Tschechien – Portugal. Die Krimirezension

Showdown in Kickville. Die heimliche Fußballhauptstadt Europas wird vom „Clan der Portugiesen“ beherrscht, einer öligen Truppe, die die Definitionshoheit über Fußballästhetik an sich gerissen hat. Ihr Anführer ist Ronaldo, ein arrogantes, hasenzähniges, ebenso selbstverliebtes wie pomadiges Muttersöhnchen, dessen besonderer Spezialität, dem „Übersteiger“, schon manch gutbürgerlicher Rumpelfußballer zum Opfer gefallen ist.

Weiterlesen

Schlafmützen

Verschlafen? Macht nix. Pieke Biermanns Rezension von John Harveys „Schlaf nicht zu lange“ kann man jetzt zwar nicht mehr live erleben, aber nachlesen schon, →hier nämlich. Irgendwie verschlafen haben auch Lektorat / Übersetzer folgender Passage aus einem Satanistenkrimi:

Weiterlesen

Griechenland – Schweden. Die Krimirezension

Hallo? Geht’s noch? Die 30.000 im Stadion trauen ihren Augen nicht. Was für ein Setting! Gemütlich, je ein unwilliges Kind hinter sich her zerrend, betreten die Dinosaurier des politischen Fußballs den Platz. Hier die Griechen, Sinnbilder des Stillstands und des Aussitzens, der Ära Kohl (Rehhagel), dort die Schweden, die in sich zerstrittene Sozialdemokratie schlechthin. Anpfiff. Na? Haaaaaallo! Spieeeeeelen! – Nichts. Griechen und Schweden tun, was CDU und SPD immer tun: Sie suchen die Mitte und schieben sich dort in aller Seelenruhe den Ball zu.

Weiterlesen

Italien – Holland. Die Krimirezension

Mutig! Der Autor des diesmaligen Fußballkrimis lässt sich von Matti Rönkä und einem sich immer weiter verbreitenden neuen Krimitrend inspirieren. Der „Held“ ist selbst ein Krimineller, die Bösen sind Superböse, globale Strippenzieher an den Finanz-, Drogen- und Mädchenhandelsbörsen, kurz: Beelzebub persönlich. Und so betreten sie den Platz: 11 Kleinkriminelle aus Holland im schier aussichtslosen Kampf gegen 11 gegelte Höllenengel aus Italien.

Weiterlesen

Neuer Stammtisch?

Na, na, na? Ihr Stammtischbrüder und -schwestern: Neue Runde gefällig? Erscheint auch garantiert im BLOG, nicht in so nem neumodischen Zeugs wie PDF. Vorgeschlagen wird hiermit: Lucie Klassen, Der 13. Brief. Von Ulrike Noller euphorisch besprochen, von mir noch nicht gelesen. Also? Deutsch, Frau, Debüt. Wär doch was. Meldet euch. Hier. Oder per Kommentar.

Deutschland – Polen. Die Krimirezension

Ein ganz normaler Tag in Klagenfurt / Österreich. Gleich wird die deutsche Nationalmannschaft aufs Grün schreiten und den Polen das einschenken, was sie ihnen seit ca. 100 Jahren einschenkt: viele, viele Tore. Aber so wie jeder gute Krimi mit einem Mord beginnt, so beginnt das Spiel mit einem verblüffenden Suspense: Die Polen schießen aufs deutsche Tor! – Drüber. Noch einmal gut gegangen. Doch das Böse, das wissen wir, ist DA. Wann wird es zuschlagen?

Weiterlesen

Und der Herr ließ es donnern und krachen

Weil man ja, wenn man auf einem französischen Felsen dem Meer zuhört, dabei nur einen französischen Krimi lesen kann, habe ich mir Jean-Christophe Grangés „Das Herz der Hölle“ als Lektüre eingepackt. Ein beinahe 800 Seiten starker Wälzer, in dem ein vorzeigekatholischer Polizist einen Erzverbrecher jagt, der natürlich niemand anderes ist als der Teufel höchstpersönlich.

Weiterlesen

Wtd! Neu! Doppelt!

Keine Rezensionen mehr. Keine Aufsätze. Ist das das Ende von „Watching the Detectives“? Ach was! Ab sofort gibt es wtd – doppelt! Als Blog, der sich auf die Fundamente des Mediums besinnt und in tagebuchartigen Einträgen Kurzes, Spontanes, Splittriges, Informatives, Umrissartiges, Provokatives verkündet – und als DIGITALE ZEITSCHRIFT für alles „Elaborierte“, für die Rezis und Aufsätze. Als PDF-Dokument einzusehen, herunterzuladen, in Ruhe zu studieren, auch auszudrucken, wenn man möchte, natürlich kostenlos. Für die LeserInnen.

Weiterlesen

Bedenkzeit

Wer mehr als drei Jahre lang emsig gebloggt hat, der darf auch mal eine kleine Denkpause einlegen. Vielleicht am Ärmelkanal sitzen und den Gezeiten zuschauen. Vielleicht das Grab von Herrn Chateaubriand besuchen und ihn um das ewige Brausen des Meeres beneiden. Ganz bestimmt aber, um sich über diesen Blog Gedanken zu machen. Der Zeitpunkt könnte kein besserer sein. Schaffe ich es, zukünftig den Krimiautor vom Krimikritiker zu trennen – und wäre das überhaupt sinnvoll? Muss ich mein Konzept neu überlegen, weil die LeserInnen seiner müde geworden sind – und würde mir das überhaupt noch Spaß machen? Ist es nicht ratsamer, den Krimistoff, der gerade in meinem Kopf Gestalt annimmt, genauer zu fixieren? Solche Fragen halt. Die brauchen Zeit, ein, zwei, drei Wochen. Und in dieser Zeit wird hier nicht gebloggt. Und dann melde ich mich wieder und dann geht vielleicht alles weiter, wie gehabt oder ganz anders – oder überhaupt nicht. Darüber mache ich mir halt jetzt so meine Gedanken. Bis die Tage also.