Hygienehysterie

(Dieser emotionale Beitrag bezieht sich auf die „Rezensentenethos“-Diskussion. Siehe letzte Beiträge. Zitiert wird nicht.)

Totale Hygiene ist die Wurzel der Krankheit. Übertriebene Reinlichkeit kann Allergien auslösen, schwächt unsere Abwehrkräfte – und gedeiht doch nie bis zu jenem Zustand der Vollkommenheit, der uns dazu legitimieren würde, als perfekte Saubermänner und –frauen aufzutreten.

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Klarstellung

Also bevor hier die Wellen hochschlagen: Der Beitrag →Rezensentenethik wurde hier zu Nutzen und Frommen des Informationsbedürfnisses der Leser eingestellt. Dass Freundschaftsdienste im Rezensentengewerbe an der Tagesordnung sind, ist schlicht eine Tatsachenfeststellung. Sie sind vor allem im wissenschaftlichen Bereich zu beobachten (worauf Rothschild auch explizit hinweist). Auch anderswo, was jeder bestätigen kann, der Einblicke in Redaktionen hatte oder hat.

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Rezensentenethik

heißt →die aktuelle Kolumne von Thomas Rothschild beim „Titel-Magazin“. Es geht um Gefälligkeitsrezensionen und den hierzulande fehlenden Codex, solche zu verhindern. „Tatsache ist: Freundschaftsdienste gehören in Deutschland zum Rezensentenalltag.“, schreibt Rothschild zutreffend. Eine kleine Ergänzung zu unserer „Schule der Rezensenten“ und vielleicht demnächst auch dort etwas näher beleuchtet.

Krimikultur – die Forschung

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Was wir gemeinhin Literaturgeschichte nennen, ist das Ergebnis wissenschaftlicher Arbeit. Der Versuch, die über die Jahrhunderte geschaffenen Textmassen zu bändigen, zu kategorisieren, zu bewerten, um sodann einen Kanon der besten und charakteristischsten Werke zu präsentieren. So etwas hat seine Tücken. Ist abhängig vom Zeitgeschmack, von der gerade gängigen Forschungsmethode, häufig auch nicht ohne politisch-gesellschaftliche Hintergedanken zusammengestellt. Was nicht in ein Schema passt, bleibt oft unberücksichtigt oder wird ohne Rücksicht auf Verluste in ein Schema gepresst.

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Aus meiner Coverschmiede

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So könnte es aussehen, das Umschlagbild von Holteis „Schwarzwaldau“. Nach einem Originalgemälde unseres Hauskünstlers Raphael Wünsch, der sich wiederum von einer alten Abbildung des historischen Schlosses Schwarzwaldau im Schlesischen hat inspirieren lassen. Aber ich schmiede weiter. Gefällt euch das? Oder nicht? Vorschläge? Schon subskribiert? Hier? Krieg‘ euch!

Petra Würth / Jürgen Kehrer: Blutmond

Georg Wilsberg ist Fernsehen. Wenngleich im Buch ganz anders als auf der Mattscheibe. Kein Antiquariat, kein Freund Manni und also auch keine running gags („Die Autoschlüssel, Manni!“).
Pia Petry, Serienheldin in den Krimis von Petra Würth, könnte ebenfalls Fernsehen sein. Jetzt hat sie immerhin schon einen getroffen, der im Fernsehen ist, und, Mann!, sie fetzen sich, sie lieben sich, und am Ende rettet Wilsberg Petry vor den handfesten Phantasien eines Sadisten. Aus.

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Rezensionen 07/05 – 09/05

37 Rezensionen im 3. Quartal 2005, davon eine dreiteilig, eine andere plus Alternativversion – wir waren fleißig. Elf dieser Besprechungen widmeten sich deutschsprachigen Werken, die meisten waren lobend bis enthusiastisch – wir tun was für die gute Stimmung in diesem Lande, obwohl wir nicht Deutschland sind. Eines der belobhudelten Werke kann übrigens → hier zum günstigen Preis vorbestellt werden… Und hier die Liste:

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Die Krimiwelt-Bestenliste Oktober

… ist endlich da. Wie immer mit sehr akzeptablen Resultaten. →Nachlesen kann man sie auch in Ludgers Krimiblog, wo ihr auch gleich darüber abstimmen könnt, ob diese Bestenliste nun ein eher erfreuliches oder unerfreuliches Ereignis ist. Dass mit Astrid Paprotta (Platz 2), Norbert Horst (3) und Heinrich Steinfest (6) drei deutsche Produkte vertreten sind, ist jedenfalls erfreulich. Vor allem, weil die UrheberInnen auch die Sprache ernstnehmen und sich darüber Gedanken machen, bevor sie zu schreiben anfangen. Etwas Besseres kann dem deutschen Krimi nicht passieren.

Langes Wochenende

Drei Tage Erholung. Auch für mich. Um den Tag der Wiedervereinigung gebührend zu begehen, gibt es am Montag ausnahmsweise keine Schule der Rezensenten. Man hat ja auch noch anderes zu tun. Und ihr auch. Zum Beispiel könnte man sich überlegen, sich um die deutsche Kriminalliteratur verdient zu machen, indem man ein Exemplar von Carl von Holteis „Schwarzwaldau“ →hier vorbestellt. Lohnt sich auch literarisch. Darauf mein Ehrenwort. Ich wiederhole… (und zwar noch des öfteren. Euch krieg ich auch noch klein!) Und wenn sich genügend Leute melden, gibts für die Vorbesteller vielleicht auch eine kleine, angenehme Überraschung… Und nächste Woche natürlich wieder volles Programm: Zwei Rezensionen deutscher Krimis. Ein Blick auf die wissenschaftliche Beschäftigung mit Kriminalliteratur. Einen Tätigkeitsnachweis unsererseits über die Aktivitäten im verflossenen Quartal. Usw, usf.

Krimikultur – die Thesen

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Gibt es eine Krimikultur in Deutschland? Aber immer! Wir haben Autoren, Verlage, Kritiker und, nicht zu vergessen, Leser. Über Krimis wird geschrieben, gesprochen: in Zeitungen und Zeitschriften, Rundfunk und Fernsehen, im Internet mit seinen Portalen, Blogs und Foren. Eitel Sonnenschein über Deutsch-Krimiland, Freitagsessay fertig.

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H.R.F. Keating: Inspector Ghote hört auf sein Herz

Als Kritiker kann man die Inspector-Ghote-Krimis von H.R.F. Keating gelassen durchwinken. Geht in Ordnung – sowieso – genau, ganz nach dem Klassiker von Eckhard Henscheid. Man bräuchte sie nicht einmal zu lesen, kein vernünftiger Mensch würde einem widersprechen.

Aber natürlich liest man sie doch. „Inspector Ghote hört auf sein Herz“ verspricht der neue Band in der metro-Reihe des Unionsverlages. Doch hören wir etwas weniger auf unser Herz und mehr auf unseren Verstand, in dem über 180 Seiten Lektüre eine Frage bohrte: Wie macht der das eigentlich, der Keating?

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Einladung zur Subskription

„Wer mich nach unserm besten deutschen Krimi fragt, dem entgegne ich immer: ›HOLTEI, Schwarzwaldau.‹ – und dann sitzen wir einander halt gegenüber, ich & die Herren vom Colt; (Prag 1855, 2 Bände übrigens: 1 Gratis=tip für Taschenbuchverleger).“ (Arno Schmidt)

Im Januar 2006 wird, als Privatdruck, Carl von Holteis Kriminalroman „Schwarzwaldau“ zum ersten Mal nach fast 150 Jahren wieder für den deutschen Leser verfügbar sein.

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