Fatboy Slim: Halfway Between The Gutter And The Stars

Jegliche Skepsis ist unangebracht. Norman Cook alias Fatboy Slim, DJ und Ehegatte der Radio 1-Moderatorin Zoë Ball, hat es wieder einmal geschafft, ein erstklassiges Album zu produzieren. Allerdings eines, dem man mehr Zeit widmen sollte als braucht, um einen Apfel zu schälen oder eine 5 Minuten-Terrine aufzukochen. Unter drei Gängen sollte man nicht vom Tisch gehen dürfen.

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Blur: The Best Of Blur

Irgendwie seltsam, dass die Oasis-Live-Platte fast zeitgleich mit der Retrospektive ihrer ewigen Konkurrenten Blur auf den Markt kommt. Nun, zumindest Blur haben einen triftigen Grund, diese Best Of-Scheibe auf den Markt zu werfen. Nein, es ist nicht wegen des Weihnachtsgeschäfts, aber wohl wegen der Ankündigung, auf alte Tracks in Zukunft zu verzichten und sich auf der Bühne ausschließlich auf neues Material zu konzentrieren. Ob Damon Albarn da nicht den Mund zu voll nahm, wird sich zeigen.

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V.A.: Looking Back

‚Looking Good‘, Sublabel von ‚Good Looking‘, verwöhnen uns derzeit mit hochklassigen Samplern. Da macht „Looking Back“ keine Ausnahme. Ob der Opener „Streams“ von Nu-Moon, „In The Area“ von Ils & Solo (erinnert verdammt an die Remix-Scheibe „The Spirit Of Vampyros Lesbos“ auf ‚Crippled Dick Hot Wax‘), „Waveforms“ von Seba & Lotek oder „Too High“ von Rantoul, alle Tracks reißen mit und faszinieren durch ihre einzigartig aufgebaute Atmosphäre bestehend aus typischen LTJ Bukem-Beats, flächigen, sphärischen Sounds und anderen elektronischen Spielereien.

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The Henry Mccullough Band: Blue Sunset

Schon mal das Adjektiv „schräpig“ gehört? So charakterisiert man in Westfalen eine rauchige, strapazierte, aber unverwechselbare Stimme. Und über eine solche verfügt auch Henry McCullough, seines Zeichens Sänger, Songwriter und Saitenvirtuose aus dem nordirischen Portstewart, der als einziger Ire beim „Woodstock“-Festival auf bei Bühne stand. Damals gehörte er Joe Cocker’s GREASE BAND an, verdarb es sich aber irgendwann mit seinem Boss (um ein Haar wäre Blut geflossen, denn sie waren mit Whiskey- und Cognac-Flaschen aufeinander losgegangen!) und verdiente seine Brötchen fortan als häufig beschäftigter Sessionmusiker (u. a. für Roy Harper, DR. FEELGOOD, Ronnie Lane und Paul McCartney). Seine Solokarriere verlief eher unspektakulär, und ein tragischer Unfall, der seine Spielhand praktisch lähmte, hätte ihn um ein Haar um seinen Musikerjob gebracht.

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Gebhardt: Plays With Himself

„Welcome to my little playground.“ So begrüßt uns Herr Gebhardt, seines Zeichens Mitglied der faszinierenden Skandinavier Motorpsycho, die sich seit Jahren weiterentwickeln und ihren ausgezeichneten Ruf als erstklassige Liveband und begnadete Songschreiber festigen. Was Gebhardt allerdings im Februar dieses Jahres im norwegischen Trondheim zu Band gebracht hat, geht über den Motorpsycho-Kosmos weit hinaus.

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Shaft (Music From And Inspired By)

Blaxploitation-Filme gehören zu meinen Favoriten. Natürlich auch die „Shaft“-Reihe. Das Remake, das in diesem Jahr mit Samuel Jackson in der Hauptrolle in die Kinos kam, möchte natürlich in Sachen musikalischer Untermalung dem von Isaac Hayes komponierten Soundtrack in nicht vielem nachstehen und offeriert eine moderne Variante, die dem R&B, Soul und HipHop verschrieben ist. Demnach der aktuell angesagten schwarzen Musik.

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Ché: Sounds Of Liberation

Hätte es Kyuss nie gegeben, die zeitgenössische Rockmusik würde heute ganz schön dumm aus der Wäsche schauen. Was würden wir ohne Slo-Burn, Queens Of The Stone Age oder Ché machen? Letztgenannte sind das neueste Kind, das als Nachfahre von eben jener anfangs erwähnten Wüstenrock-Legende gehandelt werden darf. Dave Dinsmore (Bass), Brant Bjork (Gitarre, Gesang) und Alfredo Hernández (Schlagzeug) zusammen mit ihren Instrumenten in einen Raum zu stecken ist eine vortreffliche Idee.

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Plamper, Staffel, Plexiq: Stopper

Die Panzer auf dem Cover zerbröseln am Rand in kleine Frames und sehen aus, als seien sie gerade einem Computerspiel entflohen. Und tatsächlich, „Stopper“, das Hörspiel, blubbert und groovt, Pexiq haben ganze Arbeit geleistet, nur die HipHopper von Das Department stören den Flow, und das soll auch so. Wer denkt, Beats, Grooves und Samples zeichneten ein Hörspiel als besonders innovativ aus, der irrt. Das Hörspiel ist naturgemäß und von jeher die Keimzelle moderner, experimenteller Hörkunst. Worte und Klänge greifen dort seit Jahrzehnten ineinander, müssen gemeinsam Berge versetzen, um dem Hörer die Bilder ins Hirn zu zaubern, nur interessieren tut es die Wenigsten. Die Hörspiel-Gemeinde mag größer sein, als vermutet, dem Volk aber gilt sie als Randgruppe.

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Gonzales: The Entertainist

Anfangs dachte ich, dass „The Entertainist“ der allerletzte Scheiß sei. Dass sich Gonzales zu voll mit Drogen gepumpt hätte und mit seiner Bekannten und Kollegin Peaches einen wirren Zweitling eingespielt hätte. Bei genauerem Hinhören und Auseinanderdividieren der Tracks muss ich jedoch eingestehen, dass Gonzales zum zweiten Mal in diesem Jahr Grenzen gesprengt und mich überrascht hat.

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Nadine: Lit Up From The Inside

„Places I walk the sun doesn’t touch. I never asked the world for much.“ Gleich beim ersten Hören von „Lit Up From The Inside“ hat mich diese Zeile aus dem Song „Streets“ förmlich angesprungen. Derlei lyrische Schönheiten gibt es einige auf dem Album zu entdecken – aber seid euch der Gefahr einer Depression gewahr. Trotzdem sind Nadine keine weinerliche Band. Die Parallelen zu Heulboje Nr.1 -Neil Young- sind zwar stimmlich und musikalisch klar zu hören, aber das Quartett versinkt nie in dumpfes Selbstmitleid.

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Sonar Lodge: Sound Effects

Es gibt Reisen in die manchmal noch unerforschten Welten des Klangs, während derer der Geist von vielem Müll gereinigt wird. Beim Hören hat man dann das Gefühl, die Batterien würden sich endlich regenerieren. Eine solche Erfahrung kann der Genuss dieses Albums sein. Sonar Lodge, ein Duo bestehend aus Richard van Kruysdijk und der sexy-verträumt singenden Marie-Claudine Vanviemen, hat seine Musik „trip noir“ taufen lassen. Damit ist prinzipiell düsterer TripHop gemeint – er, der Begriff, klingt aber bedrohlicher und furchteinflössender als sie, die Musik, klingt (?).

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Palast Orchester: Die Hits Des Jahres

Die Idee ist nicht nur verrückt, ihre Umsetzung klingt gleichermaßen verrückt. Ich muss gestehen, dass sie sehr unterhaltsam ist. Nun, was ist geschehen? Ganz einfach: Das Palast Orchester und ihr Vorzeigesänger Max Raabe haben sich die Hits der letzten Jahre genauer angesehen und -gehört und beschlossen, sie ins rechte musikalische Licht zu rücken. Und das auf die dem Orchester ganz eigene Art: also per Knopfdruck zurück in die 20er- und 30er Jahre katapultiert und ihnen das musikalische Gewand der Tanz- und Filmmusik jener fast vergessenen goldenen Zeiten übergestülpt. Manch einer mag sich nun gelangweilt abwenden. Das wäre ein großer Fehler.

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