Die Radiostationen und deren Zuhörer in den USA sind musikalisch leicht zu beglücken. Mit einer Mischung aus Matchbox Twenty, Creed und Tonic kann man nicht viel falsch machen. Wenn’s besonders gut läuft, dann ist man die erste Combo, die gleichzeitig bei vier Charts-Formaten No. 1 ist. So geschehen bei dem Quartett 3 Doors Down. Die Single „Kryptonite“ schlug in den USA ein wie ein Becker-As.
WeiterlesenAutor: Dirk-Michael Mitter
Avail: One Wrench
Ich geb‘ zu, auf den ersten Blick haben Avail und Frankie Goes To Hollywood nicht viel gemeinsam. Außer, dass sich beide Bands den Luxus erlauben, einen „Tänzer“ in ihren Reihen zu haben. Bei FGTH war das Paul Rutherford, der hauptsächlich darauf achten musste, dass sein Ledermützchen nicht verrutscht. Bei Avail ist das Beau Beau; wahrscheinlich der einzige Go-Go-Tänzer und Background-Sänger einer Punk-Band.
WeiterlesenSlobberbone: Everything You Thought Was Right Was Wrong Today
Die texanische Band Slobberbone sind Könige des Arrangements. Der Opener „Meltdown“ ist schon als ’nackiger‘ Song ein Brett, aber was die vier Jungs daraus machen, ist sensationell. Neben dem üblichen Instrumentarium schiebt sich noch Geige und Akkordeon unter die Gitarre, kämpfen eine Mandoline und ein Banjo mit der rauchigen Stimme von Brent Best. Der zweite Song „Placement Blues“ rockt dann straight los und überrascht mit fetten Bläsern. So marschiert das Quartett durch zehn weitere Songs, die durch die Kompositionen glänzen und den Begriff ‚Langeweile‘ durch die stimmigen Arrangements noch nicht mal erahnen lassen.
WeiterlesenStormwind: Resurrection
Manchmal muss es eben Metal sein. Kein New-Metal, kein Emo oder Grunge. Einfach nur Metal, ein bisschen symphonisch, ebenso schnell wie melodisch und leicht angekitscht. „Resurrection“ ist straight auf den Punkt gespielt und macht einfach Spaß.
WeiterlesenSoulmate: Soulmate
Es hat zwei oder drei Durchläufe gebraucht, bis sich Soulmate in meinen Ohren festgesetzt haben. Vorher haben mich nur die genialen Scribbles auf dem Cover beeindruckt, aber plötzlich wollten auch die Songs nicht mehr aus meinem Kopf.
WeiterlesenThe Flower Kings: Space Revolver
Batsch – Kinnlade unten! Wenn im Moment zwei Namen in Sachen Prog-Rock relevant sind, dann mit Sicherheit Spock’s Beard und die fünf Schweden von The Flower Kings. „Space Revolver“ ist wunderbar ausufernd, bedient sich bei Art-Rock wie Hard-Rock gleichermaßen und bleibt immer hörbar. Lediglich „Monster Within“ ist mit den verzerrten Vocals etwas wirr geraten.
WeiterlesenBernard Allison: Across The Water
Ich trage einen großen Namen. Die Dweezil’s Julian’s und Jacob’s dieser Welt können ein Lied davon singen. Im übermächtigen Schatten seines Vaters steht auch Bernard Allison. Der 1997 verstorbene Luther Allison war und ist eine Blueslegende, mit seinem Stil hat er Generationen von Musikern beeinflusst.
WeiterlesenSpock’s Beard: V
Es ist immer das Selbe: Kaum veröffentlichen Spock’s Beard ein neues Album, betonen alle Journalisten dieser Welt gebetsmühlenartig die Klasse dieser Band. Jetzt ist es mal wieder so weit – kniet nieder vor den Prog-Göttern. Wer sich nicht sicher war, wie das Quintett „Day For Night“ noch toppen wollte, bekommt mit „V“ die Antwort: Komplex, ideenreich melodisch und wirklich progressiv ohne ausgelatschten Tonfolgen hinterherzuhecheln.
WeiterlesenGlassjaw: Everything You Ever Wanted To Know About Silence

In den Special Thanks von Sänger Daryl Palumbo steht der symptomatische Satz „Fuck everyone who looked for the hook“. Da gibt es bei Glassjaw nicht viel zu gucken. Das Album erinnert an eine Kneipenschlägerei, bei der es dazu gehört, sich unvermittelt in den Arm zu nehmen, die Jacke abzuklopfen, um dann ebenso überraschend dem Anderen wieder eins auf die Zwölf zu geben. Fernab jeden Wohlklangs prügelt das Quintett seine Song heraus, um dann sehr überraschend und flüssig in melodische Parts zu wechseln. Die sind aber im Regelfall sehr kurz.
WeiterlesenChroma Key: You Go Now
Kevin Moore hat mit Chroma Key den Progressive-Rock verlassen und sich weitaus ruhigeren Klängen zugewandt. Düster, keyboardlastig und atmosphärisch blubbern die neun Songs aus den Boxen. Unterstützt wird er von dem Gitarristen David Iscove, um Gesang, Bass und Keyboard kümmert sich Mr. Moore himself.
WeiterlesenThe Amazing Crowns: Royal
Twäng – das hier ist Rock’n’Roll. Und The Amazing Crowns leben und zelebrieren ihn so, wie ihn besorgte Eltern in den 50er Jahren gesehen haben: Roh, verschwitzt, rebellisch und sündig. Mit einem Schuss Rockabilly und Swing hat das US-Quartett den Rückwärtsgang eingelegt und huldigt den alten Meistern. Dabei werden sie nicht müde zu erwähnen, was sie für böse Buben sind, die sich am liebsten mit Mädels, Glücksspiel und Sex beschäftigen. Geregelte Arbeitszeiten, Eigenheim und Ehefrauen kommen in den Texten auch vor, aber da ist der Zusammenhang ein anderer….
WeiterlesenCrease: Vindication
Nach einem kurzen Intro-Titel kommt das Quartett direkt zur Sache. Die ersten drei Songs (Gravity, Frustration, Just For A Second) sind so klasse, dass ich beim ersten Hören in schiere Begeisterung verfallen bin. Knalliger Rock mit dezenten Grunge-Remineszensen und praller Dynamik. Bands wie Caroline’s Spine oder Oleander beherrschen diese Musik in Vollendung.
WeiterlesenPlanet X: Universe
Keyboarder bei Dream Theater ist kein sehr sicherer Job. Der Eine ging freiwillig, dem Anderen wurde nahe gelegt, seinen Platz hinter den Tasten zu räumen. Der Erste ist Kevin Moore, der mit seinem Projekt Chroma Key bereits sein zweites Album („You Go Now“) veröffentlicht. Der Zweite ist Derek Sherinian, der nach seiner Arbeit mit Platypus nun seine eigenen Band ins Leben gerufen hat. Bei Planet X wird er unterstützt von Drummer Virgil Donati und Gitarrist Tony MacAlpine. Dabei herausgekommen ist ein etwas anstrengendes Instrumentalalbum mit 11 Titeln.
WeiterlesenTerry Radigan: Terry Radigan
Mit dem ersten Lied „My Love Is Real“ scheint das Genre schon sicher: Terry Radigan ist ein „Nashville Girl“. Dieser Eindruck kann sich noch mühsam bis zum dritten Lied halten, um dann Song für Song widerlegt zu werden. Ihr Wurzeln sind zwar hörbar im Folk und Country, aber durch einfallsreiche Arrangements und überraschende Sounds erweitert die Multiinstrumentalistin ihr Spektrum beachtlich.
WeiterlesenD:A:D: Everything Glows
Humor stand bei den ehemaligen Cow-Punk Rockern schon immer hoch im Kurs. Aber fast unbemerkt haben sie sich in den vergangenen Jahren zu einem respektablen Rock-Act gemausert. Da sie sich selbst aber immer noch nicht bierernst nehmen, kann man es ihnen auch nicht verdenken, dass sie nicht hundertprozentig den Unterschied zwischen „inspiriert von“ und „geklaut bei“ kennen.
Bracket: When All Else Fails
Negativ formuliert sind Bracket eine dieser unzähligen Punk-Bands, die mit dem immergleichen Schema Happy-Songs unter die Green Day- und Offspring-Jünger schleudern. Positiv formuliert sind Bracket eine dieser unzähligen Punk-Bands, die immer noch genug Melodiosität und Spielwitz haben, um sich aus der Flut der Punk-Veröffentlichungen herauszuheben.
WeiterlesenMichael J. Sheehy: Sweet Blue Gene
Michael J. Sheehy ist der Typ, der Abends in die Kneipe kommt und die Flut diverser Kaltgetränke durch Depri- Stories eindämmt (Cross) und die plötzlich eintretende Nachdenklichkeit mit bitteren Erkenntnissen füllt (I Can´t Comfort You Anymore). Das geht dank der melancholischen Melodien direkt in die linke Herzkammer.
WeiterlesenNawfel: Nawfel
Der Gitarrist Nawfel Hermi ist Franzose tunesischer Abstammung, 15 Jahre alt, sieht aus wie 12 und macht die bisherigen Blues-Youngster wie Aynsley Lister oder Jonny Lang zu alten Knöpfen. Es ist fast nicht zu erklären, wie ein Musiker in so jungen Jahren so ideenreich und trotzdem routiniert spielen kann.
WeiterlesenKing´s X: Please Come Home…Mr. Bulbous
King´s X gehören zu einer handvoll Bands, deren Name zum Synonym eines ganz eigenen Stils, bzw. Sounds wurde. Die Texaner wurzeln vom Beginn ihrer Karriere im harten Rock, gepaart mit unglaublich guten Harmoniegesängen. Als King´s X 1988 ihr Debüt „Out Of The Silent Planet“ veröffentlichten, waren sie mit ihrem kantigen Sound und den verschachtelten Harmonien der musikalischen Zeit weit voraus.
The Awesome Machine: …It’s Ugly Or Nothing
Schwarzes edles Cover mit Gold-Schrift – rein äußerlich könnte auf der CD fast alles sein. Dass sich hinter der dezenten Fassade „dreckiger Rock“ versteckt, erwartet man eigentlich nicht, man ahnt es nur, wenn man bemerkt, dass das Label eigentlich „I used to fuck people like you in prison“ heißt. The Awesome Machine machen Stoner-Rock und legen hart und düster los.
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