Vanden Plas: Beyond Daylight

Bisher gingen die deutschen Vorzeige-Progger nicht so wirklich an mich ran, aber was das Quintett hier präsentiert ist allerfeinstes Futter. Härtetechnisch eher im Mittelfeld angesiedelt, überzeugen die Pfälzer in erster Linie mit erhebenden Gesangslinien. Obwohl „Beyond Daylight“ von einem gewissen Wiedererkennungswert umspült wird, hütet sich die Band davor, abgegriffene Melodien zu präsentieren.

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Dominique Horwitz: Singt Jacques Brel


Singende Schauspieler sind, genauso wie schauspielernde Sänger, eher selten ein Genuss. Wenn sich dann aber einer wie Dominique Horwitz hinters Mikro stellt, kann man schon erahnen, dass hier keine Pop-Plattitüden ins Volk geschleudert werden. Er präsentierte schon in den 80er Jahren Jacques Brel-Abende und frönt dieser Liebe noch heute. Vorliegende CD ist ein Mitschnitt aus den Hamburger Kammerspielen im September 1997.

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Refluxus (2)

Mitropa ist nicht nur eine Kaffeemaschine…

Nein, es ist auch das freundliche Team, das uns bei Bahnfahrten in den Zügen der Deutschen Bundesbahn AG begrüßt. Besonders freundlich begrüßt werde ich immer von den Herren, die mit dem Service-Wagen (?) durch die zweite Klasse fahren. Egal, ob ich nach Hamburg, Berlin oder München fahre, es ist immer der Selbe. Oder es ist eine große Familie. Ursprünglich aus dem Land, in dem die Winnetou-Filme gedreht wurden. Da wird nicht lange gefackelt:

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Felix Culpa: Gone

Das Quintett Felix Culpa hatte anscheinend keine Lust auf irgendwelche Labels zu warten und startet jetzt gemeinsam mit Pointrock Records. Dort erscheint jetzt das Album „Gone“, abhängig von Mund zu Mund Propaganda und dem Internet. Musikalisch erinnern sie mich in den sanfteren Momenten an The Colour Red, die 1994 mit „Daddy“ sowas ähnliches wie einen Hit hatten. Meistens geht es aber etwas rauer zu. Melodischer Indie-Rock mit bollerndem Schlagzeug und verzerrten Schrammelgitarren. Dabei gehen die fünf Jungs so direkt zur Sache, dass man lieber mitspielen als Zuhören möchte. Spielfreude pur, coole Songs – Musikerherz, was willst du mehr? Alle anderen bitte zur Luftgitarre greifen.

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Refluxus (1)

Diese Sendung wurde Ihnen präsentiert…

‚Diese Sendung wurde Ihnen präsentiert von FreiÖl.‘ Es war nur ein kurzer Satz, aufgeschnappt beim Rumzappen – schnell nochmal zurück: Ein Rosamunde Pilcher Film präsentiert von FreiÖl. Kann man Film, Produkt und die gemeinsame Zielgruppe schöner subsumieren? Bislang unerreicht war für mich ‚Der Bulle von Tölz‘, präsentiert von irgendeinem Metzgerverband. Und ich dacht‘ immer, Ottfried Fischer ist Vegetarier…

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Daddy Long Legs: 2nd Birth

Mit den ersten beiden Songs hat sich die Band Daddy Long Legs schon in eine Schublade gespielt: M.Walking On The Water in ihren Anfangstagen. Folk-Rock getragen von einer tiefen, teutonischen Stimme mit etwas eintöniger Modulation. (Der Vertrieb Indigo hört die Parallele zu Peter Heppner von Wolfsheim; das trifft es auch.) Musikalisch erinnert das Quintett aus Celle an The Jinxs mit mehr Folk, Letzte Instanz ohne Mittelalter und Fiddler’s Green ohne Speed-Polka.

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Nadine: Lit Up From The Inside

„Places I walk the sun doesn’t touch. I never asked the world for much.“ Gleich beim ersten Hören von „Lit Up From The Inside“ hat mich diese Zeile aus dem Song „Streets“ förmlich angesprungen. Derlei lyrische Schönheiten gibt es einige auf dem Album zu entdecken – aber seid euch der Gefahr einer Depression gewahr. Trotzdem sind Nadine keine weinerliche Band. Die Parallelen zu Heulboje Nr.1 -Neil Young- sind zwar stimmlich und musikalisch klar zu hören, aber das Quartett versinkt nie in dumpfes Selbstmitleid.

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New Orleans Funk

New Orleans ist seit Jahrzehnten für seine vielfältige Musiklandschaft bekannt. Das Londoner Label Soul Jazz hat sich mit vorliegendem Sampler den Anfängen des Funk zugewandt. Dabei herausgekommen ist (erwartungsgemäß) keine Schnellschuss-Compilation, die man für einen Zehner im Makro-Markt mitnimmt. Ein vierzigseitiges Booklet geht auf die kulturelle Entwicklung von New Orleans ein, stellt die einzelnen Musiker vor und skizziert den Weg des Funk, der sich in den 60ern aus R’n’B entwickelte.

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The Beautiful South: Painting It Red

Englands zynischste Band ist wieder da. Elf Jahre nach den Housemartins und 7 Alben später hat die Band um Paul Heaton und Dave Rotherays ihre lyrische Bissigkeit immer noch nicht verloren. Musikalisch sind sie ein bisschen ruhiger geworden, was allerdings die Texte noch zynischer hervorstechen lässt. In Kombination mit so lieblichen Melodien wie beim Opener „Who’s Gonna Tell?“ knüpft die Band an ihre vergangenen Werke an, obwohl die neue CD um Einiges schwermütiger und introvertierter geworden ist.

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The 69 Eyes: Blessed Be

„Gib mir den Kajal zurück, ich brauch‘ dein Gegrinse nicht…“ Falls ihr in den nächsten Tagen nichts anderes vorhabt, als euch in eine Winterdepression zu stürzen, dann hört „Blessed Be“. Seit HIM vergisst man zu gerne, dass es einen Haufen (finnischer) Bands gibt, die dem düsteren Rock schon länger frönen. Wer es weniger narzißtisch und dafür etwas härter mag, sollte Bands wie Sentenced oder eben The 69 Eyes antesten.

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Jack Frost: Gloom Rock Asylum

Setzt man die Herkunft der Band (Österreich) mit dem Albumtitel in Verbindung, kann man nur zu einem Schluss kommen: Der Doom-Rock hat Asyl in Linz gefunden. Warum ist er geflohen und vor wem? Er scheint sich aber ganz wohl zu fühlen – zumindest in den ersten beiden Titeln. Das Intro „Sober“ und das anschließende „You Are The Cancer“ sind schleppend melodisch und absolut erinnerungswürdig.

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Mark Olson & The Original Harmony Ridge Creekdippers: My Own Joe Ellen

Seit Mark Olson The Jayhawks verlassen hat, machen die nur noch (sehr gekonnten) Pop. Wahrscheinlich kann Gary Louris gar nicht anders, denn die Roots-Music hat Mark Olson bei seinem Weggang mitgenommen und bei sich in der Scheune eingesperrt. Gemeinsam mit seiner Frau Victoria Williams und den Original Harmony Ridge Creekdippers holpert hier ur-amerikanischer Folk aus den Boxen. 10 staubtrockene Roots-Stücke mit weinerlichen BGVs, Drums die klingen, wie umgedrehte Eimer, abgerundet mit der knödeligen Stimme von Mark Olson.

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Skyclad: Folkémon

Warum kickt die gleiche Gurkenmannschaft beim neuen Trainer um Längen besser als beim Vorgänger? Warum veröffentlichen Künstler nach einem Label-Wechsel bessere Platten? Skyclad sind zwar weit entfernt von einer Gurkenmannschaft, aber die vergangenen Alben waren nur noch gutes Mittelfeld. Und siehe da, die alte Gleichung „neues Label = neues Glück“ hat wieder mal funktioniert. Ich konnte nie genau festmachen, warum die CDs „Vintage Whine“ und „The Answer Machine?“ nicht wirklich zündeten; „Folkémon“ gibt jetzt die musikalische Antwort.

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Loonatikk: Devildance The Killerrock

Mich hat’s nicht wirklich in den Ohren gejuckt, die CD anzuhören. Der Pressetext tönt:“Das schwäbische Trio rockt wieder unbeschwert drauf los und transportiert mit seinem schnörkellosen Rock’n’Roll den Spirit von Elvis Presley ins Jahr 2000″. Ich fand nicht, dass das spannend klingt, aber die Drei rocken wirklich wie die Hölle und sogar der Elvis-Vergleich macht Sinn. High Energy-Rock’n’Roll mit einem Sänger zwischen dem King und Billy Idol. Musikalisch klingen Loonatikk wie eine rau geschmirgelte Version der Stray Cats, aber mit zu viel Rockabilly, um als Rotz- oder Schweinerocker durchzugehen.

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Patty Larkin: Regrooving The Dream

Patty Larkin sieht auf dem Cover aus wie der Schrecken der Südstaaten. Es fehlt eigentlich nur ein Hauskleid oder eine Kittelschürze, um alle Klischees zu erfüllen. Aber wie so oft im Leben zählen auch bei CD-Boxen die inneren Werte. Patty Larkin ist eine famose Songwriterin mit einer bemerkenswerten Stimme. Leicht belegt, etwas pudrig schickt sie den Hörer auf eine Reise in 14 Etappen, immer mit dem Hintergrund, das Leben zu überdenken. Im Booklet schreibt sie „We are forced to rethink things, to muster our energy and refocus our sights- to regroove, to start again- to regroove the dream.“

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