Lange hats gedauert, aber Markus hat sich wieder einmal selbst übertroffen. Hier ist es also: das Arme-Leute-Cover. Und ab Montag rotieren die Druckmaschinen. Und bis Dienstag 24 Uhr nehme ich auch noch Vorbestellungen für ein handsigniertes Exemplar ohne Aufpreis (12,90 € inklusive Porto und Verpackung) entgegen. →Hier melden.
Autor: dpr
Neu im Archiv: Der doppelte Peace
– weil gestern die Jungs und Mädels von der Couch über meine 2005er Rezension von David Peace, 1974 gestolpert sind, d.h. eigentlich über die „Alternativrezension“, für die ich als Kritiker keine Verantwortung übernommen habe – hier also beide. Die „Normalrezension“ und die durch leichte Umdeutung der Argumente zum Verriss mutierte „Alternativversion“. Ab sofort im →Krimikultur: Archiv.
dpr
*verabschiedet sich ins Weekend
Ken Bruen: Jack Taylor fliegt raus
Okay. Nachdem ich stundenlang mit allen Verehrern von Ken Bruen diskutiert hätte, würde ich zum finalen Statement ansetzen: „Meinetwegen. Aber ist trotzdem nicht mein Geschmack. Und nu is auch gut.“
WeiterlesenDas Affige oder die Affirmation
Machen wir uns nichts vor. Der gemeine Leser von erzählender Literatur sucht das Affirmative. Wenn ich ans Meer fahre, sollen gefälligst die Wellen rauschen, wenn man mir Tide bis zum Abwinken verspricht, dann aber bitte Ebbe und Flut vom Feinsten. So ist das Leben eben: eine einzige Bestätigung dessen, was ich irgendwann einmal zu meinem Ideal erkoren habe, damals, als ich noch jung und dumm war (gar nicht negativ gemeint; wer jung ist und nicht dumm, der kann nicht jung sein. Aber Dummheit definiert sich hier als der Zustand vor dem Lernen aus Erfahren und Denken und Schlüsse ziehen).
WeiterlesenGriesgrämig? Ich?
– Aber wie sonst ließe sich erklären, dass ich allein am Wochenende drei Lektüren nach wenigen Seiten frustriert abgebrochen habe? Bücher, in denen schon gleich zu Beginn die geballte Ladung Dahinmenscheln über mir ausgeleert wurde, Bücher, die mir atemlos und ohne Vorwarnung erzählten, es gehe jetzt ums Große und Ganze, um die Tragik der Liebe, das Ruinöse der Begierde oder – wenigstens – um schiefgeschnittene Brotscheiben zum Frühstück.
WeiterlesenKrimileseleben -6-
Und wieder mit vier neuen Krimileseleben in die Woche. Folge 5 gibts →hier, und dann immer schön zurück…
WeiterlesenLucifer’s Rising
Fast schon gemütlich beginnt der →Vorabdruck von Martin Comparts Kriminalroman „Die Lucifer-Connection“ bei den Kollegen von Evolver. Wir prognostizieren: Das wird nicht so bleiben. Alles weitere in den nächsten Folgen. Und wer mehr über den Autor und seine Ansichten erfahren möchte, sei noch einmal auf das ausführliche →Interview im Archiv der Krimikultur verwiesen.
Äpfel, Birnen, Vielfruchtmarmelade
„Ein wenig verblüffend mutet die Nominierung des Krimiautors Wolf Haas („Der Brenner und der liebe Gott“) an – hier liegt der häufig bemühte Apfel-und-Birnen-Vergleich nahe.“
Es geht um die „Longlist“ zum Deutschen Buchpreis, die bildungsbürgerliche Variante von „Deutschland sucht den Superstar“, eine scheinbar unfehlbare Methode, pünktlich zur Buchmesse die Kassen klingeln zu lassen, das Feuilleton kritisch zu beleben und bei Parties intellektuell höherstehender Schichten für Gesprächsstoff zu sorgen.
WeiterlesenRex Miller: Im Blutrausch
Dass die Romane Rex Millers wahre Schlachtfeste sind, hat sich inzwischen herumgesprochen. Nichts für Zartbesaitete und Ästheten – aber hier stock ich schon. Denn andererseits steckt hinter dem groben Gemetzel eine filigrane Ästhetik, der Feingeist splattert sozusagen, der Intellekt (von dem der Volksmund mutmaßt, er sei eher „blutleer“) badet in Strömen von Blut, die Literatur (sofern man ihr zubilligt, am Rande auch etwas mit Sprache zu tun zu haben) watet durch den Morast des Ekligen. Na schön. „Im Blutrausch“ eignet sich kaum als das ideale Geschenk für Eltern vierzehnjähriger Töchter. Ein Geschenk bleibt es dennoch.
WeiterlesenAbbruchsieger
Pardon, lieber Unionsverlag, aber du glaubst doch nicht im Ernst, dass ich Petra Ivanovs Roman „Fremde Hände“ bis zur bitteren Neige verkoste? „Die 443 Seiten sind im Nu verschlungen“, so jedenfalls behauptet es die Neue Zürcher Zeitung auf der Cover-Rückseite. Und wer bin ich, einem solch ehrwürdigen Blatt zu widersprechen? Die letzten 300 Seiten jedenfalls hab ich in geschätzten zehn Minuten – nun ja, nicht verschlungen, aber sehr genervt durchgeblättert. Nachdem ich die ersten ca. 140 mit wachsender Befremdung zur Kenntnis genommen habe. Das ist Unionsverlag? Das ist metro?
WeiterlesenKrimileseleben -5-
Auch diese Woche beginnt mit den Bekenntnissen von Krimileserinnen und -lesern. Weitere werden folgen, die letzte Ausgabe unserer kleinen Interviewreihe findet man →hier.
WeiterlesenWas soll das, Suhrkamp?
Es ist skandalös. Bei seinem Versuch, mit Krimis Geld zu verdienen (darf man das überhaupt?), schreckt der Suhrkamp Verlag selbst vor den übelsten Methoden nicht zurück. So hat er jetzt die kleine und verdienstvolle Edition Phantasia genötigt (Geld? Blanke Gewalt?), folgenden Dialog in Rex Millers „Im Blutrausch“ einzuschmuggeln:
WeiterlesenEin kriminalliterarischer Salöng
„Ach Mama!“ Papa seufzt. „Im Frühjahr wolltest du Polo spielen – du durftest es. Dann war dir Polo zu langweilig und du wolltest lieber beim Unterwassertennis mitmachen. Kein Problem. Und jetzt? Einen literarischen Salon? Warum nicht Bio-Yoga oder bei der TAFEL das alte Gemüse an die Arbeitslosen verteilen?“
WeiterlesenVamba Sherif: Geheimauftrag in Wologizi
Kriminalliteratur kann eine ganze Menge. Unter anderem fliegen. Irgendwo zwischen dem schmutzigen, konkreten Boden der Wirklichkeit und jenen übergeordneten Sphären aus Tradition, Denkweisen und jeder Form von tröstender Religion. Genau eingestellt, schafft es diese Kriminalliteratur sogar, sich in der Region aufzuhalten, wo der Dreck des Alltags und das Unfassbare seines Überbaus transzendieren. Vamba Sherifs „Geheimauftrag in Wologizi“ hat genau diese richtige Höhe.
WeiterlesenWischnu guckt

„Das Auge Wischnus“ von Matthias Blank beobachtet dich, wenn du diesen Krimi liest. Natürlich wie gehabt in der →„Criminalbibliothek des 19. und frühen 20. Jahrhunderts“. Ein Stück aus der „Bibliothek der Unterhaltung und des Wissens“ von 1920, von einem Vielschreiber, neben dem Georges Simenon wie die personifizierte Schreibhemmung aussieht.
Krimileseleben -4-
Krimileserinnen und -leser sind mehr als ökonomische Manövriermasse von Verlagen oder diffuses Zielpublikum von Krimischaffenden aller Art. Sie haben eine Geschichte und gute Gründe, Krimis zu lesen. Die Serie „Krimileseleben“ möchte ein wenig von dieser Geschichte und diesen Gründen erzählen. Diesmal die ersten vier Stimmen von erfreulich vielen, die sich nach einer Einladung auf der Krimi-Couch bereiterklärten, mir auf vier Fragen zu antworten. Das nächste Viererpäckchen folgt bald. (→Folge 1 – →Folge 2 – →Folge 3)
WeiterlesenMit Martin Compart im Gespräch
Ganz langsam fangen wir sie uns ein: diejenigen, die etwas zum Krimi zu sagen haben und es auch in ausführlichen Gesprächen tun. Heute: Martin Compart, vielseitig und streitbar, kein Freund lauwarmer Worte. Und wo finden wir das? Mit Kurzbio und schönen Abbildungen? Im →Krimikultur: Archiv natürlich. Ab sofort, so lange es noch Internet gibt.
Iain McDowall: Gleich bist du tot
In drei Büchern hat uns Iain McDowall bisher mit diversen Fällen für sein Ermittlerduo Jacobson und Kerr durchaus entzückt. Rasante Krimis mit einem Blick für die soziale Wirklichkeit, die Polizeiprotagonisten, obwohl nicht frei von Problemen, dezent im Hintergrund, manch dramaturgische Extravaganz als Zugabe. Könnte eigentlich so weitergehen. Tut es aber im vierten Buch, „Gleich bist du tot“, nur bedingt.
WeiterlesenGerissener Gummizug
„Bei Gelegenheitsjobs braucht man nicht nachzudenken“, sagte ich und schwieg einen Moment. „Wenn man so was lange genug macht, können sogar die Jahre allmählich verschwimmen.“
„Mein Gott, Adam.“
„Du hast kein Recht, über mich zu urteilen, Robin. Wir haben beide unsere Entscheidungen getroffen. Ich musste mit deinen leben. Es ist nicht fair, dass du mich für meine verurteilst.“
„Du hast recht. Es tut mir leid.“