Ein handgemachter Mord

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(Ex-Kommissar Wickius, nach einer Intrige denk- und kommentarfauler Blogleser seines Amtes enthoben und in den vorzeitigen Ruhestand geschickt, kennt die Verbrechens- und Kriminalliteratur der letzten ca. 2500 Jahre in- und auswendig, er löst jeden Fall, indem er das literarische Muster dafür sucht. Und Sie? Wissen auch Sie, welche klassischen Fälle den hier in loser Folge geschilderten Mordtaten zu Grunde liegen? Dann nichts wie ran an die Kommentarfunktion! Für alle Unbelesenen gibt es die Auflösung immer ein paar Tage nach der Veröffentlichung der Geschichte.)

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Krimiwelt-Bestenliste Dezember 2006

Die besten Krimis des Monats Dezember gibt es →hier. Die besten Krimis des Monats? Natürlich nicht; sondern die von einer Reihe ausgewiesener Experten empfohlenen. Diesmal besonders diskussionswürdig, denn mit Richard Rayners „Das dunkle Herz der Wüste“ und Thomas Kasturas „Der vierte Mörder“ stehen nicht nur gleich zwei Neueinsteiger auf den vorderen Plätzen, sondern auch zwei Kriminalromane, über deren Qualität man aus verschiedenen Gründen streiten kann. Und genau das ist das Gute an der Bestenliste. Schlecht wäre es, würde man sie jeden Monat kommentarlos durchwinken. Also werden wir in nächster Zeit mal drüber streiten.

Hübsch hässliches Fundstück

Dem deutschen Dichter rat ich, sich ein Nilpferdfell überzuziehen, sonst hält ers nimmer aus in seinem Vaterlande. Vor nicht langer Zeit verblich der als Mensch so liebenswürdige und vortreffliche, wie als Romanschreiber fleißige, tüchtige, wackere Schriftsteller Ewald August König. Er war bei den Deutschen sehr beliebt. Zeitschriften und Zeitungen rissen sich um seine Arbeiten. Fürstinnen und Nähmamsells lasen ihn »unbeschreiblich« gern. Er soll Vermögen hinterlassen haben. In demselben Jahre, fast an einem Tage, starb der Dichter Albert Lindner, der aus Nahrungssorgen wahnsinnig geworden war, im Irrenhause. Acht Leidtragende nur folgten dem Sarge. Deutschland – – –

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Das Recht auf Erden

„Flehen wir submissest zu Ihro Gnaden, dem gemeinen Juristen Temme, welcher im Nest der Zürcher Emigrantenbrut sitzt wie die Fliege im Schmeiß, das schmutzige Handwerk dringendst zu legen, alldieweil Genannter Preßwerke zu veröffentlichen sich nicht versagt, welche geeignet sind, das blöde Volk zum Murren zu bewegen, welches gar allzu schnell zum Amoklaufen…“

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Oliver Buslau: Das Gift der Engel

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(Weihnachten naht. Und mit ihm die Frage: Welche Krimis schenke ich meinen Liebsten? Jeder weiß: Das kann ins Auge gehen und langjährige Freundschaften abrupt beenden. Doch keine Angst: Hinternet hilft. Die Krimiredaktion hat einige aktuelle Spitzenprodukte der Spannungsindustrie unter die Lupe genommen und ihnen den jeweiligen Idealtypus Leser (hier „Geschenkempfänger“ genannt) zugeordnet. Jetzt kann nichts mehr schiefgehen.)

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Gepieksackt

…werden in der neuen Kriminalreportage von Pieke „Krimijahrbuch-Schwerpunkt“ Biermann die Hütchenspieler, die ihrerseits die armen Berlin-Touristen piekieren. „Asphalt-Hazard“ spielt man am Sonnabend, 25.November 2006 in DER TAGESSPIEGEL und auf RBBinfoRADIO 93,1 um 11:45 Uhr. Ein eventuell notwendiges Elfmeterschießen wird in den Wiederholungen um 19:45 und in der folgenden Nacht um 0:45 und 5:45 Uhr erledigt.

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Krimiverbot!

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„Na, Herr K., heute die Pumpgun dabei? Kleiner Amoklauf geplant?“ – Diese Hackfresse! Eines Tages klopp ich dem sein Abteilungsleitergrinsen zurück in seine Abteilungsleitergedärme! Aber ist immer dasselbe: Kaum hat irgendwo wieder einer mit der Knarre um sich geballert, zeigen sie mit dem Finger auf mich und hämeln: „Guck ma, der K.! Der liest Krimis! Wer Krimis liest, bringt auch Menschen um!“

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Spamsicher

Nachdem wir gestern abend eine verschärfte Spamattacke überstehen mussten, haben wir jetzt die höchste Sicherheitsstufe eingeschaltet. Wenn ihr euren Kommentar abgeschickt habt, kommt eine englischsprachige Seite, die euch sagt, dass jeder Kommentar ab sofort zuerst von einer neu eingerichteten Spam-Findungskommission gesichtet wird. Da diese Kommission (die sieben Mitglieder erhalten Sitzungsgeld und freie Getränke) nicht ständig tagt, kann es also mal zu Verzögerungen bei der Veröffentlichung von Kommentaren kommen. Wir bitten dies zu entschuldigen.

Kerstin Rech: Der Werwolf vom Webenheimer Bösch

„Saarlandkrimis“ kommen gut durch die kalte Jahreszeit, denn sie hüllen sich gemeinhin in zwei Mäntel: den des Grauens und den des Vergessens. Woran das liegt, weiß kein Mensch. Es ist scheinbar Naturgesetz, dass alles, auf dem „Saarlandkrimi“ (alternierend: „Saarland Krimi“) steht, im Inneren aus hüftsteifem Aufsatzdeutsch undoder hochgestochen hohlen Plots undoder düsterschwer ins Blaue philosophierter Langeweile gemacht ist. Ob Kerstin Rech dieses fatale Gesetz ebenfalls befolgt? Oder bricht?

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Die ambivalente Welt der Krokodile

Die Lektüre der →Alligatorpapiere ist nicht immer die rechte Frühstückskost. Nachdem ich mich von dem Schock erholt habe, dass der geschätzte →Andreas Ammer Ani lobt und Horst abwatscht, muss ich jetzt auch noch hautnah erleben, wie Kollege Wörtche →„Die Peinigung der Begriffe“ geißelt. Es geht, na so was, auch hier um Literatur und Trivialitäten, ist bekömmlicher als ein Frühstücksei, braucht aber zum Lesen länger als jenes zum Hartwerden. Und wirft erneut die Frage auf, wann wir endlich einen gesammelten Wörtche haben werden, den wir neben die Kaffeetasse legen können, um ihn mit dem köstlichen Inhalt derselben gebührend zu beflecken.

Littell / Hochgatterer oder Das Kriminal und der Roman

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(Eigentlich wollte ich, so gegen Ende des Jahres, am Beispiel des überragenden Werkes der vergangenen 12 Monate ein paar Thesen zur artgerechten Exegese von Kriminalromanen formulieren. Das Werk ist natürlich Robert Littells „Die kalte Legende“; aber dann habe ich Paulus Hochgatterers „Die Süße des Lebens“gelesen und erkannt, wie schön doch die Betrachtung dieses Buches zur Betrachtung von Littells Text passt. Deshalb jetzt sofort, mit noch frischen Leseeindrücken, die zwar präzisierten und praktisch untermauerten, aber immer noch skizzenhaften Thesen.)

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Erin Hart: Kalte Umarmung

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(Weihnachten naht. Und mit ihm die Frage: Welche Krimis schenke ich meinen Liebsten? Jeder weiß: Das kann ins Auge gehen und langjährige Freundschaften abrupt beenden. Doch keine Angst: Hinternet hilft. Die Krimiredaktion hat einige aktuelle Spitzenprodukte der Spannungsindustrie unter die Lupe genommen und ihnen den jeweiligen Idealtypus Leser (hier „Geschenkempfänger“ genannt) zugeordnet. Jetzt kann nichts mehr schiefgehen.)

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Krimischreiben ist Frauenrecht

Dass sie sich jemals an Krimis versucht hätten, ist von unseren aktuellen Kämpferinnen für die Rechte der Frau, also von Alice Schwarzer bis Eva Herman, nicht bekannt. Eine große Vorfahrin indes, Jenny Hirsch, wirkte nicht nur für ihre Geschlechtsgenossinnen, sondern auch für die geschlechtsübergreifende Spezies der KrimileserInnen. „Ein seltsamer Fall“, erstmals um 1912 (zehn Jahre nach dem Tod Hirschs) unter dem Pseudonym F. Arnefeld veröffentlicht, steht nun in der →„Criminalbibliothek des 19. Jahrhunderts“ zum Lesen und Herunterladen bereit. Männer zahlen nichts, Frauen die Hälfte.

Jeffery Deaver: Hard News

Nehmen wir mal an, ein Konditor soll uns einen Kuchen backen. Wir schauen ihm über die Schulter und stellen entsetzt fest, dass der Bursche die falschen Zutaten verwendet. Eier Wochen über dem Verfallsdatum, klumpendes Mehl, Tabakkrümel statt Schokostreusel. Essen wir diesen Kuchen? Bestimmt nicht. Auch Krimis, die aus falschen Zutaten zusammengerührt wurden, wollen wir eigentlich nicht lesen. Heißt ihr Autor allerdings Jeffery Deaver, sollten wir es dennoch versuchen.

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Inhaltsangabe

Und wieder legen wir erschöpft den Griffel aus der Hand: fertig. Über 80 Seiten, ein Interview mit der Autorin inklusive sowie die Auswahlbibliographie von Herrn Przybilka. Jetzt alles an den Alten vom Wuppertaler Berge geschickt, auf dass er es schön setzen möge. Umschlag. Hm, kleines Problem, aber das kriegen wir schon hin. Und was steht denn nun drin in

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Ein Vielschreiber mit Niveau

… war dieser Walther Kabel, dessen Held Harald Harst allein 372 Abenteuer bestehen musste, bevor die Nazis befanden, ein deutscher Detektiv sei nicht mehr zeitgemäß, da ja ab sofort keine deutschen Verbrechen mehr stattfinden konnten. Zwei Geschichten gibt es nun in der →„Criminalbibliothek des 19. Jahrhunderts“, Abteilung frühes zwanzigstes. Und die Mitteilung, dass der „Jahresband 2006“ nun doch erst im Januar 2007 erscheinen wird. U.a. wegen zu magerer Subskriptionsausbeute. Traurig, das.

Der Mehrfach-Mord

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(Ex-Kommissar Wickius, nach einer Intrige denk- und kommentarfauler Blogleser seines Amtes enthoben und in den vorzeitigen Ruhestand geschickt, kennt die Verbrechens- und Kriminalliteratur der letzten ca. 2500 Jahre in- und auswendig, er löst jeden Fall, indem er das literarische Muster dafür sucht. Und Sie? Wissen auch Sie, welche klassischen Fälle den hier in loser Folge geschilderten Mordtaten zu Grunde liegen? Dann nichts wie ran an die Kommentarfunktion! Für alle Unbelesenen gibt es die Auflösung immer ein paar Tage nach der Veröffentlichung der Geschichte.)

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Valerio Varesi: Die Pension in der Via Saffi

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(Weihnachten naht. Und mit ihm die Frage: Welche Krimis schenke ich meinen Liebsten? Jeder weiß: Das kann ins Auge gehen und langjährige Freundschaften abrupt beenden. Doch keine Angst: Hinternet hilft. Die Krimiredaktion hat einige aktuelle Spitzenprodukte der Spannungsindustrie unter die Lupe genommen und ihnen den jeweiligen Idealtypus Leser (hier „Geschenkempfänger“ genannt) zugeordnet. Jetzt kann nichts mehr schiefgehen.)

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Pentti Kirstilä: Schwarzer Frühling

Ende der Siebziger, Anfang der Achtziger, als viele deutsche Krimiautoren noch auf Bäumen lebten und ihre Leser mit soziologischen Wortbrocken bewarfen, da übte Pentti Kirstilä schon den aufrechten Gang. Kaurismäki hatte den Finnen-an-sich noch nicht filmisch entworfen, diese Mischung aus Sentimentalität und Suff, Schweigsamkeit und Selbstmordanfälligkeit, aber wer wollte, der konnte in Kirstiläs Romanen bereits einen Prototyp dessen erkennen. Wer wollte – und konnte. In Deutschland konnte man nicht, auch der Skandinavien-Boom der Neunziger brachte die Krimis Kirstiläs nicht zu uns, erst jetzt unternimmt Grafit das lobenswerte Projekt, Hanhivaaras Fälle einen nach dem andern hierzulande zu veröffentlichen. „Schwarzer Frühling“ heißt das aktuelle Stück.

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