Dass Robert Schnapf, der durch Arbeiten mit Beck und Elliott Smith, aufgefallen war, Saves The Day produziert hat, mag auf dem Papier sonderbar wirken. „In Reverie“ sagt uns dann aber: Hier hat zusammen gefunden, was zusammen gehört. Saves The Day könnten sich dank dieses Werks zu einem ernsten Konkurrenten für die leichtfüßigen Pop-Punkrocker Weezer mausern.
WeiterlesenAutor: Kai Florian Becker
Gruppe 3: Grundgedanken
Gruppe 3 scheinen die Nachfolge von Selig und Echt antreten zu wollen. Das Trio rockt zu deutschen Texten. Wenn sie zu rappen versuchen, greifen sie verdammt tief ins Klo („Marathon Mann“). Sie sollten beim Funk bleiben, den beherrschen sie immerhin.
(5 Fritten)
Gruppe 3: Grundgedanken
(M Company/Sony Music)
The Nervous Return: Headshots
Verdammt, die sind gut. Girls Against Boys, Power-Pop-Rock, Now Wave (= Post Emo mit Wave-Einschlag – sagt man, nicht ich!) und noch viele andere Komplimente schießen einem durch den Kopf. Alles richtig gemacht. Catchy Melodien, ein Opener aus Zucker („Murder Weapon“) und den richtigen Mann zum Singen auserkoren.
Weiterlesen3582: Situational Ethics
Zwei Jahre hat es gedauert, bis 3852 – also Fat Jon (Rapper) und J. Rawls (Produzent und Mitglied der Lone Catalysts) – den Nachfolger zu „The Living Soul“ im Kasten hatten. Wie heißt es so schön: Gut Ding will Weile haben. Eben. Zudem waren Fat Jon und J. Rawls in der Zwischenzeit keineswegs untätig geblieben und hatten einige andere heiße Eisen im Feuer.
WeiterlesenGlasseater: Everything Is Beautiful When You Don’t Look Down
Eine ungewöhnliche Mischung ist das, was uns das südkalifornische Quintett Glasseater auftischt. Sie haben tatsächlich den Mut, melodischen Punkrock mit (im weitesten Sinne) Metal Edge zu verbinden. Sie wurden bereits mit No Use For A Name und Face To Face (allerdings mit „bigger balls“!) verglichen. James Wisner hat „Everything Is Beautiful…“ produziert und all die verschiedenen Färbungen – von melodischem Gesang bis zur Brüllattacke, von atmosphärischen bis hin zu gewaltig-massiven Schnellfeuer-Riff-Attacken – verknüpft.
WeiterlesenMo’Horizons: …And The New Bohemian Freedom
Der Sommer geht. Schade drum. Das heißt jedoch noch nicht, dass wir die Sonne nicht mehr in unserem Herzen (oder unserem Ohr) tragen dürfen. Da gibt es bekanntlich noch Mo’Horizons, die uns mit ihrer dritten Scheibe ihre Aufwartung machen.
WeiterlesenCrowfish: Requiem For A Broken Heart
Der Pop-Punk der bulgarischen Band Crowfish hört sich mehr nach Progrock an als nach irgendetwas anderem. Die Jungs aus Varna haben beim Komponieren etwas zu sehr auf ihren Kopf denn ihren Bauch gehört. Zu kalt und künstlich sind die Songs. So als wollten Dream Theater eine beliebige Emo-Pop-Band covern. Es fällt daher schwer, mit „Requiem For A Broken Heart“ warm zu werden.
(4 Fritten)
Crowfish: Requiem For A Broken Heart
(Freecore/Alive AG)
Ojo Rojo: Tunes From The Way Out
Der erste Eindruck täuscht. Es ist druckvoller Stoner Rock, wie er aus deutschen Landen selten an unsere Ohren dringt. Doch gegen Ende des Albums stellt sich langsam aber sicher Eintönigkeit ein. Vielleicht nur ein erster Versuch mit Aussicht auf Besserung. Vielleicht auch weniger. Abwarten.
(5 Fritten)
Ojo Rojo: Tunes From The Way Out
(Swellcreek/Soulfood)
Favez: Bellefontaine Avenue

Die fleißigen Schweizer haben auf ihrem vierten Album die Zügel selbst in die Hand genommen und „Bellefontaine Avenue“ komplett in Eigenregie eingespielt und produziert. Zierte das zweite und dritte Werk noch der große Name von John Agnello, kann man das Fazit ziehen, dass die Sympathen aus Lausanne dem Herrn fleißig auf die Finger geschaut haben. Das Album klingt frisch und unverbraucht und pendelt auf angenehme Weise zwischen jugendlichem Heißsporn und Erfahrung.
WeiterlesenKju: The Pices Fit
Ein merkwürdiger Bandname, eine umso bessere Band aus dem bundeskanzlerischen Hannover. Emorock, der nicht vom Fliessband kommt, und insbesondere durch Sänger Tobias Hartwig eine ganz eigene Note aufgedrückt bekommt. Lebendig, kraftvoll, bewegend, treibend und zum Moshen animierend. Ach ja. Guido Lucas hat produziert, dass heißt mal wieder: Der Sound ist vom Feinsten.
(8 Fritten)
Kju: The Pices Fit
(Swellcreek/Soulfood)
Req: Car Paint Scheme
Verdammt bizarr und abstrakt, was sich Req da wieder ausgedacht hat. Der frühere Graffiti-Künstler aus Brighton verdingt sich nun als visionärer Beat-Bastler. Reime sucht man auf „Car Paint Scheme“ vergebens. Alles worauf es ankommt, sind die komplexe Beat-Figuren, die lediglich von einigen wenigen Geräuschen begleitet werden. Strange stuff!
(5 Fritten)
Req: Car Paint Scheme
(Warp/Zomba)
Nothing In Common: Leaving Without Moving
„Ten songs about disgust and dislike“ auf knapp 34 Minuten Albumlänge – das Motto klingt altbekannt. Die 1996 gegründete Band ist – auch wenn sie sich im Bandinfo mit Händen und Füssen dagegen wehrt -in die Schublade „Emo“ zu stecken. Ätsch. Da macht sie ihren Job einigermaßen gut. Es fehlt ihr jedoch an Hits, an einem schlagkräftigen und ausdrucksstarken Sänger und pfiffigen Ideen. Mehr als Durchschnitt ist das nicht.
(5 Fritten)
Nothing In Common: Leaving Without Moving
(Killer Release Records/Cargo)
Adema – Unstable
Dank Tourneen im Vorprogramm von Drowning Pool, Disturbed und Linkin‘ Park haben Adema in den USA den Sprung in die erste Liga der Nu Metal-Fraktion geschafft. Der sollte ihnen in Europa mit „Unstable“ ebenfalls gelingen.
WeiterlesenRoyce Da 5’9“: Build & Destroy
„Ladies, don’t fuck with a nigger like me“, heißt es in „We’re Live (Danger)“. Aha. So einer ist er. Ein Gangster, ein Uzi-Schwinger, ein Frauen-Flachleger, einer, vor dem man Angst haben soll. Zumindest verpackt er seine Straßensprache in tolle Beats und Samples. Und reimen kann er eh, der sich da nennt Royce Da 5’9“.
(6 Fritten)
Royce Da 5'9'': Build & Destroy
(Trouble Records/Groove Attack)
Jester: Not Ready For The World
Eine wundervolle Platte zum Versinken. Die Zeit anhaltender TripHop mit Headz-Anleihen und einem leichten Hauch von Jazz. Man könnte es auch nu Jazz, Nu Soul oder Nu Irgendwas nennen. Die Charakteristika wären die gleichen: treibend, ruhig, den Puls gen Null gehen lassend, verträumt, entspannt und verdammt cool. Eine Platten zum Zudecken, Ankuscheln und Wegdösen.
(8 Fritten)
Jester: Not Ready For The World
(DJ.Sets/Alive AG)
Minnie’s: Un‘ Estate Al Freddo
Wer hat gesagt, in Italien könne man keinen vernünftigen Emo-Punk machen? Minnie’s jedenfalls wollen uns vom Gegenteil überzeugen und geben mit ihrem flotten, melodischen Punkrock- und Emorock-Hybriden eine ganz gute Figur ab. So hört sich das also mit italienischen Texten an…
(6 Fritten)
Minnie's: Un' Estate Al Freddo
(Heartfelt)
Kaskade: It’s You, It’s Me
Ryan Raddon hat unter dem Künstlernamen Kaskade schon auf angesehenen Labels wie Low Down und Hed Kandi 12-Inches veröffentlicht. Wenn er nicht selbst Musik produziert, hatte er bis dato als DJ und Plattenladenbesitzer seinen Lebensunterhalt verdient. Er wuchs in der House-Szene Chicagos auf und zog – auf der Suche nach neuen Herausforderungen – nach Salt Lake City, um dort festzustellen, dass in der Stadt eine Art House-Diaspora herrscht.
WeiterlesenSuperjoint Ritual: A Lethal Dose Of Hatred
Was für ein Album. Hass pur. Irgendwo zwischen Pantera, Eyehategod und Exhorder ist diese Platte stilistisch einzuordnen. Endlich kann sich Phil Anselmo voll entfalten. Er darf schreien und singen und Gitarre spielen.
WeiterlesenSugar Ray: In The Pursuit Of Leisure
Eins vorweg: Sugar Ray ist nicht mehr die Band, die sie einmal war. Das soll eine völlig wertfreie Aussage sein. Dieser Umstand hatte sich bereits auf dem 2001er Album „Sugar Ray“ abgezeichnet. Gitarren- und Funkrock wurden in die Mottenkiste verfrachtet und durch Pop ersetzt. Es wäre allerdings ein Fehler, Sugar Ray Verweichlichung und Harmlosigkeit vorzuwerfen.
WeiterlesenChung: The Demented Mentors Of Spazzwave
Dieser Albumtitel passt zu den verrückten Bremern Chung. Ganz wenige Bands haben die Hansestadt auf die Rocklandkarte Deutschlands gebracht. Aber Chung und natürlich die Band, aus der Chung hervorgingen, nämlich Party Diktator, haben im Gitarrenuntergrund Bremens Antlitz erstrahlen lassen.
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