelt, dann schaffen wir es nochmal!“
Hans Söllner und Bayaman‘ Sissdem: Im Regen
Es soll ja Menschen geben, die Ottfried Fischer für ein richtig bayerisches Ur-Viech halten. Wem es nicht reicht, dass es Sat1 allen zeigt, schätzt wahrscheinlich das Urtümliche von Hans Söllner mehr. Der Bad Reichenhaller ist ein global denkender Ur-Bayer und streitet seit Jahren öffentlich um sein Recht, zu leben, wie er das will.
WeiterlesenRainald Grebe und die Kapelle der Versöhnung
Wer in den – sagen wir mal – letzten zwei Jahren gut aufgepasst hat, ist bestimmt schonmal über Rainald Grebe gestolpert. Zum Beispiel in der „Kurt Krömer Show“, wo er am Flügel inbrünstig eine Hymne über Thüringen vortrug.
Weiterlesen30 Seconds To Mars: A Beautiful Lie
Vor ein paar Jahren hätte „A Beautiful Lie“ durchaus ein Referenzwerk werden können. 30 Seconds To Mars bedienen mit ihrem zweiten Album perfekt die Schnittmenge aus Electronic, Modern Rock und leichten Cross-Over-Nachwehen.
WeiterlesenHell Is For Heroes: Transmit Disrupt
Vor zwei Jahren gab es großes ‚Hallo‘ für Hell Is For Heroes und das Debüt „The Neon Handshake“. Von ‚Gründung eines neuen Genres‘ bis zur ‚Rettung der Rockmusik‘ war an Superlativen alles dabei. Nüchtern betrachtet hat sich nix davon wirklich erfüllt und aus der Distanz ist das Debüt der Engländer schlicht ein gutes Rockalbum.
WeiterlesenBen Lee: Awake Is The New Sleep
Mal wieder eine Platte, die das gefährliche Adjektiv ’nett‘ umschiffen muss ohne an dieser zweideutigen Klippe zu zerschellen. Bis „Awake Is The New Sleep“ nett wird, nervt das Album aber erstmal kolossal.
Der Opener „Whatever It Is“ liegt mit seinen ständigen Wortwiederholungen schwer in den Ohren und will auch nach mehreren Anläufen nicht wirklich an mich gehen. Danach wird’s dann aber nett und der Australier Ben Lee gibt eine kleine Vorstellung davon, warum seine Heimat so verzückt von ihm ist. Häufig ist sein melodiebesessener Folk-Pop zwar etwas zahm geraten, was aber eine herzzerreißende Hingabe wieder ausgleicht.
Robert Wilson: Die Toten von Santa Clara
(Die Blogger? Unauffindbar. Weder Dieter noch Paul noch Rudolph sitzen auf ihren Plätzen. Chef Walter panikt. „Kollege Mitter! Hierher! Mal nen Krimi gelesen? Ja? Robert Wilson? ‚Die Toten von Santa Clara‘? Kritik schreiben! Pronto! Und bloggen! – Na, diesem Trio werd ich die Hammelbeine…“)
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