Voice Of A Generation – The Final Oddition

Voice Of A Generation geben seit vielen Jahren dem Underground-Punk ein Zuhause. Mit den Peepshows und den Jungs von Millencolin im Rücken holt eine der ältesten schwedischen Street Punk-Bands erneut zum Rundumschlag aus.

Mitsing-Refrains („Justice“), viele Eier in der Hose wie auch kompromisslose und kritische Texte („Democracy Is Dead“, „Casualties Of War“) mit viel Tempo („Itching Fingers“, „Baseballbat“) und Härte („Bastard“) – das sind Voice Of A Generation anno 2004. Eigentlich haben sie sich über die Jahre nicht verändert, wurden nie schlechter. Satt dessen haben sie die Faust immer wieder geballt und eine neue Schippe draufgelegt.

Im Februar und im April werden sie zum wiederholten Male durch Deutschland touren. Dann kann sich jeder seine Ladung Street Punk im Moshpit abholen.


Voice Of A Generation
The Final Oddition
Burning Heart/SPV
VÖ: 2.2.2004

Los Placebos: Respect Is Due

Nein, Briten sind es nicht. Los Placebos stammen aus Deutschland. Aber ihr Frontmann darf stolz auf sein British English sein. Authentizität hoch zehn. Sowieso wissen die Placebos mit ihrem Ska-Reggae-Gebräu zu begeistern – selbst in Verbindung mit deutschen Texten. Partystimmung ist Trumpf. Die wird auch nicht durch ruhige Lieder („Traffic Jam“, „Nutville“) beeinträchtigt.

(7 Fritten)

Los Placebos: Respect Is Due
(FireTorch/Alive)

Franz Ferdinand

Glasgow mal wieder. Da kommt keine schlechte Musik her. Ehrlich nicht. Ganz hoch gehandelt wird derzeit das Debüt von Franz Ferdinand. Vier Jungs, die es nach Glasgow verschlug und die sich im Umfeld der dortigen Art School kennen lernten. Die Majors wurden schnell auf sie aufmerksam, doch gingen sie zu Domino Records. All der Trubel macht ihnen nichts aus: „Es ist aufregend, wenn auch ermüdend“, erklärt Bassist Bob Hardy.

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Clann Zú: Rúa

Intensität ist für Clann Zú, eine von Australien nach Irland übergesiedelte Band, alles andere als ein Fremdwort. Gänzlich außergewöhnlich ist die Stilvielfalt ihrer düsteren, fast schon apokalyptischen Songs, die auf Gefühlsregungen wie Verzweiflung und Chaos basieren. Keltische Folklore, Punk, Ambient-Rock, Elektronisches und Klassik vermischen sie zu zehn aufregenden, spannenden und ungewöhnlichen Songs.

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Hatebreed – The Rise Of Brutality

In diesem Fall ist der Name in doppelter Hinsicht Programm. Will meinen: Bandname wie Albumtitel treffen auf die hier dargebotene Musik bestens zu. Hatecore nannte man das früher mal. Heute würde man es hasserfüllten Hardcore mit Metal-Einflüssen taufen.

Jamey Jasta kotzt (im positiven Sinne!) die Texte regelrecht ins Mikrofon. Es ist atemberaubend, wie die Band durchgehend dieses hohe Tempo durchhält ohne ein Anzeichen von Schwäche zu offenbaren. Wenn das live auch gelingt, dann aber Hut ab. Der Song „Straight To Your Face“ springt einem – wie der Name schon sagt – mit beiden Füssen ins Gesicht. Brutalst. Er ist den beiden NYHC-Bands Agnostic Front und Madball gewidmet, denen Hatebreed vollsten Respekt zollen. Nach 32 Minuten ist Schluss und man hat keinesfalls den Eindruck, das Album sei viel zu kurz. Man fühlt sich ausgebrannt und erschöpft nach dieser Wagenladung Hass.


Hatebreed
The Rise Of Brutality
Roadrunner/Universal
VÖ: 3.11.2003

Conjure One

Auf den ersten Blick mag eine Kurzbeschreibung dieser Musik einige Leser (zu Recht) abschrecken: „esoterischer TripHop“ ist ein Attribut, das mit Conjure One in Verbindung zu bringen ist. Ethno und Ambient sind weitere Genres, aus denen die Einflüsse kommen. Hinter der Band steckt Rhys Fulber. Der ist in der Industrial- und EBM-Ecke kein Unbekannter. Er war Mitglied von Frontline Assembly und hat Alben für Fear Factory, die Nu Metaller P.O.D. und gar Sarah Brightman produziert. Eine fürwahr seltsame Mischung.

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The Carlsonics – s/t

The Carlsonics von the Carlsonics

Jahrelang hegte Aaron Carlson den Wunsch, in einer Band zu spielen. Erst versuchte er es als Gitarrist, jetzt als Sänger. Viele Jahre gingen ins öde Land, ehe er die richtigen Jungs fand und es zur Initialzündung kam. Tony Fletcher, Autor von „Keith Moon: The Life and Death of a Rock Legend“, beschrieb die Musik der Carlsonics folgendermaßen: „Sie klingen wie die Stones, sie reißen einen mit wie Primal Scream und rocken wie die Hives“. Das war wohl die Seligsprechung für Carlsons Band.

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Atomic Kitten: Ladies Night

Hier nun eine Art Live-Kritik, das heißt beim Hören wurde diese spontan runtergeschrieben und im Nachhinein noch mal überarbeitet. Es geht los: „Perfekt geschminkt und gestylt sind sie, die drei Damen von Atomic Kitten. Das Auge hört schließlich mit. „Alles Wird gut“ geben sie dem Hörer im tollen Opener „Ladies Night“ mit auf den Weg. „Be With You“, eine der Singles, entführt einen in eine Kylie Minogue-Disco. Aalglatt, da gibt es nichts zu mäkeln.

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Necro: Brutality Pt. 1

Necro, der seinen wahren Namen um keinen Preis verraten möchte, ist ein verrückter Gesell. Der in Brooklyn geborene Rapper war früher Gitarrist in nicht näher genannten Rockbands, die schon für Napalm Death und Biohazard eröffneten. Er ist als Produzent von Musik und – bitte festhalten! – Pornovideos bekannt und Inhaber des Labels, das nun sein Album „Brutality Pt. 1“ auf den Markt bringt.

„Brutality Pt. 1“ ist ein gefundenes Fressen für die Zensurbehörden. Splatter-Comic-Cover, derbe Texte und viel nackte Haut im Booklet. Eminem sollte sich Acht nehmen. Hier kommt ein Hardcore-Rapper, der noch mehr fluchen kann. Zwar hat Necro keinen Dr. Dre hinter sich stehen. Seine Tracks sind trotzdem nicht minderer Qualität. Unterstützt wird Necro von Ill Bill und Goretex (Non Phixion).


Necro
Brutality Pt. 1
Psycho+Logical/Groove Attack
VÖ: 3.11.2003

Mark Ronson: Here Comes The Fuzz

Mark Ronson ist Produzent, Songschreiber und DJ. Ein Allrounder also. Sein Ruf ist makellos. Bis dato durfte er Remixe für Jay-Z, Outkast und Moby basteln und das sehr gelungene Debüt von Nikka Costa, Tochter von Produzent Don Costa (siehe Paul Anka) und zudem Patentochter des verstorbenen Crooners Frank Sinatra, produzieren. Ronson ist demnach in der Szene und vor allen Dingen bei den A&Rs der Majors bekannt wie ein bunter Hund.

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Enon: Hocus-Pocus

John Schmersel (ex-Braniac), Matt Schulz (Let’s Crash) und Toko Yasuda (Blonde Redhead, The Lapse) bilden diese unschlüssige Trio namens Enon, das in so vielen Töpfen rührt, es wird einem beim Hören schwindelig. Indie-, Electro- und Irrsinns-Rock, der stets darauf besteht, schräg und anders zu sein. Hier muss man schon die Nerven bewahren, um von einem Song zum nächsten nicht ob der Stiländerung zu verzweifeln.

(6 Fritten)

Enon: Hocus-Pocus
(Touch & Go/EFA)