Singende Schauspieler sind, genauso wie schauspielernde Sänger, eher selten ein Genuss. Wenn sich dann aber einer wie Dominique Horwitz hinters Mikro stellt, kann man schon erahnen, dass hier keine Pop-Plattitüden ins Volk geschleudert werden. Er präsentierte schon in den 80er Jahren Jacques Brel-Abende und frönt dieser Liebe noch heute. Vorliegende CD ist ein Mitschnitt aus den Hamburger Kammerspielen im September 1997.
Kategorie: Musik
The Beautiful South: Just checkin´
Mal was Neues: Beautiful South jetzt also mit Blubber-Dance-Track. Und so fett produziert, als säße Ex-Kollege Norman Cook höchstpersönlich an den Big Beats. Trotzdem kommt „Just checkin´“ ganz belanglos und leichtfüßig des Wegs. Das ihnen eigene Understatement haben sich die Briten offensichtlich bewahrt.
WeiterlesenJacknife Lee: Punk Rock High Roller
Am einfachsten ist es für den potenziellen Hörer, der gerade den Kauf von „Punk Rock High Roller“ erwägt, sich die Musik bei einer Party in einem Woody Allen-Streifen vorzustellen. Das trifft ungefähr das Bild, das der verrückte DJ und ehemalige Compulsion-Songwriter akustisch zu entwerfen versucht.
WeiterlesenSnow Patrol: Ask Me How I Am
Treffen sich zwei Hunde am Strand. Sagt der eine: Frag mich mal, wie es mir geht… Okay, lassen wir die Albernheiten und kommen zur Sache. Snow Patrol sind bei Jeepster unter Vertrag, sie rekrutieren sich meines Wissens nach aus dem Umfeld von Belle & Sebastian.
WeiterlesenQ and not You: No Kill No Beep Beep
Mehr aus Neugierde als gezielt Ausschau haltend hörte ich in diesen Dischord Release (schon der einhundertdreiundzwanzigste) rein und ohne irgendwas Großartiges zu erwarten bekam ich die Schublade vor lauter Frische nicht mehr zu. Wie ein Fisherman´s Friend die Atemwege putzt, so putzt mir dieses schwarze Scheibchen schon seit Tagen den Dreck aus dem Gehörgang, den so mancher halbgarer Kompromiss, den man hört, weil es ja mal wieder an der Zeit wäre sich was Neues zu kaufen, hinterlassen hat. In besagten Fällen ist dann lediglich die Verpackungen neu, der Inhalt…naja.
WeiterlesenSand 11: s/t
Ein Label, das stets mit elektronischem Intelligenzpop zu überzeugen wußte, hier mit keiner Ausnahme. Schon die Namen der Mitglieder des Duos, Jimi Siebels (Ego Express) und Pascal Fuhlsbrügge (Kolossale Jugend – und Lage Dor-Mitbegründer), sind vorbelastet, so dass man enttäuscht wäre, wenn die Herangehensweise an poppige Housemusik so platt wäre, dass die zwölf Stücke nicht auch Platz für einen Diskurs über leichte Kost im Kühlregal des Popallerlei bieten würde. Kein House für die Großraumdisko, aber dennoch mit Massenappeal. Das Urteil verhält sich wie Obstgarten zu überzuckerten Puddings: Leicht und nicht zu süß; ja man kann diese Platte oft genießen, ohne daß sie einem wegen zu penetranter catchyness nach mehrmaligen Hören anödet.
Warhorse: As Heaven Turns To Ash
Das Cover von „As Heaven Turns To Ash“ und der Titel des Debütwerkes deuten auf bekloppte Satanisten oder Black Metal-Freaks hin. Weit gefehlt. Warhorse verstehen sich als waschechte Doomer, denen kein Riff zu langsam, kein Schlagzeug zu mächtig und kein Gesang zu grunzend ist.
WeiterlesenKreidler: Kreidler
Die Band, die mich bei Erscheinen ihres Debuts „Weekend“ an eine rockigere, deutsche Version von Chicagoer Postrockern wie Tortoise erinnerte, wirkt auf ihrem dritten Album melodienselig und verspielter denn je, fast so als ob Sensorama ihr Album „Love“ nocheinmal mit Band eingespielt hätten.
Was Kreidler als Band ausmacht ist der Einsatz eines Schlagzeugs und eines Basses, die beide sehr stoisch und patternorientiert das rhythmische Grundgerüst für allerlei flächige, zärtliche und intim-anheimelnde Sounds bereitstellen. Hier wird nicht mit Muskeln geprotzt, sondern stets versucht, den Zuhörer mit Detailsuche zu konfrontieren. Schon gar nicht kann von einer gewissen Improvisierfreude gesprochen werden, wie es zum Beispiel bei Tortoise der Fall ist.
Brainless Wankers: Endorphin
„Punk mit Trompete“ steht auf den Fahnen des Berliner Quartetts. Die ersten beiden Songs „Pogo Prose“ und „We Win“ gehen – dem Banner folgend – straight ins Ohr. Party-Punk mit hymnischem Refrain und mächtig Druck.
WeiterlesenBoards Of Canada: In A Beautiful Place Out In The Country
Schon seit ihrem Debüt auf Skam 1996 verbreitet das schottische Duo Boards Of Canada diese unheimlichen Untertöne, wie Schleifen, Rauschen, Kinderstimmen, um ihren gläsernen Eispalästen von Tönen den Geist eines zugefrorenen Sees in der Tundra einzuhauchen. Auch optisch wird auf den Covern diese schön-schaurige Stille einer Landschaft oder einer verwackelten Momentaufnahme von seltsamen Eindrücken oder Traumsequenzen verbreitet; so zum Beispiel auf meinem Lieblingscover einer Warp – Platte ever, der Doppel – LP „Music has the Right To Children“. Darauf ist eine Familie – der Mode nach aus den Siebzigern – wie unter Seewasser im Schleier von schwimmenden Partikeln abgebildet, deren Mitglieder ohne Gesichter an einer Mauer stehen oder lehnen.
WeiterlesenFelix Culpa: Gone
Das Quintett Felix Culpa hatte anscheinend keine Lust auf irgendwelche Labels zu warten und startet jetzt gemeinsam mit Pointrock Records. Dort erscheint jetzt das Album „Gone“, abhängig von Mund zu Mund Propaganda und dem Internet. Musikalisch erinnern sie mich in den sanfteren Momenten an The Colour Red, die 1994 mit „Daddy“ sowas ähnliches wie einen Hit hatten. Meistens geht es aber etwas rauer zu. Melodischer Indie-Rock mit bollerndem Schlagzeug und verzerrten Schrammelgitarren. Dabei gehen die fünf Jungs so direkt zur Sache, dass man lieber mitspielen als Zuhören möchte. Spielfreude pur, coole Songs – Musikerherz, was willst du mehr? Alle anderen bitte zur Luftgitarre greifen.
WeiterlesenDaddy Long Legs: 2nd Birth
Mit den ersten beiden Songs hat sich die Band Daddy Long Legs schon in eine Schublade gespielt: M.Walking On The Water in ihren Anfangstagen. Folk-Rock getragen von einer tiefen, teutonischen Stimme mit etwas eintöniger Modulation. (Der Vertrieb Indigo hört die Parallele zu Peter Heppner von Wolfsheim; das trifft es auch.) Musikalisch erinnert das Quintett aus Celle an The Jinxs mit mehr Folk, Letzte Instanz ohne Mittelalter und Fiddler’s Green ohne Speed-Polka.
WeiterlesenRonnie Lane: Live In Austin
Rund 10 Jahre verbrachte der „noble Englishman“ aus dem Londoner East End nicht in New York, sondern vornehmlich in der texanischen Musik(er)metropole Austin. 1984 hatte der Mitbegründer der SMALL FACES und Initiator der FACES klammheimlich seine Heimat verlassen und war nach Houston übergesiedelt. Nicht freiwillig, sondern bedingt durch seine heimtückische Erkrankung (Multiple Sklerose). In Texas (und anderswo in den USA) erhoffte er sich Linderung und vielleicht sogar Heilung. Als Musiker war er längst abgeschrieben, seine typisch britische Country-Folk-Rock-Melange wollte eh niemand mehr hören. In die Saiten greifen konnte Ronnie, bedingt durch seine Krankheit, auch nicht mehr.
WeiterlesenIced Earth: The Melancholy EP
Ohren auf, wer Iced Earth bisher nur von Mützes T-Shirt bei TV Total kennt. 7 Tracks, davon 3 Cover-Versionen und vier bereits bekannte Songs („Colors“ in einer unveröffentlichten Live-Version). Für Fans beginnt jetzt wieder die Gewissensfrage, ob man für 3 ½ neue Stücke die nötigen Taler investieren sollte, besonders, wenn es noch nicht mal eigenes Material ist.
WeiterlesenCla: Lustro
Saftige Schrammelgitarren, lustiges Elektronik-Geblubber und süße Pop-Hymnen – was will man mehr? Kaum was. Außer genauer zu wissen, wo Cla eigentlich herkommen. Von irgendwo, wo man portugiesisch spricht, das steht mal fest. Daher wohl auch die Wärme und der manchmal Fotonovela-artige Schmelz ihrer Songs. Bittersüß ist der, rührend und herb eben.
WeiterlesenElwood: The Parlance Of Our Time
Harmonie! Vom ersten Song (genial-relaxtes, ohrschmiegsames „Sundown“-Gordon Lightfood-Cover) bis zum letzten Song stressfreie Zone! Prince Elwood Stickland III aus North Carolina liebt die Besinnlichkeit. Entsprechend inszeniert er sie mit leisen Bläsersätzen, anschmiegsamen Gesangsparts und hitverdächtigen Refrains.
The Stranglers: Live
Sympathische Stimme, flotte Stakkato-Drums, nervöse, spinetteske Keyboardpassagen, sanfte Riffs und schmissige Hooks, die ohne große Probleme reingehen. So lässt sich seit 25 Jahren unverändert die Musik der Stranglers beschreiben. 14 reguläre Studioalben Alben, einige Best Of- und Live-Alben später haben die Würger aus der Urpunk-Zeit ihre Ratte noch einmal über ein CD-Livecover krabbeln lassen.
WeiterlesenLess Than Jake: Borders & Boundaries
Schreibt man eine Musikkritik, muss man auf die Produktion achten, das Songwriting, die Halbwertzeit der Aufnahmen…. Muss man? Muss man nicht! Zumindest nicht bei Less Than Jake. Punk-Ska mit der Garantie zum Abzappeln. Knallt wie Bolle und macht erst mal nur Spaß.
WeiterlesenGodspeed You Black Emperor! – Lift Your Skinny Fists Like Antennas To Heaven
Man sollte sich von gängigen Modellen der Gitarrenmusik lösen, tastet man sich an Godspeed You Black Emperor! heran. Sie haben eine ungewöhnliche Auffassung von melodischer Rockmusik. Ihr neues Album „Lift Your Skinny Fists Like Antennas To Heaven“ wird einen auf eine Reise in ein entferntes und unbekanntes Terrain entführen. Es sei denn, man ist bereits mit „Kid A“ von Radiohead oder den Veröffentlichungen von Sigur Ros oder Mogwai vertraut. Dann ist zu erahnen, was einem gutes widerfahren könnte. Egal ob Post-Rock, epischer Rock, orchestrale Instrumental- oder sphärische Filmmusik, eine adäquate Schublade muss für GYBE! erst noch gezimmert werden.
Weiterlesena.c. acoustics: Understanding Music

Sie gehören zum festen Bestandteil der schottischen Musikszene, die derzeit auf den Eckpfeilern Arab Strap, Mogwai, The Degados, Belle & Sebastian und Looper aufgebaut ist. Fast alle genannten entstammen der kulturellen Metropole Schottlands: Glasgow. So auch a.c. acoustics, die sich 1990 gegründet haben und dank John Peel in Großbritannien schnell einen Namen hatten. Der Kult-DJ spielte ihre Peel Session gleich dreimal. Das können nur wenige Bands von sich behaupten.
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