Es ist der helle Wahnsinn, wie viele Platten das Dortmunder Stoner Rock/Maximum Rock’n’Roll-Label ‚I Used To Fuck People Like You In Prison‘ monatlich auf den Markt bringt. Da ist die Gefahr, dass gute Scheiben sang- und klanglos untergehen wagnisreich groß. Daher möchte ich euch die New Yorker Band Nucleus besonders ans Herz legen, damit ihr „F.T.W.“ eine Chance gebt.
WeiterlesenAutor: Kai Florian Becker
Gonzales: The Entertainist

Anfangs dachte ich, dass „The Entertainist“ der allerletzte Scheiß sei. Dass sich Gonzales zu voll mit Drogen gepumpt hätte und mit seiner Bekannten und Kollegin Peaches einen wirren Zweitling eingespielt hätte. Bei genauerem Hinhören und Auseinanderdividieren der Tracks muss ich jedoch eingestehen, dass Gonzales zum zweiten Mal in diesem Jahr Grenzen gesprengt und mich überrascht hat.
WeiterlesenSonar Lodge: Sound Effects
Es gibt Reisen in die manchmal noch unerforschten Welten des Klangs, während derer der Geist von vielem Müll gereinigt wird. Beim Hören hat man dann das Gefühl, die Batterien würden sich endlich regenerieren. Eine solche Erfahrung kann der Genuss dieses Albums sein. Sonar Lodge, ein Duo bestehend aus Richard van Kruysdijk und der sexy-verträumt singenden Marie-Claudine Vanviemen, hat seine Musik „trip noir“ taufen lassen. Damit ist prinzipiell düsterer TripHop gemeint – er, der Begriff, klingt aber bedrohlicher und furchteinflössender als sie, die Musik, klingt (?).
WeiterlesenPeaches/Gonzales: Red Leather
Diese 12-Inch von Peaches und Gonzales, zweier von Kanada nach Berlin umgesiedelter Elektro-Pop-Künstler, ist um vieles eingängiger als das zweite Album von Herrn Chilly Gonzales himself. „Red Leather“ ist so etwas wie die Neuerfindung eines groovigen B-52’s-Sounds.
WeiterlesenPalast Orchester: Die Hits Des Jahres
Die Idee ist nicht nur verrückt, ihre Umsetzung klingt gleichermaßen verrückt. Ich muss gestehen, dass sie sehr unterhaltsam ist. Nun, was ist geschehen? Ganz einfach: Das Palast Orchester und ihr Vorzeigesänger Max Raabe haben sich die Hits der letzten Jahre genauer angesehen und -gehört und beschlossen, sie ins rechte musikalische Licht zu rücken. Und das auf die dem Orchester ganz eigene Art: also per Knopfdruck zurück in die 20er- und 30er Jahre katapultiert und ihnen das musikalische Gewand der Tanz- und Filmmusik jener fast vergessenen goldenen Zeiten übergestülpt. Manch einer mag sich nun gelangweilt abwenden. Das wäre ein großer Fehler.
WeiterlesenRoni Size/Reprazent: In The Mode
Mit „New Forms“ schuf er 1997 einen Meilenstein des Drum’n’Bass und war der Heilsbringer, der Messias der Szene und bekam dafür den Mercury Music Prize überreicht. Mit seinem Kollektiv Reprazent, dem DJ Die, DJ Krust, Suv, Sängerin Onallee, Bassist Si John, Schlagzeuger Rob Merrill und MC Dynamite angehören, setzte er Maßstäbe, die vielleicht nur ein LTJ Bukem noch erreichen kann.
WeiterlesenSteve Van Till: As The Crow Flies
Steve Van Till ist Mitglied bei Neurosis und deren Parallelband Tribes Of Neurot. Mit dem apokalyptischen, brachialen Sound der Kalifornier, hat das erste Soloalbum des Gitarristen aber gar nichts zu tun. Zwischen 1996 und 1999 hat er in Zeiten der Muse und Stille zuhause gesessen und eigene Songs auf einer Akustikgitarre geschrieben. Die ähneln eher dem Schema, wie es bekannte Singer/Songwriter anwenden und gewidmet hat er seinen musikalischen Alleingang seiner Frau und seinem Kind.
WeiterlesenThe Masons: The Masons
Packt die Lederjacke aus, schmiert euch Gel oder Wachs in die Haare, zieht die Pornodarsteller/Polizistenbrille an, springt in stone washed blue jeans, stülpt ein hautenges Shirt über, steckt euch eine platt gesessene Kippe an, stöpselt die Gitarre in den Verstärker ein und lärmt los. So müssen sich die Dame und die Herren der Masons gefühlt haben, als sie wieder einmal im Studio losrock’n’rollten.
WeiterlesenYeah Yeah Yeahs: Machine

Cover Yeah Yeah Yeahs – MachineOkay, Polly Jean Harvey, die etwas hagere Sexgöttin des Indierock mit ihren großen Ich-schluck-Dich-in-einem-Stück-runter-Junge-Lippen, die mal mit Nick Cave ein wunderbares Duett eingesungen hatte, hat also Acid genommen und mit ihren Begleitmusikern, die von der Jon Spencer Blues Explosion (oder eher doch von Boss Hog?) stammen müssen, einige verrückte Songs aufgenommen.
WeiterlesenInternal Void – Unearthed
Doom-Fans können sich die Hände reiben, schließlich steht abermals ein Leckerbissen aus dem Hause ‚Southern Lord‘ auf dem Programm. Labelchef Greg Anderson, Mitglied bei Goatsnake, hat sich die Ur-Doomer Internal Void gekrallt, die vor Jahren einmal ein Album („Standing On The Sun“, 1992) über das Berliner Label ‚Hellhound‘ veröffentlicht hatten. Auch im Jahre 2000 klingt deren Musik frisch und zeitgemäß. Sie haben richtig gelesen. Ich schrieb und meine: zeitgemäß.
WeiterlesenDead Man Ray: Berchem Trap

Die Arbeitsweise der in die Band Dead Man Ray involvierten Musiker ist ungewöhnlich, aber zeitgemäß. Sie jammen im Proberaum und schneiden jede Sekunde mit einem 2-Spur-Gerät mit. Am Computer werden die Elemente Gitarrenriffs (insgesamt drei Gitarren, jedoch kein Bass), Schlagzeugrhythmen und Loops zu Songs verwebt, die unzweifelhaft die Handschrift der belgischen Ausnahmemusiker tragen.
WeiterlesenRadiohead – Kid A
Etwas spät, aber vergessen wollen wir „Kid A“ von Radiohead nicht. Dieses Album wird überall über den Klee gelobt und zu einem Meisterwerk erkoren, bevor sich nur ein Körnchen Staub auf sein Cover niedergesetzt hat. Da fällt es schwer, anderer Meinung zu sein. Warum auch?
Radiohead haben mit Kommerz rein gar nichts am Hut. Das lässt sich zum Beispiel daran erkennen, dass die Track-Indizes auf der CD kurz vor den eigentlichen Beginn der Songs gesetzt wurden. Oder keine Videos drehen, der CD ein kryptisches Booklet (unter dem schwarzen Tray versteckt) beilegen und ihrer Experimentierfreudigkeit noch mehr Freilauf gelassen haben.
WeiterlesenEuroboys: Getting Out Of Nowhere
Ihre Pink Floyd-Phase haben die Euroboys hinter sich gelassen. Die Osloer, die aus den Überresten Turbonegros wie Phönix aus der Asche schossen, haben sich umorientiert und die Anteile psychedelischen Rock mit seinen unendlichen Weiten, nachzuhören auf „Long Day’s Flight ‚Till Tomorrow“ von 1999, verstärkt in den Hintergrund gerückt.
WeiterlesenSzenen einer Ehe (6)
Wir, damit meine ich selbstverständlich nicht die Hinter-Net! Redaktion, sondern meine Frau und mich – gönnen uns mal was. Und zwar einen Urlaub. Eine Art verspäteter Flitterwochen. Ehrlich gesagt, gönnen nicht wir uns den. Vielmehr übernehmen das meine Eltern, die ihn inklusive Taschengeld finanzieren. Lediglich das Reiseziel mussten wir aussuchen. Das allerdings haben wir nicht unbedingt einstimmig getan. Obwohl, ja doch, eine Stimme entschied. Die kam von mir. Okay, das war nicht fair, aber ich weiß, nein wir wissen nun, es war die bessere Entscheidung.
WeiterlesenV.A.: Xen Cuts
Eine phatte CD- bzw. Vinyl-Box hat das britische Label Ninja Tune derzeit im Angebot. Anlass ist das 10jährige Jubiläum, das gebührend mit Retrospektive und Vorausschau in einem Paket gefeiert wird. Jeder bis dahin wichtige Ninjakämpfer – u.a. Coldcut, Kid Koala, Up, Bustle & Out, Amon Tobin, DJ Food, DJ Vadim, The Herbaliser und die Quannum MCs – tritt an, um seinem Brötchengeber die Aufwartung zu machen. Zwei CDs voll neuem Material sowie Singleauskopplungen plus eine CD voll missed, flipped & skipped material.
WeiterlesenV.A.: TV Sucks
Ich muss mich zurückhalten, um nicht ausfallend zu werden. Denn ich bin geneigt zu sagen, dass nicht das Fernsehen saugt, dafür aber dieser Sampler. Er versprach großartiges – zumindest auf dem Papier.
WeiterlesenV.A.: Tayla presents Soul Survivors
Nexus, ist ein Sublabel von Good Looking Records, der Heimat von LTJ Bukem, einem der Drum’n’Bass-Gurus Englands. Chef des Subunternehmens ist Tayla, der diese Doppel-CD eigens zusammengestellt hat, um Nexus ins Rampenlicht zu manövrieren.
WeiterlesenPhat World (9)
Gehört und geprüft wurden Black Eyed Peas, Phife Dawg, KutMasta Kurt, Mr. Complex, Nigo, Erick Onasis, The Pharcyde, Sensational, Shyne, Techno Animal Vs. Dälek, Clueso, Dejavue, D-Flame, Die Fantastischen Vier, Flowin Immo und Zeb.Roc.Ski.
WeiterlesenFireside: Elite
In den vergangenen Monaten war es still um die einstigen Emorock-Vorreiter aus Schweden. Vor drei Jahren erschien ihr letztes reguläres Album, das von der Presse gefeierte „Uomini d’onore“. Dem folgte ein Jahr später die Raritäten/Best Of-Sammlung „Hello Kids“. Seitdem herrschte Funkstille. Bis jetzt, denn aus dem Nichts heraus kommt „Elite“, die experimentellste Fireside-Platte, in die Läden. Die an sie gestellten Erwartungen haben sie nicht enttäuscht und sich einmal mehr weiterentwickelt.
WeiterlesenKylie Minogue: Light Years
Kylie, wie wir sie gerne nennen, ist uns allen als Duettpartnerin von Nick Cave oder durch ihre Zusammenarbeit mit den Manic Street Preachers in guter Erinnerung. Damals versuchte sie, vom Pop-Mädchen-Image wegzukommen und eine „seriösere“ Richtung einzuschlagen. Viele nahmen ihr das nicht ab bzw. übel und ihr wurde es zudem mit der Zeit zuviel, sich gegen den Hang zum Glamour und Popdasein zu wehren.
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