Alle paar Monate wird das Bombastzentrum in meinem Kopf aktiviert. Dann höre ich Nightwish und Everon und schalt‘ nicht weiter, wenn Meat Loaf im Radio läuft („…no, I won’t do that…“). Die Hauptband von Tobias Sammet -Edguy- dreht sich dann auch vermehrt in meinem Player. Schneller, melodischer Metal mit fetten Chören und hymnischen Refrains. Generell geht es ja bei Combos dieser Art immer um Drachen, Zwerge, böse Druiden und so’n Gedöns. Tobias Sammet hat daraus gleich eine komplette Metal-Oper gemacht (Part II kommt noch), die mit einer komplexen Story aufwartet.
WeiterlesenKategorie: Musik
Schock: Erwacht
Gibt es derzeit eine Szene, die mehr stagniert als Gothic/Dark-Pop? Diese düsteren Bands, die alle klingen wie Camouflage für Grufties? Ich glaube kaum! Um so mehr grenzt es an ein Wunder, wenn es sich überhaupt lohnt, genauer hinzuhören. Das Label greift zwar etwas hoch, wenn es die Band zwischen HIM und Marilyn Manson stellt, aber Schock passen nicht in das starre Schema der Düster-Szene.
WeiterlesenWild Silk: In Concert
Deutschland scheint ein fruchtbarer Boden für Celtic-Bands aller Art zu sein. Aber kaum sind die Pflänzchen durchgebrochen, entpuppen sich zu viele als Unkraut. Wild Silk sind in Darmstadt zu Hause und wer da einmal war, weiß, dass die hessische Stadt nicht der geeignete Ort ist, um irische Frühlingsgefühle zu bekommen. Das vorliegende Live-Werk kann meine gewagte These aber nicht stützen.
WeiterlesenMustasch: The True Sound Of The New West
Stoner Rock und kein Ende. Auch die vier Skandinavier von Mustasch wollen mit ihrer EP gehört werden. Sie machen das, was man von Bands dieser Gattung nicht anders erwartet: Bass und Gitarre runterstimmen, grooven, erkennbare und leider auch allseits bekannte Melodien und Harmonien runterdudeln und grimmig bis obercool dreinschauen.
(5 Fritten)
Mustasch: The True Sound Of The New West
Majesty/EMI
VA: Walter Ruttmann Weekend Remix
Maschinengeräusche, Sirenengeheul, Fliegersurren, Klavierakkorde, Kinderstimmen, die den Erlkönig pauken, ein Gesangsverein, ein pfeifender Flaneur, ein verärgerter Telefonbenutzer, Kirchengeläut, Autohupen… Was der Filmemacher und Medienkünstler Walter Ruttmann (1887-1941) da am 13. Juni 1930 im Radio präsentierte, war die Auslese eines Wochenendstreifzugs durch Berlin. „Weekend“ nannte er seine Geräusch-Collage, seinerzeit eine Pioniertat.
WeiterlesenSteve Wynn: Here come the miracles
Steve Wynn zählt zu den Rettern der amerikanischen Alternative-Tradition. Nicht, dass sie die nötig hätte. Aber einen charismatischen Über-Vater wie ihn kann jede Szene gebrauchen. Steve Wynn, die Indie-Ikone. Der Beckenbauer des Americana? Bewahre.
WeiterlesenSepultura: Nation
Jetzt gilt es allerspätestens zu zeigen, dass der Werggang von Sänger, Familien- und Bandmitglied Max Cavalera keine nicht wieder zu kittenden Risse im Firmament von Sepultura hinterlassen hat. „Nation“ heißt das zweite Album der brasilianischen Band, auf dem Derrick Greene am Mikrophon zu hören ist. Er, der nach längerer Suche Max Cavalera zu ersetzen wusste, entpuppt sich als gute Wahl.
WeiterlesenAim: Hinterland
Die Musik von DJ und Beatschmied Andy Turner ist nicht nur HipHop oder Easy Listening; auch nicht purer TripHop. Turner versucht sich an vielem und zaubert ein Werk, das mit wunderschönen orchestralen, jazzigen oder funkigen Samples die Seele massiert und sich jeder Stimmung anpasst.
(8 Fritten)
Aim: Hinterland
Grand Central/Zomba
16 Horsepower: Splinters/Nobody ´cept you
Das „Glitterhouse“-Label ist die deutsche Bastion des Neo-Country. Und die Südstaaten-Amerikaner 16 Horsepower gehören zu den stärksten Pferden im Glitterhouse-Stall. Düster, kraftvoll, mystisch und rootsy. Atmosphärisch, wuchtig und wie immer mit viel Pathos brechen sich ihre Balladen Bahn. Ingredienzien: krachende E-Gitarren (nach einem eher transparenten Einstieg in „Splinters“), Synthie-Schwaden, Chorgesang – und eine ziemlich dünne Stimme des Vorsängers.
Die zweite-Seite „Nobody ´cept you“ (ein Dylan-Cover) stimmt freundlicher. Weder muss der Sänger gegen wagnerianische Klangwände ansingen, noch wird die bedeutungsschwanger raunende Instrumentierung mit Metal-Gitarren zugekleistert. Nein, der Sound bleibt trotz der funkelnden Gitarren und des vielen Halls spröde wie der Gesang – und eins fügt sich wunderbar ins andere. Als Draufgabe gibt´s eine rüde Live-Version von „American Wheeze“ und das southernd-rockige, wüsten-gewürzte, spartanisch beginnende „De-Railed“ des verstorbenen Rainer Ptacek.
16 Horsepower: Splinters/Nobody ´cept you
(Glitterhouse GRCD 525)
Blumfeld: Graue Wolken
Nicht vom Titel abschrecken lassen: „Graue Wolken“ ist die Hymne dieses Frühlings! Gepflegte Melancholie – genüsslich zelebriert, swingender Mid-Tempo-Pop-Chanson mit halborchestraler Klangkulisse und Münchner-Freiheit-Melodienseligkeit. Wie man Blumfeld eben seit zwei Jahren kennt. Introspektiv und extrovertiert, himmelhochjauchzend und zu Tode betrübt.
WeiterlesenLadytron: 604
Liverpool, just zur Hauptstadt des Pop ernannt, ist – der Beweis ist erbracht – vom Achtziger-Boom erfasst. Ladytron ist Elektro-meets-Synthiepop mit zwei bezaubernd klingenden Sängerinnen.
(6 Fritten)
Ladytron: 604
(Invicta Hi-Fi/Labels/Virgin)
Die Happy: Supersonic Speed
Da hat sich alle Welt so eine Mühe gemacht, Die Happy in die Guano Apes-Ecke zu stellen und dann kommt das Album raus – und jegliche Parallelen sind verschwunden. Mit Ausnahme des Bandgefüges (Trio + Sängerin) und der ersten Single („Supersonic Speed“) haben die beiden Bands nicht viel gemein. Die Happy sind eindeutig im Hard-Rock verwurzelt und überlassen auf ihrem Debüt nichts dem Zufall.
WeiterlesenDiesel Boy: Rode Hard And Put Away Wet
Die Plattenfirma beteuert, dass der Albumtitel einem Begriff des Pferderennsports entlehnt ist! Zweiter Erklärungsversuch: Die Band gönnt ihren Zuhörern keine Pause, bis diese sich in Ekstase geschwitzt haben. Ein Schelm ist, wer Ärgeres dabei denkt. Auf 15 Titel verteilt versprühen die vier Jungs ihren Humor feinsinniger, als der Albumtitel vermuten lässt.
WeiterlesenTantric: Tantric
Maverick, finanziell etwas angeschlagenes US-Label, versucht den Grunge aufleben zu lassen. Drei ehemalige Days Of The New-Musiker zusammen mit Sänger Hugo Ferreira blicken zurück auf eine Zeit der abgeschnitten Jeanshosen, langen Mähnen und Holzfällerhemden. Ob das mehr Geld bringt, wenn man Alice In Chains nacheifert?
(4 Fritten)
Tantric: Tantric
(Maverick/Wea)
Substyle: On The Rocks
Was bleibt, wenn man von einer Band die atemberaubende Erfolgsstory und die Nähe zu Faith No More abzieht? Eine Menge guter Songs. Substyle aus Mönchengladbach haben im Vorprogramm von In Extremo mächtig abgeräumt und im Internetportal Peoplesound.de noch vor Album-VÖ die Download-Charts angeführt.
WeiterlesenPutIn Out: Finest Tunes From Saint Petersburg
Nicht nur in Deutschland, Österreich und Frankreich wird erstklassige Elektronik-Musik fabriziert, auch in Sankt Petersburg weiß man, wie man mit Sequenzern, Samplern und anderem elektronischem Spielzeug umgeht. Die Compilation „PutIn Out“ bietet einen ersten Einblick in diese umtriebige Szene, die zu den innovativsten Russlands zählen soll.
WeiterlesenFantomas: Amenza Al Mundo
Völlig vom wilden Affen gebissen sind Fantomas. Die Band – mit so namhaften Musikern wie Mike Patton (ex-Faith No More, Mr. Bungle), Dave Lombardo (ex-Slayer), Buzz Osbourne (Melvins) und Trevor Dunn (Mr. Bungle) – geht ganz nah ran an die Grenzen dessen, was man so gemeinhin unter Musik versteht.
WeiterlesenLadomat 100
Ladomat wird hundert. Zumindest in Longplay-Veröffentlichungen gerechnet. Es gibt also was zu feiern. Und zwar mit einer Doppel-CD voll exklusivem Material (fast) aller Label-Acts. Console, Erobique, Turner, Commercial Breakup, Sensorama, Netto Houz, Grom, Arj Snoek, Hans Nieswandt, Egoexpress und Arne Zank – um nur einige zu nennen. Und wenn der Begriff „Hamburger Schule“ je Sinn macht, dann um das Geflecht sich überschneidender und befreundeter Projekte einer ganz bestimmten Hamburger Szene zu benennen: auch unter den Ladomat-Künstlern finden sich Mitglieder von Stella, Tocotronic, zeitweilige Untermieter von Tocotronic-Mitgliedern und Ex-Whirlpool-Productions-Leute, zum Teil in fröhlichen Ko-Allianzen.
WeiterlesenSugababes: One Touch
Da sind sie also, die drei hübschen Schülerinnen aus England, die es von der Schulbank direkt in die glitzernde Welt des Pop geschafft haben und bei denen man als Mann manchmal doch Gewissensbisse bekommt, ob man nicht irgendwie pädophil ist.
WeiterlesenThe Why Store: Welcome To The Why Store
„Welcome To The Why Store“ – diesen Gruß hat die Band in den Staaten schon 1993 ausgesprochen. Erst jetzt erscheint das Album in Deutschland. Es ist ein kleines Wunder, dass diese Band Anfang der 90er nicht wirklich punkten konnte. Akustik-Grunge mit Humor wäre im damaligen Seattle-Hype ein netter Gegenpol gewesen.
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