New Orleans ist seit Jahrzehnten für seine vielfältige Musiklandschaft bekannt. Das Londoner Label Soul Jazz hat sich mit vorliegendem Sampler den Anfängen des Funk zugewandt. Dabei herausgekommen ist (erwartungsgemäß) keine Schnellschuss-Compilation, die man für einen Zehner im Makro-Markt mitnimmt. Ein vierzigseitiges Booklet geht auf die kulturelle Entwicklung von New Orleans ein, stellt die einzelnen Musiker vor und skizziert den Weg des Funk, der sich in den 60ern aus R’n’B entwickelte.
WeiterlesenKategorie: Musik
The Beautiful South: Painting It Red
Englands zynischste Band ist wieder da. Elf Jahre nach den Housemartins und 7 Alben später hat die Band um Paul Heaton und Dave Rotherays ihre lyrische Bissigkeit immer noch nicht verloren. Musikalisch sind sie ein bisschen ruhiger geworden, was allerdings die Texte noch zynischer hervorstechen lässt. In Kombination mit so lieblichen Melodien wie beim Opener „Who’s Gonna Tell?“ knüpft die Band an ihre vergangenen Werke an, obwohl die neue CD um Einiges schwermütiger und introvertierter geworden ist.
WeiterlesenRoni Size/Reprazent: In The Mode
Mit „New Forms“ schuf er 1997 einen Meilenstein des Drum’n’Bass und war der Heilsbringer, der Messias der Szene und bekam dafür den Mercury Music Prize überreicht. Mit seinem Kollektiv Reprazent, dem DJ Die, DJ Krust, Suv, Sängerin Onallee, Bassist Si John, Schlagzeuger Rob Merrill und MC Dynamite angehören, setzte er Maßstäbe, die vielleicht nur ein LTJ Bukem noch erreichen kann.
WeiterlesenSteve Van Till: As The Crow Flies
Steve Van Till ist Mitglied bei Neurosis und deren Parallelband Tribes Of Neurot. Mit dem apokalyptischen, brachialen Sound der Kalifornier, hat das erste Soloalbum des Gitarristen aber gar nichts zu tun. Zwischen 1996 und 1999 hat er in Zeiten der Muse und Stille zuhause gesessen und eigene Songs auf einer Akustikgitarre geschrieben. Die ähneln eher dem Schema, wie es bekannte Singer/Songwriter anwenden und gewidmet hat er seinen musikalischen Alleingang seiner Frau und seinem Kind.
WeiterlesenThe Wallflowers: Red Letter Days
Würde das neue Album der Wallflowers „Blue Letter Day“ heißen, könnte ich wunderbar einleiten, dass die Versetzung des Dylan-Spross‘ zwar nicht gefährdet ist, aber der kleine Jakob nicht mehr der Klassenprimus ist, der er einmal war.
WeiterlesenYeah Yeah Yeahs: Machine

Cover Yeah Yeah Yeahs – MachineOkay, Polly Jean Harvey, die etwas hagere Sexgöttin des Indierock mit ihren großen Ich-schluck-Dich-in-einem-Stück-runter-Junge-Lippen, die mal mit Nick Cave ein wunderbares Duett eingesungen hatte, hat also Acid genommen und mit ihren Begleitmusikern, die von der Jon Spencer Blues Explosion (oder eher doch von Boss Hog?) stammen müssen, einige verrückte Songs aufgenommen.
WeiterlesenThe Masons: The Masons
Packt die Lederjacke aus, schmiert euch Gel oder Wachs in die Haare, zieht die Pornodarsteller/Polizistenbrille an, springt in stone washed blue jeans, stülpt ein hautenges Shirt über, steckt euch eine platt gesessene Kippe an, stöpselt die Gitarre in den Verstärker ein und lärmt los. So müssen sich die Dame und die Herren der Masons gefühlt haben, als sie wieder einmal im Studio losrock’n’rollten.
WeiterlesenJack Frost: Gloom Rock Asylum
Setzt man die Herkunft der Band (Österreich) mit dem Albumtitel in Verbindung, kann man nur zu einem Schluss kommen: Der Doom-Rock hat Asyl in Linz gefunden. Warum ist er geflohen und vor wem? Er scheint sich aber ganz wohl zu fühlen – zumindest in den ersten beiden Titeln. Das Intro „Sober“ und das anschließende „You Are The Cancer“ sind schleppend melodisch und absolut erinnerungswürdig.
WeiterlesenMark Olson & The Original Harmony Ridge Creekdippers: My Own Joe Ellen
Seit Mark Olson The Jayhawks verlassen hat, machen die nur noch (sehr gekonnten) Pop. Wahrscheinlich kann Gary Louris gar nicht anders, denn die Roots-Music hat Mark Olson bei seinem Weggang mitgenommen und bei sich in der Scheune eingesperrt. Gemeinsam mit seiner Frau Victoria Williams und den Original Harmony Ridge Creekdippers holpert hier ur-amerikanischer Folk aus den Boxen. 10 staubtrockene Roots-Stücke mit weinerlichen BGVs, Drums die klingen, wie umgedrehte Eimer, abgerundet mit der knödeligen Stimme von Mark Olson.
WeiterlesenThe 69 Eyes: Blessed Be
„Gib mir den Kajal zurück, ich brauch‘ dein Gegrinse nicht…“ Falls ihr in den nächsten Tagen nichts anderes vorhabt, als euch in eine Winterdepression zu stürzen, dann hört „Blessed Be“. Seit HIM vergisst man zu gerne, dass es einen Haufen (finnischer) Bands gibt, die dem düsteren Rock schon länger frönen. Wer es weniger narzißtisch und dafür etwas härter mag, sollte Bands wie Sentenced oder eben The 69 Eyes antesten.
WeiterlesenSkyclad: Folkémon
Warum kickt die gleiche Gurkenmannschaft beim neuen Trainer um Längen besser als beim Vorgänger? Warum veröffentlichen Künstler nach einem Label-Wechsel bessere Platten? Skyclad sind zwar weit entfernt von einer Gurkenmannschaft, aber die vergangenen Alben waren nur noch gutes Mittelfeld. Und siehe da, die alte Gleichung „neues Label = neues Glück“ hat wieder mal funktioniert. Ich konnte nie genau festmachen, warum die CDs „Vintage Whine“ und „The Answer Machine?“ nicht wirklich zündeten; „Folkémon“ gibt jetzt die musikalische Antwort.
WeiterlesenBernd Begemann: Sag Hallo zur Hölle
Glanz und Elend der Großstadt wollte er einfangen. Und die Menschen der Großstadt feiern, der Bernd Begemann. Die Erläuterungen zu seinem Album klingen genauso poetisiert wie alles aus dem Mund dieses wohl besten deutschen Singer-Songwriters. Was er anpackt, umgibt er mit einer Aura. Gekleidet in wohlfeile Worte. Gesungen mit samtweicher „Kandisstimme“ (Spex), manchmal auch mehr gehaucht, gehacht (kein Druckfehler!). Und meist liebevoll übertrieben, nein: ausgekostet. Er legt sich halt richtig rein in seine Texte, wie man es sonst nur vom Schlager kennt. Dieses Militant-Emotionale, Affektierte, in sich Versunkene oder einfach nur Herzzerreißende. Mit dem schnoddrigen Charme des Westphalen, der schon zu lange in Hamburg lebt und I´s gern als Ü´s ausspricht. Ürgendwie…
WeiterlesenLoonatikk: Devildance The Killerrock
Mich hat’s nicht wirklich in den Ohren gejuckt, die CD anzuhören. Der Pressetext tönt:“Das schwäbische Trio rockt wieder unbeschwert drauf los und transportiert mit seinem schnörkellosen Rock’n’Roll den Spirit von Elvis Presley ins Jahr 2000″. Ich fand nicht, dass das spannend klingt, aber die Drei rocken wirklich wie die Hölle und sogar der Elvis-Vergleich macht Sinn. High Energy-Rock’n’Roll mit einem Sänger zwischen dem King und Billy Idol. Musikalisch klingen Loonatikk wie eine rau geschmirgelte Version der Stray Cats, aber mit zu viel Rockabilly, um als Rotz- oder Schweinerocker durchzugehen.
WeiterlesenPatty Larkin: Regrooving The Dream
Patty Larkin sieht auf dem Cover aus wie der Schrecken der Südstaaten. Es fehlt eigentlich nur ein Hauskleid oder eine Kittelschürze, um alle Klischees zu erfüllen. Aber wie so oft im Leben zählen auch bei CD-Boxen die inneren Werte. Patty Larkin ist eine famose Songwriterin mit einer bemerkenswerten Stimme. Leicht belegt, etwas pudrig schickt sie den Hörer auf eine Reise in 14 Etappen, immer mit dem Hintergrund, das Leben zu überdenken. Im Booklet schreibt sie „We are forced to rethink things, to muster our energy and refocus our sights- to regroove, to start again- to regroove the dream.“
WeiterlesenInternal Void – Unearthed
Doom-Fans können sich die Hände reiben, schließlich steht abermals ein Leckerbissen aus dem Hause ‚Southern Lord‘ auf dem Programm. Labelchef Greg Anderson, Mitglied bei Goatsnake, hat sich die Ur-Doomer Internal Void gekrallt, die vor Jahren einmal ein Album („Standing On The Sun“, 1992) über das Berliner Label ‚Hellhound‘ veröffentlicht hatten. Auch im Jahre 2000 klingt deren Musik frisch und zeitgemäß. Sie haben richtig gelesen. Ich schrieb und meine: zeitgemäß.
WeiterlesenDead Man Ray: Berchem Trap

Die Arbeitsweise der in die Band Dead Man Ray involvierten Musiker ist ungewöhnlich, aber zeitgemäß. Sie jammen im Proberaum und schneiden jede Sekunde mit einem 2-Spur-Gerät mit. Am Computer werden die Elemente Gitarrenriffs (insgesamt drei Gitarren, jedoch kein Bass), Schlagzeugrhythmen und Loops zu Songs verwebt, die unzweifelhaft die Handschrift der belgischen Ausnahmemusiker tragen.
WeiterlesenChung: Chung
„Noise’n’Roll“ verspricht die Plattenfirma. Treffender kann man die Musik von Chung nicht beschreiben. Basierend auf klassischen Rock’n’Roll-Strukturen mischen sich tapfer Schweinerock, Punk, Trash-Metal (nur ein bisschen!) und Rockabilly-Licks in den Sound. Dass das nicht leise von statten geht, kann man schon erahnen ohne einen Takt gehört zu haben.
WeiterlesenRadiohead – Kid A
Etwas spät, aber vergessen wollen wir „Kid A“ von Radiohead nicht. Dieses Album wird überall über den Klee gelobt und zu einem Meisterwerk erkoren, bevor sich nur ein Körnchen Staub auf sein Cover niedergesetzt hat. Da fällt es schwer, anderer Meinung zu sein. Warum auch?
Radiohead haben mit Kommerz rein gar nichts am Hut. Das lässt sich zum Beispiel daran erkennen, dass die Track-Indizes auf der CD kurz vor den eigentlichen Beginn der Songs gesetzt wurden. Oder keine Videos drehen, der CD ein kryptisches Booklet (unter dem schwarzen Tray versteckt) beilegen und ihrer Experimentierfreudigkeit noch mehr Freilauf gelassen haben.
WeiterlesenWelcome To The Basement
Funky, groovy – da war doch was? Genau, die fast schon wieder vergessenen Fake-Sachsen von Stefan Raab. Wenn man wirklich funky und/oder groovy ist, wird man auch nach 30 Jahren nicht vergessen. Vorliegender Sampler ist „The Manifest Of Groove Vol.2“ und die direkte Linie zwischen Einfluss und Auswirkung auf die aktuelle Musik.
WeiterlesenLast Days Of April: Angel Youth
Dem Emo Rock kehren sie immer weiter den Rücken zu und entschwinden in Richtung Indie. Dass sich Last Days Of April viel Zeit beim Komponieren der neuen Stücke gelassen haben, hört man sofort. Unter der Regie von Fireside-Gitarrist Pelle Gunnerfeldt hat das schwedische Quartett in dessen Studio ein einfühlsames und mitreißendes Album aufgenommen.
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