Damit hat Jochen „hardboiled“ König nicht gerechnet: Ein vermummter Mensch in seinem nächtlichen Arbeitszimmer, „a Luger in his hand“, wie der Sänger singt. „Rück ihn raus“, zischt der Mann. „Ja, wen denn?“ wispert Jochen. „Deinen James-Crumley-Nachruf natürlich.“
WeiterlesenAutor: dpr
Dr. Jekyll und Mister Krimi
„Writing under his own name, Banville manages around 100 sweated-over, teased, honed and polished words a day; but as Benjamin Black, he can manage a couple of thousand.“
So, jetzt haben die Engländer auch ihre →„Gartenklamotten“-Affäre. Wir erinnern uns: Der Autor Matthias Altenburg hatte bekannt, zum Schreiben von Kriminalromanen unter dem Namen Jan Seghers die „Gartenklamotten“ anzuziehen. Sprich: Bei Krimis wirft man sich nicht in den feinen Sprach- und Stilzwirn, sondern schreibt mehr oder weniger drauf los. Der Booker-Prize-Gewinner John Banville siehts wohl ähnlich. Als Hochliterat schafft er gerade einmal 100 polierte Wörter, als Krimiautor Benjamin Black haut er sie hingegen nur so in die Tasten (die ganze Geschichte gibt’s bei →Sarah Weinman).
WeiterlesenWerde Krimiautor!
Wie schreibt man einen Krimi? Man überlegt sich eine spannende Geschichte, nimmt seinen Jahresurlaub, mietet sich ein stilles Häuschen in Südfrankreich oder – wenn’s ein Großstadtkrimi werden soll – ein Hotelzimmer auf Mallorca. Und schreibt. Wenn der Krimi dann fertig ist, schickt man ihn an einen Verlag, der ihn veröffentlicht. Den Rest seines Lebens verbringt man nun in Talkshows und auf ausgiebigen, von erotischen Abenteuern aller Art versüßten Lesereisen.
WeiterlesenWächst unaufhörlich
Neuer Lesestoff fürs Wochenende im →Krimikultur: Archiv: Die bewährte wtd-Fachkraft Anna Veronica Wutschel hat ihren umfangreichen Südafrika-Artikel aus dem Krimijahrbuch 2009 zur Verfügung gestellt und von Claus Kerkhoff haben wir jetzt auch endlich seine Rezensionen englischsprachiger Kriminalliteratur im Programm. Genügt das vorerst? Okay, dann mach ich morgen blau…
Feindbild Krimi-Couch
Was? Du schreibst jetzt für die Krimi-Couch? Hallo? Geht’s noch? Ja, es geht. Sehr gut sogar. Man hat es mit netten und offenen Menschen zu tun (etwas, das ich in letzter Zeit sehr zu schätzen gelernt habe), es gibt keine andere Vorgabe als die, qualitativ gute Arbeit abzuliefern, es ist eine Herausforderung. Nun sammeln sich in meinem elektronischen Briefkasten nicht nur die eher besorgten Stimmen. Es gibt auch andere, die meinen Schritt begrüßen. Dennoch: Ein Blogger, der in den Jahren seines virtuellen Schaffens nicht selten mit der Hirnrissigkeit des Marktes, seiner Bestücker und Abverkäufer ins Gericht ging, schreibt jetzt ausgerechnet für die Krimi-Couch? Das ist doch –
WeiterlesenFototermin
„Verdammt“, knurrt Markus, Layouter und Fotograf des Conte Verlags, „du siehst einfach zu gut aus für einen Krimiautor. Wie der junge Jean-Paul Belmondo oder dieser andere da, dieser Ami.“ Ja, ich nicke betrübt, das ist mein Schicksal. Und sehe traurig zu, wie Markus via PhotoShop mein edles Porträt „auf alt und verwittert“ trimmt. Und das Ganze dann auch noch in Schwarzweiß, von wegen „Gut und Böse“, muss sein, Krimi halt. Kann man nichts machen, there’s no business like Krimibusiness.
WeiterlesenVersionen des Fiktiven
Aus gegebenem Anlass (schauen Sie mal →hier ins Inhaltsverzeichnis) habe ich am Wochenende in der neuesten und 101. Ausgabe der ehrwürdigen „Saarbrücker Hefte“ geblättert und bin an einem Artikel hängengeblieben. Hans Horch rollt in seinem Beitrag „Antiskepsis oder: Vom Zweifel am Zweifel. Nachbetrachtungen zum Saarbrücker Kinderschänderprozeß“ noch einmal die Geschichte des Mordes an Pascal auf, jenes Jungen, der von einem „Kinderschänderring“ brutal vergewaltigt und ermordet worden sein soll. Die Leiche wurde bis heute nicht gefunden.
WeiterlesenGlorreich – und noch nicht glorreich
So, jetzt ist er dabei. Christian Pernath hat es mit „Ein Morgen wie jeder andere“ auf die Liste der Glorreichen Sieben geschafft, und ich hab so eine Ahnung, dass er es dort bis zum Jahresende auch aushalten wird. Wirklich großartig, absolut empfehlenswert. Und sonst? Weitere Kandidaten?
WeiterlesenKrimileseleben -3-
Dpr fragt – die Krimileserschaft antwortet. Heute: Henny Hidden alias →„Krimilady“, auch in Sachen →„Frauenkrimis“ fleißig unterwegs. – Demnächst gibt es die ersten vier Interviews kompakt im Krimikultur: Archiv, weitere Nachrichten aus dem Krimileseleben folgen – bereitwillige Leserinnen und Leser sind immer →willkommen.
WeiterlesenWächst, wächst, wächst, wächst…
Bevor ich mich ins verlängerte (Arbeits-)Wochenende verabschiede, hier noch ein Hinweis auf den aktuellen Stand des →Krimikultur: Archivs. Neu: Zwei Nachrufe von Thomas Klingenmaier auf Edward Bunker und Michael Collins alias Dennis Lynds (beide aus dem Krimijahrbuch 2006) sowie ein paar Petitessen von mir selber. Bis zum Montag habt ihr also genug zu lesen!
Toller Plot
Keine Zeit, tut mir leid. Muss tollen neuen Plot entwickeln. Also… Deutschland hat endlich die Schnauze voll, generationenlang für die riskanten und lukrativen Spielchen der Reichen und ihrer Bankgenossen zu bluten. Das mit der Arbeitslosigkeit gefällt ihnen auch nicht mehr, seit auch „Leistungsträger“ stempeln gehen müssen. In einer Fabrik eskaliert die Situation: Die Arbeiter drohen mit der Sprengung des Werks, wenn nicht jeder von ihnen (allesamt entlassen) 30.000 € Abfindung bekommt. Nu gut, unter Revolution hatte man sich eigentlich was anderes vorgestellt, aber immerhin. Jetzt…
WeiterlesenKrimileseleben -2-
Und ein weiterer Leser, der für wtd die Hüllen fallen lässt. Georg, auch als →Giorgione bekannt, erzählt uns aus seinem wilden Leseleben… Zwei weitere Bekenntnisse →hier, ein viertes folgt auf jeden Fall in den nächsten Tagen…
WeiterlesenEin Herz für die Kleinen
Liebe Krimikleinverlage. Wir finden euch gut – aber manchmal finden wir euch nicht. Kein Wunder. Unter all dem Hochglanz, inmitten des dröhnenden Marktgeschreis habt ihr einen schweren Stand. Und die Liebhaber eurer Bücher nicht weniger. Das müssen wir ändern, das werden wir ändern.
Weiterlesen…und wächst und wächst und wächst…
Während ich gerade vier Rezensionen von Claus Kerkhoff zu französischen Krimis im handlichen PDF im →Krimikultur: Archiv einlagere, ist Pieke Biermann immer noch fleißig am Hochladen. Bester rarer Stoff, Rezensionen, Gespräch und Porträt Sara Paretsky, wer weiß, was sie heute noch so alles aus der Schatzkiste kramt (also morgen auf jeden Fall noch mal vorbeischauen). So. Und jetzt noch schnell den wtd-Beitrag für morgen, damit wir auch hier sagen können: Stillstand? What Stillstand?
Der Mord als simple Filmkunst betrachtet
Die Filmkunstwerke der Helene Tursten sind radikal. Sie denken das Genre Film zuende, was man leicht daran erkennt, dass ihr jüngstes Werk „Das Brandhaus“ nicht als Film, sondern als Buch daherkommt, obwohl es – was zu zeigen sein wird – natürlich ein Film im Bucheinband ist. Es kurbelt sich sozusagen direkt ins innere Kino des Lesers und okkupiert seine Bildwelten, denn bei allem digitalen Fortschritt auf dem Gebiet des Filmemachens ist nur das menschliche Gehirn in der Lage, „Das Brandhaus“ in seiner avantgardistischen Schönheit, seinem experimentellen Anspruch zu projizieren.
WeiterlesenEs wächst und wächst…
Neue Lieferungen im →Krimikultur: Archiv. Jochen Königs Beitrag für das Krimijahrbuch 2008 „Zur Lage des Hardboiled-Krimis in Deutschland am Anfang eines neuen Jahrtausends“ sowie weitere Rezensionen des nimmermüden, stets ausgeschlafenen Dschordsch. Und für nächste Woche liegt schon ein neues Päckchen mit Claus-Kerkhoff-Rezensionen bereit…. undundund…
Vereinswechsel
Eigentlich sollte es ja noch geheim bleiben. Aber inzwischen zieht es als „Gerücht“ längst seine digitalen Kreise: Ja, ich werde ab August bei der Krimi-Couch mitarbeiten. Rezensionen, eine ständige Kolumne – und alles andere läuft wie gewohnt weiter: dieser Blog, das Krimikultur-Projekt… Leicht ist mir diese Entscheidung nicht gefallen. Ich hatte einige kritische Fragen an den Couch-Chefredakteur und … aber lesen Sie selbst.
WeiterlesenKrimileseleben –1-
Welche Krimis lesen Sie eigentlich – und warum – und wie kommen Sie dran – und was wünschen Sie sich noch von der „Szene“ und was ganz bestimmt nicht? Fragen zum Krimileseleben, und einige Menschen waren so freundlich, mir darauf zu antworten. Manche taten es kurz und bündig, andere ausführlicher. Beginnen wir heute mit den ersten beiden Interviews. Ein erstes Päckchen werden wir dann auch ins →Krimikultur: Archiv einstellen.
WeiterlesenFünf steile Thesen wider das Lesen von Kriminalliteratur
„Das gibt’s doch nicht!“ Fräulein Anna Veronica, wie jeden Morgen als erste vor der wtd-Tür, weil sie als Redaktionsküken für den ordnungsgemäßen Zustand des Frühstücks verantwortlich ist, Fräulein Anna Veronica also, die sonst immer ein Wort auf der scharfen Zunge parat hat, – ist sprachlos. Ein DinA4-Blatt, akribisch handbeschrieben, mit Reißzwecken an die Tür gepinnt. „Fünf steile Thesen wider das Lesen von Kriminalliteratur“ prangt darauf als Überschrift, sie seien den wtd-Konsumenten nicht vorenthalten.
WeiterlesenEin Verteidiger
So, es ist wieder einmal Zeit für krimihistorische Bildung. Diesmal präsentiert die →„Criminalbibliothek des 19. und frühen 20. Jahrhunderts“ ein weiteres Werk von Dietrich Theden, „Ein Verteidiger“ (1900). Interessanter Mann, das. Redakteur der „Gartenlaube“, Kinder- und Jugendbuchautor, Autor auch des Romans „Menschenhasser“, den man ebenfalls in der Criminalbibliothek lesen kann. Also keine Zeit verlieren!