
„Don’t call him a one-man Radiohead“, heißt es warnend im Magazin „Q“. Aber warum denn auch. Tom McRae, einer der zur Zeit vielen und fleißigen britischen Songschreiber, ist mit das Beste, was in den letzten Jahren aus Großbritannien zu uns rübergeschwappt ist. Seine Musik fesselt einen von der ersten Sekunde an, fasziniert dich, zerreißt deine Seele und näht sie in unzähligen Hördurchgängen mühsam wieder zusammen. Das fängt mit dem tieftraurigen und düsteren Opener „You Cut Her Hair“ an. Ein Song, der von McRaes Besuch im Konzentrationslager von Dachau überschattet ist. Dort sah er ein Foto mit einer jungen Jüdin, der man den Kopf kahlgeschoren hatte. Er war schockiert und konnte es nicht fassen, wie respektlos ein Mensch sein kann. Und genau dieses Gefühl vermittelt das Stück zielsicher.
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