Glasseater: Everything Is Beautiful When You Don’t Look Down

Eine ungewöhnliche Mischung ist das, was uns das südkalifornische Quintett Glasseater auftischt. Sie haben tatsächlich den Mut, melodischen Punkrock mit (im weitesten Sinne) Metal Edge zu verbinden. Sie wurden bereits mit No Use For A Name und Face To Face (allerdings mit „bigger balls“!) verglichen. James Wisner hat „Everything Is Beautiful…“ produziert und all die verschiedenen Färbungen – von melodischem Gesang bis zur Brüllattacke, von atmosphärischen bis hin zu gewaltig-massiven Schnellfeuer-Riff-Attacken – verknüpft.

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Crowfish: Requiem For A Broken Heart

Der Pop-Punk der bulgarischen Band Crowfish hört sich mehr nach Progrock an als nach irgendetwas anderem. Die Jungs aus Varna haben beim Komponieren etwas zu sehr auf ihren Kopf denn ihren Bauch gehört. Zu kalt und künstlich sind die Songs. So als wollten Dream Theater eine beliebige Emo-Pop-Band covern. Es fällt daher schwer, mit „Requiem For A Broken Heart“ warm zu werden.

(4 Fritten)

Crowfish: Requiem For A Broken Heart
(Freecore/Alive AG)

Favez: Bellefontaine Avenue

Die fleißigen Schweizer haben auf ihrem vierten Album die Zügel selbst in die Hand genommen und „Bellefontaine Avenue“ komplett in Eigenregie eingespielt und produziert. Zierte das zweite und dritte Werk noch der große Name von John Agnello, kann man das Fazit ziehen, dass die Sympathen aus Lausanne dem Herrn fleißig auf die Finger geschaut haben. Das Album klingt frisch und unverbraucht und pendelt auf angenehme Weise zwischen jugendlichem Heißsporn und Erfahrung.

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Kju: The Pices Fit

Ein merkwürdiger Bandname, eine umso bessere Band aus dem bundeskanzlerischen Hannover. Emorock, der nicht vom Fliessband kommt, und insbesondere durch Sänger Tobias Hartwig eine ganz eigene Note aufgedrückt bekommt. Lebendig, kraftvoll, bewegend, treibend und zum Moshen animierend. Ach ja. Guido Lucas hat produziert, dass heißt mal wieder: Der Sound ist vom Feinsten.

(8 Fritten)

Kju: The Pices Fit
(Swellcreek/Soulfood)

Req: Car Paint Scheme

Verdammt bizarr und abstrakt, was sich Req da wieder ausgedacht hat. Der frühere Graffiti-Künstler aus Brighton verdingt sich nun als visionärer Beat-Bastler. Reime sucht man auf „Car Paint Scheme“ vergebens. Alles worauf es ankommt, sind die komplexe Beat-Figuren, die lediglich von einigen wenigen Geräuschen begleitet werden. Strange stuff!

(5 Fritten)

Req: Car Paint Scheme
(Warp/Zomba)

Nothing In Common: Leaving Without Moving

„Ten songs about disgust and dislike“ auf knapp 34 Minuten Albumlänge – das Motto klingt altbekannt. Die 1996 gegründete Band ist – auch wenn sie sich im Bandinfo mit Händen und Füssen dagegen wehrt -in die Schublade „Emo“ zu stecken. Ätsch. Da macht sie ihren Job einigermaßen gut. Es fehlt ihr jedoch an Hits, an einem schlagkräftigen und ausdrucksstarken Sänger und pfiffigen Ideen. Mehr als Durchschnitt ist das nicht.

(5 Fritten)

Nothing In Common: Leaving Without Moving
(Killer Release Records/Cargo)

Royce Da 5’9“: Build & Destroy

„Ladies, don’t fuck with a nigger like me“, heißt es in „We’re Live (Danger)“. Aha. So einer ist er. Ein Gangster, ein Uzi-Schwinger, ein Frauen-Flachleger, einer, vor dem man Angst haben soll. Zumindest verpackt er seine Straßensprache in tolle Beats und Samples. Und reimen kann er eh, der sich da nennt Royce Da 5’9“.

(6 Fritten)

Royce Da 5'9'': Build & Destroy
(Trouble Records/Groove Attack)

Jester: Not Ready For The World

Eine wundervolle Platte zum Versinken. Die Zeit anhaltender TripHop mit Headz-Anleihen und einem leichten Hauch von Jazz. Man könnte es auch nu Jazz, Nu Soul oder Nu Irgendwas nennen. Die Charakteristika wären die gleichen: treibend, ruhig, den Puls gen Null gehen lassend, verträumt, entspannt und verdammt cool. Eine Platten zum Zudecken, Ankuscheln und Wegdösen.

(8 Fritten)

Jester: Not Ready For The World
(DJ.Sets/Alive AG)

Kaskade: It’s You, It’s Me

Ryan Raddon hat unter dem Künstlernamen Kaskade schon auf angesehenen Labels wie Low Down und Hed Kandi 12-Inches veröffentlicht. Wenn er nicht selbst Musik produziert, hatte er bis dato als DJ und Plattenladenbesitzer seinen Lebensunterhalt verdient. Er wuchs in der House-Szene Chicagos auf und zog – auf der Suche nach neuen Herausforderungen – nach Salt Lake City, um dort festzustellen, dass in der Stadt eine Art House-Diaspora herrscht.

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